Ich stelle 20,5 Grad ein, und das Meross MTS155 heizt auf 24,5. Vier Grad drüber, bei einem Thermostat für 65 Euro, das mich in der App außerdem jedes Mal per Bluetooth anklopfen lässt.
Meross hat mir zwei Stück geschickt. Sie hängen in Küche und Bad oben, und die Einbindung in Homey und HomeKit hat problemlos geklappt. Das war der Teil, der einfach klappte. Alles, was danach kam, hatte ich nicht auf dem Zettel.
- Ausprobiert: zwei MTS155 in Küche und Bad im Obergeschoss, eingerichtet am 28.10., Hands-on nach wenigen Tagen
- Eingebunden: Homey Pro als Thread-Border-Router und HomeKit
- Preis: 64,99 Euro pro Stück, 169,99 Euro im Dreierpack
Die Reihenfolge, in der mich das Ding genervt hat, geht so. Erst die App: Wollte ich kurz sehen, wie warm es in der Küche ist, hat sie Bluetooth gesucht, und das Thermostat hat geschlafen. Also eine Taste am Gerät antippen und in der App auf „verbinden“ tippen. Ein Heizkörperthermostat, dem man erst Guten Morgen sagen muss.
Weil ich dachte, das lasse sich mit Geld lösen, habe ich mir den Meross Hub MSH450 gekauft. Es lässt sich nicht lösen. Zumindest nicht mit diesem.
Dann das Heizen. Ein Thermostat hat genau eine Aufgabe, nämlich aufzuhören, wenn die eingestellte Temperatur erreicht ist. Meines hat bei 20,5 Grad Soll erst bei 24,5 aufgehört.
Wenn Meross das nicht behebt, hängen die beiden bald nicht mehr an meinen Heizkörpern. Bis dahin steht hier ein Hands-on: wie man das Teil vernünftig bedient, und warum ich nach wenigen Tagen eine starke Tendenz habe, aber noch kein abschließendes Urteil. In meiner News zum MTS155 stand noch, dass es nichts für Pläne aus der Ferne ist. Dass es an der Temperatur scheitert, hatte ich nicht gedacht.
Meross hat mir zwei MTS155 für dieses Hands-on zur Verfügung gestellt. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine. Den Hub MSH450 habe ich selbst gekauft.
- Hands-on: zwei MTS155 in Küche und Bad im Obergeschoss, eingerichtet am 28.10., eingebunden in Homey Pro und HomeKit. Erste Eindrücke nach wenigen Tagen, kein Langzeittest.
- Preis: 64,99 Euro pro Stück, 169,99 Euro im Dreierpack (UVP laut simon42, 29.10.). IKEAs Liljebagge soll ab Januar 14,99 Euro kosten.
- Matter über Thread läuft ohne Meross-Hub. Die Meross-App spricht dagegen nur per Bluetooth mit dem Gerät und trennt danach wieder. Fernzugang der App ist laut Meross erst mit dem Hub MSH450P zu erwarten, bis Ende 2026.
- Mein Hub MSH450 ändert daran nichts: Nach dessen Update bot die App beim MTS155 trotzdem nur Bluetooth an.
- Messwert: Bei 20,5 Grad Soll kam der Raum auf 24,5 Grad. Die Ursache ist offen, gegengemessen habe ich nicht.
- Die Display-Schale lässt sich falsch herum aufsetzen, schließt dann nicht ganz und geht nur mühsam wieder auf. Vorläufiges Urteil: starke Tendenz zur Nichtempfehlung, abschließend ist es noch nicht.
- Kein Meross-Hub nötig
- Sechs Ventil-Adapter liegen bei
- Bis zu acht Schaltpunkte pro Tag, kein Abo
- Deutlich teurer als der Vorgänger mit Hub
- Zeitpläne nur per Bluetooth in der Meross-App
- Batterien nicht im Lieferumfang
Bluetooth, jedes Mal: Du machst nichts falsch
Ob ich etwas falsch mache, war meine erste Frage. Nein. Der Dialog, der bei jedem Aufruf aufpoppt, sagt es selbst: Bluetooth wird nach der Einrichtung getrennt, um Akku zu sparen, Thread bleibt aktiv. Es ist Absicht.
Schon bei der Einrichtung gibt es keinen anderen Weg. Die App bietet nur die Bluetooth-Einrichtung an, mit dem Zusatz „Nur lokale Einrichtung; Fernanzeige von Daten nicht verfügbar“. Übersetzt: Ohne Handy neben dem Heizkörper siehst du in der Meross-App nichts, das beschreibt auch simon42 so.
Matter über Thread läuft davon unabhängig, deshalb sieht Homey alles ohne Handy. Zeitplan und Feineinstellungen bleiben dagegen in der App.


Der Hub MSH450 ist der falsche Hub
Ich habe den MSH450 gekauft, weil ich hoffte, er nimmt der App das Bluetooth-Theater ab. Mein Beleg dagegen ist die App selbst: Am Einrichtungstag stand morgens das Firmwareupdate des Hubs an, und beim MTS155 bot sie mir nachmittags trotzdem nur die Bluetooth-Einrichtung an.
Den Grund liefern die Händler: Laut smarterhome.sk erwartet Meross Unterstützung für den Hub MSH450P bis Ende 2026, matterhome.io schreibt, dass die Anleitung ihn für den Fernzugang der App nennt. Der MSH450P hat Bluetooth, mein MSH450 laut Meross-Shop nur WLAN und Ethernet.
Ich habe also den falschen Hub gekauft, und der richtige liefert die Funktion erst später. Bis dahin ist der MSH450 für das MTS155 ein Briefbeschwerer mit Netzteil.
So bedienst du das Meross MTS155 vernünftig
Die Bedienung hängt an zwei Welten, und wer das nicht weiß, ärgert sich. Das ist der Weg, der bei mir am wenigsten nervt, zusammengesetzt aus der App und dem, was Hersteller und andere Blogs dazu schreiben.
Matter für den Alltag, Bluetooth für den Rest
- Einmal per Bluetooth einrichtenMeross-App öffnen, Gerät hinzufügen, Bluetooth-Einrichtung wählen. Alten Kopf ab, zwei 1,5-Volt-AA rein, auf das Ventil schrauben. Mit der Taste O startet die Kalibrierung, der Motor fährt den Ventilweg ab. Hörst du ihn nicht, helfen laut LittleSmartHome bei älteren Meross-Modellen kurz herausgenommene Batterien und eine neue Kalibrierung.
- Im Alltag über Homey oder HomeKit heizenMatter-Code scannen, danach stellst du Soll und siehst Ist im Smart-Home-System. Das läuft über Thread, ohne dass ein Handy in der Nähe sein muss. Die Meross-App brauchst du dafür nicht.
- Den Zeitplan einmal in der App anlegenPläne, Heizverlauf und Feineinstellungen gibt es nur dort, nur in Bluetooth-Reichweite. Der Plan liegt nach allem, was ich gelesen habe, im Thermostat und läuft ohne Handy weiter. Getestet habe ich das nicht. Wie viele Heizphasen pro Tag möglich sind, nennen die Quellen unterschiedlich: sechs laut Meross-Shop, acht laut einigen Blogs.
- Am Kopf nur kurz eingreifenEine beliebige Taste weckt das Display, mit plus und minus stellst du direkt am Heizkörper. In der App legt Aktion halten fest, wie lange ein Handeingriff gegen den Zeitplan gilt, bei mir steht es auf bis zur nächsten geplanten Aktivität.
- Fenster-Erkennung, Frostschutz und Offset prüfenDie Fenster-Erkennung ist ab Werk an und pausiert die Heizung nach einem plötzlichen Temperaturabfall eine halbe Stunde. Frostschutz und Kindersperre stecken im Menü Erweitert, dort auch die Temperatur-Kalibrierung. smarthomecompared führt Frostschutz und Kindersperre als fehlend auf, in meiner App sind beide da.


In Homey lässt sich die Solltemperatur per Flow zu festen Zeiten setzen, so brauchst du die Meross-App nach der Einrichtung kaum noch. Probiert habe ich das mit dem MTS155 nicht, bei Matter-Thermostaten ist es der übliche Weg.
Nur 1,5-Volt-Alkaline-Batterien. Akkus und 1,2-Volt-Zellen sind nicht erlaubt, die App warnt dazu in Rot.
Heizen: 20,5 Grad eingestellt, 24,5 bekommen
Küche oben, Soll 20,5 Grad, erreicht 24,5 Grad, der Motor arbeitet hörbar. Meine Beobachtung, nicht mit einem Raumthermometer gegengeprüft. Auf dem Screenshot vom Einrichtungstag zeigt das Gerät 24,0 Grad bei 20,0 Soll, am 31.10. morgens meldet Homey 21,5 bei 20,0.
Ganz konstant ist es also nicht, aber es kommt vor. Das Ventil geht auf und zu, nur eben nicht dort, wo es aufhören soll.
Zwei Erklärungen liegen nahe. Der Fühler sitzt im Kopf direkt am heißen Ventil und kann zu warm lesen: Techtest hat bei einem älteren Meross-Modell rund 1,5 Grad zu viel gemessen und in der App per Offset korrigiert. Das würde aber eher zu früh abregeln lassen, nicht zu spät.
Oder das Ventil schließt nicht sauber. Die Meross-FAQ zum Thema nennt dann festen Sitz, 1,5-Volt-Batterien, bei Adaptern den mitgelieferten Stift, einen Werksreset und die Motorkalibrierung. Die FAQ gilt für ältere Modelle, das ist der Katalog, den ich abarbeiten würde, bevor ich aufgebe.
Dazu die Empfindlichkeit: Die App empfiehlt bei Dauerheizen über dem Sollwert Mittel oder Stark, bei mir steht „Middle“, mehr kostet laut App Batterie. Welche Erklärung stimmt, weiß ich nicht. Das Ergebnis weiß ich: Ein Thermostat, das vier Grad drüberliegt, macht seinen Job nicht.
Die Schale: Zumachen ist die schwerste Übung
Ein Drehrad gibt es nicht. Du tippst oben seitlich auf die flache Fläche, das Display wacht auf, und dort liest du die Infos ab, laut Hersteller stellen plus und minus die Temperatur direkt. Appgefahren befürchtet, dass man das Display bei manchen Einbausituationen kaum sieht.
Zum Batteriewechsel ziehst du die Schale mit einem Druck auf die Taste ab. Beim Zumachen kann man sie falsch herum aufsetzen, dann schließt sie nicht komplett und lässt sich nur mühselig wieder lösen. Ich hätte eine Form bevorzugt, bei der das nicht geht.



Montiert wird auf M30 x 1,5, für Danfoss-Ventile mit D-Markierung verweist die App auf eine Adapteranleitung. Meine Lieblingszeile steht auf der Kompatibilitätsseite: Mit dem Produkt dürften „nur Wasserkühler“ verwendet werden. Gemeint sind wohl wasserführende Heizkörper, die Übersetzung hat da nicht mitgedacht.
Homey und HomeKit: Das läuft
Die Einbindung hat problemlos geklappt, und das ist die gute Nachricht dieses Hands-ons. Das MTS155 funkt per Matter über Thread, der Homey Pro ist bei mir der Border Router, einen Meross-Hub verlangt es nicht. In Homey sitzt pro Thermostat eine Kachel mit Soll- und Ist-Temperatur plus Batteriesymbol.

Laut Meross läuft Matter lokal und auch ohne Internet, ein Abo gibt es nicht. Home Assistant habe ich nicht getestet, simon42 schreibt, dass offen ist, ob Ventilstellung oder Fenster-Status dort als eigene Entität ankommen.
Preis: 65 Euro pro Kopf sind dafür zu viel
Das MTS155 kostet laut simon42 64,99 Euro, im Dreierpack 169,99 Euro. Bei Amazon war es laut housecontrollers am 12.10. ausverkauft, seit dem 29.10. ist es nach simon42 in Deutschland erhältlich.
Der Vorgänger MTS150 kostete als Set mit Hub laut appgefahren 39,99 Euro, die Überschrift dort lautet „Satter Aufpreis für Thread“.
Für zwei Köpfe sind das 130 Euro, für ein Gerät, das in der App erst Bluetooth aufzwingt und dann vier Grad drüber heizt. Die klemmende Schale kommt gratis dazu.
Zum Vergleich, nur nach Datenblatt: Der Sonoff TRVZB kostet laut housecontrollers rund 28 Euro und braucht Zigbee, der Aqara W600 rund 50 Euro. IKEAs Liljebagge soll nach IKEAs Angabe ab Januar 14,99 Euro kosten, vier Stück für weniger Geld als ein MTS155.
Drei Thermostate, die ich stattdessen nehmen würde
Das tado X hängt bei mir in jedem Raum im Erdgeschoss, per Matter eingebunden in den Homey Pro. Mehr als die Grundfunktionen gibt es in der tado-App, und die ist mit Abo am komfortabelsten.
- sehr zuverlässig
- wiederaufladbarer Akku
- Integration in Smart Home
- jährliche Abokosten
Das Eve Thermo habe ich getestet: Matter über Thread, kein Account, kein Abo, dafür ein Haushalt mit Apple, wenn du alles nutzen willst.
- Kein Abo, kein Account, kein Cloud-Zwang
- Matter Binding: Raumsensor steuert Thermostat ohne Umweg
- durchdachte Extras
- volles Feature-Set nur mit Apple
- Homey Pro / Home Assistant nur Basis-Steuerung
Das Netatmo ORIGINAL kam in meinem Test mit dem Thermo Hub, den du zwingend brauchst. Dafür war es leise, und nach der Einrichtung hatte ich zwei Wochen lang keinen Grund, die App zu öffnen.
👍 Das ist gut
- Matter über Thread ohne Meross-Hub und ohne Abo
- Einbindung in Homey und HomeKit problemlos
- Frostschutz und Fenster-Erkennung in der App
- Sechs Adapter im Karton laut Händlerangaben
👎 Das ist nicht so gut
- Meross-App nur per Bluetooth, das Gerät muss jedes Mal geweckt werden
- Bei 20,5 Grad Soll auf 24,5 geheizt, Ursache offen
- Schale lässt sich falsch herum aufsetzen und klemmt
- 64,99 Euro pro Kopf, Batterien extra
- Hub MSH450 bringt nichts, Fernzugang erst mit MSH450P
Häufige Fragen zum Meross MTS155
Braucht das Meross MTS155 einen Hub?
Nein, einen Meross-Hub braucht es nicht, aber einen Thread-Border-Router, zum Beispiel einen Homey Pro, Apple TV 4K oder HomePod mini. Der Hub MSH450 ändert an der Bluetooth-Pflicht der App nichts, Meross erwartet Unterstützung für den MSH450P laut smarterhome.sk bis Ende 2026.
Warum will die Meross-App bei jedem Aufruf Bluetooth?
Weil sie nur per Bluetooth mit dem MTS155 spricht und die Verbindung nach der Einrichtung trennt, um Batterie zu sparen. Du tippst eine Taste am Gerät an und dann in der App auf Verbinden. Matter über Thread läuft davon unabhängig weiter.
Wie bedient man das Meross MTS155 vernünftig?
Soll und Ist stellst du über Homey oder HomeKit per Matter, die Meross-App brauchst du per Bluetooth für Einrichtung und Zeitplan. Direkt am Kopf stellen plus und minus die Temperatur, eine beliebige Taste weckt das Display.
Warum heizt das MTS155 über die eingestellte Temperatur?
Bei mir kam der Raum bei 20,5 Grad Soll auf 24,5 Grad, die Ursache ist offen. Möglich sind ein zu warm messender Fühler am heißen Ventil, ein Ventil, das nicht sauber schließt, oder die Empfindlichkeit. Die Meross-FAQ für ältere Modelle rät zu festem Sitz und einer Motorkalibrierung.
Welche Batterien braucht das MTS155?
Zwei AA-Batterien mit 1,5 Volt, sie liegen nicht bei. Akkus und 1,2-Volt-Zellen sind laut App nicht erlaubt, eine Laufzeitangabe nennt Meross nicht.
Versteh mich nicht falsch, aber wenn ein Hersteller für ein Thermostat mindestens 50 bis 55 Euro pro Stück will und es mit Matter und allem daherkommt, was nach Smart Home klingt, dann erwarte ich keine Stolperfallen wie die Bluetooth-Abfrage und die vier Grad zu viel. Würdest du so ein Gerät mit ruhigem Gewissen in deinem wenig technikaffinen Freundeskreis empfehlen? Ich eher nicht, und Stand heute würde ich es in dieser Form auch für 10 bis 15 Euro nicht empfehlen. Dass ich mich damit noch weiter beschäftigen muss, ist mir klar, aber was ist mit dem Otto Normalverbraucher, der dafür weder Zeit noch Lust hat? Kann man nicht einmal ein Thermostat kaufen, ohne vorher eine halbe Heizsaison im Internet zu recherchieren?
Vorläufig durchgefallen: Das MTS155 ist für 65 Euro nicht fertig
Mein Urteil ist noch nicht abschließend, aber die Tendenz ist stark: In diesem Zustand empfehle ich das Meross MTS155 nicht. Wer es trotzdem kauft, nimmt zuerst nur einen Kopf und prüft, ob das Ventil sauber schließt und abregelt, bevor das Dreierpack in den Warenkorb kommt.
Die Einbindung ist gut, das lasse ich dem MTS155. Nur ist sie nicht das, wofür man 65 Euro pro Kopf zahlen soll, sondern ein Thermostat, das bei der eingestellten Temperatur aufhört.
Bei mir tut es das nicht: 20,5 Grad eingestellt, 24,5 bekommen. Dazu eine App, die jedes Mal per Bluetooth anklopft, ein Hub, der nichts daran ändert, und eine Schale, die klemmt. Für das Geld gibt es ab Januar nach IKEAs Angabe vier Liljebagge.
Meross hat den Hebel in der Hand. Behebt ein Update das Überheizen und kommt der Fernzugang der App, kann das MTS155 ein gutes Thermostat werden. Bis dahin hängen meine beiden noch an den Heizkörpern, und wenn sich nichts tut, nicht mehr lange. Das hier ist ein Hands-on und kein Langzeittest: Batterielaufzeit und Regelung über Wochen fehlen mir noch, und wenn sich etwas bewegt, steht es hier.






Kommentare