Die Mähroboter 2026 sind die erste Generation, bei der die Technik fast schon langweilig solide ist. Keine Begrenzungskabel mehr. Keine RTK-Antenne auf dem Dach. Stattdessen LiDAR und Kamera-KI direkt im Gerät, die Satellitenpositionierung als Rückversicherung oben drauf. Wer sich dieses Jahr einen neuen Rasenroboter ins Haus holt, bekommt kein Versprechen mehr, sondern eine erwachsene Produktkategorie. Das macht die Entscheidung paradoxerweise schwerer.
Mähroboter Test 2026 in der Kurzfassung: Stiftung Warentest hat 14 Modelle geprüft, nur zwei mit Note „Gut“: Ecovacs Goat O800 RTK (Testsieger, 699 €) und Dreame Mova 600 (Preistipp, ab 594 €). Neu in 2026: LiDAR und RTK werden Standard, Mammotion hat das Pflicht-Abo abgeschafft (iNavi lifetime kostenlos), Allrad rutscht in die Mittelklasse unter 1.500 €. Die fünf Hersteller-Philosophien und Mähroboter ohne Begrenzungskabel 2026 — welcher zu welchem Garten passt, sortiere ich hier. Wer wissen will, wie sich dieselben Hersteller beim Smart Home schlagen — Apple Home, Alexa, Matter und Home Assistant pro Marke — gibt es separat im Mähroboter-Smart-Home-Check 2026.

Was sich zwischen 2024 und 2026 technisch verschoben hat
Drei Dinge sind 2026 neu genug, um sie ernst zu nehmen. Erstens: LiDAR ist bei Mährobotern angekommen. Nicht als Marketing-Aufkleber, sondern als physischer Sensor, der zusammen mit Kamera und Satellitenposition ein redundantes Navigationssystem bildet. Navimow und Ecovacs nennen ihre Systeme EFLS LiDAR+ und HoloScope 360, Dreame spricht von 360° 3D-LiDAR. Die Namen sind Marketing, das Prinzip ist dasselbe.
Zweitens: Allradantrieb ist aus der Profi-Klasse in die Mittelklasse gerutscht. Mammotion hat den Anfang gemacht, Navimow bringt mit dem i2 AWD jetzt ein Gerät für unter 1.000 Euro. Dreame zieht parallel nach. Was früher ab 2.500 Euro anfing, gibt es 2026 ab knapp 1.000. Das ist keine Kleinigkeit, wenn man einen hügeligen Garten hat.
Drittens: Kantenmähfunktion. Ecovacs nennt sie TruEdge Trimmer, Dreame baut sie als EdgeMaster 2.0 ein. Ein seitlich angebrachter kleiner Trimmer, der den Rasen bis an die Kante schneidet, an die der Hauptmäher nicht herankommt. Klingt trivial, ist aber der Punkt, an dem fast alle Mähroboter der letzten Jahre gescheitert sind. Wer eh noch mit der Schere nacharbeitet, braucht keinen Mähroboter.
Die fünf Hersteller-Philosophien im Überblick
Fünf Marken dominieren 2026 das Segment ohne Begrenzungskabel. Jede geht die Sache anders an. Wer sich für einen entscheidet, entscheidet sich für eine Philosophie, nicht nur für ein Gerät.
| Hersteller | Navigation | Einstiegs-/Top-Preis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Segway Navimow | EFLS LiDAR + Kamera + NRTK | 949 € / 1.999 € | Dreifach-Fusion, Drop-and-Mow |
| Husqvarna | AI Vision (IR-Kamera) | 2.249 € / 3.449 € | Etablierter Hersteller, Vision auch nachts |
| Ecovacs GOAT | HoloScope 360 Dual-LiDAR | 999 € / 2.299 € | TruEdge Trimmer (Kantenmäher) |
| Mammotion | LiDAR + NetRTK + AI Vision | 749 € / 2.299 € | Allrad auch im Einstieg |
| Dreame | 360° 3D-LiDAR + KI Dual-Vision | 2.299 € / 2.999 € | Allrad, 80 % Steigung |
Navimow ist der Anbieter, der am konsequentesten auf Sensor-Fusion setzt. LiDAR allein reicht nicht bei schlechtem Licht, Kamera allein nicht im Regen, Satelliten-Positionierung nicht unter Bäumen. Drei Systeme, die sich gegenseitig absichern, sind der Navimow-Pitch. Preislich deckt die Marke von 949 bis 1.999 Euro die ganze Mittelklasse ab.
Husqvarna ist der traditionelle Platzhirsch und geht 2026 einen eigenen Weg. Die neue NERA-Serie mit AI Vision nutzt eine IR-Kamera, die auch nachts funktioniert. Das ist praktisch, wenn der Roboter zur Nachtruhe mäht. Preislich spielt Husqvarna zwei Klassen höher als die China-Konkurrenz, liefert dafür aber ein Service- und Händlernetzwerk, das die jungen Marken nicht haben.
Ecovacs hat mit dem TruEdge Trimmer das Feature gebracht, auf das viele Gartenbesitzer jahrelang gewartet haben. Der GOAT O1200 LiDAR Pro kostet 999 Euro und ist damit der günstigste LiDAR-Mäher mit Kantentrimmer am Markt. Dreame kontert mit Allrad und einer beworbenen Steigungstauglichkeit von 80 Prozent, allerdings ab 2.299 Euro. Mammotion liegt preislich flexibel dazwischen und bedient mit der YUKA-Mini-2-Serie schon ab 749 Euro die Einstiegsklasse.
Worauf es beim Kauf 2026 wirklich ankommt
Die Marketingmaterialien liefern alle dieselben Buzzwords. LiDAR, KI, RTK, Dual-Vision. Brauchbar sind davon genau zwei Fragen:
Frage 1: Wie sieht mein Garten aus? Ein schmaler Streifen zwischen zwei Hauswänden braucht andere Hardware als ein halber Hektar mit Obstbäumen. Wer viele Bäume hat, braucht Sensor-Fusion, weil GPS allein unter Blättern versagt. Wer Hanglage hat, braucht Allrad. Wer beides hat, landet schnell in der 1.500-Euro-Klasse aufwärts.
Frage 2: Wie wichtig ist mir die Kante? Wenn ich danach sowieso mit dem Trimmer nacharbeite, lohnt sich ein teurer Kantenmäher nicht. Wenn ich die Rasenfläche so gestalten kann, dass der Roboter komplett bis zur Kante fährt, auch nicht. Wenn ich Steinkanten oder Beete als harte Begrenzung habe, ist der TruEdge-Ansatz von Ecovacs die ehrlichste Lösung.
Alles andere, was in den Produktseiten steht, sind Details, die den Alltag selten wirklich verändern. App-Qualität und Community-Updates dagegen schon. Dazu weiter unten mehr.
Warum ich den Navimow teste
Für den Saison-Test habe ich mich für den Navimow i2 LiDAR entschieden. Segway Navimow stellt das Gerät als Testmuster zur Verfügung, die Auswahl des Modells lag bei mir. Auf dem Tisch lagen vier ernste Kandidaten: Der Husqvarna wäre das servicesicherste Gerät gewesen, der Ecovacs GOAT O1200 das günstigste mit Kantenmäher, Dreames A3 AWD Pro technisch reizvoll in einer höheren Preisklasse. Drei Gründe haben am Ende für den Navimow gesprochen.
Erstens: Die Dreifach-Fusion aus LiDAR, Kamera und Netzwerk-RTK ist konzeptionell das, was ich bei Smart-Home-Geräten allgemein gut finde. Nicht auf einen Sensor verlassen, sondern mehrere, die sich gegenseitig prüfen. Zweitens: Das Drop-and-Mow-Prinzip. Kein Antennenmast, kein Kabel verlegen, auspacken und starten. Für einen Testaufbau, der später umgestellt werden kann, ist das relevant. Drittens: Der Preis trifft genau die Klasse, die ich für diese Saison abbilden wollte.
Alles andere wird der Test zeigen. Ob die 4G-Verbindung nach Ablauf des kostenlosen Jahres für 29,90 Euro sinnvoll ist und ob die App so lokal arbeitet wie beworben. Ob das VisionFence-System 200 Hindernisklassen zuverlässig unterscheidet oder der Gartenschlauch am Ende doch überfahren wird, wird sich zeigen. Das sind die Fragen, die keine Produktseite beantwortet.
Wie es auf techboys.de weitergeht
Dieser Artikel ist der Einstieg. In den nächsten Wochen kommt die Produkt-Einordnung zum Navimow i2 LiDAR mit den technischen Details der drei Modelle, dann Unboxing und Einrichtung nach dem Drop-and-Mow-Versprechen, danach der eigentliche Praxistest über vier Wochen. Am Ende stelle ich die Apps der großen Hersteller nebeneinander und zeige, welche Plattform sich für Home-Assistant- oder Homey-Pro-Nutzer wirklich integrieren lässt.
Wer gerade vor derselben Entscheidung steht: Der Saisonstart ist jetzt. Im Mai sind die besten Modelle in der Regel ausverkauft oder haben fünf Wochen Lieferzeit. Wer bis Juni wartet, mäht den halben Sommer selbst.
Segway Navimow stellt mir den Navimow i2 LiDAR für den kommenden Saison-Test zur Verfügung. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine.
Quellen: Hersteller-Produktseiten von Segway Navimow, Husqvarna Group, Ecovacs, Dreame





