Der Vodafone Ultra Hub 7 Glasfaser ist seit dem 29. April 2026 zu haben, und damit ist Vodafone nicht der Erste mit einem WiFi-7-Router, sondern der Letzte unter den großen DE-Providern. Telekom-Kunden und alle, die vor zwei Jahren auf eine eigene Fritzbox gewechselt sind, kennen WiFi 7 längst. Vodafone holt jetzt nach. Spät, aber endlich.
Im Vodafone-Newsroom ist die Pressemitteilung schmal gehalten. Konkret heißt es: WiFi 7, integriertes Glasfaser-Modem (ONT), Steuerung über die UltraConnect-App, Preis 4,99 Euro Miete pro Monat oder 129,90 Euro Kauf. Verfügbar über alle Vodafone-Vertriebskanäle.
Vage Specs hinter dem WiFi-7-Label
Vodafone wird mit den technischen Details ausgesprochen vage. Die Pressemitteilung schreibt: „WiFi 7 ist im Ultra Hub 7 Glasfaser die neueste WLAN-Generation an Bord. Sie ermöglicht besonders hohe Geschwindigkeiten, geringe Latenzen und eine deutlich stabilere Verbindung.“ Das ist Marketing-Sprech für drei Frequenzbänder (2,4 / 5 / 6 GHz) mit 320-MHz-Kanälen im 6-GHz-Bereich. Multi-Link-Operation vermutlich auch, sicher steht das nirgends. Den Hardware-Hersteller verrät die Pressemitteilung ebenfalls nicht – vermutlich Sercomm oder ähnlich.
Was klar ist: Der ONT (Optical Network Terminal, das Glasfaser-Modem) sitzt im selben Gehäuse. Du brauchst keine separate Telekom-/Vodafone-Box mehr neben dem Router. Das räumt einen Stecker und ein Netzteil weg, was im Flur einen sichtbaren Unterschied macht.
Mietmathematik
4,99 Euro Miete pro Monat, 129,90 Euro Kauf. Die Rechnung ist trivial: Nach 27 Monaten hat sich der Kauf gelohnt. Ein Vodafone-Glasfaser-Vertrag läuft typischerweise 24 Monate, dann verlängert er sich oder wird gekündigt. Heißt: Wer nicht plant, in den ersten zwei Jahren auf einen anderen Anbieter zu wechseln, kauft sinnvollerweise. Wer den Anbieter regelmäßig wechselt, bleibt bei Miete.
Was die Pressemitteilung verschweigt: für welche Tarife genau der Ultra Hub 7 Glasfaser gedacht ist. Die generische Aussage „für Glasfaser-Anschlüsse“ lässt offen, ob er an jedem Vodafone-Glasfaser-Tarif funktioniert, und ob er auch an Glasfaser-Anschlüssen läuft, die Vodafone als Reseller über Drittnetze (Telekom-Glasfaser, OXG, Deutsche Glasfaser) anbietet. Das ist die Frage, die zu klären ist, bevor man sich den Hub bestellt.
Routerzwang ist abgeschafft, aber
Seit 2016 ist Routerzwang in Deutschland gesetzlich abgeschafft. Provider müssen Zugangsdaten herausgeben, jeder kann seine Fritzbox oder Asus-Box am Anschluss betreiben. In der Praxis sieht das oft anders aus: Vodafone bündelt gerade bei Glasfaser-Tarifen „wir bringen den Router mit“-Klauseln, und beim Support gibt es regelmäßig Reibung, wenn die Box nicht von Vodafone kommt.
Hier hilft der Ultra Hub 7 Glasfaser indirekt: Wer ihn nimmt, hat einen offiziellen WiFi-7-Pfad ohne den Stress, ein Drittgerät einzurichten. Wer eine eigene Fritzbox 7690 mit WiFi 7 (rund 350 Euro) oder eine UniFi-Lösung bevorzugt, kann das weiterhin tun – die Pressemitteilung ändert daran nichts. Der Vodafone-Router ist ein Komfort-Default, kein Pflicht-Programm. Ein Vergleich mit dem aktuellen FritzOS 8.25-Update bei AVM zeigt, wo Vodafone bei der Software noch Boden gut zu machen hat – die Vodafone-App ist solide, aber AVMs Smart-Home-Layer und Mesh-Steuerung liegen Jahre voraus.
Kaufen ja, nur nicht alle

Vorab: Für mich ist der Hub nichts, ich habe meine eigene Box. Aber wer Vodafone-Glasfaser bestellt und sich nicht in den Router-Markt einlesen will, ist hier richtig. WiFi 7, ONT integriert, 129,90 Euro Kauf — nach gut zwei Jahren rechnet sich das gegenüber der Miete.
Bestandskunden mit Fritzbox oder UniFi-Setup: kein Argument zum Wechsel. Eure Hardware kann mehr, die App-Steuerung ist deutlich besser, und das gewohnte Mesh läuft. Wer ohnehin in Richtung Smart-Home tüftelt und etwa Home Assistant 2026.5 betreibt, will den Router selbst kontrollieren – Vodafone-Bridge-Modus ja, Default-Hardware nein.
Was Vodafone hier liefert, ist solide Standardware. Wer schneller wollte, hat sich längst eine eigene Box gekauft. Im Neuland geht’s halt langsamer.





