Wer einen Mähroboter ohne Begrenzungskabel kauft, bezahlt meist doppelt. Einmal das Gerät, dann jedes Jahr das Abo für die Satellitenortung oder die Datenkarte. Mammotion iNavi und die dazugehörige 4G-Verbindung bleiben ab jetzt kostenlos, und zwar für die gesamte Lebensdauer des Geräts. Das ist die erste Ansage im Segment, die nicht nach Marketing klingt, sondern nach tatsächlicher Preispolitik.

Was Mammotion konkret angekündigt hat
Der Hersteller hat bestätigt, dass iNavi, der hauseigene Network-RTK-Dienst zur zentimetergenauen Positionsbestimmung, für alle kompatiblen Mähroboter dauerhaft kostenlos bleibt. Dazu gehört auch die 4G-Datenverbindung, die für die Ortung nötig ist. Nach Ablauf des ersten Jahres mit kostenlosem LTE fällt damit nicht der sonst übliche Abo-Aufschlag an. Wer in der WLAN-Reichweite seines eigenen Netzes mäht, braucht 4G ohnehin nicht, aber in größeren oder verschatteten Gärten ist es ein echter Vorteil.
Betroffen sind die 2025er-Modelle und die komplette 2026er-Reihe, also die LUBA-3-AWD-Klasse sowie die neue Mini-Kategorie (LUBA Mini 2 in den Varianten 1000 und 1500, dazu YUKA Mini 2). Die Änderung wurde ausdrücklich auch für Bestandskunden zugesichert. Wer also einen LUBA 2 AWD aus dem vergangenen Jahr im Garten stehen hat, bekommt die Kosten nicht nachträglich aufgedrückt.
Was das für Navimow bedeutet
Segway Navimow verlangt ab dem zweiten Jahr 29,90 Euro pro Jahr für die 4G-Verbindung. Eine vollständige Mähroboter-Folgekosten-Übersicht 2026 mit Hersteller-für-Hersteller-Tabelle gibt es separat. Für einen 1.500-Euro-Mäher mit zehnjähriger Lebenserwartung sind das rund 270 Euro über die Nutzungsdauer. Das ist keine Katastrophe, aber ein bewusster Abo-Posten, den Käufer oft erst im zweiten Frühling wahrnehmen. Mammotion zieht hier einen Pflock in den Boden: Wer die Abo-Debatte im Gartenroboter-Segment führt, hat ab jetzt eine klare Vergleichsgröße.
Die Frage ist, ob Navimow nachzieht. Im Premium-Segment, wo Husqvarna schon lange keine laufenden Gebühren kennt, war das Abo-Modell der chinesischen Hersteller eine der großen Schwächen. Wenn Mammotion diese Schwäche jetzt eliminiert und Navimow nicht reagiert, wird die Preisvergleichs-Tabelle in jedem Kaufratgeber diesen Punkt prominent führen. Das wirkt.
Das Kleingedruckte bei „kostenlos für immer“
„Für immer“ klingt gut. Es heißt in diesem Fall genauer: für die Lebensdauer des Geräts und solange Mammotion die iNavi-Cloud betreibt. Beides sind Variablen, nicht Konstanten. Cloud-Dienste chinesischer Hardware-Hersteller haben in den vergangenen Jahren nicht immer den längsten Atem gehabt. Wer ein Gerät auf zehn Jahre kauft, setzt implizit voraus, dass der Hersteller diese zehn Jahre überlebt. Das ist keine böswillige Unterstellung, sondern eine realistische Einordnung.
Zweitens: Mammotion bleibt ein Anbieter ohne offene Schnittstelle. Home-Assistant-Integration ist Community-Arbeit, keine offizielle Unterstützung. Wer seinen Mähroboter in ein lokales Automations-System einbinden will, landet bei inoffiziellen Add-ons und Reverse-Engineering-Projekten. Dass die Cloud-Dienste jetzt kostenlos sind, ändert nichts daran, dass die Daten weiterhin durch Mammotions Server laufen.
Was das fürs Segment heißt
2026 ist das Jahr, in dem Mähroboter ohne Begrenzungskabel in der Breite angekommen sind. Preislich liegen die Einstiegsmodelle der großen Hersteller ohne Begrenzungskabel jetzt zwischen 749 und 999 Euro. Die Technik ist vergleichbar geworden. Was noch differenziert, sind die weichen Faktoren: App-Qualität und Händlernetz. Und eben Abos.
Mammotions Entscheidung setzt andere Hersteller unter Zugzwang. Wenn ein Anbieter die lebenslangen Folgekosten auf null setzt, wirkt die 29,90-Euro-Jahresgebühr bei Navimow plötzlich wie ein überholter Posten. Für Käufer, die noch zögern, ist das ein Argument mehr in Richtung Mammotion. Für Bestandsnavimow-Kunden ist es ein Grund, in der Community nach entsprechenden Reaktionen zu fragen.
In den nächsten Wochen teste ich selbst einen Navimow i2 LiDAR, den Segway Navimow mir als Testmuster zur Verfügung stellt. Der Abo-Vergleich wird dort ein Punkt im Alltagstest sein, nicht nur im Datenblatt. Bis dahin bleibt festzuhalten: Mammotion hat den ersten Schritt gemacht. Jetzt liegt der Ball bei der Konkurrenz.
Quellen: Mammotion offizielle Pressemitteilung via PR Newswire (02.04.2026), Navimow-4G-Preis gemäß Segway-Navimow-Website, Stand April 2026.





