Nach PortaSplit Alternativen sucht gerade halb Deutschland, und das Thema ist längst überall angekommen, bis in die Berliner Zeitung: Das Ding ist ausverkauft, die Restbestände kosten Mondpreise. Warum das so ist und was der Wucher mit uns macht, habe ich Ende Juni aufgeschrieben. Die unbequeme Wahrheit vorweg, damit du dir das Scrollen sparen kannst: Den einen gleichwertigen Ersatz zum Normalpreis gibt es nicht. Auch nicht in den ganzen Alternativen-Listen, die gerade überall erscheinen und bei denen ich mich frage, ob die Autoren ihre eigenen Empfehlungen kaufen würden. Und weil wir gerade bei Ehrlichkeit sind: Hätte ich einen schnellen Draht zu einer PortaSplit zum Normalpreis, stünde der nicht hier im Blog. Den würde ich für mich behalten und erst einmal Eltern und Schwiegereltern versorgen. Was ich stattdessen bieten kann: ein paar realistische Auswege samt einer unterschätzten Ecke im Camping-Regal. Und eine Warnung vor einer Falle, in die gerade offenbar viele laufen.
- Die Alternativen-Listen, die gerade überall erscheinen, halten kaum echte Alternativen bereit: Die Empfehlungen kosten ein Mehrfaches oder sind selbst ausverkauft.
- Echte mobile Split-Alternativen (Remko, Argo, Climia) sind lieferbar, kosten aber rund 1.000 bis 2.600 Euro.
- Die PortaSplit Cool wäre die logische Ausweichoption, ist aber vom Hype miterfasst und aktuell kaum günstiger als das Original.
- Unterschätzte Nische: Wohnwagen-Split-Klimaanlagen ab rund 650 Euro kühlen kleine Räume, verlangen aber Bastelei bei Halterung und Kondenswasser.
- Für Eigenheimer sind Monoblock-Kassettengeräte mit Wandmontage eine legale Selbstbau-Option ohne Kältetechniker.
- Achtung: Fake-Shops bieten die PortaSplit für rund 500 Euro an. Zu dem Preis existiert sie derzeit nirgends.
Die ehrlichen Alternativen kosten das Doppelte bis Vierfache
Mobile Split-Klimaanlagen, also das PortaSplit-Prinzip mit Innen- und Außeneinheit ohne dicken Abluftschlauch, gibt es tatsächlich von anderen Herstellern. Die heise-Kollegen haben Ende Juni durchgezählt, was noch lieferbar war: die Climia CMK3500 für rund 1.300 Euro, der ClimaButler 2 für knapp 1.500 Euro, die Remko RKL 495 DC ab etwa 1.900 Euro und die Argo Ulisse ab rund 2.000 Euro. Alles Größenordnungen, keine Festpreise, der Markt dreht sich gerade schneller als die Shops aktualisieren. Mein Gegencheck von heute: Die Climia steht bei Amazon gerade für rund 1.000 Euro und ist damit die günstigste lieferbare Echt-Alternative, die Ulisse (bei uns meist als Krone-Version verkauft) liegt bei rund 2.000 Euro.
Ein Gerät für das Doppelte ist aber keine Alternative, das ist ein anderes Produkt. Die meisten Listen kaschieren diesen Punkt hinter dem Wort „lieferbar“. Klar, lieferbar ist bei 2.000 Euro fast alles.

Kleine Fußnote zur Ehrenrettung der Etablierten: Remko baut solche trennbaren mobilen Splits seit vielen Jahren, Midea hat das Konzept nicht erfunden, sondern massentauglich gemacht. Nur kostete es bei Remko eben schon immer das Doppelte, und ausverkauft sind die Geräte in dieser Saison trotzdem regelmäßig. Auch die China-Nachbauten unter Namen wie BeCool, Trotec oder Fischer ClimaButler knacken laut China-Gadgets auf den Import-Plattformen oft die 1.000-Euro-Marke und sind damit teurer als das Original zur UVP. Wer hier kauft, zahlt den Hype mit.
PortaSplit Cool: klingt nach Alternative, kostet aber fast wie das Original
Auf dem Papier klingt die Midea PortaSplit Cool nach der naheliegenden Ausweichoption: gleiches Zwei-Komponenten-Prinzip mit rückstandsfreier Fenstermontage, nur abgespeckt. 8.000 statt 12.000 BTU/h, keine Heizfunktion, das Original arbeitet im Winter auch als Wärmepumpe. Für Schlafzimmer oder Büro bis etwa 25 bis 30 Quadratmeter würde das reichen. Der Haken: Als abgespeckte Variante müsste die Cool spürbar billiger sein, und genau das ist sie gerade nicht. Der Hype hat sie längst miterfasst: Im Preisvergleich startet die Cool aktuell bei rund 1.500 Euro, das ist fast das Dreifache dessen, was sie regulär kosten sollte. Bei Amazon war sie Ende Juni zwischenzeitlich für rund 750 Euro gelistet, mit Lieferzeit tief im Juli, andere Händler riefen über 1.200 Euro auf. Die Discounter-Aktionen, in denen sie sonst auftaucht, sind leergefegt. Wer sie irgendwo zum fairen Aktionskurs erwischt: zugreifen. Den Originalpreis für die Sparversion zahlen: lieber nicht.

Im Camping-Regal wird es plötzlich vernünftig
Der interessanteste Ausweg kommt aus einer Ecke, in der die PortaSplit-Käufer nicht suchen: Wohnwagen-Split-Klimaanlagen wie die Medion P502 oder Modelle von Eurom. Gleiches Prinzip, zwei kompakte Einheiten mit flachem Verbindungskabel fürs Fenster. Ganz unentdeckt ist die Nische allerdings nicht mehr: Die P502 lag regulär um die 500 Euro, im Preisvergleich startet sie heute bei knapp 700 Euro. Immer noch die humanste Preissteigerung in diesem Markt. Die Eurom AC4201 mit App-Steuerung startet aktuell bei rund 650 Euro. Die heise-Redaktion kühlt damit nach eigener Aussage seit Wochen einen 20-Quadratmeter-Büroraum auf erträgliche Temperaturen.

Die Einschränkungen muss man kennen: Die Kühlleistung liegt je nach Modell nur bei 2.400 bis 5.000 BTU/h, fürs Wohnzimmer oder die Dachgeschosswohnung reicht das nicht. Die mitgelieferten Halterungen sind für dünne Wohnwagenwände gedacht, an normalen Fenstern muss man sich eine Befestigung bauen, und das Kondenswasser will von Hand geleert werden. Für ein kleines Schlafzimmer oder Arbeitszimmer ist das trotzdem die beste Preis-Leistungs-Nische des Sommers. Eine Anmerkung zur Ehrlichkeit: Medion selbst gibt die P502 nur für Räume bis 12 Quadratmeter frei, die 20-Quadratmeter-Erfahrung der heise-Redaktion ist also schon Überbuchung, die im Hochsommer an die Grenze kommt.
Eigenheimer können sich die Kassette an die Wand schrauben

Wer im eigenen Haus wohnt, hat eine Option, die kaum jemand kennt: Monoblock-Kassettengeräte zur Wandmontage, etwa von Olimpia. Die brauchen zwei Bohrungen durch die Außenwand für Zu- und Abluft, aber keinen Kältetechniker, weil der Kältemittelkreis geschlossen bleibt und nicht angefasst wird. Selbst installieren ist also legal. Effizienter als der klassische Monoblock, leiser als ein Schlauchgerät, und die Handwerker-Wartezeit entfällt, die im Sommer ohnehin länger ist als jede Lieferfrist. Für Mieter scheitert das Ganze naturgemäß an denselben Bohrungen. Das gängigste Beispiel ist das Olimpia Splendid Unico, als Air-Variante mit Wärmepumpe aktuell ab etwa 1.600 Euro zu haben und lieferbar.
Und der olle Monoblock?

Bleibt der Klassiker mit Abluftschlauch, 300 bis 500 Euro, meist noch irgendwo aufzutreiben. Physikalisch bleibt er ein Kompromiss: Der Schlauch pustet warme Luft raus, dadurch entsteht Unterdruck, und durch jede Ritze strömt warme Außenluft nach. Man kühlt und heizt gleichzeitig, bei ordentlicher Lautstärke direkt im Raum. Genau diesen Selbstbetrug habe ich im Ausverkaufs-Artikel schon seziert, und mein Monoblock steht trotzdem noch hier, weil kalt am Ende kalt ist. Wer die Effizienz etwas retten will: Es gibt Anleitungen für den Umbau auf Zweischlauch-Betrieb, damit entschärft man das Unterdruck-Problem deutlich.
Wo Knappheit ist, sind Betrüger: Aktuell tauchen Shops auf, die die PortaSplit für rund 500 Euro anbieten. Zu diesem Preis existiert das Gerät derzeit nirgends. Warnsignale: kein oder erfundenes Impressum, nur Vorkasse oder Kreditkarte, keine Zahlart mit Käuferschutz. Im Zweifel: Finger weg, auch wenn die Hitze drückt.
Mein Rat für diesen Sommer

Kleiner Raum: die Camping-Split-Nische plündern oder auf eine faire Cool-Aktion lauern, statt Hype-Preise zu füttern. Eigenheim: Kassettengerät prüfen. Alles andere ist entweder Mondpreis oder Monoblock. Und wer aufs Original wartet: Händler bestätigen, dass Nachschub unterwegs ist, teils noch im Zoll, aber zu Normalpreisen wird davon wenig gehandelt. Ein Verfügbarkeits-Alarm, etwa über braucheklima.de, bleibt entspannter als dreimal täglich Shops abzuklappern. Die Preisangaben hier sind Stand 6. Juli, selbst nachgeprüft im Preisvergleich, und bewegen sich täglich, die Richtung kennst du ja inzwischen. Und wenn das nächste Portal „die besten PortaSplit-Alternativen“ verspricht: Zähl nach, wie viele davon lieferbar sind und weniger kosten als das Original zur UVP. Bei mir waren es heute genau zwei, beide aus dem Camping-Regal.
Die Ausweich-Fragen, kompakt
Gibt es eine echte Alternative zur Midea PortaSplit?
Technisch ja: mobile Split-Geräte von Remko, Argo, Climia oder ClimaButler arbeiten nach demselben Prinzip. Preislich nein: Sie kosten rund 1.000 bis 2.600 Euro und sind teils ebenfalls knapp. Einen gleichwertigen Ersatz zum PortaSplit-Normalpreis gibt es derzeit nicht.
Was taugt die Midea PortaSplit Cool als Alternative?
Die Cool ist die kleinere Schwester: 8.000 statt 12.000 BTU/h und ohne Heizfunktion. Als Sparversion müsste sie deutlich billiger sein, aktuell ist sie aber ebenfalls knapp und kaum günstiger als das Original zur UVP. Eine Empfehlung ist sie nur zum fairen Aktionspreis.
Sind Wohnwagen-Klimaanlagen eine sinnvolle Alternative für die Wohnung?
Für kleine Räume ja. Geräte wie die Medion P502 oder die Eurom AC4201 starten aktuell bei rund 650 bis 700 Euro und nutzen dasselbe Split-Prinzip. Einschränkungen: nur 2.400 bis 5.000 BTU/h Kühlleistung, Halterungen für normale Fenster muss man improvisieren, und das Kondenswasser wird von Hand geleert.
Darf ich eine Klimaanlage selbst installieren?
Mobile Geräte und Monoblock-Kassettengeräte mit geschlossenem Kältemittelkreis ja, auch mit Wandbohrungen im Eigenheim. Festinstallierte Split-Klimaanlagen dürfen in Deutschland nur zertifizierte Kältetechniker anschließen.
Woran erkenne ich Fake-Shops mit PortaSplit-Angeboten?
Am Preis: Rund 500 Euro für eine sofort lieferbare PortaSplit sind aktuell unrealistisch. Weitere Warnsignale sind ein fehlendes oder erfundenes Impressum und Shops, die ausschließlich Vorkasse oder Kreditkarte ohne Käuferschutz akzeptieren.






