Ich habe schon viel Unsinn gekauft. Keycaps für 150 Euro. Router mit mehr Antennen als mein WLAN braucht. Aber 399 Euro für eine schwarze Kunststoffscheibe, die leuchtet, fühlten sich selbst für mich ambitioniert an.
Der Unterschied: Diesmal ging es nicht um Spielerei. Es ging um Ruhe. Und um ein Smart Home, das nicht jedes Wochenende meine Aufmerksamkeit verlangt.
Es fing harmlos an. Eine Hue-Bridge hier, ein Echo Dot dort. Dann kam der neue Fernseher mit SmartThings, Google Home zog Schlafszimmer in Form eines Hubs ein, und Apple HomeKit verwaltet halbherzig das Badezimmer. Das Ergebnis? Ein digitales Patchwork-Chaos. Ich weiß nicht mehr, wen ich anschreien muss, damit das Licht angeht. „Hey Siri? Alexa? Okay Google?“ – meistens antwortet keiner, oder alle drei gleichzeitig.
Und dann ist da noch die Sache mit der Abhängigkeit. Warum muss mein Lichtschalter eigentlich „nach Hause“ telefonieren? Warum funktioniert meine Heizungsteuerung schlechter, wenn im Rechenzentrum des Herstellers mal der Stecker gezogen wird?
Ich will keine fünf Bridges, drei Dongles und sieben Apps mehr. Ich will ein System. Und ich will, dass es hier funktioniert – lokal, schnell und ohne dass meine Daten um die halbe Welt reisen müssen.
Der Homey Pro 2026 verspricht genau das: Das Chaos zu bündeln und die Cloud auszusperren. Ob er das hält – oder ob ich den Gegenwert einer Playstation 5 verbrannt habe – klären wir jetzt.
- dein Smart Home aus mehreren Herstellern und Funkstandards besteht
- dich das Wechseln zwischen mehreren Apps zunehmend stört
- du komplexe Automationen bauen möchtest, ohne dauerhaft Serverpflege zu betreiben
- du Wert auf lokale Verarbeitung und eine zentrale Oberfläche legst
- Stabilität im Alltag wichtiger ist als maximale Bastelfreiheit
- dein Setup sehr klein ist und mit einem Assistenten zuverlässig läuft
- du Home Assistant bewusst als technisches Hobby betreibst
- du gern tief in Systemparameter eingreifst
- du ausschließlich WLAN- oder Cloud-Geräte nutzt und keine Integrationsprobleme hast
- der Preis einer dedizierten Smart-Home-Zentrale für dich nicht vertretbar ist
Im Review kläre ich …
Design & Verarbeitung
Ich wusste, wie er aussieht. Überraschend war das nicht. Der 2026er unterscheidet sich äußerlich kein Stück vom 2023er-Modell. Gleiche Form, gleicher LED-Ring, gleiche drei kleinen Metallfüße.
Und genau das war irgendwie beruhigend.
Nach all den Bastellösungen der letzten Jahre – NAS, Docker, USB-Sticks, Bridges – stand da plötzlich ein Gerät, das einfach wie ein fertiges Produkt wirkt. Kein Kabelsalat, keine Antennen, kein „stell das bitte ins Büro. Oder gleich in den Keller.“
Der Homey ist ein flacher, schwarzer Zylinder mit umlaufendem LED-Ring an der Unterseite. Er schreit nicht „Tech!“, er blinkt dich nicht an, er will nichts beweisen. Er steht einfach da.
Was ich gemerkt habe: Er fällt nicht auf. Drei Tage lang stand er im Wohnzimmer, bis die Frage kam: „Hast du wieder was Neues bestellt?“
In meinem Kopf lief schon das obligatorische Augenrollen-Programm. Es kam nicht. Und das fühlt sich in dieser Kategorie fast wie ein Testsiegel an.
Der LED-Ring unten ist Geschmackssache. Standardmäßig läuft er im Regenbogenmodus. Ich habe ihn nach kurzer Zeit abgeschaltet. Mein Smart Home darf smart sein, aber es muss nicht permanent darauf hinweisen.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Bastelprojekt und Appliance: Man muss es nicht erklären.
Montage & Setup
So elegant der Homey im Wohnzimmer wirkt, so merkwürdig fühlt sich die Netzwerklösung an. Der Pro besitzt weiterhin keinen integrierten LAN-Port. Wer eine stabile Kabelverbindung will, muss den Ethernet-Adapter dazukaufen und zwischen Netzteil und Gerät hängen.
Technisch funktioniert das. Aber bei einem 400-Euro-Produkt mit „Pro“ im Namen fühlt sich das nicht nach Premium an, sondern nach Kompromiss. Als hätte man sich gedacht: LAN verkaufen wir separat.
Gerade weil es inzwischen den Homey Mini gibt, hätte man hier ein klares Statement setzen können. Mini ohne LAN, Pro mit LAN. Fertig. Saubere Differenzierung. Stattdessen hängt auch beim großen Modell ein Adapter am Kabel.
Stabilität ist im Smart Home kein Luxus-Feature. Sie ist die Basis. Und genau deshalb hätte ich mir gewünscht, dass LAN hier einfach selbstverständlich integriert ist.
Die Ersteinrichtung ist fast schon irritierend simpel. Stecker rein, App laden, Account anlegen. Das war’s im Grunde.
Homey orientiert sich hier sehr deutlich an der Apple-Philosophie: Du wirst geführt, nicht gefordert. Kein SSH, keine IP-Adresse eintippen, kein „welcher Port war das nochmal?“. Für jemanden mit Docker-Vergangenheit fühlt sich das fast ungewohnt entspannt an.
Ganz lokal geht es beim ersten Start allerdings noch nicht. Der initiale Setup-Prozess erzwingt eine Cloud-Verbindung und eine Registrierung bei Athom. Das sollte man wissen, bevor man das Wort „Unabhängigkeit“ zu romantisch versteht.
Das Smartphone findet den Homey per Bluetooth, übergibt WLAN-Daten oder erkennt die bestehende Ethernet-Verbindung. Ein paar Minuten später läuft ein Update durch, der LED-Ring meldet Betriebsbereitschaft und das System ist startklar.
Einen Migrationspfad von meiner alten NAS-Docker-Lösung gibt es nicht. Und ganz ehrlich: Für mich war das am Ende wahrscheinlich sogar besser so. Die Option sollte es trotzdem geben.
Altlasten mitzuschleppen ist im Smart Home selten eine gute Idee. Ich habe alles neu angelernt, sauber strukturiert und das Funknetz von Grund auf aufgebaut. Weniger Nostalgie, mehr Stabilität.
Protokolle & Technik unter der Haube


Wenn man über Smart Home spricht, wird gern über Zigbee, Z-Wave oder Matter diskutiert. In meinem Alltag ist das aber zweitrangig. Entscheidend ist nicht das Protokoll. Entscheidend ist, wer den Überblick behält.
Und genau hier kommt der Homey Pro 2026 ins Spiel.
Mein Setup ist kein Lehrbuch-Zigbee-Haushalt. Die meisten Lampen laufen über die Hue Bridge. Nanoleaf spricht Matter. Govee hängt je nach Gerät lokal oder in der Cloud. Tado ebenfalls. Dazu kommen IP-Geräte wie mein Enigma2-Receiver, SkyQ oder die Synology. Und ganz klassisch ein paar Funkgeräte wie der Hue Smart Button direkt per Zigbee am Homey.
Früher waren das einzelne Welten. Eigene Apps. Eigene Logiken. Eigene Probleme. Jetzt sind es nur noch Geräte in einer gemeinsamen Oberfläche.
Der Homey agiert hier weniger als Funkzentrale, sondern mehr als Orchestrator. Er spricht Hue über die Bridge, bindet Matter-Geräte direkt ein, verbindet sich mit Cloud-Diensten wie Tado oder Govee und integriert lokale Netzwerkgeräte über IP. Für mich als Nutzer verschwindet dabei die Frage nach dem Protokoll fast vollständig.
Natürlich unterstützt der Homey Zigbee, Z-Wave, 433 MHz, Infrarot und agiert als Matter Controller sowie Thread Border Router. Technisch ist alles an Bord. Aber in meinem Alltag geht es nicht darum, möglichst viele Logos auf die Verpackung zu drucken. Es geht darum, dass ein Flow Hue, Nanoleaf, Tado und einen Receiver gleichzeitig steuern kann, ohne dass ich fünf Apps öffnen muss.
Ein gutes Beispiel dafür waren meine IKEA-Matter-Geräte. Die ersten zwei Wochen liefen sie ehrlich gesagt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Erst mit der experimentellen Version der IKEA-App für Homey ließ sich das Ganze sauber integrieren. Seitdem funktionieren die Geräte stabil innerhalb meiner bestehenden Logik.
Genau das zeigt, wie so ein System in der Praxis funktioniert: Nicht alles ist sofort perfekt. Wenn es läuft, läuft es im Kontext des gesamten Hauses – nicht isoliert in einer Hersteller-App.
Der Homey zwingt mich nicht in ein bestimmtes Funk-Ökosystem. Er sammelt ein, was da ist. Hue bleibt Hue. Nanoleaf bleibt Nanoleaf. Tado bleibt Tado. Aber die Intelligenz sitzt zentral.
Früher hatte ich viele smarte Geräte. Jetzt habe ich ein smartes System. Und das ist ein Unterschied.
App & Bedienung
Die stärkste Hardware bringt nichts, wenn sich die Bedienung wie ein Admin-Panel anfühlt. Genau hier merkt man, dass Homey als Produkt gedacht ist und nicht als Bastelplattform.
Beim Öffnen der App sehe ich kein Technikmenü, sondern ein aufgeräumtes Dashboard mit meinen wichtigsten Geräten. Temperatur im Wohnzimmer, Sonos im Büro, Türschloss, ein paar Favoriten. Im Hintergrund laufen über 60 Geräte von unterschiedlichen Herstellern. Sichtbar ist davon nichts. Alles wirkt homogen.
Hue, Nanoleaf, Tado oder Matter-Steckdose erscheinen nicht wie Fremdkörper. Sie bekommen dieselbe visuelle Sprache. Das reduziert Reibung. Man denkt nicht mehr in Protokollen oder Bridges, sondern in Räumen.

Räume sind die eigentliche Logik der Oberfläche. Wohnzimmer, Spielzimmer, Büro. Die Navigation folgt dieser Struktur. Das klingt banal, ist aber entscheidend. Niemand muss verstehen, ob etwas über Zigbee, Matter oder Cloud läuft.
Historische Daten sind integriert. Unter „Einblicke“ lassen sich Temperaturverläufe, Luftfeuchtigkeit oder Energieverbrauch anzeigen. Keine zusätzliche Infrastruktur, keine eigene Datenbank. Die Informationen sind da, wenn man sie braucht.
Automatisierungen sind zweigeteilt. Für einfache Abläufe reichen klassische Flows. Wenn X passiert, dann tue Y. Das lässt sich in Sekunden auf dem Smartphone erstellen.
Komplexer wird es mit Advanced Flows. Im Browser öffnet sich eine große Arbeitsfläche, auf der Trigger, Bedingungen und Aktionen frei angeordnet werden. Mehr Übersicht, mehr Struktur. Mehr Fläche hilft beim Denken. Das ist kein Gimmick, sondern ein Werkzeug.
Für Spezialfälle gibt es HomeyScript. JavaScript direkt in der Weboberfläche. Meine Abwesenheitslogik prüft mit wenigen Zeilen Code alle hinterlegten Benutzer. Erst wenn wirklich niemand mehr anwesend ist, schaltet das System die Alarmanlage scharf. Das ist kein Showeffekt, sondern Kontrolle im Hintergrund.
Alltagserfahrung
Wir müssen über den einzigen Benchmark sprechen, der im Alltag zählt. Nicht Taktraten. Nicht RAM. Sondern Reibung.
Vor dem Homey bestand mein Abendritual aus App-Wechseln. Erst Hue öffnen, passende Lichtszene aktivieren. Dann Nanoleaf checken. Dann vielleicht noch Tado anpassen. Und wenn der Fernseher lief, kam die nächste Oberfläche ins Spiel. Technisch hat alles funktioniert. Nur eben nicht zusammen.

Das Problem war kein Totalausfall. Es war Kleinteiligkeit.
Man merkt das besonders abends. Man will eine Serie starten, gemütliches Licht, vielleicht die Heizung leicht runterregeln. Stattdessen hantiert man mit drei oder vier Apps, weil jedes System seine eigene kleine Welt ist.
Seit der Homey die Zentrale ist, passiert das anders. Ein Flow. Ein Klick. Licht, Fernseher, Szene. Fertig.
Keine Cloud-Gedenksekunden. Kein „Moment, ich muss noch kurz …“. Es wirkt unspektakulär. Genau das ist der Unterschied.
Für uns Techboys ist das fast irritierend. Es gibt weniger zu optimieren. Weniger zu debuggen. Das System läuft. Nicht spektakulär. Nicht heroisch. Einfach stabil.
Abends öffne ich die App und sehe mein Dashboard. Deebot, Tado, Sonos, Licht. Alles auf einer Ebene. Mein kleines JavaScript für die Abwesenheit läuft im Hintergrund und prüft, ob wirklich niemand mehr zu Hause ist, bevor das Haus in den Nachtmodus geht. Ich denke nicht mehr darüber nach.
Die größte Veränderung ist keine technische. Es ist das Wegfallen dieser kleinen Unterbrechungen. Diese Mini-Hürden zwischen „Ich will jetzt einfach nur“ und „Moment, ich muss erst“.
Früher hatte ich mehrere smarte Systeme. Jetzt habe ich eines. Und jedes Mal, wenn ich das schreibe, klopfe ich innerlich auf Holz.
Smart-Home-Integration
Der eigentliche Mehrwert des Homey Pro 2026 liegt nicht in der Hardware. Er liegt in seiner Rolle als Vermittler.
Mein Ziel war simpel: Ich wollte das Nebeneinander aus halbgaren Insellösungen beenden. Nicht mehr darüber nachdenken, ob ein Zwischenstecker nur mit Alexa spricht, eine Szene nur in der Hue-App existiert oder ein Sensor ausschließlich in irgendeiner Cloud wohnt.
Homey sammelt das alles ein. Offizielle Apps, Community-Integrationen, lokale Geräte, Cloud-Dienste. Echo-Lautsprecher, Hue-Lampen, Aqara-Sensoren, Tado, Govee, Nanoleaf – sie landen an einer Stelle und sprechen miteinander.

Entscheidend ist dabei nicht, wie viele Logos auf der Verpackung stehen, sondern dass die Logik zentral sitzt.
Spannend wird es bei der Matter-Bridge-Funktion. Homey nutzt Matter nicht nur, um neue Geräte einzubinden. Er kann bestehende Geräte als virtuelle Matter-Geräte nach außen weiterreichen. Ein alter Infrarot-Fernseher, ein Z-Wave-Rollo oder ein 433-Megahertz-Stecker aus dem Baumarkt tauchen nach der Kopplung als „normale“ Geräte in Apple Home auf.
Das ersetzt für mich Bastellösungen wie Homebridge auf der NAS. Keine separate Infrastruktur, keine zusätzlichen Container, keine doppelte Pflege. Die Übersetzung passiert direkt in der Zentrale.
Ganz ohne Einschränkung ist das Ganze nicht. Hardwareseitig ist der Homey als Matter Controller und Thread Border Router gut aufgestellt. In der Praxis zeigt Matter over Thread allerdings noch Ecken. Wenn viele neue Thread-Geräte ins Netz kommen, kann es anfangs träge reagieren oder einzelne Geräte verlieren kurzzeitig die Verbindung.
Ein klassisch aufgebautes Zigbee-Mesh mit dauerhaft versorgten Repeatern läuft derzeit spürbar stabiler. Das ist keine Ideologie, sondern Beobachtung.
Der Vorteil liegt darin, dass ich mich nicht entscheiden muss. Ich nutze für jedes Gerät das Protokoll, das im Alltag am zuverlässigsten funktioniert. Die Oberfläche abstrahiert die Unterschiede.
Früher war mein Smart Home ein Zusammenschluss kleiner Fürstentümer. Heute gibt es eine Zentrale.
Ich sitze in meiner Nussschale und fühle mich wie der König eines unermeßlichen Gebiets – wären da nicht diese gelegentlichen schlechten Träume in Form von Netzwerkproblemen und Firmware-Upgrades.
Die 400-Euro-Rechtfertigung (Boy Math für Nerds aka Milchmädchenrechnung)
Wir müssen über den Elefanten im Raum sprechen. 400 Euro für die Zentrale plus 29 Euro für den Ethernet Adapter sind eine absolute Ansage. 400 Euro für die Zentrale plus 29 Euro für den Ethernet-Adapter sind kein Impulskauf. In jedem Smart-Home-Forum sitzt garantiert jemand, der dir erklärt, dass man für das Geld drei Raspberry Pis bekommt und „das gleiche“ bauen kann.
Ich habe den Taschenrechner genommen und das einmal nüchtern durchgerechnet.
Ein Raspberry Pi 5 Starterkit mit 4 GB RAM, Netzteil, Gehäuse, Kühlung und Speicherkarte liegt bei etwa 125 Euro. Dazu kommt ein Z-Wave-Stick der 700er-Serie, etwa 48 Euro. Für Zigbee, Matter und Thread ein Home Assistant Connect ZBT-1 für rund 45 Euro. Wer es sauber machen will, würde die Funkstandards eigentlich auf getrennte Sticks legen, aber wir bleiben großzügig.
Infrarot und 433 Megahertz fehlen immer noch. Der Homey hat beides integriert. Beim Pi braucht man dafür etwa einen Broadlink-Hub für weitere 25 Euro und etwas Geduld beim Einbinden.
Macht in Summe rund 243 Euro für die Bastellösung. Der Homey Pro mit Adapter liegt bei 428 Euro. Auf dem Papier sieht der Pi günstiger aus.
Jetzt kommt der Teil, den man gern übersieht: Zeit, Integration und Support:
Das Kleingedruckte bremst die Euphorie schnell. USB-Support ist dort gesperrt. Eigene Zigbee- oder Z-Wave-Sticks funktionieren nicht. Wer Funkstandards außerhalb von WLAN nutzen will, braucht eine zusätzliche Homey Bridge für 69 Euro. Die Software kostet entweder 4,99 Euro im Monat oder 149 Euro als Lifetime-Lizenz.
Rechnen wir realistisch mit einem Pi-Kit für 125 Euro, der Bridge für 69 Euro und der Lifetime-Lizenz für 149 Euro, landen wir bei 343 Euro. Die Differenz zum Homey Pro schrumpft auf 85 Euro.
Für diese 85 Euro stehen zwei Geräte im Büro, es gibt keine dedizierte Hardwareintegration und im Problemfall auch keinen offiziellen Gerätesupport. Wer Freude an Docker, Logs und Fehlersuche hat, bekommt hier sein Spielfeld. Wer einfach nur ein stabiles System will, eher nicht.
Das Ergebnis ist weniger spektakulär, als es klingt. Der Homey Pro ist teuer. Überteuert wirkt er in diesem Vergleich nicht mehr.
Homey Self-Hosted ist kein schlechtes Konzept. Wenn man ohnehin basteln will, einen Server laufen hat und Freude daran hat, sich tief einzugraben, dann würde ich ehrlich gesagt eher direkt zu Home Assistant greifen. Das ist für diesen Ansatz konsequenter gedacht und in der Community deutlich breiter aufgestellt.
Ich bin an diesem Punkt schlicht nicht mehr so ambitioniert. Zwischen Unterricht, Artikeln, Tastaturen, Smart-Home-Experimenten und diversen anderen Hobbys brauche ich nicht noch eine zusätzliche Dauerbaustelle im Büro. Ich wollte eine Zentrale, kein weiteres Projekt.
Genau dort setzt der Homey Pro an. Er nimmt mir die Integrationsarbeit ab, ohne mir die Kontrolle komplett zu entziehen. Kein Docker, keine USB-Experimente, keine Zusatzgeräte im Regal. Ein Gerät, das alles enthält.
Für jemanden, der basteln will, gibt es bessere Spielplätze. Für jemanden, der ein stabiles System möchte und trotzdem genug Spielraum für Nerd-Logik behalten will, wirkt der Aufpreis plötzlich weniger irrational.
Zielgruppe
Für wen ist das also gedacht?
Wer zwei Hue-Birnen und einen Echo auf dem Nachttisch betreibt, braucht keine 400-Euro-Zentrale. Das ist ehrlich gemeint. Dafür gibt es einfachere Lösungen.
Wer seine Wochenenden dagegen damit verbringt, Kernel-Parameter zu tweaken und YAML in Home Assistant zu optimieren, wird mit der geschlossenen Struktur von Homey vermutlich nicht glücklich. Dort liegt der Reiz gerade im vollständigen Eingriff.
Dazwischen gibt es eine dritte Gruppe. Technikaffin. Neugierig. Mit Spaß an Logik und Automationen. Aber irgendwann auch mit dem Wunsch, dass es einfach läuft.
Ich will JavaScript schreiben können, wenn ich es brauche. Ich will komplexe Flows bauen können. Ich will verstehen, was im Hintergrund passiert. Ich möchte nur nicht am Samstagabend erklären müssen, warum das Licht im Flur gerade wieder nicht reagiert.
Wenn ich auf mein Dashboard schaue und sehe, wie Asus-Router, Deebot, Sonos, Samsung-TV und Tado in einer Oberfläche zusammenspielen, fühlt sich das nicht spektakulär an. Es fühlt sich konsistent an.
Homey richtet sich nicht an Minimalisten. Er richtet sich auch nicht an Hardcore-Bastler. Er richtet sich an Menschen, die beides kennen – und sich irgendwann für Stabilität entscheiden.
Fazit
Der Homey Pro 2026 beendet dein Smart-Home-Chaos. Keine USB-Dongles oder ständigen Wartungen mehr, sondern eine elegante, lokal verarbeitende Appliance. Eine teure, aber geniale Investition in deine Lebenszeit.
Ist der Homey Pro 2026 fehlerfrei? Natürlich nicht. Der ausgelagerte LAN-Anschluss wirkt bei einem 400-Euro-Gerät unnötig kompromissbehaftet, und Matter over Thread verlangt aktuell noch etwas Geduld. Ein Blick in die Systemeinstellungen zeigt außerdem, dass die 4 Gigabyte RAM keine Luxuszugabe sind, sondern schlicht notwendig, wenn mehrere anspruchsvolle Plugins parallel laufen.
Trotzdem liegt die eigentliche Stärke nicht in der Hardware, sondern im Gesamteindruck. Der Homey Pro beendet für mich dieses zähe Nebeneinander aus Bridges, Apps und Protokoll-Eigenheiten. Ich muss nicht mehr überlegen, wo welches Gerät lebt oder welche App ich öffnen muss, um einen simplen Abendmodus zu starten. Die Logik sitzt an einer Stelle, die Oberfläche bleibt ruhig, und das System verarbeitet lokal, ohne dass ich ständig eingreifen muss.
Advanced Flows und HomeyScript bieten genug Tiefe, um weiterhin nerdig zu denken und komplexe Abläufe zu bauen. Gleichzeitig bleibt das Ganze stabil genug, dass es kein weiteres Hobby wird, das gepflegt und repariert werden muss. Genau darin liegt für mich der Unterschied zu einem reinen Bastel-Setup. Ich wollte eine Zentrale und kein Projekt.
Der Homey Pro 2026 ist teuer, und er ist nicht perfekt. Er hat mir jedoch etwas zurückgegeben, das in meinem vorherigen Smart-Home-Konstrukt zunehmend fehlte: Ruhe. Keine fünf Apps mehr, keine diplomatischen Verhandlungen zwischen Funkstandards, keine Erklärungen am Samstagabend, warum das Licht gerade wieder nicht reagiert. Er funktioniert einfach. Und im Alltag zählt genau das.
FAQ : Deine Fragen zum Thema Homey Pro
Brauche ich für den Homey Pro den Ethernet-Adapter?
Wenn du Stabilität willst, ja. WLAN geht, Kabel fühlt sich einfach besser an. Ärgerlich bleibt, dass es ein Extra ist.
Läuft der Homey Pro komplett ohne Cloud?
Nein. Registrierung und manche Herstellerdienste laufen über die Cloud. Viel Logik bleibt lokal. Fällt das Internet aus, steht nicht sofort alles still.
Was ist der Unterschied zwischen Flow und Advanced Flow?
Flow ist „Wenn das, dann das“.u003cbru003eAdvanced Flow ist die große Spielwiese im Browser mit Verzweigungen, Variablen und mehr Kontrolle.
Muss ich programmieren können?
Nein. HomeyScript ist optional. Nett für Nerds, nicht nötig für den Alltag. Und KI kann hier dein Freund sein!
Ist Matter inzwischen stabil?
Ich sag -Stand Anfang 2026 – Es funktioniert. Es ist aber nicht magisch perfekt. Ein sauberes Zigbee-Netz läuft wahrscheinlich entspannter.
Für wen lohnt sich der Homey Pro?
Nicht für zwei Hue-Birnen. Nicht für Hardcore-YAML-Optimierer. Sondern für Leute dazwischen, die Technik mögen, aber abends einfach nur, dass es funktioniert.













