Den Bosch Visimow hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Während TerraMow mit Rückwärts-Mähen und Segway mit LiDAR-Navigation für Schlagzeilen sorgten, hat Bosch schon seit dem Frühjahr einen eigenen Kamera-Mähroboter im Programm, ganz ohne Begrenzungsdraht, RTK-Antenne oder Basisstation. Kein Launch-Hype, keine Kickstarter-Kampagne. Einfach im Baumarktregal.
- Der Bosch Visimow (VISIMOW18V-100 und -200) mäht per SmartVision-Kamera und Ultraschallsensoren, ganz ohne Begrenzungsdraht, RTK-Antenne oder Basisstation.
- Zwei Größen: 100 m² und 200 m² Rasenfläche, Schnittbreite 16 Zentimeter, Schnitthöhe 20 bis 60 Millimeter, IPX5 wasserdicht, nur 52 Dezibel laut.
- Läuft auf der Bosch-Power-for-All-18V-Akkuplattform, Preise ab rund 319 Euro inklusive Akku und Ladegerät bei mehreren deutschen Baumärkten.
- Anders als Segway Navimow oder TerraMow verzichtet Bosch komplett auf RTK-Satellitenkorrektur, das drückt den Preis, aber auch die Positionsgenauigkeit.
Was der Visimow kann
Das Prinzip ist inzwischen bekannt, aber Bosch setzt es konsequent minimalistisch um: Die SmartVision-Kamera erkennt Rasenflächen, Hindernisse und Grundstücksgrenzen, Ultraschallsensoren übernehmen die Feinarbeit beim Ausweichen. Keine Antenne, keine Basisstation, kein Kabel im Boden. Laut Bosch-Produktseite genügen drei Tastendrücke, dann sucht sich der Roboter seinen Weg selbst. Die kleinere Variante VISIMOW18V-100 deckt bis zu 100 Quadratmeter ab, die -200 doppelt so viel, beide mit 16 Zentimeter Schnittbreite und einer Schnitthöhe zwischen 20 und 60 Millimetern. Mit 52 Dezibel bleibt er dabei leiser als ein normales Gespräch. Auf App-Steuerung, Cloud-Anbindung oder automatische Kartierung verzichtet Bosch komplett, alles läuft über drei Tasten direkt am Gehäuse.
Der Bosch-Trumpf, der in keiner Pressemitteilung steht

Der eigentliche Clou hat nichts mit Kamera-Technik zu tun. Der Visimow läuft auf der Bosch-Power-for-All-18V-Plattform, demselben Akkusystem wie Bohrmaschine, Akkuschrauber oder Heckenschere aus dem Bosch-Regal. Wer schon Bosch-18V-Werkzeug in der Garage stehen hat, kauft den Mähroboter im Zweifel ohne Akku und spart sich das doppelte Ladegerät. Kein anderer Camera-Mähroboter-Hersteller kann mit einer derart etablierten Werkzeug-Ökosystem-Anbindung punkten, das ist ein Vorteil, den weder Segway noch TerraMow bieten können.
Wo er im Vergleich zu Navimow und TerraMow steht
Der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz: Bosch verzichtet komplett auf RTK-Satellitenkorrektur. Segways Navimow-Reihe und TerraMows X AWD setzen zusätzlich zur Kamera auf RTK für die Positionsgenauigkeit, gerade bei großen oder unübersichtlichen Grundstücken zahlt sich das aus.
Der Visimow verlässt sich rein auf Kamera und Ultraschall, was den Einstiegspreis drückt, aber auch die Präzision bei kniffligen Ecken einschränken dürfte. Dazu kommt die Größenordnung: Während TerraMow mit bis zu 11.000 Quadratmetern für Hanglagen wirbt, bleibt der Visimow bei überschaubaren 100 beziehungsweise 200 Quadratmetern, klar auf den kleinen bis mittleren Stadtgarten zugeschnitten, nicht auf die große Wiese.
Ein Punkt geht bei aller Technik gerne unter: Bosch sitzt in Stuttgart, Segway und TerraMow kommen aus China. Wer beim Kamera-Mähroboter bewusst auf einen deutschen Hersteller setzt, hat mit dem Visimow aktuell die einzige ernstzunehmende Option in diesem Marktsegment.
Warum ich der reinen Kamera-Navigation nicht blind vertraue

Wer nach „Mähroboter ohne RTK“ oder „reicht Kamera-Navigation allein“ sucht, will genau eine Antwort: Fährt sich das Ding an der ersten dünnen Stange fest, oder nicht? Ehrlich beantworten kann ich das nur über einen Umweg, weil der Visimow selbst noch nicht in meinem Garten stand. Beim Segway Navimow i208, den ich wochenlang in meinem eigenen 103-Quadratmeter-Garten getestet habe, lief die Navigation über Solid-State-LiDAR plus Kamera, nicht über Kamera allein.
Getestet habe ich ihn nie, aber beim günstigeren Eufy C15, der wie der Visimow rein auf Vision-Kamera setzt, war ich schon beim Blick aufs Datenblatt skeptisch: Kamera-Erkennung wirkt bei dünnen Hindernissen wie Stangen oder einer Schaukel tendenziell unsicherer als LiDAR, schrieb ich damals in derselben Review über genau diese Geräteklasse. Der Bosch Visimow fährt technisch in dieselbe Kategorie, nur mit Ultraschall als Zusatzsinn statt LiDAR. Was Kamera, RTK und LiDAR grundlegend unterscheidet, steht ausführlich in unserem Navigations-Vergleich.
Einen ersten Hinweis liefert das deutsche Fachportal IMTEST, das den Visimow18V-100 tatsächlich getestet hat: Die Hinderniserkennung funktionierte im Test überwiegend gut, nur bei schmalen Trampolinfüßen stieß der Roboter vereinzelt dagegen, genau die Art von dünnem Hindernis, bei der ich auch beim Navimow skeptisch war. Bis ein eigener Test in meinem Garten das einordnet, bleibt mein Bauchgefühl: An einer freistehenden Schaukel oder dünnen Zaunstreben würde ich lieber einmal zu oft hinschauen, als dem Gerät blind zu vertrauen.
VISIMOW18V-100 (100 m²) hat offiziell eine UVP von 499 Euro, im Handel liegt der reale Preis aber seit Monaten bei rund 300 bis 345 Euro inklusive 4,0-Ah-Akku und Ladegerät, gelistet unter anderem bei Amazon, Hornbach und Bauhaus. Zum Vergleich: TerraMow X AWD kostet als Kickstarter-Frühbucher schon 2.699 US-Dollar, allerdings für eine komplett andere Gewichtsklasse mit RTK und bis zu 11.000 Quadratmetern Reichweite.
- Klicken und Mähen: Einfaches Starten mit wenigen Tastendrücken, in Sekundenschnelle von der Aufbewahrung bis zum Mähen
- Freiheit und Einfachheit: Mähe mit dem kabellosen Mähroboter auch mehrere Bereiche bis zu 100 m²
- Smartvision-System: Ermöglicht eine einfache Einrichtung ohne Begrenzungskabel oder andere Infrastruktur
- POWER FOR ALL ALLIANCE: 1 Akku, 10+ Marken, 150+ Produkte
- Lieferumfang: VISIMOW18V-100
Für wen sich das lohnt
Der Visimow ist kein Gerät für die große Hanggrundstück-Liga, dafür fehlt ihm sowohl die Fläche als auch die RTK-Präzision. Für den klassischen Reihenhausgarten bis 200 Quadratmeter ist er dagegen eine ernstzunehmende, günstigere Alternative zu den kamerabasierten Platzhirschen, besonders für alle, die ohnehin schon mit Bosch-18V-Werkzeug arbeiten.
Wer maximale Navigationsgenauigkeit auf einer komplizierten Fläche mit vielen Ecken braucht, ist bei RTK-gestützten Modellen wie dem Navimow besser aufgehoben. Wer einen einfachen, leisen Rasen-Erledigier ohne Kabelverlegung sucht und schon Bosch-Akkus hat, bekommt hier einen ehrlichen Einstieg ohne Schnickschnack.
Genau in dieser Größenordnung, 100 bis 200 Quadratmeter Reihenhausgarten, zeigt sich in unserem Praxis-Test zu kleinen Gärten immer wieder dasselbe Muster: Die meisten Marken-Mäher sind für deutlich größere Flächen gebaut und nutzen auf 100 Quadratmetern nur einen Bruchteil ihrer Kapazität. Der Visimow ist einer der wenigen, der von Anfang an genau für diese Fläche ausgelegt ist, statt sie nur nebenbei mitzunehmen.
Der Vorschuss, den ich ihm noch nicht gebe

Bosch hätte allen Grund, den Visimow lauter zu bewerben. Stattdessen liegt er seit dem Frühjahr im Baumarktregal, während TerraMow mit Rückwärtsgang und Segway mit Laser die Schlagzeilen einsammeln.
Das deutsche Fachportal IMTEST hat die kleinere Variante VISIMOW18V-100 im Vergleichstest geprüft: Gesamtnote befriedigend, dafür Preis-Leistungssieger dank einfacher Bedienung und einem guten Schnittbild zum kleinen Preis.
Das britische Fachmagazin Expert Reviews kommt zu einem ähnlichen Bild: flüsterleise, überraschend gründlich beim Mähen, dafür spürbar langsamer als die Konkurrenz, mit rund einer Stunde für die komplette Fläche. Beim Navimow i208 hatte ich vorher gewettet, dass er in meinem Garten scheitert, und die Wette verloren. LiDAR plus Kamera hat sich als überraschend robust erwiesen.
Beim Visimow will ich diese Wette nicht vorab abschließen. Kamera und Ultraschall ohne RTK und ohne Laser sind eine andere Ausgangslage, und ohne einen eigenen Test im eigenen Garten wäre jedes Kompliment nur geliehen aus einem britischen Test und ein paar Datenblättern.
Was für ihn spricht, ist trotzdem real: Bosch-Markenname, Akku-Kompatibilität zum eigenen Werkzeugpark, eine UVP von 499 Euro bei einem realen Straßenpreis um 300 Euro für die VISIMOW18V-100, und aktuell die einzige Kamera-Mäher-Option von einem deutschen Hersteller. Das reicht für einen Blick ins Baumarktregal. Für ein blindes Ja reicht es mir persönlich noch nicht.
Fragen zum Bosch Visimow
Braucht der Bosch Visimow einen Begrenzungsdraht?
Nein. Der Visimow navigiert per SmartVision-Kamera und Ultraschallsensoren komplett ohne Begrenzungsdraht, RTK-Antenne oder Basisstation.
Was kostet der Bosch Visimow?
Die kleinere Variante VISIMOW18V-100 (100 m²) startet bei rund 319 Euro inklusive 4,0-Ah-Akku und Ladegerät, gelistet unter anderem bei Amazon, Hornbach und Bauhaus.
Welche Rasenfläche schafft der Bosch Visimow?
Es gibt zwei Größen: VISIMOW18V-100 für bis zu 100 Quadratmeter und VISIMOW18V-200 für bis zu 200 Quadratmeter Rasenfläche.
Wie unterscheidet sich der Visimow von Segway Navimow oder TerraMow?
Der Visimow verzichtet komplett auf RTK-Satellitenkorrektur und setzt nur auf Kamera und Ultraschall, das senkt den Preis, aber auch die Positionsgenauigkeit gegenüber RTK-gestützten Modellen wie Navimow oder TerraMow X AWD. Er ist zudem für deutlich kleinere Flächen ausgelegt.
Gibt es unabhängige Tests zum Bosch Visimow?
Ja. Das deutsche Fachportal IMTEST hat den Visimow18V-100 getestet (Preis-Leistungssieger, Gesamtnote befriedigend) und lobt die einfache Bedienung und das gute Schnittbild, bemängelt aber fehlende Komfortfunktionen wie App-Anbindung oder Diebstahlschutz. Das britische Magazin Expert Reviews kommt zu einem ähnlichen Bild: gründliche Mäharbeit, aber langsameres Tempo als die Konkurrenz.
Ist der Bosch Visimow von einem deutschen Hersteller?
Ja, Bosch hat seinen Hauptsitz in Stuttgart. Die direkten Konkurrenten Segway Navimow und TerraMow sind dagegen chinesische Marken, damit ist der Visimow aktuell die einzige ernstzunehmende Option für Käufer, die bewusst einen deutschen Hersteller wollen.






