Den Meross Matter Hub Pro habe ich nicht auf dem Schreibtisch, aber ich habe seit dem Frühjahr einen Meross-Sensor an der Wand, der mich auf dem Sofa nicht findet. Seitdem lese ich Meross-Ankündigungen mit dem Datenblatt in der einen und der Matter-Datenbank in der anderen Hand.
Gestern hat der Hersteller den Hub MSH450P und vier neue Sensoren in den Vorverkauf gestellt, Lieferung ab 28. September, zu Preisen, bei denen man erst beim zweiten Lesen merkt, was da steht.
Matter spricht nur der Hub. Die Sensoren hängen per Bluetooth daran.
Kein Testgerät: Dieser Artikel stützt sich auf die Produktseiten im Meross-Shop, die Euro-Preise von ifun, das Matter-Zertifikat des Vorgängers in der Datenbank der Connectivity Standards Alliance und meinen Test des Meross MS605. Was der Pro-Hub davon in Apple Home durchreicht, weiß erst, wer einen hat.
- Meross Matter Hub Pro MSH450P kostet im Vorverkauf 25,99 Euro: Ethernet oder WLAN, 433 MHz und Bluetooth LE, bis zu 32 Geräte, Sirene mit 110 Dezibel und Sprachansagen, Alarme laufen auch ohne Internet
- Vier neue Sensoren: Thermo-Hygrometer MS120H mit Display, Tür- und Fenstersensor MS220H, Wassersensor MS420H mit 1,5-Meter-Sonde, Dreifach-Taster MS700H. Einzeln ab 19,99 Euro, jedes Kit mit Hub 37,99 Euro
- Lieferung laut Meross-Shop ab 28. September 2026, bei Amazon und idealo war der Pro-Hub am 16. September noch nicht gelistet
- Alle vier Sensoren funken per Bluetooth an den Hub, nur der Hub selbst ist ein Matter-Gerät und reicht die Sensoren als Bridge an Apple Home, Google Home, Alexa und SmartThings weiter
- Das Matter-Zertifikat des Vorgängers MSH450 kennt Temperatur, Luftfeuchte, Kontakt und Helligkeit, aber keinen Taster: Erschütterungsalarm, Klingelfunktion, Frostwarnung und der MS700H dürften in der Meross-App bleiben
Meross Matter Hub Pro: ein Hub für 25,99 Euro, vier Sensoren, Lieferung ab 28. September
Der Matter Smart Hub Pro ist die Zentrale, an der alles hängt. Er kommt per Ethernet oder 2,4-GHz-WLAN ins Heimnetz, spricht nach unten weiter das 433-MHz-Funkprotokoll der bisherigen Meross-Sensoren und neu dazu Bluetooth Low Energy, verwaltet bis zu 32 Geräte und hat eine Sirene mit 110 Dezibel plus Sprachansagen eingebaut. Alarme sollen auch dann funktionieren, wenn das Internet weg ist.
Im US-Shop steht er für 34,99 Dollar, in Europa nennt ifun 25,99 Euro
Interessanter sind die vier Sensoren, weil Meross sie auffällig breit ausgestattet hat. Das Thermo-Hygrometer MS120H zeigt auf einem 1,9-Zoll-Display Temperatur und Luftfeuchte, rechnet Taupunkt und absolute Feuchte aus, hält mit einer CR123A-Zelle laut Hersteller drei Jahre durch und ist nach IP66 geschützt, also auch für den Schuppen oder den Camper gedacht. Der Tür- und Fenstersensor MS220H hat zusätzlich eine frei belegbare Taste, die als Klingel dienen kann, und einen Erschütterungssensor mit bis zu 100 Dezibel Alarm.

Der Wassersensor MS420H meldet nicht nur Pfützen, sondern laut Produktseite auch Tropf- und Regenwasser, Frost und einen definierten Wasserstand, die 1,5 Meter lange externe Sonde reicht bis hinter die Waschmaschine. Und der Taster MS700H ist ein Dreifach-Schalter mit bis zu neun Aktionen, der nebenbei Temperatur und Luftfeuchte misst. Einzeln kosten die Sensoren laut ifun je 19,99 Euro, jedes Kit mit Hub 37,99 Euro.
Beim Taster traue ich der Einzelpreis-Angabe allerdings nicht ganz. Im US-Shop kostet das MS700H-Kit sechs Dollar mehr als die drei anderen Kits, und in einer zweiten deutschen Meldung stehen 26 Euro für den Taster. Bis Meross die Euro-Preise selbst listet, würde ich beim Button mit etwas mehr rechnen.
Bluetooth statt Matter: Die Sensoren hängen am Hub, nicht am Standard
Auf den Produktseiten steht bei jedem der vier Sensoren derselbe Satz: Der Meross Smart Hub MSH450P wird für die Installation benötigt. Das ist der Kern der Meldung.
Kein einziger der neuen Sensoren ist selbst ein Matter-Gerät, keiner spricht Thread, keiner lässt sich direkt in Apple Home oder Home Assistant einbinden. Sie funken per Bluetooth Low Energy an den Hub, und der Hub tritt gegenüber deiner Smart-Home-Zentrale als Matter-Bridge auf, also als Übersetzer, der fremde Geräte so darstellt, als wären sie Matter-Geräte.
Meross ist damit nicht allein, Aqara macht es mit Zigbee genauso und Hue mit seiner Bridge. Der Unterschied ist, dass Aqara und Meross selbst längst Sensoren haben, die den Umweg nicht brauchen: Der Meross MS605 funkt per Thread direkt in Apple Home, der Aqara FP300 kann Thread und Zigbee. Die neue Reihe geht bewusst den anderen Weg, vermutlich wegen Batterielaufzeit und Preis, und bindet dich dafür an eine 26-Euro-Box.
Eine Ausnahme gibt es: Das Thermo-Hygrometer MS120H koppelt sich laut Meross auch ohne Hub per Bluetooth direkt mit dem Handy, für Camping oder den Weinkeller. Dann ist es ein Thermometer mit App, mehr nicht.
Was davon in Apple Home und Home Assistant ankommt
Eine Matter-Bridge reicht nicht automatisch alles weiter, was ein Sensor kann. Sie reicht weiter, was Matter als Gerätetyp kennt und was der Hersteller zertifiziert hat. Für den neuen Pro-Hub finde ich in der Datenbank der Connectivity Standards Alliance noch keinen eigenen Eintrag, für den Vorgänger MSH450 schon: zertifiziert im Juni 2024 nach Matter 1.2, Gerätetyp Bridge, mit den Funktionen Temperatur, Luftfeuchte, Helligkeit und Kontaktzustand.
Legt man diese Liste über die vier neuen Sensoren, bleibt eine klare Erwartung übrig. Temperatur und Feuchte des MS120H, der Öffnungszustand des MS220H und der Wasseralarm des MS420H passen in bekannte Matter-Typen und dürften in Apple Home, Google Home und Home Assistant als Sensoren auftauchen.
Alles andere passt nicht: Der Erschütterungsalarm, die Klingel-Taste, die Frost- und Wasserstandswarnung und vor allem der komplette Taster MS700H, für den das alte Zertifikat keinen Schalter-Typ ausweist. Diese Funktionen bleiben nach heutigem Stand in der Meross-App.

Meross selbst schreibt auf der Seite des Standard-Hubs, dass in Drittplattformen derzeit nur drei Sensor-Modelle unterstützt werden, alle anderen nur im eigenen System. Genau dieses Muster kenne ich vom MS605: In der Meross-App war der Radar-Sensor ein feines Gerät mit Zonen und Empfindlichkeit, in Apple Home ein Präsenzmelder mit einem Zustand. Auf der Verpackung stand in beiden Fällen dasselbe Matter-Logo.
Für wen das Set reicht, und wer besser bei Zigbee oder Thread bleibt
Für 37,99 Euro bekommst du einen Hub mit Sirene und einen Wassersensor, der dich nachts weckt, wenn der Geschirrspüler ausläuft. Das ist ein guter Deal, wenn du genau das willst und deine Automationen ohnehin in der Meross-App baust: die Ferienwohnung oder der Kühlschrank in der Garage. Der Hub braucht kein Internet für den Alarm, und Ethernet ist bei einem Gerät dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.
Wenn du dagegen schon eine Zentrale hast, egal ob Apple Home oder Home Assistant, kaufst du mit dem Set eine weitere Insel. Ein Zigbee-Fensterkontakt von Aqara kostet um die 17 Euro und hängt an einem Hub, den viele ohnehin haben, ein Thread-Sensor braucht gar keinen Hersteller-Hub mehr. Welches Protokoll für welches Setup passt, habe ich an anderer Stelle ausführlich aufgedröselt, die Kurzfassung für diesen Fall: Bluetooth am Marken-Hub ist die Variante mit der kürzesten Leine.
Ich zähle bei mir zu Hause inzwischen vier Kästchen, deren einzige Aufgabe es ist, Geräte einer Marke an meine eigentliche Zentrale zu übersetzen. Jedes davon war beim Kauf günstig genug, um nicht darüber nachzudenken, und genau das ist wohl die Idee. 25,99 Euro fühlen sich nicht wie eine Entscheidung für ein Ökosystem an. Sind es aber, spätestens beim dritten Sensor.
Preis, Lieferung, Apple Home: die kurzen Antworten
Wann ist der Meross Matter Hub Pro lieferbar und was kostet er?
Ab dem 28. September 2026 laut Meross-Shop, im Vorverkauf für 25,99 Euro. Die vier neuen Sensoren kosten einzeln ab 19,99 Euro, im Kit mit Hub je 37,99 Euro. Bei Amazon und idealo war der Pro-Hub am 16. September 2026 noch nicht gelistet.
Funktionieren die neuen Meross-Sensoren mit Apple Home?
Nur über den Hub. Die Sensoren funken per Bluetooth an den MSH450P, der sie als Matter-Bridge an Apple Home, Google Home, Alexa und SmartThings weiterreicht. Das Matter-Zertifikat des Vorgängers deckt Temperatur, Luftfeuchte, Kontakt und Helligkeit ab. Für den Taster und für Zusatzfunktionen wie Erschütterung oder Frostwarnung nennt es keinen Gerätetyp.
Brauche ich den neuen Pro-Hub oder reicht der alte Meross Matter Hub?
Für die vier neuen Sensoren brauchst du den Pro. Sie verbinden sich per Bluetooth Low Energy, der bisherige MSH450 spricht nach unten nur 433 MHz. Die bisherigen 433-MHz-Sensoren laufen laut Meross auch am Pro weiter.
Läuft der Meross Matter Hub Pro mit Home Assistant?
Als Matter-Bridge ja, mit denselben Grenzen wie in Apple Home. Home Assistant sieht die Sensoren, die der Hub per Matter durchreicht, nicht die Zusatzfunktionen der Meross-App. Eine eigene Home-Assistant-Integration für die neuen Bluetooth-Sensoren nennt Meross nicht.
Der Hub ist das Angebot, die Sensoren sind die Bindung
Ich werde das Set nicht bestellen, und das liegt nicht an Meross. Meine Sensoren sollen ohne Umweg in Apple Home und Homey landen, und dafür ist ein Bluetooth-Sensor an einem Marken-Hub die falsche Bauart, egal wie günstig. Wer noch keine Zentrale hat und einen Wassermelder mit lauter Sirene sucht, macht mit dem 37,99-Euro-Kit dagegen wenig falsch, solange er die Erwartung an Apple Home vorher auf Temperatur, Kontakt und Wasseralarm eindampft.
Offen bleibt, was Meross für den Pro-Hub zertifizieren lässt. Taucht der Taster als Matter-Schalter auf, ändert das mein Urteil zur Hälfte. Bis dahin gilt: Das Angebot ist der Hub, die Bindung sind die Sensoren.





