Die Midea PortaSplit hatte diesen Sommer ohnehin schon einiges los, den Nachschub-Ansturm donnerstags um 15 Uhr habe ich hier begleitet. Jetzt macht eine weitere Meldung die Runde: Midea schalte die Cloud-Schnittstelle ab, über die sich die PortaSplit in Home Assistant einbinden lässt. Klingt nach akuter Eilmeldung. Ist aber größtenteils eine über ein Jahr alte Entwickler-Warnung, die gerade erst ihre Runde durch die News-Portale macht.
- Midea hat die Token-Schnittstellen der Meiju- und SmartHome-Cloud bereits geschlossen, aktiver Fallback für neue Geräte ist seit Juli 2025 die NetHome-Plus-Cloud, auch die soll perspektivisch fallen.
- Betroffen ist nur die Erst-Einrichtung oder Neukopplung in Home Assistant, nicht der laufende Betrieb bereits eingebundener Geräte.
- Die Warnung steht bereits seit Mai 2025 im GitHub-Repository von Midea AC LAN, mehrere Portale greifen sie jetzt erst auf, eine akute Änderung von dieser Woche gibt es nicht.
- Grund laut den Entwicklern: nicht ablaufende Zugangs-Token gelten als Sicherheitsrisiko, Midea arbeitet an einer neuen Cloud-Control-API.
Wie Home Assistant die PortaSplit ohne App steuert, und wo die Cloud trotzdem mitspielt
Wer die PortaSplit über eine inoffizielle Erweiterung an Home Assistant anbindet, steuert das Gerät danach fast komplett im eigenen Netzwerk, ganz ohne Umweg über eine App oder Midea-Server. Nur an einer Stelle bleibt ein Cloud-Kontakt nötig: beim allerersten Verbinden eines neueren Geräts.

Dabei holt sich die Integration einen individuellen Zugangs-Token und einen Schlüssel von Midea-Servern, dieselben Werte, die auch die offizielle App beim ersten Start bezieht. Die Community hat diesen Ablauf nicht geknackt, sondern nachgebaut: Sie meldet sich an denselben Server-Adressen an wie die App und bekommt so denselben Token. Bevor es weitergeht, einmal kurz die Begriffe sortiert, um die sich hier alles dreht:
Sind Token und Schlüssel einmal auf dem Gerät hinterlegt, braucht es für den laufenden Betrieb keine Cloud mehr. Genau das macht die Integration für Datenschutz-Bewusste attraktiv, und genau das ist jetzt eingeschränkt, wenn auch nur für neu hinzukommende Geräte.
Was Midea abschaltet, ist eigentlich eine über ein Jahr alte Warnung
Im Repository des Projekts Midea AC LAN steht schon seit dem 19. Mai 2025 ein deutlicher Hinweis: Midea habe die Token-Schnittstellen der Meiju- und SmartHome-Cloud geschlossen, als Ausweichlösung diene fortan die NetHome-Plus-Cloud.
Am 14. Juli 2025 wurde der Hinweis aktualisiert, weil auch weitere Endpunkte weggefallen waren. Der Kern blieb seither unverändert: Die Token-Quellen verschwinden nach und nach, nur die jeweils noch nutzbare Cloud wechselt.
| Datum | Was passiert ist |
|---|---|
| 19. Mai 2025 | Erste „Important Notice“ im Repository: Meiju- und SmartHome-Cloud-Token-APIs bereits geschlossen, Fallback NetHome Plus |
| 14. Juli 2025 | Hinweis aktualisiert, weitere Endpunkte betroffen, NetHome Plus bleibt einzige verbliebene Quelle |
| Juli 2026 | Mehrere DE-Portale greifen die Warnung neu auf, zeitlich parallel zur aktuellen PortaSplit-Nachschubwelle |
Mit anderen Worten: Die Meldung, die gerade mehrere Portale aufgreifen, basiert auf einem 14 Monate alten Entwickler-Hinweis. Mobiflip schreibt selbst offen dazu, die Information sei „nicht neu, aber vielleicht nicht jedem Nutzer bewusst“. Dem schließe ich mich an, neu ist vor allem, dass sie gerade jetzt bei frischen PortaSplit-Käufern ankommt.
Die technische Lage hat sich seit Sommer 2025 kaum verändert, der Adressatenkreis aber schon: Durch den Nachschub der letzten Wochen besitzen gerade viele Menschen zum ersten Mal eine PortaSplit, die noch nie in Home Assistant eingerichtet wurde. Für die ist der alte Hinweis neu, und die Uhr tickt trotzdem, weil niemand weiß, wie lange NetHome Plus noch Token ausgibt.
Sicherheitsproblem oder nur Geschäftsentscheidung? Was die Entwickler wirklich sagen
Laut den Machern von Midea AC LAN ist die Abschaltung kein reiner Marketing-Move, sondern eine Reaktion auf ein Architektur-Problem: Die ursprünglichen Zugangs-Token laufen nie ab, weil beim Entwurf des LAN-Protokolls von einer bereits verschlüsselten Verbindung ausgegangen wurde.

Weil mehrere Community-Projekte diese Verschlüsselung inzwischen nachgebaut haben, könnte ein nicht ablaufender Token theoretisch dauerhaft missbraucht werden, sofern er in falsche Hände gerät. Midea reagiert darauf, indem die alten Token-Quellen sukzessive geschlossen und langfristig durch eine neue Cloud-Control-API ersetzt werden sollen, mehr dazu ordnet auch diese technische Einordnung ein.
Wichtig für die Einordnung: Ein gestohlener Token allein reicht nicht für einen Angriff aus dem offenen Internet. Ein Angreifer bräuchte zusätzlich eine Netzwerkverbindung zum Gerät, trotzdem sind Token und Schlüssel wie ein Passwort zu behandeln.
Was PortaSplit-Besitzer jetzt konkret tun sollten
Fragen zur PortaSplit in Home Assistant
Funktioniert meine PortaSplit in Home Assistant weiterhin, wenn sie schon eingerichtet ist?
Ja. Nach heutigem Stand steuert Home Assistant bereits eingebundene Geräte weiter lokal im Heimnetz. Betroffen ist nur das erstmalige Hinzufügen neuer Geräte oder eine Neu-Kopplung nach einem Reset.
Was passiert, wenn ich meine PortaSplit neu koppeln muss?
Für eine Neukopplung braucht Home Assistant erneut einen Token von Midea-Servern. Sollte die dafür genutzte NetHome-Plus-Cloud bis dahin ebenfalls abgeschaltet sein, lässt sich das Gerät möglicherweise nicht mehr neu einrichten.
Ist das eine offizielle Ankündigung von Midea?
Nein. Die Einschätzung stammt von den Entwicklern des Community-Projekts Midea AC LAN, die den Serverzugriff beobachten. Weder Midea noch Home Assistant selbst stehen offiziell hinter der Integration oder haben einen verbindlichen Zeitplan veröffentlicht.
Warum schaltet Midea die Token-Schnittstellen überhaupt ab?
Laut den Entwicklern, weil die ursprünglichen Zugangs-Token nie ablaufen und mehrere Community-Projekte die zugehörige Verschlüsselung inzwischen nachgebaut haben. Midea stuft das als Sicherheitsrisiko ein und arbeitet an einer neuen Cloud-Control-API.
Bin ich betroffen, wenn ich die PortaSplit nur über die Midea-App steuere?
Nein. Die Abschaltung betrifft ausschließlich die inoffizielle Home-Assistant-Anbindung über Token und Schlüssel. Die offizielle App nutzt einen anderen, von Midea kontrollierten Weg.
Seit wann ist diese Warnung bekannt?
Bereits seit dem 19. Mai 2025 steht ein entsprechender Hinweis im GitHub-Repository von Midea AC LAN, aktualisiert am 14. Juli 2025. Die aktuelle Berichterstattung greift diesen älteren Hinweis neu auf, ausgelöst unter anderem durch die jüngste PortaSplit-Nachschubwelle.
Eine eigene PortaSplit habe ich bislang nicht, wie an anderer Stelle schon beschrieben stand die einmal im Warenkorb, dann war sie weg. Entsprechend bleibt das hier Einordnung aus zweiter Hand, nicht aus einem eigenen Home-Assistant-Test.
Zur PortaSplit selbst lohnt auch ein Blick in meine übrigen Artikel: die Alternativen-Übersicht für alle, die noch keine ergattert haben, und der Test des tado-Kühlsets für alle, die sich die smarte Variante überlegen.
Was aber bleibt: Wer durch den jüngsten Nachschub gerade erst eine PortaSplit ergattert hat und Home Assistant nutzen will, sollte die Einrichtung nicht auf die lange Bank schieben. Die Cloud-Tür steht noch offen, wie lange, weiß aktuell niemand so genau, auch die Entwickler von Midea AC LAN nicht.







