ibVPN Test 2019 – mit Biss aus Transsylvanien 3 techboys.de • smarte News, auf den Punkt! ibVPN Test 2019 – mit Biss aus Transsylvanien
Erscheinungsdatum
6. April 2019
iPv6/DNS Leak Protection/Kill-Switch
Ja/Ja/Ja
Ad-Blocker
Nein
Server-Standorte
mehr als 180
DNS-Server
SmartDNS
maximale Anzahl an Clients
1 bzw. 5

Ein VPN-Anbieter, der freimütig zugibt nicht auf einer quasi-rechtsfreien Insel beheimatet zu sein, sondern Mitten in der Europäischen Union, ist eine Seltenheit. Umso gespannter war ich, die Dienste von ibVPN in Anspruch zu nehmen.

Die Geschichte des in Rumänien beheimateten Privatunternehmens lässt sich bis ins Jahr 2003 zurückverfolgen. 2010 bot man seinen ersten Proxy-Dienst an, seit einiger Zeit mischt man auch im VPN-Geschäft mit.

Da man wie bereits erwähnt nicht auf Amerikanisch-Samoa oder den Britischen Jungferninseln residiert, kann man schlechterdings mit allerlei Heilsversprechen die Gunst der Kunden gewinnen. Stattdessen setzt man auf Ehrlichkeit und Transparenz.

Die europäische Rechtsprechung wird angewendet. Wer damit ein Problem hat, wird also schleunigst einen weiten Bogen um ibVPN machen. Es sei denn, man denkt einen Schritt weiter und überlegt, für welchen Einsatzzweck man den VPN-Dienst einsetzt. Geht es um Online-Datenschutz, privates Surfen oder das Umgehen lästiger Ländersperren? Ist DNS ein Thema?

Hier setzt das Unternehmen an, hier sollte man also unbedingt weiterlesen und schauen, ob der rumänische VPN-Dienstleister nicht doch eine Chance verdient hat.

Preisgestaltung & Angebote

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Für dieses Review wurde mir ein Account zur Verfügung gestellt, um meine Messungen durchzuführen und den Dienst zu testen. Das sei an dieser Stelle aus Gründen der Transparenz erwähnt.

Aktuell werden vier verschiedene Pakete geschnürt: Standard VPN und Ultimate VPN sind am ehesten noch mit Angeboten der Konkurrenz vergleichbar. Daneben gibt es noch ein Angebot (Torrent VPN), dass sich speziell an Torrent-Liebhaber richtet sowie den reinen DNS-Service namens ibDNS/Smart DNS.

Standard VPN bietet Zugriff auf alle Apps, Erweiterungen sowie Server, erlaubt jedoch keine Torrents. Auch lässt sich maximal ein Gerät zur gleichen Zeit nutzen. Zudem fehlen TorVPN und DoubleVPN.

UltimateVPN ist letztlich das, was andere VPN-Anbieter im Programm haben: fünf gleichzeitig nutzbare Verbindungen sowie alle Features aus dem Standard-Paket.

Bei TorrentVPN fehlen die Browser-Erweiterungen sowie SmartDNS, es lässt sich maximal eine Verbindung zur gleichen Zeit aufbauen. Es kostet so viel wie das Standard-Paket.

Bei ibDNS handelt es sich um spezielles Paket, das für die Aufhebung der Sperrung eingeschränkter Websites und für intensives Streaming entwickelt wurde. Es enthält SmartDNS und Zugriff auf die Browser-Erweiterungen des Anbieters.

Einerseits ergibt es durchaus Sinn, für jeden Bedarf das passende Angebot parat zu halten. Auf der anderen Seite sorgt das für Verwirrung. Zudem sind die preislichen Unterschiede zwischen Standard und Ultimate so gering, das man hier vielleicht besser beraten wäre, die beiden Pakete zusammenzulegen. Und ja, ein Anbieter aus der EU ohne EURO-Preise ist auch irgendwie seltsam.

Sicherheit, Verschlüsselung und Privatsphäre

Laut Eigenaussage wird der Datenverkehr nicht geloggt. Es werden aber Daten des Nutzers gesammelt. Daten werden an Dritte nicht weitergegeben, die EU-Datenschutzverordnung findet Anwendung. Eure Daten werden weitergegeben, wenn die Rechtsprechung dies vorsieht.

Alle gängigen Protokolle werden unterstützt, verschlüsselt wird in AES 256-Bit. Soweit gibt es in dieser Hinsicht nichts zu beanstanden.

Apps und Bedienung

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Alle Apps und Erweiterungen gibt es hier

Vorweg: es gibt keine deutschsprachigen Apps oder Erweiterungen. Ihr solltet mit durchschnittlichen Englischkenntnissen aber einigermaßen zurechtkommen.

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, ibVPN zu nutzen, sodass eine große Bandbreite an Anwendungsszenerien abgedeckt sein dürfte. Es gibt Apps für Windows und Mac sowie iOS und Android.

Unter Linux geht man zwar zunächst leer aus, Browser-Addons für Chrome, Opera sowie Firefox füllen diese Lücke jedoch aus. Zudem gibt es Konfigurationsdateien für OpenVPN und SoftEther. Ein wenig verwirrend ist es aber, dass manche Apps mehr oder weniger doppelt vorhanden sind: so gibt es eine MacOS OneClick App sowie eine MacOS All-in-One App. Der Unterschied erschließt sich mir nicht sofort. Auch in der Praxis finde ich den Unterschied so gering, dass es angebracht wäre beide Apps zusammenzufassen. Weniger ist manchmal mehr.

Ein wenig versteckt sind die Hinweise für Liebhaber der direkten Konfiguration passender Router. Da ich meinen Asus AC-86U liebe, hätte ich darüber gefreut, wenn die Hinweise entsprechend prominenter platziert werden. OpenVPN und PPTP werden unterstützt.

Es gibt eine Menge Tutorials, etwa auch für Konsolen, SmartTVs, Apple TV oder Chromecast. Bei manchen Geräten gibt es eine schriftliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, manchmal, etwa für die PS4 ein Video. An sich eine gute Sache.

Auch einige Extras gibt es, die man sonst bei der Konkurrenz nicht findet: My ibDNS, StealthVPN sowie My Shadowsocks.

Ein No-Go für mich ist die Kill-Switch-Funktion in der Mac-App. Zwar wird sie als noch in der Beta-Phase befindlich gekennzeichnet, mit den getesteten Browsern wie Safari, Chrome und Firefox funktioniert sie jedoch nicht.

Theoretisch könnt (und müsst ihr) hierfür alle Anwendungen einzeln herauspicken, für die der Datenverkehr bei einer unverschlüsselten Verbindung unterbrochen werden soll. Schaltet man den Server aus (bei geöffneter App), sollte der Datenverkehr unterbrochen werden. Doch genau das funktioniert nicht. Bei anderen Anbietern wie VyprVPN hingegen funktioniert Kill Switch tadellos.

Aktuell unterhält man über 180 Server in mehr als 50 verschiedenen Ländern. Dabei deckt man Europa großräumig ab. Aber auch auf den anderen Kontinenten zeigte man Präsenz.

Wer also auf der Suche nach exotischeren Standorten ist, könnte hier mit Argentinien, Hong Kong, Singapur oder Vietnam fündig werden. Server in Afrika sind jedoch nicht vorhanden.

Auf dieser Seite findet man die aktuellen Server. Sie sind nach Einsatzzweck geordnet gelistet. Zunächst die regulären Server, danach folgen Server für P2P, ibDNS über VPN, Gaming sowie Double VPN.

Server-StandortDownload (Mbps)Upload (Mbps)Ping (ms)
Deutschland (Standard)215,4520,0715
Deutschland (Frankfurt VPN)200.9818.4312
Schweiz (Zürich)126.8318.6718
Österreich (Wien)201.1618.9023
UK (London)199.2718.4027
Italien (Mailand)200.6318.3726
USA (New York)199.428.14114
USA (Los Angeles)192.016.53182
Automatisch (schnell)201.3018.6728
Automatisch (P2P)200.3918.2143

Bei den synthetischen Benchmarks kann man wahrlich nicht viel aussetzen. Die Server sind schnell, einzig die deutschen Zugangspunkte (es gibt insgesamt vier) schnitten mitunter ein wenig unterdurchschnittlich ab.

Der automatisch für Deutschland gewählte Server erreichte zunächst lediglich 70 Mbps. Erst als manuell der am wenigsten ausgelastete Server (Frankfurt 1) ausgewählt wurde, war man wieder auf dem Damm. Eine Kleinigkeit, die aber zeigt, dass es in der App immer noch Raum für Verbesserungen gibt.

Streaming und Geoblocking

Streaming-Anbieter Anmerkungen
BBCjaProbleme bei Live-TV, Mediathek-Sendungen funktionieren
DAZNNein 
Netflix (USA)ja 
Rai Playjabis 720p
ORFnein 
SRGja 

Ein gemischtes Bild beim wichtigen Thema Streaming. DAZN schlägt auch hier zu und verhindert mit Bravour, dass der Dienst via VPN genutzt werden kann. Sowohl die deutsche, als auch italienische und kanadische Version ließen sich nicht nutzen.

Bei BBC kam es zum Kuriosum, dass Sendungen aus der Mediathek problemlos abgespielt werden konnten (in ordentlicher Qualität und ruckelfrei), beim Aufrufen einer Live-Sendung aber eine Fehlermeldung erschien – schade! Leider war nämlich auch mit den Tipps des Supports die Situation nicht zu ändern. Problemlos hingegen funktioniert BBC mit der App von Ivacy VPN.

Support

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Ein paar Worte zum Support: es gibt auf der Seite umfangreiche Anleitungen und Videos, mit denen sich vorab viele Unklarheiten und Probleme beseitigen lassen.

Der Anbieter wirbt aber auch mit umfangreichem persönlichen Support. Meine erste Anfrage stellte ich auf Deutsch, als ich jedoch merkte, dass zwischen meiner Anfrage eine (wie auch immer geartete Form der maschinellen) Übersetzung und dem Kunden-Support lag, stellte ich meine weiteren Fragen auf Englisch. Einen echten deutschsprachigen Support könnt ihr demnach aktuell (noch) nicht erwarten.

Meine zweite Anfrage (dieses Mal gleich auf Englisch) wurde rasch und mit konkreten Maßnahmen beantwortet. Hierbei ging es um das eingangs erwähnte Problem mit den Live Streams der BBC. Man riet mir, den Browser Cache zu leeren, den Mac neu zu starten und den Browser erst dann zu öffnen, wenn eine Verbindung über einen UK-Streaming-Server stand. Dieser Vorschlag führte aber nicht zu einer Lösung des Problems.

Preise, Angebote und Fazit

Die drei besten VPN-Anbieter

"Wo wir sind, ist oben." ExpressVPN rangiert in vielen Vergleichstests auf den vordersten Plätzen. Das liegt an der riesigen Auswahl an Serverstandorten, einer einfachen Einrichtung und funktionierenden, sinnvollen Funktionen. Preislich spielt man aber ebenfalls in der obersten Liga mit. Wer aber einen zuverlässigen VPN-Dienstleister sucht, dürfte aber gern den ein oder anderen Euro mehr investieren.Review lesen
Negativ
nur drei Verbindungen zeitgleich
vergleichsweise teuer
positiv
große Serverauswahl
funktioniert zuverlässig
Support & Dokumentation
8.9
Ohne Schwächen
Mein erster VPN, und bis dato immer noch federführend. Eine schier endlose Zahl an Servern, eine umfangreiche (deutschsprachige) Dokumentation sowie einfach bedienbare Apps – eine einfache Rezeptur, oft kopiert, selten erreicht!Review lesen
negativ
kein ORF
Verwendung angemieteter Server
positiv
viele Server
Support & Dokumentation
günstig
8.9
NordVPN ausprobieren
Zuverlässig und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. VyprVPN schafft es wie kaum ein anderer VPN-Anbieter mein Vertrauen zu erwecken. Das Gefühl, rundum versorgt in guten (weil transparenten) Händen zu sein, wiegt mehr als das allerletzte Quäntchen Geschwindgkeit oder der ein oder andere Euro, den man anderswo spart. Review lesen
teurer als andere Anbieter
Browser-Erweiterungen für Chrome oder Firefox fehlen
positiv
verwendet nur eigene, schnelle Server
Transparenz & Ehrlichkeit
Schweizer Datenschutz
8.9
Schweizer VPN-Taschenmesser
Kaufoptionen

ibVPN bietet ein wenig mehr als andere Billig-VPN-Anbieter, kommt aus der Europäischen Union und besitzt eine eigene, recht umfangreiche Infrastruktur. Die Preise gehen absolut in Ordnung und man bekommt einen ansprechenden Gegenwert in Form stabiler und schneller Verbindungen, der ein oder andere Zusatzfunktion sowie Lösungen und Apps für so ziemlich jedes Gerät, das eine Verbindung ins Internet herstellen kann.

Performance9.5
Serverstandorte8
Unterstützte Geräte & Systeme8
Features7.5
Streaming/Geoblocking7.5
Einrichtung & Bedienung6.5
Sicherheit & Privatsphäre5.5
Support6.5
Preis7.5
POSITIV
schnelle und stabile Verbindung
TorOverVPN
SmartDNS
Negativ
fehlende Lokalisierung
Kill-Switch funktioniert nicht
kein (echter) deutschsprachiger Support
7.4
Transparenz, eine Vielzahl an Lösungen sowie günstige Preise. ibVPN ist zwar nicht der bekannteste VPN-Anbieter, dass dürfte sich aber rasch ändern. Einen richtigen Fauxpas leistet sich der rumänische Anbieter nämlich nicht. Es sei denn, ihr benötigt unter MacOS dringend eine funktionierende Kill-Switch-Funktion. Von daher: ausprobieren!
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ibVPN Test 2019 – mit Biss aus Transsylvanien
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Ein VPN-Anbieter, der freimütig zugibt nicht auf einer quasi-rechtsfreien Insel beheimatet zu sein, sondern Mitten in der Europäischen Union, ist eine Selt

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