Philips Hue in Google Home hat bisher einen Weg genommen, der absurder klingt, als er sich im Alltag anfühlt. Der Befehl ging vom Nest Mini in Googles Cloud, von dort in die Cloud von Signify und wieder zurück ins Wohnzimmer, damit eine Lampe drei Meter weiter angeht. Damit ist laut Google jetzt Schluss.
Bestehende Hue Bridges ziehen im Hintergrund auf lokales Matter um, ohne dass du etwas neu anlernen musst. Ausprobieren konnte ich das noch nicht, und in den deutschen Release Notes steht es bisher auch nicht.
- Google stellt laut den Release Notes vom 14. Oktober 2026 bestehende Philips Hue Bridges automatisch auf lokale Matter-Steuerung über Google-Home-Hubs um, ein erneutes Anlernen ist nicht nötig.
- Schaltbefehle laufen damit im Heimnetz statt über Googles Cloud und die Hue-Cloud. Google verspricht kürzere Reaktionszeiten und mehr Zuverlässigkeit.
- Voraussetzung ist ein Hub für Google Home. Das kann fast jeder Google-Lautsprecher und jedes Nest-Display sein, dazu Nest Wifi Pro und der Google TV Streamer.
- Die deutsche Fassung der Release Notes stand am 15. Oktober noch auf dem Stand vom 16. September, die Umstellung kommt schrittweise.
- Parallel testet Google die Lautsprecher-Firmware 3.79.550760 für Google Home, Home Mini, Nest Mini und Nest Audio im Preview-Programm. Für alle anderen gilt noch Version 3.78.540761 vom 10. Juli.
Philips Hue in Google Home: Erst zwei Clouds, jetzt das Heimnetz
Den alten Umweg beschreibt Google auf seiner Hilfeseite zu Matter selbst, sogar mit dem Nest Mini als Beispiel. Geräte mit dem Label „Works with Google Home“ hängen über eine Cloud-zu-Cloud-Verbindung am System. Jeder Befehl verlässt also das Haus, auch wenn Lautsprecher und Lampe im selben Raum stehen.
Mit Matter fällt dieser Weg weg. Die Hue Bridge spricht Matter schon eine Weile und arbeitet dabei als Matter-Bridge, also als Übersetzerin, die ihre Zigbee-Lampen für andere Systeme als Matter-Geräte sichtbar macht. Neu ist, dass Google bestehende Hue-Verknüpfungen nun selbst auf diesen Weg umstellt, ohne dass jemand die Bridge aus der App wirft und neu hinzufügt.
So steht es in den englischen Release Notes vom 14. Oktober. Im selben Abschnitt verspricht Google auch für andere Matter-Geräte schnellere Reaktionen, sofern ein passender Hub im Haus steht. 9to5Google geht davon aus, dass das Hue-Licht damit auch bei einem Internetausfall über die Google Home App schaltbar bleibt, solange das Handy im selben Netz ist.
Ohne Google-Hub im Haus bleibt alles beim Alten
Lokal geht es nur mit einem Hub für Google Home. Die Liste ist lang: Laut Google zählt fast jeder Lautsprecher seit dem ersten Google Home von 2016 dazu, ebenso die Nest-Displays, der Router Nest Wifi Pro und der Google TV Streamer. Wer Hue nur über die App auf dem Handy mit Google Home verbunden hat und keinen dieser Kästen besitzt, bleibt auf dem Cloud-Weg.
Einen Thread-fähigen Hub braucht es dafür nach meinem Verständnis nicht. Die Lampen funken weiter per Zigbee mit der Bridge, und die Bridge hängt per Netzwerkkabel im Heimnetz. Der Matter-Verkehr läuft also übers normale Netzwerk, und das können laut Google auch die älteren Lautsprecher wie der Nest Mini.
Ein kleiner Seitenblick: In Apple Home lief die Hue Bridge über HomeKit schon immer lokal. Google-Nutzer bekommen jetzt nachgeliefert, was dort seit Jahren Standard ist.
Die deutschen Release Notes hängen zwei Ausgaben hinterher
Die deutsche Fassung der Release Notes stand am Donnerstagmorgen noch auf dem 16. September, die englische ist zwei Ausgaben weiter. Das muss nichts heißen, Google verteilt solche Neuerungen ohnehin schrittweise. Es heißt aber, dass du auf der deutschen Hilfeseite gerade nichts von der Umstellung liest.
Dazu passt eine Zeile, die Google selbst über die Notizen setzt: Die Release Notes entstehen mit Hilfe von Gemini und können Korrekturen brauchen.
Wer Gradient-Lightstrips besitzt, sollte nicht zu viel erwarten. Über die direkte Verbindung kennt Matter keine Farbverläufe, das habe ich im September bei den neuen Thread-Lampen beschrieben. Google Home schaltet und dimmt die Strips, die Verläufe und Hue-Szenen bleiben Sache der Hue-App.
Alte Nest-Lautsprecher bekommen 3.79, vorerst nur im Preview
Parallel hat Google laut seiner Firmware-Übersicht die Version 3.79.550760 ins Preview-Programm geschoben. Sie gilt für Google Home, Home Mini, Nest Mini und Nest Audio, also Lautsprecher aus den Jahren 2016 bis 2020. Für alle anderen ist noch 3.78.540761 vom 10. Juli aktuell, in deren Notizen nur ein Satz zum Netzwerkverkehr steht.
Die neuen Notizen sind länger, aber kaum konkreter. Es geht um besseres Streaming, stabileres WLAN beim Einrichten und eine verbesserte Smart-Home-Steuerung. Ein Punkt verspricht Verbesserungen beim Einstieg in den Google Assistant, 9to5Google vermutet dahinter Gemini.
Der Google Home Max bleibt bei Version 1.56, wie schon seit Längerem. Der neue Google Home Speaker steht ebenfalls nicht auf der Liste, er hat seine eigene Version. Wer das Update früher will, findet in der Google Home App in den Geräteeinstellungen unter Geräteinformationen das Preview-Programm. Installiert wird nachts, bis zur breiten Verteilung dürfte es laut 9to5Google einige Wochen dauern.
Häufige Fragen zu Philips Hue in Google Home
Muss ich meine Hue Bridge in Google Home neu einrichten?
Nein. Laut Google stellen sich bestehende Hue Bridges im Hintergrund automatisch auf lokale Matter-Steuerung um, ein erneutes Koppeln ist nicht nötig. Die Umstellung kommt schrittweise, es kann also dauern, bis sie bei dir ankommt.
Welche Geräte sind ein Hub für Google Home?
Fast alle Google-Lautsprecher seit dem ersten Google Home von 2016, also auch Nest Mini und Nest Audio, dazu die Nest-Hub-Displays, der Router Nest Wifi Pro, der Google TV Streamer und ausgewählte Fernseher. Für Hue reicht ein Hub für Matter über WLAN, weil die Bridge per Kabel im Heimnetz hängt.
Kann Google Home jetzt die Farbverläufe meiner Hue-Lightstrips steuern?
Nein. Matter kennt keine Farbverläufe, Google Home schaltet und dimmt die Gradient-Strips und setzt eine Farbe. Verläufe und Hue-Szenen bleiben Sache der Hue-App.
Wann kommt die Firmware 3.79 für Nest-Lautsprecher für alle?
Einen Termin nennt Google nicht. Version 3.79.550760 läuft seit dem 14. Oktober im Preview-Programm für Google Home, Home Mini, Nest Mini und Nest Audio, bis zur breiten Verteilung vergehen erfahrungsgemäß einige Wochen.
Ein Update, das man erst merkt, wenn das Internet weg ist
Ich mag diese Art von Neuerung. Niemand muss etwas tun, keine Bridge muss neu gekoppelt werden, und im besten Fall fällt die Änderung nur dadurch auf, dass das Licht eine Spur schneller reagiert. Genau das war das Versprechen von Matter, und Google löst es hier für eine der verbreitetsten Lichtmarken ein.
Wer Hue mit einem Nest-Lautsprecher steuert, bekommt das ohne Aufpreis und ohne Klick, und für die meisten dürfte das der ganze Unterschied sein. Auf Farbverläufe per Sprachbefehl wartet man dagegen weiter, bis Matter sie irgendwann lernt.






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