Neuer Sensor, bekannte Software: Gamakay TK75 TMR Test

Mein erstes TMR-Board. Der Treiber kannte mich schon.

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Verwirrter junger Mann mit skeptischem Gesichtsausdruck, Nahaufnahme, technisches Ambiente, Smart Home Technologie im Hintergrund.
von
Gary Madeo
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Ich bin Gary und schreibe hier über Technik, die ich auch wirklich selbst nutze. Seit vielen Jahren wühle ich mich tief in PC-Hardware, Smart-Home-Lösungen und komplexe...
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Gamakay TK75 TMR Test: schwarze 75-Prozent-Tastatur mit ISO-DE-Layout, Display und Drehknopf auf lila Deskmat
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Gamakay TK75 TMR Test
TK75 TMR bei Amazon ansehen

Die Gamakay TK75 TMR ist mein erstes Board mit der neuen Silbe. Letzte Woche stand hier noch die Epomaker HE68 Lite, Hall-Effekt für 70 Euro, davor die Wooting 80HE und die Lumikey Magger 68 HE Pro. Drei Magnet-Tastaturen in einem Jahr für jemanden, der Rapid Trigger ungefähr so dringend braucht wie ein Match-Trikot mit Rückennummer. Und jetzt TMR.

Falls du gerade Datenblätter liest und bei Hall-Effekt, TMR, Rapid Trigger und Totzone innerlich abschaltest: In dem Zustand habe ich das Ding ausgepackt. Dieser Gamakay TK75 TMR Test erklärt die Begriffe deshalb dort, wo sie auftauchen, und nicht auf Vorrat.

Was TMR verspricht, klingt nach Tempo. Was es liefert, ist etwas anderes, und das ist die bessere Nachricht. Dazu gibt es Funk und Klappfüße, beides fehlte der Epomaker. Ein Display, das GIFs abspielt, und einen Treiber, den ich kannte, bevor ich ihn installiert hatte.

Gamakay TK75 TMR
75 % TMR-Gaming-Tastatur, ISO-DE, Tri-Mode
Die Gamakay TK75 TMR ist eine kabellose 75-Prozent-Tastatur mit deutschem QWERTZ-Layout und TMR-Magnetsensoren. Auslösepunkt und Rapid Trigger sind pro Taste einstellbar, die Platine nimmt auch mechanische Switches. Tri-Mode mit USB-C, 2,4 GHz und Bluetooth, 8.000-mAh-Akku, Display und Alu-Drehknopf.
119.99 EUR prime
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Affiliate-Link. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Preis inkl. MwSt., kann sich geändert haben. Stand: 4. September 2026

Spoiler: Der Sensor ist neu, der Rest nicht. Und der Dongle liegt auf dem Tisch. Gamakay hat mir die TK75 TMR für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine.

Gamakay TK75 TMR auf einen Blick
  • Günstigstes TMR-Board mit echtem ISO-DE-Layout, das ich gefunden habe: 96,95 Euro bei gamakay.com (Stand 3. September 2026, ISO-DE nur mit Phoenix V3 lieferbar), 107,99 bis 119,99 Euro bei Amazon. Die nächste TMR-Alternative mit deutschem Layout ist die Cherry K5 Pro TMR für 149,99 Euro, und die hat kein Funk.
  • Der TMR-Aufpreis zur baugleichen Hall-Effekt-Schwester TK75HE V2 beträgt 17 Euro direkt beim Hersteller und 35 Euro bei Amazon. Vom Sensor merkt man beim Tippen nichts, der Unterschied heißt Funk und 8.000-mAh-Akku.
  • Die Software ist dieselbe RongYuan-Plattform wie bei der Epomaker HE68 Lite, nur in älterer Version (3.2.16 statt 3.2.22) und ohne Deutsch. Dafür läuft der Web-Konfigurator unter Fedora 44, mit udev-Regel und über qmk.top statt gearhub.top. Erstes Magnet-Board dieser Reihe, das sich unter Linux konfigurieren lässt.
  • Der 2,4-GHz-Dongle fällt aus seinem Fach, sobald der linke Klappfuß ganz ausgeklappt ist. Smartzone, Hartware und ein Reddit-Vergleichstest haben denselben Befund.
  • Einmal hat das Board im Funkbetrieb einen Anschlag verschluckt, die 4 am Windows-Anmeldebildschirm, seitdem nicht wieder. Reddit kennt das Muster nach längerer Inaktivität. Am Kabel zeigte der Online-Tastaturtest 133 Anschläge ohne Aussetzer.
  • Phoenix V3 gegen Mercury V3 in derselben Aufnahme: rund 20 Dezibel leiser und deutlich dunkler. Mechanische Neo Rye im selben Gehäuse liegen 3 Dezibel unter der Mercury bei fast gleichem Profil: Der Switch ändert die Lautstärke, das Gehäuse den Klang.

So bin ich zu diesem Urteil gekommen

Windows + Fedoraam PC im Alltag, Konfigurator zusätzlich unter Fedora 44 über qmk.top
Testmustervon Gamakay gestellt, keine Vorgaben
ISO-DESchwarz mit Mercury V3, Phoenix V3 Silent zum Tausch dabei
3 SwitchesMercury V3, Phoenix V3 und Neo Rye im selben Board, HE68 Lite und Evo75 als Referenz

TMR in einem Absatz: anderer Sensor, gleiche Magnete

Erst die Kurzfassung, den Rest darfst du überspringen. In einem Magnet-Switch sitzt kein Kontakt, sondern ein Magnet im Stößel, und auf der Platine darunter ein Sensor, der das Magnetfeld misst. Aus der Feldstärke rechnet die Tastatur aus, wie tief die Taste gerade steht.

Hall-Effekt und TMR sind zwei Arten, dieses Feld zu messen. Der Switch ist derselbe, der Magnet ist derselbe, nur das Bauteil auf der Platine ist ein anderes.

Tunnel-Magnetoresistenz klingt nach Teilchenphysik, meint aber einen Sensor, dessen Widerstand sich mit dem Magnetfeld ändert, und zwar deutlich stärker als bei einem Hall-Sensor. Er braucht weniger Verstärkung und damit weniger Strom. Das ist die ganze Pointe.

Ich hatte sie im August im Hall-Effekt-Erklärstück schon aufgeschrieben, damals ohne Gerät: Erst mit TMR werden kabellose Magnet-Tastaturen mit brauchbarer Laufzeit realistisch. Die TK75 TMR ist das erste Board auf meinem Tisch, das den Satz einlöst.

Wie viel weniger Strom, hat ausgerechnet Wooting nachgemessen. Der Hersteller der 80HE, die hier vor ein paar Monaten stand, bleibt trotzdem bei Hall-Effekt und erklärt im Blog, warum: TMR-Sensoren verbrauchten in Wootings Messung fünf- bis zehnmal weniger Strom, auf die Abtastgeschwindigkeit hat der Sensortyp aber keinen Einfluss. Beide Sensoren lösen 0,02 Millimeter auf, beide kosten laut Wooting ungefähr gleich viel.

Der Vorteil von TMR liegt woanders: Der Sensor lässt sich freier auf der Platine platzieren, und deshalb passen in dieselbe Platine auch mechanische Switches. Dazu später mehr.

Die deutschen Tests kommen zum selben Schluss. heise fand an der MonsGeek M1 V5 TMR „keinen drastischen Unterschied zu regulären HE-Tastaturen“, Smartzone nennt ihn an der TK75 TMR „kaum wahrnehmbar“. Nach dem Wechsel von der HE68 Lite auf dieses Board kann ich nur unterschreiben: Am Finger ist TMR nichts. Am Akku und am Funkschalter ist es alles.

Falls dir TMR schon mal begegnet ist, dann vermutlich bei Controllern. Die Sticks meines 8BitDo Ultimate 2 arbeiten seit anderthalb Jahren damit, und dort war das Argument dasselbe: weniger Strom, nicht mehr Tempo.

Begriffe, die dir in diesem Test begegnen

Hall-Effekt
Sensor, der die Spannung misst, die ein Magnetfeld in einem Halbleiter erzeugt. Seit 2023 der Standard in Magnet-Tastaturen, etwa in der Wooting 80HE oder der Epomaker HE68 Lite.
TMR
Tunnel-Magnetoresistenz. Sensor, dessen elektrischer Widerstand sich mit dem Magnetfeld ändert. Empfindlicher und sparsamer als ein Hall-Sensor, aber nicht schneller. Bekannt aus Controller-Sticks.
Rapid Trigger
Die Taste löst nicht an einem festen Punkt aus, sondern sobald sie sich nach unten bewegt, und setzt zurück, sobald sie nach oben geht. Der eingestellte Wert ist der Weg, den die Taste dafür zurücklegen muss.
Totzone (Dead Zone)
Bereich am oberen und unteren Ende des Tastenwegs, in dem der Sensor Bewegungen ignoriert. Fängt Zittern, aufliegende Finger und das Durchbiegen der Platine ab. Gamakay empfiehlt 0,3 Millimeter unten.
SOCD / Snap Tap
Werden A und D gleichzeitig gehalten, gewinnt die zuletzt gedrückte Taste. Erlaubt Richtungswechsel ohne Loslassen. In manchen Spielen verboten, in CS2 wird es serverseitig blockiert.
Polling-Rate und Scan-Rate
Polling ist, wie oft die Tastatur dem Rechner meldet, was los ist (hier 8.000 Hz am Kabel und per Funk). Scan ist, wie oft das Board seine Sensoren abfragt (laut Gamakay 256 kHz). Beides hängt an Firmware und Chip, nicht am Sensortyp.
Top-Mount
Die Platte, auf der die Switches sitzen, ist mit dem Gehäuseoberteil verschraubt. Fester als der Tray-Mount der HE68 Lite, weicher als ein Gasket-Mount. Ob er gleichmäßiger klingt, steht im Klang-Abschnitt.
DKS, Mod-Tap, Toggle
Drei Tricks pro Taste aus dem Treiber: DKS löst je nach Drucktiefe verschiedene Aktionen aus, Mod-Tap macht aus einer Taste beim Tippen ein Zeichen und beim Halten einen Modifier, Toggle hält eine Taste per Antippen gedrückt. Alles Firmware, nichts davon braucht TMR.

Drei Sätze aus dem Prospekt, gegengeprüft

Mythos
TMR ist schneller als Hall-Effekt.
Fakt
Nein. Wooting sagt es selbst: Der Sensortyp hat keinen Einfluss auf Abtastung und Verarbeitung, Tempo entsteht in Firmware und Chip. Gamakay wirbt mit 0,06 Millisekunden Latenz, ein Reddit-Tester hat am Kabel rund 0,17 Millisekunden gemessen, gegenüber 0,5 bei der mechanischen Schwester TK75 SOCD. Sein Urteil: im direkten Vergleich eine Spur spürbar, im Alltag nicht.
Mythos
TMR ist präziser, deshalb geht der Auslösepunkt bis 0,01 Millimeter runter.
Fakt
Beide Sensoren lösen laut Wooting 0,02 Millimeter auf, und mehr Empfindlichkeit ist bei Tastaturen kein Vorteil, sondern eine Fehlerquelle. Gamakays eigener Einstellungs-Guide empfiehlt eine Totzone von 0,3 Millimetern und den Anti-Mistouch-Modus, bevor man Rapid Trigger überhaupt einschaltet. Die 0,01 stehen auf der Packung, die 0,3 stehen im Kleingedruckten.
Mythos
TMR spart Strom.
Fakt
Stimmt, und das ist der einzige Punkt, der im Alltag ankommt. Fünf- bis zehnmal weniger Verbrauch nach Wootings Messung. Deshalb hat die TK75 TMR Funk und einen 8.000-mAh-Akku, während die HE68 Lite am Kabel hängt. Und deshalb passt in dieselbe Platine auch ein mechanischer Switch.
Mythos
TMR ist unausgereifte Technik.
Fakt
Der Sensor nicht, die Boards schon. Tunnel-Magnetoresistenz steckt seit Jahrzehnten in Festplatten-Leseköpfen und seit Jahren in Controller-Sticks, da ist nichts neu. Neu sind die Tastaturen, die ihn seit 2025 verbauen, und die kommen fast alle aus derselben Ecke: Budget-Marken, erste Generation, geteilte Plattform-Firmware. Was die Foren als unausgereift beschreiben, sind Doppelanschläge nach dem Switch-Tausch, Phantom-Releases bei zu scharfem Rapid Trigger und Kalibrierung, die man selbst anstoßen muss. Gamakay listet das im eigenen Guide auf. Wooting sagt es aus der anderen Richtung: Firmware und Signalverarbeitung entscheiden, nicht der Sensortyp. Ein empfindlicherer Sensor macht schlechte Firmware nur schneller sichtbar.

Was 97 Euro kaufen: alles, was der Epomaker gefehlt hat

Der Karton ist die Kurzfassung des Preisschilds. Drin liegen das Board, ein nylonummanteltes USB-C-Kabel, ein Drahtpuller für Kappen und Switches, eine englische Anleitung und zwei Tütchen.

In der einen stecken vier mechanische Switches, zwei Pegasus V2 (taktil) und zwei Phoenix V2 (linear), in der anderen ein einzelner Magnet-Switch als Ersatz. Die vier mechanischen sind kein Zufall, sie sind die Einladung zum Hybrid-Test. Dazu komme ich noch.

Lieferumfang der Gamakay TK75 TMR: Tastatur, englische Anleitung, nylonummanteltes USB-C-Kabel, Puller, vier mechanische Ersatz-Switches und ein Magnet-Switch
Anleitung auf Englisch, Kabel mit Nylonmantel, Puller, vier mechanische Switches und ein Magnet-Switch als Ersatz. Die mechanischen sind die Einladung zum Mischen.

Auf dem Board selbst: 82 Tasten im 75-Prozent-Format, die F-Reihe bleibt, der Nummernblock geht. Das Layout ist echtes ISO-DE ab Werk, mit großem Enter und Umlauten, dazu Doppelbeschriftung auf den Modifiern (Strg und control, Win und option, Alt und command) für den Fall, dass doch mal ein Mac dranhängt. Die Kappen sind PBT im Cherry-Profil und durchleuchtet, mehr dazu im Klang-Abschnitt.

Dazu das, was der HE68 Lite letzte Woche gefehlt hat: Funk per 2,4-GHz-Dongle oder Bluetooth aus einem 8.000-mAh-Akku, dazu Klappfüße mit Stufen. Obendrauf ein Drehknopf aus Aluminium, der ab Werk die Lautstärke regelt, und ein 0,85-Zoll-Display für Uhr, Akkustand oder eigene GIFs.

Nichts davon ist für sich neu. Alles zusammen für unter 100 Euro mit deutschem Layout schon: Hartware nennt eine Tastatur mit deutschem Layout und TMR-Sensor unter 100 Euro „aktuell wohl noch einmalig“, und ich habe beim Suchen nichts gefunden, was das widerlegt.

Die Preise, Stand 3. September 2026: 96,95 Euro direkt bei Gamakay, mit dem Code GK10 rund 87. Bei Amazon steht dasselbe Board mit 119,99 Euro im Regal, mit Coupon 107,99.

Der Haken beim Direktkauf: Die ISO-DE-Variante gab es zum Testzeitpunkt nur mit den leisen Phoenix V3. Die Mercury V3, die auf meinem Board stecken, waren in Schwarz und Weiß ausverkauft.

Der interessanteste Preis ist der, den man nicht sieht. Die TK75HE V2 ist dasselbe Gehäuse mit Hall-Effekt-Sensoren und kostet direkt 79,95 Euro. TMR ist bei Gamakay ein Aufpreis von 17 Euro, bei Amazon sind es 35.

Wer TMR mit deutschem Layout woanders sucht, landet bei der Cherry K5 Pro TMR für 149,99 Euro, die nur am Kabel läuft, oder bei der MonsGeek M1 V5 TMR im Alu-Gehäuse, die im Akko-Store je nach Variante 190 bis 226 Euro kostet. Ob die 17 Euro gut angelegt sind, entscheidet sich nicht am Sensor, sondern in den nächsten Abschnitten.

Nylonummanteltes USB-C-Kabel und zwei Tüten mit Ersatz-Switches vor der Gamakay TK75 TMR
Das Kabel ist mit Nylon ummantelt und liegt sauber, die Switch-Tüten sind Zip-Beutel aus der Kleinteile-Abteilung.

Gehäuse und Füße: das Upgrade zur Epomaker, bis der Dongle fällt

Plastik, wieder. Das Gehäuse ist mattschwarzer Kunststoff mit sauberen Kanten. Nach der HE68 Lite fühlt sich das Board trotzdem nach einer Klasse höher an, und das liegt nicht am Material, sondern an allem, was drumherum dazugekommen ist.

Zuerst der Aufbau, und den habe ich mir diesmal von innen angesehen, weil ein Reddit-Tester „Gasket“ schrieb und das Handbuch „Top-Mount“. Es ist Top-Mount. Platte und Platine hängen als Paket am Gehäusedeckel, verschraubt in Messinggewinde am Rahmen, und im Boden liegen nur der Akku als flacher Beutel und die USB-Buchse auf einer eigenen kleinen Platine.

Geöffnete Gamakay TK75 TMR: Platte und Platine hängen am Gehäusedeckel, im Boden liegen nur Akku und USB-Platine, links das Dongle-Fach
Boden ab: Platte und Platine bleiben am Deckel, unten nur Akku und USB-Platine. Links die Mulde, in der der Dongle wohnen soll.

Die HE68 Lite trägt ihre Platine dagegen auf acht Pfosten im Boden, das war letzte Woche der Grund, warum sie in der Mitte anders klang als am Rand. Schaumstreifen, wie ein Gasket-Mount sie hätte, gibt es hier nicht. Ob der Top-Mount deshalb gleichmäßiger klingt, klärt die Messung im nächsten Abschnitt.

Dann die Füße. Zwei Klappfüße hinten, in Stufen ausklappbar, dazu vier Gummipads. Die HE68 Lite hatte einen festen Winkel von 4,5 Grad, und der war mir zu flach, hier kann ich wählen. Der Drehknopf oben rechts ist aus Aluminium, rastet in festen Schritten und regelt ab Werk die Lautstärke, mit gedrückter FN-Taste steuert er das Display.

Gamakay TK75 TMR von der Seite mit ausgeklapptem Fuß und Aluminium-Drehknopf
Fuß ausgeklappt, Knopf aus Aluminium, Cherry-Profil. Die Piranha-Pflanze im Hintergrund kennst du vom HE68-Shooting.

Das Display kostet Platz. Damit es rechts unten neben die Pfeiltasten passt, ist das Gehäuse etwas breiter als ein übliches 75er, und die Entf-Taste wanderte in die F-Reihe neben den Knopf. Hartware hat das kritisiert, und wer von einem normalen 75er kommt, greift bei Entf anfangs daneben.

Laut Handbuch wiegt das Board rund 870 Gramm, Hartware hat nachgewogen und kommt auf denselben Wert. Smartzone schreibt 1.100 Gramm, vermutlich aus einem älteren Datenblatt. Die Maße: 323 mal 136 Millimeter, 20 Millimeter hoch an der Vorderkante.

Und dann der Moment, den ich in diesem Test gesucht hatte. Ich klappe die Füße in die hohe Position, will das Board zurechtschieben, und auf dem Tisch liegt der Dongle. Das Fach für den 2,4-GHz-Empfänger sitzt unter dem linken Klappfuß, und sobald der Fuß ganz ausgeklappt ist, hält den Dongle nichts mehr. Mein erster Gedanke: Entweder ich bin zu doof, oder das war nicht durchdacht.

Unterseite der Gamakay TK75 TMR: der 2,4-GHz-Dongle sitzt in einem Fach unter dem linken Klappfuß
Der Dongle wohnt unter dem linken Klappfuß. Fuß hoch, Dongle raus. So war das nicht gemeint.

Es war nicht ich. Smartzone schreibt, der Dongle halte bei voll ausgeklapptem Fuß nicht im Sockel und falle einfach heraus, Hartware kam zum selben Befund. Ein Reddit-Tester, der die TK75 TMR gegen die mechanische Schwester TK75 SOCD verglichen hat, warnt vor demselben Fach an beiden Boards. Drei Zeugen, ein Konstruktionsfehler.

Der Ausweg ist simpel: Dongle raus, in den Rechner oder den Hub, und das Fach als Transportfach vergessen. Für ein Board, das mit Funk wirbt, ist das trotzdem ein seltsamer Ort für den Empfänger.

Ein Detail von der Unterseite noch. Auf dem Typenschild stehen Modell, eine Seriennummer, die auf eine Fertigung im April 2026 deutet, und die Prüfzeichen. Ein Herstellername fehlt. Bei der HE68 Lite stand an dieser Stelle noch Shenzhen Changyun, Gamakay lässt die Zeile weg.

Typenschild der Gamakay TK75 TMR mit Seriennummer, 5 Volt 200 Milliampere, ohne Herstellername
Modell, Seriennummer, Prüfzeichen. Wer das Board baut, steht nicht drauf.

Tippen und Klang mit den Mercury V3

Der Anschlag

Auf meinem Board stecken die Mercury V3, die lautere der beiden Gamakay-Optionen: linear, 30 Gramm am Anfang, 55 Gramm am Boden, 3,5 Millimeter Weg. Zum Vergleich: Die Clear Mag der HE68 Lite lagen bei 37 Gramm Auslösekraft und 3,4 Millimetern, die Neo Rye meiner Evo75 sind mechanisch und deutlich schwerer. Die Mercury sind leicht, ohne federleicht zu sein.

Für mich ist das der richtige Switch in diesem Board: linear, leicht, ohne den Wattebausch der Silent-Variante. Wie sich das gegen die Phoenix schlägt, steht weiter unten, mit Aufnahme.

Ein Käufer auf Reddit, der beide Switch-Varianten kennt, rät ausdrücklich zur Mercury: genauso leise wie die Phoenix, aber ohne deren Gefühl, das er mit einem schlechten MX Brown vergleicht. Ob das stimmt, prüfe ich unten mit der Phoenix-Packung, die Gamakay mitgeschickt hat.

Wie sie klingt, und was die Messung sagt

Aufgenommen habe ich für diesen Gamakay TK75 TMR Test wie bei der HE68 Lite und der Evo75 mit dem Zoom M4, 25 bis 30 Zentimeter mittig über dem Board, in 32-Bit-Float. Getippt ist alles, Buchstabenfeld und Sondertasten, Enter und Backspace auch mehrmals hintereinander. Die drei Aufnahmen laufen durch dieselbe Messkette und sind auf denselben Pegel normiert.

Was man hört, ist ein kompakter, kurzer Anschlag mit klarer Kante, in der Mitte angesiedelt, ohne Nachklingen. Kein Thock, kein Blechdosen-Clack. Wer die Datei KI-Modellen vorspielt, bekommt „warm, tief, wenig Hochton“ zurück, die Messung sagt das Gegenteil: Im Vergleich zur HE68 Lite und zur Evo75 ist es das hellste der drei, bei gleichem Bass.

Balkendiagramm der Frequenzbänder: Gamakay TK75 TMR Test, Klangenergie je Band im Vergleich zu Epomaker HE68 Lite und Evoworks Evo75
Drei Boards, eine Messkette. Der Kern sitzt bei allen bei 800 bis 1600 Hertz, oberhalb von 2,5 Kilohertz zieht die TK75 TMR davon.

Mitte gegen Rand, Feld gegen Sondertasten

In Abschnitt 3 stand die Frage, ob der Top-Mount gleichmäßiger klingt als der Tray-Mount der Epomaker. Die Antwort aus der Messung: nein. Die TK75 TMR schwankt über das Board doppelt so stark wie die Evo75 und liegt gleichauf mit der HE68 Lite. Das gleichmäßigste Board bleibt die Evo75 mit ihrem Gasket-Mount.

Der Grund steckt in den Sondertasten. Zerlegt man die Aufnahme in einzelne Anschläge, sind die lautesten sieben Dezibel lauter und dünner als der Rest, und sie kommen im Rhythmus von Enter und Backspace. Stabilisatoren sind die Drahtbügel unter den breiten Tasten, und sie sind hier das, was man hört.

Zwischen dem leisesten und dem lautesten Anschlag liegen 21 Dezibel. Das Buchstabenfeld selbst ist unauffällig, es ist der Sprung zur Enter-Taste, der das Board ungleichmäßig macht. Wer hier ansetzen will, schmiert die Stabilisatoren, sie sitzen auf der Platte, zum Nachschmieren muss nur die Kappe runter, nicht das Board auseinander.

Phoenix V3 zum Tausch

Gamakay hat eine Packung Phoenix V3 mitgeschickt, die leise Variante, die im Direktshop gerade die einzige mit deutschem Layout ist. Ich habe sie eingesetzt, im Treiber den Switch-Typ umgestellt, kalibriert und dann dieselbe Aufnahme gemacht wie mit den Mercury: gleiche Position, gleicher Abstand, abwechselnd auf beiden Sorten getippt. Dazu ein dritter Durchgang mit den mechanischen Neo Rye aus meiner Evo75, dazu gleich mehr im Hybrid-Abschnitt.

Die Phoenix sind rund 20 Dezibel leiser als die Mercury. Zehn Dezibel entsprechen ungefähr der halben empfundenen Lautstärke, zwanzig also einem Viertel.

Gamakays „leiseste Magnetschalter am Markt“ kann ich nicht gegen den Markt prüfen, gegen die eigene Mercury stimmt es. Klanglich ist es ein anderes Board: Kontur und Schärfe fallen um neun Dezibel, was bleibt, sitzt im Körper. Ein gedämpfter Thud statt des hellen Klickens der Mercury, und im Büro ist das der Punkt.

Balkendiagramm Gamakay TK75 TMR: Mercury V3, Neo Rye und Phoenix V3 im selben Board, Lautstärke der Anschläge und Klangprofil je Frequenzband
Ein Board, drei Switches. Links die Anschlag-Spitzen relativ zur Mercury, rechts das Klangprofil je Band.

Erst Mercury, dann Phoenix, im Wechsel. Und die Phoenix allein:

Mein Urteil nach dem Tausch: Die linearen Mercury passen für mich besser zu einem Gaming-Board, die Phoenix sind das Werkzeug für den Schreibtisch neben schlafenden Menschen. Und der Klang bleibt in beiden Fällen das, was er ist: sauber, aber ohne Substanz.

Kein Ping, kein Nachklingeln, aber auch kein Bauch. Der Klang sitzt in der Mitte, die großen Tasten fallen heraus, und welcher Switch drinsteckt, ändert die Lautstärke, nicht den Charakter. Die Probe aufs Exempel steht im Hybrid-Abschnitt.

Rapid Trigger: was auf der Packung steht, und was im Guide

Auf der Packung steht 0,01 Millimeter. Im Treiber gilt die Zahl nur für den Rapid-Trigger-Weg, der Auslösepunkt selbst beginnt bei 0,10 Millimetern. Gemeint ist sie so wie die 0,005 Millimeter bei der HE68 Lite letzte Woche: als Zahl, die man einstellen kann, nicht als Zahl, mit der man spielen sollte.

Ab Werk ist davon nichts aktiv. Das Board kommt mit 2,0 Millimetern Auslöseweg für Drücken und Loslassen, Rapid Trigger ist ausgeschaltet, der Anti-Mistouch-Filter ebenfalls. Wer das Board auspackt und tippt, tippt eine ganz normale Tastatur, und für die meisten Käufer wird das so bleiben.

Web-Konfigurator qmk.top unter Fedora mit den Magnet-Einstellungen der Gamakay TK75 TMR: Auslöseweg 2,00 mm, Totzonen-Dialog mit Warnung, Rapid Trigger aus
Werkswerte im Web-Konfigurator: 2,00 Millimeter für Drücken und Loslassen, Rapid Trigger aus. Der Totzonen-Dialog warnt selbst davor, die Null einzustellen.

Die Warnung ist wörtlich zu nehmen, und sie kommt vom Hersteller. Im Juni hat Gamakay einen Einstellungs-Guide für TMR-Boards veröffentlicht, der eine Liste möglicher Probleme enthält: Tasten, die von selbst auslösen, instabiles Rapid Trigger, Aussetzer bei Bewegungstasten, Doppelanschläge nach dem Switch-Tausch. Empfohlene Startwerte: Totzone 0,3 Millimeter, RT Stab auf 25 oder 50 Prozent, Anti-Mistouch an, und Rapid Trigger erst danach.

Bei der HE68 Lite stand diese Warnung im Tooltip des Treibers, hier steht sie zusätzlich als Blogpost im Netz. Man kann das als Ehrlichkeit lesen oder als Eingeständnis. Ich lese es als beides, denn die Zahl auf der Packung und die Zahl im Guide unterscheiden sich um den Faktor 30.

Der Grund ist derselbe wie bei der Epomaker, nur mit anderer Platte. Die Polycarbonat-Platte der TK75 TMR federt beim harten Anschlag leicht durch, und der Sensor der Nachbartaste liest das Durchbiegen als Bewegung. hlplanet hat den Effekt unter 0,3 Millimetern Rapid-Trigger-Weg reproduziert, Vortex Gaming nennt die Platte „bouncy“ und empfiehlt 0,4 Millimeter. Ein Reddit-Käufer, der nachts neben schlafender Familie spielt, hat das Zurückfedern mit diesem Wert abgestellt.

Was RT Stab genau tut, sagt Gamakay nicht, ich vermute einen Filter, der kleine Gegenbewegungen ignoriert, bevor sie als Loslassen gelten.

Für diesen Gamakay TK75 TMR Test habe ich es nachgestellt, mit dem Ereignisstrom des Online-Tastaturtests als Zeugen. Durchgang eins mit den Werbewerten: Auslöseweg 0,10 Millimeter, Rapid Trigger an mit 0,01 Millimetern Weg, beide Totzonen auf null, Anti-Mistouch aus.

W gehalten, dann D, A und S je zehnmal so hart gedrückt, wie es der Tisch aushält. Das W blieb gedrückt. Im Protokoll steht das Loslassen erst zweieinhalb Sekunden nach dem letzten Anschlag, als mein Finger hochging.

Durchgang zwei mit Gamakays Guide-Werten, Totzone 0,3 Millimeter, RT Stab auf 25 Prozent, Anti-Mistouch an, Rapid Trigger mit 0,35 Millimetern: dasselbe Bild, kein Phantom-Release.

Der Plate-Flex, den hlplanet und Vortex beschreiben, ließ sich an meinem Exemplar am Kabel nicht auslösen, weder mit den Extremwerten noch mit den vernünftigen. Die Einschränkung ist dieselbe wie bei der HE68 Lite: Der Tastentest der Software ist nicht das Spiel, und zehn Anschläge sind keine Nacht Fortnite.

VOR DEM EINSTELLEN

Wer Rapid Trigger auf der TK75 TMR nutzen will, fängt nicht bei 0,01 an. Totzone unten auf 0,3 Millimeter, Anti-Mistouch einschalten, RT Stab auf 25 Prozent, dann Rapid Trigger mit 0,3 bis 0,4 Millimetern Weg aktivieren. Das ist immer noch weit unter dem, was ein mechanischer Switch kann, und es ist der Bereich, in dem die Platte nicht mitredet. Zum Schreiben lässt man alles auf Werkswert.

Und ich? Ich brauche Rapid Trigger nach wie vor so dringend wie das Match-Trikot mit Rückennummer. Aber ich will, dass es funktioniert, wenn ich es anziehe. Auf der HE68 Lite hat es das mit den Reddit-Werten getan, hier sogar mit den Werbewerten.

Ich würde trotzdem bei den Guide-Werten bleiben, denn die Foren sind voll von Boards, bei denen es anders lief.

Die Software: Gamakay steht drauf, RongYuan steckt drin

Der Treiber heißt Gamakay Driver V4, ist 102 Megabyte groß und begrüßt mich mit einer Oberfläche, die ich vor einer Woche schon einmal installiert hatte. Dieselbe Seitenleiste, dieselben Reiter, dieselbe KI-Blase unten rechts, derselbe Knopf für die Werkseinstellungen. Epomakers „Version 4″ und Gamakays „Driver V4″ sind dasselbe Programm. Nur das Logo oben links ist ein anderes.

Zwei Treiber-Oberflächen übereinander: Epomaker Version 4 für die HE68 Lite und Gamakay Driver V4 für die TK75 TMR, identische Sidebar und Aufteilung
Oben Epomaker für die HE68 Lite, unten Gamakay für die TK75 TMR. Wer den Unterschied sucht: Logo, Sprache, Versionsnummer.

Wer die Software baut

Die Versionsnummern verraten es. Gamakay liefert Build 3.2.16, Epomaker 3.2.22, beide mit dem Anhang „IOT“ und einer zweiten Versionsnummer dahinter. Der Hersteller dahinter heißt RongYuan, ein chinesischer Plattform-Anbieter, dessen Name in der Software nirgends auftaucht, aber überall drumherum.

Den letzten Beweis liefert Gamakay selbst. Der Firmware-Updater, den man für das Board herunterlädt, heißt einfach „RY Upgrade Tool“ und warnt beim Start davor, „andere RY-Testsoftware“ gleichzeitig zu öffnen. Die Werks-Firmware der HE68 Lite trug letzte Woche die Kennung RY5088 im Dateinamen. Zwei Marken, zwei Boards, ein Plattformhersteller.

Firmware-Updater RY Upgrade Tool 1.1.23 mit VID 3151, PID 5030 und Warnung vor anderer RY-Software
Das Update-Werkzeug nennt den Plattformhersteller beim Kürzel. Die Firmware ging von V403 auf V404, danach meldete der Treiber „up to date“.

Aufgeschraubt habe ich es auch. Auf der Platine steht, gespiegelt am oberen Rand, RY-JX-TK75-V6 (5088), datiert auf den 18. Dezember 2025, Variante UK für die ISO-Layouts. RY im Treiber, RY im Update-Tool, RY auf der Platine.

Die USB-Buchse sitzt auf einer eigenen kleinen Platine mit der Aufschrift GAMAKAY TK75-V2_USB, das Gehäuse gehört also zur TK75-Familie, das Innenleben zur Plattform.

Geöffnete Gamakay TK75 TMR: Platine mit Hot-Swap-Sockeln, TMR-Sensoren und dem Aufdruck RY-JX-TK75-V6 (5088), darunter der Akku im Boden
Die Platine von unten: pro Taste ein Hot-Swap-Sockel, daneben der Sensor, darüber die LED. Am oberen Rand der Aufdruck mit dem Kürzel des Plattformherstellers.

Was das für dich heißt: Wer die HE68 Lite oder eines der Akko- und Yunzii-Boards kennt, kennt die TK75 TMR. Gleiche Stärken, alles liegt pro Taste im Onboard-Speicher mit drei Ebenen, gleiche Schwächen, von denen gleich die Rede ist. Auf Reddit kursiert die Warnung, RongYuan-Platinen hätten unzuverlässige Firmware, ich habe an diesem Board nach dem Update keinen Beleg dafür gefunden und lasse den Satz als Vorbehalt stehen.

Was anders ist: Display, Galerie, Sprache

Den Reiter „Display Settings“ hat nur Gamakay, weil nur Gamakay ein Display hat. Dahinter steckt eine Zeichenfläche mit 128 mal 128 Pixeln, ein Frame-Editor für Animationen und ein Knopf „Write to Device“. Ich habe einen Roboter hochgeladen, dann ein GIF, und ich sage es gleich: Das ist sinnlos, und es macht Spaß. Das Display ist winzig, aber scharf, und es zeigt zwischendurch Uhrzeit, Datum und Akkustand, was ich öfter angeschaut habe als erwartet.

Display Settings im Gamakay-Treiber: Zeichenfläche mit Roboter-Motiv und Buttons zum Schreiben auf das Board
128 mal 128 Pixel, ein Roboter, ein Knopf. Systemtemperatur auf dem Display gibt es nur, wenn das Programm als Administrator läuft.

Die Galerie unter „Community Share“ ist ein geteilter Topf über alle Marken der Plattform. Die beliebtesten Animationen sind zwei und drei Jahre alt, also älter als die TK75 TMR, und 47 Seiten lang scrollt man durch Anime-Figuren, Kirby und Synthwave-Sonnen. Smartzone hat beim Blättern auch Inhalte gefunden, die nicht auf einen Bürotisch gehören, geprüft hat die Liste offenbar niemand.

Community Share im Gamakay-Treiber: Animationen anderer Nutzer, teils drei Jahre alt, 47 Seiten
Die Galerie ist älter als das Board. Die Einträge stammen von anderen RongYuan-Tastaturen mit Display.

Dann die Sprache. Epomakers Build spricht Deutsch, Gamakays Build kennt nur „Auto Detect“, und das landet bei Englisch. Dieselbe Software, sechs Versionsnummern auseinander, und die Sprachdatei hat es nicht in den Gamakay-Zweig geschafft. Englisch ist sauber übersetzt, es geht also, nur nicht auf Deutsch.

Die Firmware gibt es getrennt für US- und DE-Layout, mit der Warnung, sie sei nicht universell: Die ISO-DE-Variante ist ein eigenes Gerät, so wie bei der HE68 Lite, wo das den Web-Konfigurator ausgesperrt hat. Hier lief das Update per RY Upgrade Tool durch, V403 auf V404.

Der Web-Konfigurator, und warum er unter Linux läuft

Das Handbuch nennt gearhub.top als Web-Version des Treibers. Unter Windows funktioniert sie, aber nicht so, wie „Web“ klingt: Nach dem Verbinden verlangt die Seite den Download eines „iot_manager“, 30 Megabyte, der als lokaler Dienst im Hintergrund läuft. Web-Oberfläche plus Hintergrundprogramm, die Mac-Version des Helfers war bei mir ausgegraut. Hartware schrieb im August, der Link führe ins Leere, ich vermute, die Kollegen sind an dieser Stelle hängen geblieben.

Dafür kann die Web-Oberfläche etwas, das die Desktop-App nicht kann: Deutsch. Und sie hat einen Online-Tastaturtest mit Ereignisstrom, der jeden Anschlag mit Zeitstempel und Millisekunden-Abstand protokolliert. Das Werkzeug taucht im nächsten Abschnitt wieder auf.

Unter Fedora 44 wurde daraus ein Abend. Firefox kann kein WebHID, das war erwartbar. Chrome zeigte das Board im Kopplungsdialog an, danach blieb die Seite bei 99 Prozent stehen, und die erste Vermutung, fehlende Rechte auf das USB-Gerät, war richtig und trotzdem nicht die Lösung.

SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idVendor}=="3151", MODE="0666", TAG+="uaccess"
KERNEL=="hidraw*", ATTRS{idVendor}=="3151", MODE="0666", TAG+="uaccess"

Mit dieser udev-Regel unter /etc/udev/rules.d/ durfte Chrome das Gerät öffnen, die Seite hing trotzdem. In der Browser-Konsole stand der Grund: gearhub.top leitet auf qmk.top weiter, und die Weiterleitung liefert ein Skript mit falschem Dateityp aus. Ruft man qmk.top direkt auf, mit Kabel und ausgeschaltetem IOT-Modus, lädt der Konfigurator. Das ist das erste Magnet-Board dieser Reihe, das sich unter Linux einstellen lässt, und der Fehler, der es verhinderte, lag auf dem Server des Herstellers.

Web-Konfigurator qmk.top unter Fedora, von Chrome fälschlich übersetzt: Geschmack geändert statt Taste geändert
Fedora, Chrome, qmk.top. Der Übersetzer hielt die deutsche Oberfläche für Englisch: „Geschmack geändert“, die Win-Taste heißt „Gewinnen“, Menü wird zur „Speisekarte“.

Bleibt der Name. qmk.top ist die Domain, unter der auch Attack Shark seinen Web-Treiber anbietet, und sie hat mit dem Open-Source-Projekt QMK nichts zu tun. Auf Reddit nennt ein Nutzer sie eine Web-App, die Käufer glauben lassen soll, ihr Board sei QMK-fähig. Ich würde es nüchterner sagen: Gamakay, Epomaker und Attack Shark hängen an derselben Plattform, jede unter eigenem Etikett, und der Domainname ist Marketing.

Funk, Akku und der verschluckte Anschlag

Der Schiebeschalter auf der Rückseite hat drei Stellungen: Kabel, 2,4 Gigahertz, Bluetooth. Für den Dongle verspricht Gamakay dieselben 8.000 Hertz Polling wie am Kabel, für Bluetooth 1.000. Die HE68 Lite hatte letzte Woche nichts davon, und diese Ausstattung ist der eigentliche Grund, warum dieses Board einen TMR-Sensor hat.

Denn der Sensor spart Strom, das Board gibt ihn woanders wieder aus. 8.000 Milliamperestunden klingen nach Wochen, Smartzone hat bei acht Stunden täglich mit Display und Beleuchtung vier bis sieben Tage gemessen, ohne beides bis zu zwanzig. Der Reddit-Tester mit den zwei TK75-Schwestern kam nach rund 40 Stunden Vollbetrieb mit 8K-Polling, RGB und Display auf noch 90 Prozent, fand die Laufzeit trotzdem enttäuschend. Der Sensor ist hier nicht der Verbraucher, Display und RGB sind es.

Rechte Hälfte der Gamakay TK75 TMR mit ISO-Enter, seitlichem Lichtstreifen und dem kleinen Display, das ein Roboter-Bild zeigt
Lichtstreifen, Display, Roboter. Alles drei kostet Akku, und alles drei lässt sich per FN-Taste abschalten.

Geladen wird ausschließlich per USB-C, und Gamakay bittet darum, das am Rechner zu tun, nicht am Schnellladegerät.

Die 4, die nicht kam

Mein einziger echter Aussetzer war einer, den man nicht vergisst: Windows-Anmeldebildschirm, Zahlen eintippen, die 4 fehlt. Nach der Anmeldung kam sie wieder, und seitdem hat das Board keinen Anschlag mehr verschluckt. Einmal ist kein Muster, aber es ist genau das Muster, das andere beschreiben.

Im deutschen Tastatur-Subreddit berichtet ein Nutzer, sein Board verschlucke im Funkbetrieb den ersten Anschlag, sobald es ein paar Minuten unbenutzt lag, unter Windows 11. Ein anderer kennt das Problem an seinem Exemplar nicht und rät, die Schlafzeit im Treiber hochzusetzen. Ein dritter hat denselben Effekt an einem anderen Board über das Energiesparen des USB-Dongles gelöst.

Am Kabel passiert das nicht. Im Online-Tastaturtest des Web-Konfigurators habe ich 133 Anschläge protokolliert, jeder mit sauberem Drücken und Loslassen, Abstände zwischen 60 und 150 Millisekunden, kein Aussetzer. Der Rest ist Physik: Ein Funkboard, das schläft, braucht einen Moment zum Aufwachen, und die erste Taste ist der Wecker. Der Reddit-Tester hat rund eine Sekunde gemessen.

Ich habe es nachgestellt: Board im Funkmodus liegen lassen, bis es schläft, dann eine Taste im Ereignisstrom des Online-Tests. Der erste Anschlag kam an. Bei meinem Exemplar bleibt es also bei dem einen Aussetzer am Anmeldebildschirm, und wer das Muster bei sich sieht, dreht zuerst an der Schlafzeit im Treiber.

Latenz habe ich in diesem Gamakay TK75 TMR Test nicht gemessen, andere schon: hlplanet kommt am Kabel auf 0,60 Millisekunden und per Dongle auf 0,75, der Reddit-Vergleich auf 0,17 und 0,67. Beides liegt weit unter dem, was ein Mensch an der Taste unterscheiden kann. Wer die 0,06 Millisekunden von der Packung sucht, findet sie in keiner der Messungen.

Unter Fedora

Am Fedora-Rechner läuft das Board an Kabel und Dongle ohne Zutun, mit allem, was im Onboard-Speicher liegt: drei Ebenen über FN plus Z, X oder C, Beleuchtung über die FN-Kombinationen, Auslösepunkte, wie sie zuletzt gespeichert wurden. Neu ist, dass sich das unter Linux auch ändern lässt, der Weg über qmk.top steht im Software-Abschnitt. Für die HE68 Lite galt letzte Woche noch: Was auf dem Board liegt, bleibt so.

Hybrid: mechanische Switches in der Magnet-Platine

Das ist der eine Punkt, an dem TMR im Alltag etwas kann, was Hall-Effekt nicht kann. Weil sich der Sensor freier auf der Platine platzieren lässt, hat Gamakay daneben einen normalen Fünf-Pin-Sockel gesetzt. In dieselbe Taste passt ein Magnet-Switch oder ein mechanischer, und die vier mechanischen im Karton sind die Aufforderung, das auszuprobieren.

Die Idee dahinter ist nicht Tempo, sondern Geschmack. Magnete auf W, A, S, D und Leertaste für Rapid Trigger, mechanische Switches auf dem Rest, weil sie sich beim Schreiben besser anfühlen oder anders klingen. Wer eine Schublade voller Switches hat, versteht sofort, warum das ein Argument ist.

Gamakay TK75 TMR ohne Kappen auf R und T: links ein Mercury V3, rechts ein Phoenix V3 Silent, die LED sitzt oben am Switch
R und T ohne Kappe: links Mercury V3, rechts Phoenix V3, beide magnetisch. Die LED sitzt oben am Switch, das Board leuchtet nach Norden.

Der Haken steht in Gamakays eigenem Guide: Nach jedem Tausch muss man im Treiber pro Taste eintragen, welcher Switch-Typ dort steckt, und danach die Auslösewege neu kalibrieren. Vergisst man das, passiert, was ein Reddit-Nutzer mit Mercury V3 und mechanischen Akko-Switches erlebt hat: Doppelanschläge auf mehreren Tasten, und die Kalibrierung allein half nicht. Erst die Typ-Zuweisung brachte Ruhe, dazu der Rat, die Switches noch einmal sauber zu setzen.

Der Reddit-Tester mit den beiden TK75-Schwestern hat es andersherum gemacht, taktile Pegasus V2 in die TMR gesteckt, und berichtet, sie seien korrekt erkannt worden und hätten sich im Spiel wie auf dem mechanischen Board angefühlt. Sein Fazit: nichts Spektakuläres, aber eine sinnvolle Weiterentwicklung. Fremde Magnet-Switches gehen laut Guide ebenfalls, solange der Nordpol nach unten zeigt und die Feldstärke in Gamakays Bereich liegt, GravaStar und Keytok werden in den Foren als lauffähig genannt.

Ich habe es mit dem gemacht, was hier herumliegt: den Neo Rye aus meiner Evoworks Evo75, mechanisch, linear, ein Switch, den ich mag. Rein in die TMR-Platine, im Treiber als Typ 3 eingetragen, kalibriert, Aufnahme an derselben Position wie bei Mercury und Phoenix.

Der Neo Rye liegt in diesem Gehäuse 3 Dezibel unter der Mercury und klingt fast gleich. Mehr hat der Hybrid-Test nicht ergeben, und mehr braucht es nicht: Der Switch bestimmt die Lautstärke, das Gehäuse den Klang. In der Evo75 klingt derselbe Switch runder und heller, hier frisst der Kunststoff mit seinen fünf Schaumlagen den Hochton. Mischen lohnt sich also für das Gefühl unter dem Finger, nicht für den Sound.

Ein Detail, das auf dem Foto steht: Die LEDs sitzen oben am Switch, north-facing, und die Kappen sind Cherry-Profil. Diese Kombination reibt bei manchen Custom-Keycaps, weil die Kappe an der Oberkante des Switch-Gehäuses anschlägt. Mit den Werkskappen passiert das nicht, wer eigene Cherry-Sets plant, sollte es wissen.

Kaufen: direkt ist es günstiger, bei Amazon gibt es beide Switches

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Die Gamakay TK75 TMR ist eine kabellose 75-Prozent-Tastatur mit deutschem QWERTZ-Layout und TMR-Magnetsensoren. Auslösepunkt und Rapid Trigger sind pro Taste einstellbar, die Platine nimmt auch mechanische Switches. Tri-Mode mit USB-C, 2,4 GHz und Bluetooth, 8.000-mAh-Akku, Display und Alu-Drehknopf.
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Die Preise noch einmal in einer Zeile, Stand 3. September 2026: 96,95 Euro bei Gamakay direkt, 119,99 Euro bei Amazon, dort mit Coupon 107,99. Verkäufer bei Amazon ist Gamakay selbst, versendet wird über Amazon, Geizhals kennt nur diese Marktplatz-Angebote. Der Direktkauf ist 23 Euro günstiger, dafür kommt das Paket aus dem Ausland und die Rücksendung im Zweifel auch.

Bei den Varianten heißt es aufpassen. Das deutsche Layout gab es im Direktshop zum Testzeitpunkt nur mit den leisen Phoenix V3, Schwarz und Weiß, die Mercury V3 waren ausverkauft. Bei Amazon ließen sich beide Switches wählen. Wer die Mercury will, schaut zuerst dort, wer die Phoenix will, spart direkt.

Zum Support gibt es wenig Datenlage und wenig Gutes. Auf Trustpilot Deutschland stehen fünf Bewertungen mit 3,3 Sternen, darunter ein Käufer mit defektem Display, der nach der ersten Antwort nichts mehr hörte. Ein Reddit-Nutzer nennt den Support „ziemlich langsam“ und vermutet, aus der Vorbestellung eine schlechte Charge erwischt zu haben. Das ist die Preisklasse, und es ist derselbe Befund wie bei Epomaker letzte Woche.

Ein Wort zu Reddit: In vier von sieben Threads zur TK75 TMR kommentiert derselbe Account, immer für Gamakay, und sein Profil kennt keine andere Marke. Ein zweiter verteilt Rabattcodes.
Als Stimmen habe ich beide nicht gezählt.

Die Alternativen, sortiert nach dem, was man aufgibt oder dazubekommt: Die TK75HE V2 ist dasselbe Board mit Hall-Effekt für 79,95 Euro, ohne Hybrid-Sockel, sonst identisch. Die Epomaker HE68 Lite kostet 69,95 Euro, hängt am Kabel und hat 65 Prozent.

Die Cherry K5 Pro TMR ist mit 149,99 Euro die nächste TMR mit deutschem Layout, 65 Prozent, nur Kabel, dafür eine deutsche Marke mit deutschem Support. Und die MonsGeek M1 V5 TMR liefert für 190 bis 226 Euro das Alu-Gehäuse, das diesem Board fehlt.

Technische Daten

Layout75 Prozent, 82 Tasten ISO-DE (81 ANSI), Schwarz oder Weiß
Sensor und AbtastungTMR (Tunnel-Magnetoresistenz), 8.000 Hz Polling am Kabel und per 2,4 GHz, 1.000 Hz Bluetooth, Scan-Rate laut Gamakay 256 kHz, Latenz laut Hersteller 0,06 ms, gemessen von Dritten 0,17 bis 0,60 ms
SwitchesMercury V3 (linear, 30 bis 55 gf, 3,5 mm) oder Phoenix V3 Silent (linear, 35 bis 58 gf, 3,5 mm), beide magnetisch, MX-Stem
Hot-SwapFünf-Pin-Sockel für magnetische und mechanische Switches, Typ pro Taste im Treiber zuweisbar, vier mechanische Ersatz-Switches im Karton
Auslösepunkt0,01 bis 3,0 mm, Werkswert 2,0 mm, Rapid Trigger, Totzonen oben und unten, RT Stab, Anti-Mistouch, SOCD/Snap Tap, DKS, Mod-Tap, Toggle, drei Onboard-Ebenen
GehäuseKunststoff, Top-Mount (selbst geöffnet: Platte und Platine am Deckel verschraubt, Messinggewinde im Rahmen), Polycarbonat-Platte und Plate-Mount-Stabilisatoren laut Handbuch, fünf Dämpfungslagen laut Hersteller
Keycaps und LichtPBT im Cherry-Profil, durchleuchtet, Per-Key-RGB north-facing, seitlicher Lichtstreifen
Display und Knopf0,85-Zoll-TFT (Uhr, Datum, Akku, eigene Bilder und GIFs), Drehknopf aus Aluminium
Verbindung und AkkuUSB-C, 2,4-GHz-Dongle (Fach unter dem linken Klappfuß), Bluetooth, 8.000 mAh, Laden nur per USB-C
Maße und Gewicht323 × 136 × 20 mm, rund 870 g, zwei Klappfüße
SoftwareGamakay Driver V4 (Windows, Englisch), Web-Konfigurator gearhub.top/qmk.top mit lokalem iot_manager unter Windows, unter Linux per WebHID mit udev-Regel; kein QMK, kein VIA
Preis ISO-DE96,95 Euro gamakay.com, 107,99 bis 119,99 Euro Amazon.de (Stand 3. September 2026); TK75HE V2 mit Hall-Effekt 79,95 Euro

Gamakay TK75 TMR Test: die Fragen, die bleiben

Was ist eine TMR-Tastatur?

Eine Magnet-Tastatur, bei der der Sensor auf der Platine nach dem Prinzip der Tunnel-Magnetoresistenz arbeitet statt nach dem Hall-Effekt. Der Switch mit seinem Magneten ist derselbe, nur das Messbauteil ist ein anderes: empfindlicher und deutlich sparsamer. Schneller wird die Tastatur dadurch nicht, aber kabellose Magnet-Boards mit brauchbarer Laufzeit werden damit realistisch.

Lohnt sich TMR gegenüber Hall-Effekt?

Nicht wegen der Geschwindigkeit, der Sensortyp hat darauf keinen Einfluss. TMR lohnt sich, wenn man Funk will, weil der Sensor fünf- bis zehnmal weniger Strom braucht, und wenn man magnetische und mechanische Switches mischen will. Bei Gamakay kostet der Sensor 17 Euro Aufpreis gegenüber der Hall-Effekt-Schwester TK75HE V2.

Gibt es die Gamakay TK75 TMR mit deutschem Layout?

Ja, mit ISO-DE ab Werk, Umlauten und großer Enter-Taste, in Schwarz und Weiß. Direkt bei Gamakay kostet sie 96,95 Euro, dort gab es das deutsche Layout zum Testzeitpunkt nur mit den leisen Phoenix V3. Bei Amazon stehen beide Switch-Varianten für 107,99 bis 119,99 Euro.

Läuft die Gamakay TK75 TMR unter Linux und Mac?

Als Tastatur läuft sie überall, die Einstellungen liegen im Onboard-Speicher. Unter Linux lässt sie sich zusätzlich im Browser konfigurieren: Chrome, eine udev-Regel für die Kennung 3151 und qmk.top statt gearhub.top, weil die Weiterleitung kaputt ist. Unter macOS gibt es nur den Web-Konfigurator, und der verlangt einen Helfer namens iot_manager, dessen Mac-Download im Test ausgegraut war.

Was unterscheidet die TK75 TMR von der TK75HE V2?

Der Sensor und der Hybrid-Sockel. Die TK75HE V2 arbeitet mit Hall-Effekt-Sensoren und nimmt nur magnetische Switches, die TMR-Version nimmt zusätzlich mechanische. Gehäuse, Display, Knopf, Funk und Akku sind identisch, der Aufpreis für TMR liegt bei 17 Euro direkt und 35 Euro bei Amazon.

DER GEDANKE DANACH

Ich habe dieses Board ausgepackt, um herauszufinden, was TMR ist, und die Antwort ist unspektakulär: ein Sensor, der weniger Strom braucht. Kein Tempo, keine Präzision, die ich am Finger spüren würde. Und trotzdem ist das mehr, als die meisten neuen Silben im Datenblatt liefern, denn diese hier hat einem Magnet-Board das Kabel abgeschnitten und einen mechanischen Switch in die Platine gelassen. Die nächste Silbe kommt bestimmt. Ich hoffe, sie hat wieder so einen Grund.

Der Sensor ist neu, der Rest kennt man

Mein erstes TMR-Board ist ein gutes Board, und der Sensor hat den kleinsten Anteil daran. Was die TK75 TMR gegenüber der HE68 Lite besser macht, sind Funk, Füße, Knopf und der Konfigurator, der endlich auch unter Linux lädt. Für 27 Euro mehr als die Epomaker bekommt man das rundere Paket, für 17 Euro mehr als die eigene Hall-Effekt-Schwester eine Platine, die mechanische Switches nimmt. Beides ist fair.

Was bleibt, ist ein Gaming-Board aus Kunststoff mit einem Dongle-Fach, das seinen Job nicht macht, und einer Software, die unter drei Markennamen dieselbe ist. Die Reddit-Warnung vor der Plattform habe ich an meinem Exemplar nicht bestätigt bekommen, der eine verschluckte Anschlag blieb der einzige. Der Klang ist heller als bei der Epomaker, die Sondertasten sind das, was man hört, und die Phoenix machen es leiser, nicht besser.

Bleibt die Frage vom Anfang: Ist das ein Board, mit dem man ins Thema einsteigt und hinterher schlauer ist? Ja. Wer wissen will, was Rapid Trigger, Totzone und ein Magnet-Sensor im Alltag tun, bekommt hier alles davon für unter 100 Euro, mit deutschem Layout, ohne Kabelzwang, und lernt nebenbei, welche Werbezahlen man ignorieren darf.

Ich würde diese Tastatur nehmen, wenn mir diese Dinge wichtig wären. Sind sie nicht, und das ist keine Kritik am Board, ich schreibe mehr, als ich spiele. Dass ich es trotzdem ausgepackt und vermessen habe, sagt genug darüber, wie neugierig mich das Thema macht. Die Mercury bleiben drauf.

Lohnt sich für…

  • Funk-Umsteiger: Wer ein kabelloses Magnet-Board mit deutschem Layout unter 100 Euro sucht, findet gerade nichts anderes.
  • Switch-Mischer: Magnete auf WASD, mechanische Switches auf dem Rest, das kann in dieser Preisklasse nur die TMR-Platine.
  • HE68-Lite-Besitzer mit Wunschliste: Klappfüße, Funk, Display, gleiche Software. Das ist das Upgrade, nicht die Konkurrenz.
  • Linux-Nutzer: Mit udev-Regel und qmk.top das erste Magnet-Board dieser Reihe, das sich im Browser einstellen lässt.

Eher nicht für…

  • Alu-Fans: Das Gehäuse ist Kunststoff und fühlt sich so an. Die MonsGeek M1 V5 TMR kostet das Doppelte und liefert genau das.
  • QMK-Erwarter: qmk.top ist eine Domain, kein QMK. Wer offene Firmware will, muss woanders fündig werden.
  • Tempo-Käufer: Wer TMR kauft, weil es schneller sein soll, kauft einen Sensor, den keine Messung vom Hall-Effekt unterscheidet.
  • Dongle-im-Board-Lagerer: Das Fach unter dem Klappfuß hält nicht. Wer den Empfänger im Board mitnehmen will, verliert ihn.
Gamakay TK75 TMR Test: schwarze 75-Prozent-Tastatur mit ISO-DE-Layout, Display und Drehknopf auf lila Deskmat
Gamakay TK75 TMR Test
8
Verarbeitung 7
Tippgefühl und Sound 7
Gaming-Features und Software 7
Material & Qualität 6
Kompatibilität 10
Konnektivität 8
Alltagstauglichkeit 9
Preis-Leistung 10
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Verwirrter junger Mann mit skeptischem Gesichtsausdruck, Nahaufnahme, technisches Ambiente, Smart Home Technologie im Hintergrund.
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Ich bin Gary und schreibe hier über Technik, die ich auch wirklich selbst nutze. Seit vielen Jahren wühle ich mich tief in PC-Hardware, Smart-Home-Lösungen und komplexe VPN-Setups ein – komplett ohne Buzzwords, dafür mit ehrlichen Alltags-Tests und hands-on Anleitungen. Zur Ablenkung tippe ich über Fußball (meist ohne Magenschmerzen). Mein neuestes Technik-Projekt ist keycaps-deutsch.de, wo ich mich der Suche nach der perfekten mechanischen Tastatur verschrieben habe.

Kurz & direkt: Ich teste PC-Hardware, probiere Smart-Home-Gadgets und erkläre VPN/Streaming. Keine Buzzwords, nur Technik, die wirklich nützt.

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