Die Neuheiten der IFA 2026 sind seit Donnerstag über mich hereingebrochen, und irgendwann am zweiten Tag habe ich aufgehört, Produktnamen zu notieren, und angefangen, etwas anderes mitzuschreiben: ob dabeisteht, was das Ding kostet und wann es kommt.
Das Ergebnis nach zwei Messetagen ist deutlicher, als mir lieb ist. Von allem, was in meiner Recherche aufgetaucht ist, kann man ungefähr sieben Dinge heute bestellen.
Der Rest ist 2027.
- Kaufbar mit Preis und Verfügbarkeit sind vor allem die Philips-Hue-Neuheiten: Play Screen Sync 119,99 Euro, Play HDMI Sync Box 4K 149,99 Euro, Wandleuchtenmodul 39,99 Euro, Liane ab 399,99 Euro, dazu die Hue-App 6.0 und der Narwal Freo 20 für 999 Euro
- Auf 2027 datiert oder ganz ohne Termin: Sunseeker-Mähroboter (Februar 2027), Ecovacs GOAT T-Serie (2027), Anker MindBase (2027, kein Preis), Ugreen HomeAgent (Versand ab Januar 2027), Midea PortaSplit mit R290 (2027), eufy S2 Max, Dreame A4 AWD Pro, Anthbot R720 und MOVA AstraX (alle ohne Preis und Termin)
- Drei Firmen verkaufen erstmals denselben neuen Gerätetyp: einen lokalen KI-Hub. Anker MindBase, Ugreen HomeAgent und Minisforum AI Agent NAS. Keine davon ist eine klassische Smart-Home-Marke
- Die Preisspanne bei diesen Hubs reicht von 1799 Dollar für den Ugreen HomeAgent HA100 bis 20.000 Dollar für den MasterAgent MA100 mit Nvidia Jetson Thor
- Der zweite Trend ist Mechanik statt Software: ausfahrbare Trimmer und Greifarme bei Mährobotern, ein Huckepack-Sauger bei iRobot, eine Station, die den Staubbeutel selbst wechselt, bei Tineco
- Philips Hue liefert die Hardware sofort, die interessanten Funktionen später: Custom AI Behaviours als Beta im Oktober, die Sonos-Integration im November
Ein Hinweis vorweg, damit klar ist, worauf sich das stützt: Ich bin nicht in Berlin. Was hier steht, stammt aus Herstellerunterlagen und aus den Berichten von Kollegen, die am Stand waren. Angefasst habe ich nichts davon.
Was du heute tatsächlich in den Warenkorb legen kannst
Die Liste ist kurz, und sie kommt fast komplett von einer Marke. Philips Hue hat am Mittwoch geliefert statt angekündigt: Play Screen Sync für 119,99 Euro, die Play HDMI Sync Box 4K für 149,99 Euro, das Wandleuchtenmodul für 39,99 Euro und der Liane-Lichtschlauch ab 399,99 Euro stehen bestellbar im Shop.
Dazu kommt die App. Hue 6.0 springt von Version 5.73 direkt auf die neue Hauptnummer, unterstützt die neue Hardware und verbessert den SpatialAware-Scan, der allerdings nur mit der Bridge Pro läuft.
Außerhalb von Hue bleibt wenig übrig. Der Narwal Freo 20 ist für 999 Euro in Deutschland gestartet, und die Midea PortaSplit steht wieder regulär im tado-Shop, was nach diesem Sommer eine eigene Meldung wert ist.
Alles Weitere aus zwei Messetagen ist eine Ankündigung.
Die 2027-Liste, und warum sie so lang ist
Sortiert man die Neuheiten nach Termin, entsteht ein bemerkenswert gleichförmiges Bild. Sunseeker nennt für seine fünf neuen Mähroboter Februar 2027, Ecovacs für die GOAT T-Serie das Jahr 2027 ohne Monat, Midea für die PortaSplit mit Propan ebenfalls 2027 ohne alles.
Anker datiert den MindBase auf 2027 und nennt keinen Preis, Ugreen verschickt den HomeAgent nach eigener Ansage ab Januar 2027, und der eufy S2 Max soll Europa laut Anker erst im Mai 2027 erreichen.
Dann gibt es die Gruppe, die nicht einmal ein Jahr nennt. Der eufy S2 Max, der Dreame A4 AWD Pro, der Anthbot R720 und der MOVA AstraX stehen ohne Preis und ohne Termin auf der Messe. Bei den Aqara-Leuchten fehlen ebenfalls die Preise.
Und selbst dort, wo Hardware da ist, wandert die Software nach hinten. Hues Custom AI Behaviours kommen im Oktober als Beta und nur für die Bridge Pro, die Sonos-Integration im November, DJIs Local Data Mode im vierten Quartal.
Bei Gartengeräten hat das eine harmlose Erklärung, die Mähsaison endet hier im Oktober. Bei einem KI-Hub und einer Klimaanlage greift die nicht.

Der lokale KI-Hub ist die Gerätekategorie dieser Messe
Wenn eine Messe eine neue Schublade aufmacht, dann meistens dadurch, dass mehrere Firmen unabhängig voneinander dasselbe Ding zeigen. Dieses Jahr ist es eine Kiste, die im Haus steht, die Kameraaufnahmen speichert und ein Sprachmodell lokal ausführt.
Ugreen nennt das HomeAgent und kombiniert darin einen NAS mit Kamera-Rekorder und einem Sprachassistenten namens Uliya, Jennifer Pattison Tuohy hat das System für The Verge am Stand gesehen. Der Einstieg kostet 1799 Dollar, die Spitzenversion mit Nvidia Jetson Thor 20.000.
Anker zeigt mit MindBase dasselbe Konzept mit Matter 1.5, Thread, Zigbee und bis zu 48 Terabyte Speicher, Minisforum stellt einen AI Agent NAS mit AMD Ryzen AI Max Pro daneben. Keine dieser drei Firmen ist eine klassische Smart-Home-Marke.
Das ist der eigentliche Vorgang. Speicherhersteller und Powerbank-Firmen greifen nach der Zentrale des vernetzten Zuhauses, weil dort inzwischen Rechenleistung gebraucht wird und nicht mehr nur ein Funkchip.

Skeptisch macht mich der Preis. Ein Hub für 1799 Dollar ist kein Zubehör mehr, sondern eine Anschaffung wie ein Fernseher, und dafür muss ein Gerät liefern und nicht versprechen. Ugreen nennt bislang keine offizielle Home-Assistant-Unterstützung, was für ein System mit dem Versprechen lokaler Verarbeitung eine merkwürdige Lücke ist.
Nach Jahren der Sensorik bewegen sich die Geräte wieder
Der zweite Faden zieht sich quer durch Garten und Haushalt. Bei den Mährobotern fahren gleich sechs Hersteller einen Trimmer oder Arm aus dem Gehäuse, um die Rasenkante zu erwischen, die die Messerscheibe konstruktionsbedingt stehen lässt.
Im Haushalt sieht es ähnlich aus. iRobot zeigt den Roomba Duo mit einem zweiten Sauger huckepack, Tineco eine Station, die den Staubbeutel selbst wechselt, MOVA einen Greifarm mit 15 Gelenken.
Jahrelang kam der Fortschritt in diesen Geräten aus Sensoren und Karten, also aus Teilen ohne bewegliche Elemente. Jetzt kommen Gelenke dazu, und Gelenke gehen kaputt.
Ich bin gespannt, wie die erste Saison damit umgeht. Ein Mähwerk ist erprobt, ein ausfahrbarer Trimmerarm im nassen Gras ist es nicht.

Kameras und Licht: solide Arbeit ohne große Geste
Neben den großen Linien läuft die normale Produktarbeit weiter. Reolink zeigt die OMVI 2i Ultra mit zwei Kameramodulen, einer festen 4K-Weitwinkelkamera und einer schwenkbaren 3K-Kamera, die ein erkanntes Objekt per SyncTrack übernimmt und weiterverfolgt, komplett kabellos mit Akku und Solarpanel.
Das ist eine der wenigen Ideen dieser Messe, die ein echtes Alltagsproblem löst. Eine schwenkbare Kamera verliert den Überblick, sobald sie schwenkt, und genau das umgeht die Kombination aus beiden Modulen.
Bei IKEA taucht derweil SPEGELBLANKT in US-Zulassungsunterlagen auf, eine portable Akkuleuchte mit Matter over Thread und Lithium-Ionen-Akku. Angekündigt hat IKEA sie nicht, im deutschen Shop steht sie nicht, und ein Preis fehlt entsprechend auch.
Der Rest des Smart-Home-Programms von Tag 1, von den Aqara-Leuchten bis zur Anker-Markenzusammenlegung, steht im Roundup vom Donnerstag. Bei den Saugrobotern gilt dasselbe.
Ich habe diese Zählerei angefangen, weil mich beim Schreiben ein Gefühl beschlichen hat, das ich von Produktvorstellungen kenne: viel Bewegung, wenig, das ich jemandem konkret empfehlen könnte. Als die Liste dann dastand, war das kein gutes Gefühl, sondern ein unangenehmes. Eine Messe, deren Ergebnis man erst in achtzehn Monaten prüfen kann, ist eine Messe, bei der niemand widersprechen kann. Und ich schreibe im Februar 2027 gern nach, wer geliefert hat.
Worauf ich in der zweiten Messehälfte achte
Die IFA läuft noch bis Dienstag, und zwei Dinge entscheiden für mich, ob aus den Ankündigungen etwas wird. Erstens die Preise: Ein Termin ohne Preis ist eine Absichtserklärung, und bei den Mährobotern fehlt er bei vier von sechs Herstellern.
Zweitens die Frage, wie lokal die lokalen KI-Hubs tatsächlich sind. Wer für 1799 Dollar Unabhängigkeit von der Cloud verkauft, muss sagen, was ohne Internet noch funktioniert und was nicht.
Wenn du gerade vor einer Kaufentscheidung stehst: Warte nicht auf das, was hier gezeigt wurde. Die aktuelle Generation bleibt nach diesem Messeprogramm noch eine ganze Weile aktuell, und das ist für einmal eine gute Nachricht.
Was von den Neuheiten der IFA 2026 offen bleibt
Welche Neuheiten der IFA 2026 kann man sofort kaufen?
Vor allem die Philips-Hue-Produkte: Play Screen Sync für 119,99 Euro, Play HDMI Sync Box 4K für 149,99 Euro, das Wandleuchtenmodul für 39,99 Euro und der Liane-Lichtschlauch ab 399,99 Euro, dazu die Hue-App 6.0. Außerhalb von Hue sind der Narwal Freo 20 für 999 Euro und die Midea PortaSplit die Ausnahmen. Fast alles andere ist eine Ankündigung.
Warum kommen so viele IFA-Neuheiten erst 2027?
Bei Gartengeräten liegt es an der Saison, die in Deutschland im Oktober endet, ein Marktstart im Herbst wäre sinnlos. Bei Klimageräten und KI-Hubs greift diese Erklärung nicht. Dort wirkt der lange Vorlauf eher wie das Absichern einer Position, bevor das Produkt fertig ist.
Was ist ein lokaler KI-Hub?
Ein Gerät im Haus, das die Smart-Home-Steuerung mit Kameraaufnahmen und einem Sprachmodell zusammenführt und die Verarbeitung selbst übernimmt statt in der Cloud. Auf der IFA 2026 zeigen Anker mit MindBase, Ugreen mit HomeAgent und Minisforum mit dem AI Agent NAS drei solcher Systeme. Die Preise reichen von 1799 bis 20.000 Dollar.
Soll ich meinen Kauf wegen der IFA aufschieben?
Nach heutigem Stand nein. Die meisten gezeigten Nachfolger haben weder Preis noch festen Termin, und wo ein Termin steht, liegt er im Jahr 2027. Wer jetzt ein Gerät braucht, kauft die aktuelle Generation und muss nicht befürchten, dass sie in wenigen Wochen abgelöst wird.
Wie lange läuft die IFA 2026?
Vom 4. bis zum 8. September 2026 in Berlin. Dieser Überblick fasst den Stand nach den ersten beiden Messetagen zusammen. Preise und Termine können in der zweiten Messehälfte noch nachgereicht werden.





