Das tink Basics Heizkörperthermostat hätte ich beinahe übersehen, weil es wie ein Hausmarken-Nachzügler aussieht. Weißer Kopf mit Display, verkauft von einem Händler, der sonst fremde Geräte verkauft. Dann stand da Matter over Thread ohne Hersteller-Hub und ohne eigene App, und ein Preis, der unter allem liegt, was ich im Oktober in meine Hub-Tabelle eingetragen habe.
Seit dem Hama-Thermostat lese ich bei jedem Matter-Logo erst das Kleingedruckte. Bei tink steht da nichts Böses. Dafür steht im Datenblatt ein Gewicht, das ich schon einmal gesehen habe, beim Eurotronic Comet Zero. Dazu gleich mehr.
Getestet habe ich das tink-Thermostat nicht. Grundlage sind die Produktseite und der Blogbeitrag von tink vom 3. November, das Datenblatt von Eurotronic und der Vergleich von internetderdinge.blog. Bei mir heizt tado X mit Bridge X, die Thermostate hängen zusätzlich im Homey Pro, und Eve, Meross und Netatmo habe ich in den letzten Monaten getestet.
- Das tink Basics Heizkörperthermostat kostet seit Ende Oktober 2026 bei tink 39,95 Euro, die UVP liegt bei 79,95 Euro. Das Dreierpack kostet 79,95 Euro, das Sechserpack 139,95 Euro, also rund 23 Euro pro Heizkörper.
- Es funkt per Matter over Thread direkt an einen Thread Border Router, zum Beispiel Apple TV 4K, HomePod mini, Echo Dot 2026 oder Homey Pro. Einen Hersteller-Hub und eine eigene App gibt es nicht, gekoppelt wird per Matter-Code in Apple Home, Alexa, Google Home oder SmartThings.
- Zeitpläne, Urlaubsmodus und Automationen kommen laut tink aus der App der jeweiligen Plattform, das Thermostat selbst bringt keinen Wochenplan mit.
- Technik: M30 x 1,5 mit Adaptern für Danfoss RA, RAV und RAVL, zwei AA-Batterien für rund zwei Jahre, über 100 Newton Stellkraft, Display, Fenster-offen-Erkennung über den Temperaturabfall, Frost-, Kalk- und Tastenschutz, IP20, Made in Germany.
- Gewicht, Gewinde, Adapter und Batterielaufzeit stimmen mit dem Eurotronic Comet Zero Matter überein, Maße und Sendeleistung weichen im Eurotronic-Datenblatt ab. Weder tink noch Eurotronic haben eine Baugleichheit bestätigt.
- Einzeln kostet der Eurotronic bei Amazon rund 34 Euro und ist damit günstiger, im Sechserpack ist tink mit rund 23 Euro pro Stück das günstigste lieferbare Thread-Thermostat ohne Hub in Deutschland.
Kein Kästchen, keine App: was das tink-Thermostat kann
Das Thermostat ist das, was Matter mal versprochen hat: Du schraubst es auf das Ventil, scannst den Code in Apple Home, Alexa, Google Home oder SmartThings, fertig. Laut tink-Blog braucht es dafür nur einen Thread Border Router. Thread Border Router = das Gerät, das das stromsparende Thread-Funknetz mit deinem Heimnetz verbindet, etwa ein Apple TV 4K, ein HomePod mini, der neue Echo Dot oder ein Homey Pro.
Eine tink-App gibt es nicht, und das ist hier kein Mangel, sondern Konzept. Zeitpläne und Urlaubsmodus baust du in der App deiner Plattform. tink schreibt das selbst so auf die Produktseite, und das ist ehrlicher als manche Packung, die ich dieses Jahr in der Hand hatte.
Die Mechanik liest sich solide: Gewinde M30 x 1,5, Adapter für Danfoss RA, RAV und RAVL liegen bei, zwei AA-Batterien sollen rund zwei Jahre halten, die Stellkraft liegt bei über 100 Newton. Ein Display zeigt die Temperatur, zwei Tasten stellen sie am Gerät, dazu Frostschutz, Kalkschutz und Tastensperre. Die Fenster-offen-Erkennung arbeitet über den Temperaturabfall, wer es genauer will, bekommt bei tink einen Tür- und Fenstersensor mit Thread im Set.
Was auf der Produktseite fehlt, fällt mir nach dem Meross-Test sofort auf: keine Angabe zur Lautstärke des Motors, keine zum Regelverhalten. Das Meross MTS155 heizt bei mir vier Grad über den Sollwert, und das stand auch in keinem Datenblatt.

Eurotronic-Datenblatt daneben gelegt: Gewicht gleich, Maße nicht
Danny von internetderdinge.blog hat am 4. November als Erster die Frage gestellt, ob das tink-Thermostat baugleich mit dem Eurotronic Comet Zero Matter ist. Sein Argument: Maße, Gewicht und Stellkraft stimmen überein, Adapter und Batterielaufzeit auch, und tink schreibt Made in Germany, Eurotronic ist ein deutscher Hersteller.
Ich habe das Datenblatt auf der Eurotronic-Seite selbst daneben gelegt, und es ist weniger eindeutig. Das Gewicht stimmt, 162 Gramm inklusive Batterien bei beiden. Gewinde, Adapter, zwei AA-Batterien, IP20, alles gleich.
Bei den Maßen nennt Eurotronic 60 x 65 x 85 Millimeter, tink 62 x 68 x 82. Und bei der Sendeleistung steht bei Eurotronic +8 dBm, bei tink 4 dBm.
Das können zwei Datenblätter desselben Geräts sein, die jemand anders gemessen und anders gerundet hat. Es kann auch ein zweiter Auftragsfertiger sein, der dasselbe Gehäuse nutzt. Bestätigt hat nichts davon jemand, tink nennt keinen Hersteller, und Eurotronic hat sich nicht geäußert.
Für die Kaufentscheidung ist die Frage trotzdem nicht akademisch. Wenn es derselbe Kopf ist, kennst du sein Verhalten schon: SmarthomeAssistent bescheinigt dem Comet Zero im Test eine stabile Verbindung bei mittlerer Lautstärke. Wenn nicht, kaufst du bei tink ein unbeschriebenes Blatt, immerhin bei einem Händler, der Rückfragen selbst beantwortet.
- UVP 29,99 Euro, im Preisvergleich teils deutlich darunter
- Koppelt sich ohne Hersteller-Hub an einen vorhandenen Thread Border Router
- Kein Konto, kein Abo
- Keine eigene App, Heizpläne hängen an der Smart-Home-Plattform
- Mittlere Betriebslautstärke laut SmarthomeAssistent-Test
- Bei Amazon derzeit teurer als die UVP
Einzeln ist Eurotronic billiger, im Sechserpack tink
Neu ist das Thermostat übrigens nur in der Vorstellung. Im Shop lag es schon Ende Oktober, mydealz hatte das Sechserpack am 27. Oktober, der Blogbeitrag von tink kam am 3. November hinterher.
Die Produktseite meldet es als lieferbar, mit ein bis drei Werktagen Lieferzeit.
Die Preise: 39,95 Euro einzeln bei einer UVP von 79,95, drei Stück für 79,95, sechs für 139,95. Das macht rund 23 Euro pro Heizkörper. Dazu gibt es Sets mit dem Tür- und Fenstersensor, ein Thermostat plus Sensor für 55,95, drei plus zwei für 119,95.
Der Eurotronic kostet bei Amazon derzeit rund 34 Euro, einzeln ist er also der günstigere Kauf. Ab drei Heizkörpern dreht sich das, und beim Sechserpack liegt tink deutlich darunter. Zum Vergleich: In meiner Übersicht der Heizkörperthermostate mit Matter war der Comet Zero bisher das günstigste lieferbare Modell ohne Hub, billiger ist nur der IKEA Liljebagge, und den gibt es in Deutschland erst im Januar.
Einen Haken hat der Preisvergleich: Amazon nennt den Preis des Comet Zero täglich anders, die Box unten zieht den aktuellen Stand. Und wer die UVP von 79,95 Euro für das tink-Thermostat je bezahlt hat, möge sich melden.
- 39,95 Euro einzeln, rund 23 Euro pro Stück im Sechserpack
- Kein Hersteller-Hub, kein Konto, keine eigene App
- Made in Germany, Stellkraft über 100 Newton
- Zeitpläne nur über die Plattform-App, kein eigener Wochenplan
- Keine Angaben zu Lautstärke und Regelverhalten
- Hersteller nicht genannt, Baugleichheit mit Eurotronic unbestätigt
Gegen Hama, Meross und Netatmo: das vierzehnte Thermostat im Vergleich
Im Oktober habe ich dreizehn Thermostate danach sortiert, ob sie ein Kästchen vom Hersteller brauchen. Fünf wollten eines. Das tink-Thermostat ist Nummer vierzehn und landet in der Gruppe ohne, zusammen mit Eve, tado X, Aqara, Bosch, Eurotronic und Meross.
Das Hama Heizkörperthermostat hat auch Thread auf der Packung, läuft laut Hersteller aber nur am eigenen Hub, der mehr kostet als das Thermostat. Beim Netatmo ORIGINAL steckt seit meinem Test ein Thermo Hub in der Steckdosenleiste, der genau eine Sache kann. Die Köpfe hatte ich nach zwei Wochen vergessen, das Kästchen nicht.
Meross kommt ohne Hub aus, will aber für jeden Zeitplan die eigene App per Bluetooth am Heizkörper sehen. tink hat gar keine App, und damit auch keinen Umweg. Der Preis dafür ist, dass dein Heizplan so gut ist wie deine Plattform.
Genau da wird es bei mir eng. Das Eve Thermo lief im April parallel in Apple Home und im Homey Pro, und auf dem Homey kam ein Thermostat an, das man auf- und zudrehen kann. Zeitpläne gab es nur in Apple Home. Wochenpläne stehen seit Matter 1.4 im Standard, viele Plattformen bieten sie trotzdem noch nicht an, und ohne eigene App hat das tink-Thermostat keinen Plan B.
Im Apple-Haushalt mit Apple TV 4K ist das egal, da planst du in der Home-App. Mit Homey oder Home Assistant baust du jede Schaltzeit als eigene Regel, und bei sechs Heizkörpern ist das ein Abend. Wer welchen Border Router schon im Haus hat, steht in meinem Ratgeber zu den vier Arten von Hub.
Häufige Fragen zum tink Basics Heizkörperthermostat
Braucht das tink Basics Heizkörperthermostat einen Hub?
Keinen Hersteller-Hub, aber einen Thread Border Router. Das Thermostat funkt per Matter over Thread direkt an Geräte wie Apple TV 4K, HomePod mini, Echo Dot 2026 oder Homey Pro. Eine tink-App gibt es nicht, gekoppelt wird per Matter-Code in Apple Home, Alexa, Google Home oder SmartThings.
Was kostet das tink Basics Heizkörperthermostat?
39,95 Euro einzeln bei tink, Stand 4. November 2026, die UVP liegt bei 79,95 Euro. Das Dreierpack kostet 79,95 Euro, das Sechserpack 139,95 Euro, also rund 23 Euro pro Thermostat. Sets mit Tür- und Fenstersensor gibt es ab 55,95 Euro.
Ist das tink Basics Heizkörperthermostat baugleich mit dem Eurotronic Comet Zero?
Unbestätigt. Gewicht (162 Gramm), Gewinde, Adapter, Batterien und Schutzart stimmen überein, die Maße und die Sendeleistung weichen in den Datenblättern leicht ab. tink nennt keinen Hersteller, Eurotronic hat sich nicht geäußert. Beide Geräte werden laut Hersteller in Deutschland gefertigt.
Kann ich Heizpläne mit dem tink-Thermostat einstellen?
Nur über die App deiner Smart-Home-Plattform, das Thermostat selbst hat keinen Wochenplan. Apple Home bietet Zeitpläne für Matter-Thermostate, Homey und Home Assistant bisher nur über einzelne Regeln. Wochenpläne gehören seit Matter 1.4 zum Standard, viele Plattformen setzen sie aber noch nicht um.
Seit ein paar Wochen sortiere ich Thermostate nach der Frage, ob sie ein Kästchen mitbringen, und merke dabei, dass die Frage sich verschiebt. Das Kästchen ist bei den günstigen Modellen weg, jetzt fehlt die App, und damit landet der Heizplan bei Apple oder Google. Ich finde das erstmal richtig. Nur ist es komisch, dass ein Thermostat für 23 Euro von meiner Plattform mehr verlangt als eines für 80 mit eigener Bridge. Vielleicht ist das der Preis dafür, dass endlich nichts mehr in der Steckdosenleiste steckt.
Für wen 39,95 Euro reichen, und wo ich zögern würde
Wer ein Apple TV 4K oder einen HomePod im Haus hat und sechs Heizkörper ohne Kästchen und ohne Konto anbinden will, bekommt bei tink gerade das günstigste Paket, das ich in Deutschland kenne. Dafür würde ich es bestellen, erst eines, dann den Rest, wenn der Motor im Schlafzimmer nicht nervt.
Bei mir selbst bleibt es beim Nachsehen. Meine Heizung läuft über tado und den Homey, und ohne Zeitpläne auf dem Homey wäre das tink-Thermostat bei mir ein sehr günstiger Drehknopf. Wer einen einzelnen Heizkörper nachrüsten will, nimmt den Eurotronic, der ist einzeln billiger und hat schon einen Test hinter sich.
Die Baugleichheit bleibt offen. Wer es genau wissen will, schraubt beide Köpfe auf und vergleicht die Platinen, ich habe dafür gerade keinen Eurotronic im Haus.






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