Ob du in der aktuellen Nachschub-Welle endlich eine PortaSplit ergattert hast oder schon länger eine betreibst und beim Stromsparen brav auf die ECO-Taste drückst: Es gibt da ein Problem, von dem dir am Gerät niemand etwas sagt. Die Taste spart nämlich fast nichts, sie stellt bloß stur auf 24 Grad. Der Modus, der wirklich spart, heißt beim PortaSplit iECO, versteckt sich ausschließlich in der App, und selbst wenn du ihn dort gefunden hast, ist er nach dem nächsten Griff zur Fernbedienung heimlich wieder weg.
Vorweg, damit keine falschen Erwartungen entstehen: Ich besitze selbst keine PortaSplit, meine eigene Beschaffung steckt bekanntlich seit Mai im Warenkorb-Stadium fest. Dass es diesen Artikel trotzdem gibt, liegt an Leser Frank Seidel, der sich nach meinem Artikel zur Midea-Cloud-Abschaltung gemeldet hat: zwei baugleiche Geräte, vor jedem ein Messstecker, zehn Tage Protokoll, und die kompletten Rohdaten dazu in meinem Postfach. Ohne ihn hätte ich diese Geschichte nicht erzählen können, mir fehlt schlicht das Gerät zum Nachmessen. Nachgerechnet habe ich seine Zahlen dafür komplett. Es geht um 2 bis 3,8 Kilowattstunden. Pro Tag. Pro Gerät.
Korrektur 27. Juli: Die acht Stunden sind nicht belegt
In einer früheren Version dieses Artikels stand eine automatische Abschaltung nach rund acht Stunden als gesicherter Fakt, bis in die Zusammenfassung hinein.
Darauf hingewiesen hat mich der Tippgeber selbst: Frank Seidel kann den Timer nicht belegen, die kursierende Zahl geht möglicherweise auf eine Werbeangabe von Midea zurück („bis zu acht Stunden mit nur 1,2 kWh“, eine Verbrauchsangabe, kein Timer).
Reproduzierbar nachweisbar ist der andere Auslöser: iECO ist deaktiviert, sobald die Anlage außerhalb der App aus- und wieder eingeschaltet wird. Der Artikel ist entsprechend korrigiert, die Timer-Frage bleibt als offen gekennzeichnet. An den gemessenen Verbrauchswerten ändert sich nichts.
- Die ECO-Taste der Fernbedienung und der App-Modus iECO sind zwei verschiedene Funktionen: Die Taste stellt stur auf 24 Grad, iECO hält deine Wunschtemperatur und regelt den Verdichter adaptiv.
- iECO ist deaktiviert, sobald die Anlage außerhalb der App aus- und wieder eingeschaltet wird, am Gerät oder per Fernbedienung. Über die App bleibt er erhalten, deshalb stoßen nicht alle Besitzer darauf.
- Eine Zehn-Tage-Messung an zwei Geräten zeigt 2 bis 3,8 Kilowattstunden vermeidbaren Mehrverbrauch pro Tag und Gerät, das sind je nach Betriebsmuster 19 bis 50 Prozent.
- Dauerhaft an bleibt iECO nur mit Nachhilfe: per Home Assistant oder mit dem kostenlosen Open-Source-Werkzeug midea-ieco, ganz ohne Smart-Home-Zentrale.
ECO stellt stur auf 24 Grad, iECO denkt mit
Die Verwechslung ist von Midea selbst eingebaut. Auf der Fernbedienung sitzt eine Taste namens ECO, die exakt eine Sache tut: Sollwert auf 24 Grad, fertig. Wer es abends lieber bei 21 Grad hat, dem hilft sie nicht beim Sparen, sie stellt einfach wärmer.
Der eigentliche Sparmodus heißt iECO und funktioniert anders: Er behält die Temperatur, die du selbst eingestellt hast, und drosselt dafür den Verdichter, also den Kompressor, der das Kältemittel durch die Anlage pumpt und den Löwenanteil des Stroms frisst. Statt Vollgas und Pause fährt er länger auf kleiner Flamme. Einen Knopf dafür gibt es nicht, weder am Gerät noch auf der Fernbedienung. iECO existiert nur in der MSmartHome-App.
| ECO (Taste) | iECO (nur App) | |
|---|---|---|
| Aktivierung | Fernbedienung oder Gerät | Nur MSmartHome-App |
| Zieltemperatur | Fest 24 Grad | Dein gewählter Sollwert |
| Regelung | Fester Sollwert | Adaptive Verdichter-Drosselung |
| Nach Aus/Ein am Gerät oder per Fernbedienung | Bleibt wie eingestellt | Deaktiviert sich selbst |
Die ECO-Taste ist kein Sparmodus, sondern ein 24-Grad-Knopf. Der echte Sparmodus iECO lässt sich nur in der App setzen, und er überlebt kein Aus und Ein am Gerät oder per Fernbedienung.
Einmal die Fernbedienung benutzt, und iECO ist stillschweigend weg
Hier wird es ärgerlich. Wird die Anlage außerhalb der App aus- und wieder eingeschaltet, am Gerät selbst oder per Fernbedienung, ist iECO danach deaktiviert. Das ist genau die Handbewegung, die im Alltag jeder macht: morgens aus, nachmittags wieder an. Wer dagegen ausschließlich über die App schaltet, behält den Modus, weshalb manche Besitzer nie auf das Problem stoßen und andere ständig. Frank hat genau dieses Verhalten an beiden Geräten reproduzierbar beobachtet.

Und du merkst es nicht. Die Anlage kühlt völlig normal weiter und hält brav die eingestellte Temperatur, nur eben im teureren Normalbetrieb. Kein Piepen, keine LED, kein Hinweis in der App-Übersicht. Wer iECO einmal gesetzt hat und sich versorgt fühlt, kühlt ab dem nächsten Morgen wieder zum vollen Tarif.
Und die acht Stunden, die zu diesem Modus oft kursieren? Ob iECO zusätzlich nach etwa acht Stunden von selbst ausläuft, ist offen. Die Zahl ist verbreitet, belegt ist sie nicht, möglicherweise geht sie schlicht auf Mideas Werbeangabe „bis zu acht Stunden mit nur 1,2 kWh“ zurück, und das ist eine Verbrauchsangabe, kein Timer. Mehrere Besitzer berichten, nie eine automatische Abschaltung gesehen zu haben. Sie steuern allerdings per App, und jede Interaktion würde einen etwaigen Timer ohnehin zurücksetzen, nachgewiesen ist bislang keine der beiden Varianten.
PortaSplit-Stromverbrauch nachgemessen: 2 bis 3,8 kWh Unterschied pro Tag
Frank Seidel betreibt zwei baugleiche PortaSplits, eine im Wohnzimmer, eine im Büro, beide im Dachgeschoss. Er wollte wissen, was das stille iECO-Ende beim Stromverbrauch wirklich anrichtet, und hat es gemessen, wie man es sich wünscht: je ein Shelly-Messstecker direkt vor jedem Gerät, Stundenwerte und Tagessummen vom 20. bis 30. Juni, Solltemperatur an allen Tagen unverändert bei 23 Grad. Der einzige Unterschied zwischen den Tagen: iECO an oder aus.
Das Ergebnis ist deutlich. Im Büro, dem sauberen Vergleich mit identischem Tagesmuster, brauchte das Gerät mit iECO im Schnitt 3,8 Kilowattstunden am Tag, ohne iECO 7,6. Exakt die Hälfte. Im Wohnzimmer, wo der Alltag reinfunkt, weil das Gerät an manchen Tagen stundenweise aus war, bleiben je nach Rechenweise 2,0 bis 3,2 Kilowattstunden Unterschied.


Büro (sauberster Vergleich): 3,8 kWh pro Tag Differenz, rund 50 Prozent weniger mit iECO. Wohnzimmer: 2,0 bis 3,2 kWh, rund 19 bis 30 Prozent. Ehrliche Spanne: 2 bis 3,8 kWh pro Tag und Gerät. Bei Franks Strompreis von 46 Cent sind das pro Gerät zwischen knapp 28 und gut 52 Euro im Monat, nur dafür, dass ein Haken in der App fehlt.
Zwei Dinge machen die Zahlen glaubwürdig. Erstens die Nachtgrundlast: Sie ist an Tagen mit und ohne iECO praktisch identisch. Wären die Ohne-Tage schlicht heißer gewesen, müsste sie höher liegen. Zweitens die Stundenspitzen: Mit iECO kam das Büro-Gerät in seiner teuersten Stunde auf 240 bis 293 Wattstunden, ohne auf 502 bis 823. Der Unterschied entsteht genau da, wo iECO arbeitet, in den aktiven Kühlstunden.
Und der Moment, der mich an der Sache am meisten überzeugt hat: Frank hatte ursprünglich „rund 4 Kilowattstunden“ kommuniziert und hat die Zahl von sich aus auf die Spanne nach unten korrigiert, bevor ich sie übernehmen konnte. Dazu die offene Liste dessen, was seine Messung nicht ist: kein Labortest, verschiedene Kalendertage, Außentemperatur nicht mitprotokolliert, nur zehn Tage. Wer so mit den eigenen Daten umgeht, dem glaube ich auch den Rest.
Drei Wege, iECO dauerhaft anzuschalten
Für den Home-Assistant-Weg gilt: Die lokale Anbindung der PortaSplit hängt an einem Cloud-Token, dessen Ausgabestellen Midea gerade nach und nach schließt. Warum du mit der Einrichtung deshalb nicht warten solltest, steht ausführlich in meinem Artikel zur PortaSplit in Home Assistant.

Der dritte Weg ist Franks eigene Antwort auf das Problem: midea-ieco (Anleitung auch auf Deutsch) holt sich Token und Schlüssel ohne Midea-Konto, läuft danach komplett im Heimnetz und hat einen Schutzmodus, der eine bewusst ausgeschaltete Anlage nie von selbst einschaltet. Privat entstanden, MIT-Lizenz, kein Sponsor. Der übliche Hinweis bei Ein-Zeilen-Installern gilt trotzdem: das install.sh vor dem Ausführen einmal lesen, das empfiehlt Frank selbst ausdrücklich.
Fragen zum PortaSplit iECO-Modus
Was ist der Unterschied zwischen ECO und iECO bei der PortaSplit?
Die ECO-Taste auf der Fernbedienung setzt einen festen Sollwert von 24 Grad. iECO ist ein separater Sparmodus, der nur in der MSmartHome-App aktivierbar ist, deine gewählte Wunschtemperatur hält und den Verdichter adaptiv drosselt.
Warum schaltet sich iECO von selbst ab?
iECO wird deaktiviert, sobald die Anlage außerhalb der App aus- und wieder eingeschaltet wird, am Gerät oder per Fernbedienung. Über die App bleibt der Modus erhalten. Ob er zusätzlich nach rund acht Stunden von selbst ausläuft, ist nicht belegt und derzeit offen. Einen Hinweis am Gerät gibt es in keinem Fall, die Anlage kühlt einfach im normalen Modus weiter.
Wie viel Strom spart iECO wirklich?
Eine Messung an zwei Geräten über zehn Tage ergab 2 bis 3,8 Kilowattstunden weniger Verbrauch pro Tag und Gerät, je nach Betriebsmuster rund 19 bis 50 Prozent. Es war Alltagsbetrieb, kein Labortest, die Einschränkungen sind in der Messung transparent dokumentiert.
Wie viel Strom verbraucht die Midea PortaSplit am Tag?
In der Alltagsmessung an zwei Geräten lagen die Tageswerte zwischen 3,6 und 8,9 Kilowattstunden, abhängig vor allem davon, ob der Sparmodus iECO aktiv war. Ohne iECO verbrauchte dasselbe Gerät an vergleichbaren Tagen im Mittel etwa das Doppelte (7,6 statt 3,8 kWh).
Wie aktiviere ich iECO an der PortaSplit?
Ausschließlich über die MSmartHome- beziehungsweise Midea-Smarthome-App im Kühlmodus. Auf der Fernbedienung gibt es keinen iECO-Knopf, die dortige ECO-Taste ist eine andere Funktion.
Wie bleibt iECO dauerhaft aktiv?
Entweder per Home Assistant mit der Community-Integration midea_ac_lan, die iECO als Preset anbietet, oder ohne Smart-Home-Zentrale mit dem kostenlosen Open-Source-Werkzeug midea-ieco, das den Modus per Cronjob im lokalen Netzwerk überwacht und bei Bedarf neu setzt.
Zur Transparenz: Tippgeber und Datenlieferant dieser Geschichte ist Frank Seidel, er hat mir Messungen, Protokolle und Shelly-Tagescharts komplett zur Verfügung gestellt, privat, kostenlos, ohne Gegenleistung. Ich habe alle Tabellen nachgerechnet und die technischen Angaben gegen öffentliche Community-Quellen geprüft. Eine eigene PortaSplit habe ich, Stand heute, weiterhin nicht. Der Sommer arbeitet gegen mich.
Bleibt die Pointe, die Midea erklären müsste: Da baut jemand einen Sparmodus, der nachweislich liefert, versteckt ihn in der App hinter einem missverständlichen Tasten-Zwilling und wirft ihn bei jedem Griff zur Fernbedienung stillschweigend wieder raus. Wer bei der aktuellen Gerätejagd einen Mondpreis bezahlt hat, zahlt so jeden Tag ein bisschen weiter. Für einen fehlenden Haken in einer App.






