Erscheinungsdatum
29. Oktober 2019
Server
2000+
Maximale Anzahl der Verbindungen
5
Preise
ab knapp 3 Euro/Monat
Links

Zeit, einen alten Bekannten der VPN-Szene wieder genauer unter die Lupe zu nehmen. Kann der Anbieter in diesem PureVPN Test überzeugen?

Klar, auch dieser VPN-Anbieter hält es gern mit dem Motto: “Kleckern statt Klotzen” und beschreibt sich in ganz bescheidener Manier als der “schnellste VPN Dienst der Welt“. Branchen-übliches Marketing-Gewäsch, dass man langsam, aber sicher ad acta legen sollte.

Im Jahre 2019 erwartet muss ein Dienstleister mehr leisten als pure Geschwindigkeitsrekorde zu liefern. Hier hat PureVPN allerdings die Zeichen der Zeit erkannt und dementsprechend sein Angebot breiter aufgestellt. Dazu später mehr vorerst wollen wir uns einigen Grundlagen widmen.

In aller Kürze: Fakten und Basics

Für dieses Review wurde mir ein Account zur Verfügung gestellt, um meine Messungen durchzuführen und den Dienst zu testen. Das sei an dieser Stelle aus Gründen der Transparenz erwähnt.

Das in Hong Kong beheimatete Unternehmen ist seit 2007 aktiv und verfügt über mehr als 2000 Server weltweit. 807 davon (Stand Oktober 2019) befinden sich in Europa, Deutschland ist mit dem Serverstandort in Berlin, Frankfurt am Main, München sowie Nürnberg vertreten. Ein nicht näher bezeichneter Standort befindet sich darüber hinaus in Hessen. PureVPN ist in mehr als 140 Ländern mit 180 Standorten vertreten.

PureVPN erlaubt die Nutzung auf bis zu fünf Geräten gleichzeitig – ein branchenüblicher Wert. Es unterstützt alle gängigen Verschlüsselungsstandards.

Fakten
Rechtlicher StandortHong Kong
Server140 Länder/ 2000+ Server
VerschlüsselungOpenVPN, IKEv2, SSTP, L2TP, PPTP
P2Punterstützt
deutschspr. SupportNein
SupportEmail, Live-Chat

Zum Thema Sicherheit

Abkommen zur Weitergabe von Daten wie etwa 5 Eyes oder 14 Eyes greifen nicht. Personenbezogene Daten (PII Logs) werden laut Eigenaussage nicht gespeichert. Dass der Standort in Hinblick auf die aktuellen politischen Ereignisse dennoch als eher problematisch einzustufen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Die Sonderverwaltungszone Hong Kong ist dadurch umso stärker der Überwachung durch China ausgesetzt.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Ungereimtheiten im Umgang mit personenbezogenen Daten. So wurde im März 2018 bekannt, dass bei viele bekannte VPN-Anbieter zu IP Leaks auftraten. Im September desselben Jahres wurde festgestellt, dass PureVPN Passwörter im reinen Textformat speichert.

Verwirrender sind zudem die tatsächlichen Besitzverhältnisse und die Beziehung zur Firma Gaditek. Diese befindet sich in Pakistan, deren Rechtslage für VPN-Unternehmen eher als suboptimal bezeichnet werden kann. Eine Reihe von Anzeichen legen nahe, dass sich die Firma einiger aggressiver SEO-Praktiken bedient, um am Markt seinen Platz zu behaupten.

Seit Ende August schmückt sich PureVPN mit einer “No-Log Policy”-Auszeichnung, die ihr durch das kalifornische Unternehmen Altius IT verliehen wurde:

did not find any evidence of system configurations and/or system/service log files that independently, or collectively, could lead to identifying a specific person and/or the person’s activity when using the PureVPN service.

Altius IT

PureVPN speichert allerdings laut der eigenen Datenschutz-Erklärung die Daten des Internet-Anbieters sowie den verwendeten VPN-Standort. Nicht gespeichert werden die eigentlichen Aktivitäten bei der Benutzung des VPNs, DNS-Anfragen, die eigene (echte) IP-Adresse sowie die verwendete IP-Adresse.

Einrichtung & Bedienung

Man kann den Dienst im ersten Monat ausprobieren und kann bei Nicht-Gefallen sein Geld zurückbekommt. Eine unkomplizierte Trial-Phase gibt es aber im herkömmlichen Sinne nicht. Das finde ich immer ein wenig schade, schließlich möchte man sich etwa als Einsteiger in das Thema erst einmal ein wenig umschauen und verschiedene Anbieter ausprobieren, ohne überall seine PayPal- oder Kreditkarten-Daten anzugeben.

Davon abgesehen, funktioniert der Einstieg am leichtesten durch eine der Apps. Die Mac-Variante unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht sonderlich von den Exemplaren anderer Anbieter. Was mich stört ist, dass man das Fenster nicht maximieren oder vergrößern kann.

Zu Beginn wird man in der deutschsprachigen, aber sehr unvollständig lokalisierten Anwendung gefragt, für welchen Betriebsmodus man sich entscheiden möchte. Etwas unübersichtlich in den Menüs verstreut wird auf eine Hilfeseite verwiesen, die die unterschiedlichen Modi genauer erklären und die Unterschiede aufzeigen. Das geht aus meiner Sicht eleganter und benutzerfreundlicher – unbedingt nachbessern! Die einzelnen Modi im Überblick:

Features

Kompatibilität
Verschlüsselung/ProtokolleAES 256-bit, OpenVPN, IKEv2, L2TP, SSTP, PPTP
Desktop
Windows, macOS, Linux, Chromebook
Mobile AppsiOS und Android
Browser-ErweiterungenChrome, Firefox
Weitere GeräteAmazon FireTV, Android TV
RouterDD-WRT, Tomato

Wie man der Übersicht entnehmen kann, lässt PureVPN in dieser Hinsicht kaum Wünsche übrig. Ihr könnt relativ problemlos eine ganze Reihe an (smarten) Geräten, die bei euch im Haushalt vorhanden sind, einbauen. Neben PC/Laptop oder euren Smartphones und Tablets, gibt es entsprechende Ableger aber auch für Android TV oder euren Amazon FireTV. Einzig Apple TV fehlt in dieser Liste, hier müsst ihr dann den Umweg über Laptop/PC gehen.

Die eleganteste Version, all seine Geräte zu Hause über VPN laufen zu lassen, ist nach wie vor eine direkte Konfiguration des Routers: hier stehen DD-WRT und (Open) Tomato als Protokolle zur Verfügung. Die Einrichtung mag Anfänger abschrecken, das Gros der Fritzbox-Nutzer bleibt außen vor, wie das geht, habe ich an dieser Stelle exemplarisch aufgeführt:

VPN-Router (NordVPN, AsusWRT): einfach schnell unterwegs!

Eine ganze Reihe an Sicherheitsmerkmalen kann mit einem Häkchen versehen werden, darunter Schutz vor DNS sowie IPv6 Leaks. In der PureVPN-Anwendung ist darüber hinaus eine Kill-Switch-Funktion eingebaut, die im Test zuverlässig ihre Dienste verrichtete. Im DNS-Leak-Test schnitt PureVPN unauffällig ab.

Richtig komfortabel ist Split-Tunneling: damit könnt ihr minutiös einzeln für jede Anwendung festlegen, ob sie via VPN nach Außen kommuniziert oder auf unverschlüsseltem Wege.

Streaming & Geoblocking

Netflix (USA)Ja
DAZNNein
BBC iPlayerJa (kostenloses Konto erforderlich)
ORFJa (ohne Einschränkungen)
SRF MediathekJa

Hier hat mich PureVPN überzeugt. Nicht nur, dass neuralgisch problematische Mediatheken wie die des ORF oder der BBC problemlos abzurufen waren, es funktioniert auch für wenig geübte Nutzer komfortabel aus der Anwendung heraus zu öffnen.

Hierzu wechselt man in den Modus “Stream” wählt den Punkt “beliebte Webseiten” aus. Hier sind um die 60 Mediatheken und Streaming-Anbieter hinterlegt. Aus deutschsprachigen Ländern sind ARD, ZDF, ORF, SRG sind genauso am Start wie beliebte englischsprachige Dienste wie Hulu, ABC, BBC, Netflix USA, BT Sports etc. So viel Komfort vermisse ich bei vielen anderen VPN-Anbietern. Eine rühmliche Ausnahme stellt beispielweise Ivacy VPN dar: hier könnt nachlesen, wie der Anbieter im Test abgeschnitten hat.

Performance

Ein gemischtes Bild, wenn man sich die reine Surfgeschwindigkeiten anschaut. Der Mac-Client ist zudem störanfällig und quittiert seinen Dienst, wenn man häufiger den Server-Standort wechseln möchte. Dann geht gar nichts mehr: kein Internet, keine Reaktion in der App. Zwei mögliche Abhilfen: per Shortcut die App (Programme sofort beenden) schließen oder den Mac neu starten. Beides nicht das Gelbe vom Ei. Andere Anbieter wie etwa NordVPN oder VyprVPN können auf dem Mac besser überzeugen.

Speedtest Mac-Client

Server-StandortDownload (Mbps)Upload (Mbps)Ping (ms)
Deutschland (Standard)215,019,815
Deutschland (Frankfurt VPN)203 (94,4%)18,916
Schweiz (Zürich)179,9 (83,7%)18,823
Österreich (Wien)170 (79%)18,823
UK (London)63,3 (29,3%)16,824
Italien (Mailand)168,0 (78,1%)18,623
USA (New York)199,0 (92,6%)18,9130

Speedtest Windows-Client

Server-StandortDownload (Mbps)Upload (Mbps)Ping (ms)
Deutschland (Standard)212,1820,2212
Deutschland (Frankfurt VPN)205,34 (96,7%)19,3714
Schweiz (Zürich)187,13 (88,2%)16,9121
Österreich (Wien)122,09 (57,5%)18,5926
UK (London)199,52 (94%)19,5228
Italien (Mailand)207,9 (97,8%)19,4623
USA141,79 (66,8%)7,13177

Windows-Nutzer können indes beruhigt sein. Der Client arbeitet sehr flott und zuverlässig. Die Verbindung steht innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung, Wechsel zwischen den Standorten oder dem Betriebsmodus stellen keine große Herausforderung dar. So habe ich mir das vorgestellt.

Preise & Angebote

Wie immer überschlagen sich VPN-Anbieter mit regelmäßigen Sonderangeboten und streng limitierten Aktionen – die dann in schöner Regelmäßigkeit in ähnlicher Form wieder auftauchen. Zum Testzeitpunkt war man ganz in Zeichen von Halloween unterwegs. Gut möglich, dass in einigen Wochen ein X-Mas-Special oder Winter Wonderland ansteht mit ähnlicher Preisstruktur.

Regulär kostet ein Monat knapp 10 Euro (aktuell 9,76 €), für 1 Jahr sind 5,17 € monatlich fällig, und wer sich für 5 Jahre PureVPN entscheidet, zahlt nur 1,52 Euro pro Monat.

Fazit PureVPN Test

Überraschend, was sich in puncto Funktionalität bei den alten Hasen von PureVPN getan hat. Viele nützliche Funktionen, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet sind, bieten einen deutlichen Mehrwert gegenüber früheren Iterationen des Anbieters.

Allerdings gilt das obige Fazit nur dann so eingeschränkt, wenn man einen VPN in erster Linie für Streaming und ähnliche gelagerte Tätigkeiten verwenden möchte. Beim Thema Schutz persönlicher Daten bleibt durch einen Standort Hong Kong ein “Geschmäckle” übrig.

PureVPN Test 2019 – Wolf im Schafspelz?
Überraschend, was sich in puncto Funktionalität bei den alten Hasen von PureVPN getan hat. Viele nützliche Funktionen, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet sind, bieten einen deutlichen Mehrwert.
Performance
8.5
Serverstandorte
9.5
Unterstützte Geräte & Systeme
9.5
Einrichtung & Bedienung
6.5
Features
9.5
Streaming/Geoblocking
9
Sicherheit & Privatsphäre
4.5
Support
7
Preis
8
8
Kaufoptionen
  1. Purevpn sieht gut aus meiner Meinung nach aber leider ist die Anzahl von Servern viel zu klein. Besonders im Vergleich mit solchen Anbietern wie NordVPN, die mehr als 5000 Server zur Verfügung stellen, also mehr als doppelt so viel. Deswegen sind die beiden nicht einmal in derselben Kategorie und es gibt tatsächlich viel mehr Bereiche, wo Pure sich verbessern können, da kann man selber einen Vergleich anstellen: https://nordvpn.com/de/features/

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Performance
Serverstandorte
Unterstützte Geräte & Systeme
Einrichtung & Bedienung
Features
Streaming/Geoblocking
Sicherheit & Privatsphäre
Support
Preis
Finale Bewertung

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