Beim Navimow-Test blieb neulich ein Kind am Vorgartenzaun stehen, zeigte auf den Roboter und fragte seine Mutter: „Ist das ein Roborock?“ So wie der Saugroboter zuhause. Süße Verwechslung, und falsch lag es trotzdem, der Navimow ist keiner. Nur hatte das Kind den Markt besser gelesen als ich. Genau das macht Roborock nämlich jetzt: die Saugroboter-Firma baut Mähroboter. Und einer davon, der Roborock RockMow S1 (mein Testmodell ist der S115), dreht seit ein paar Tagen seine Runden in meinem Garten.
- Die Laser-Firma baut einen Mäher ohne Laser
- Auspacken: solide verpackt, ein Erdspieß fehlt
- App, Account und die erste Karte
- Kanten: gut gemäht, aber ein Stop-and-go
- Mähbild, Lautstärke und Alltag
- RockMow gegen Navimow: Kamera gegen Laser, gleicher Garten
- Erster Eindruck: skeptisch rein, vorsichtig optimistisch raus
Diesmal stehe ich nicht ahnungslos daneben wie beim ersten Mal. Der Navimow läuft hier seit Wochen, gleicher Garten, gleiche Hindernisse, Trampolin, Apfelbaum, eine Schaukel mit dünnen Stangen. Ich habe also endlich einen Vergleich. Mein erster Eindruck vom RockMow: durchwachsen. Bis ich gemerkt habe, dass die Hälfte davon an mir lag.
Mein erster Eindruck zum RockMow S1 auf einen Blick
- RTK-Antenne + Kameras, kein LiDAR: orientiert sich über Antenne und zwei Kameras. Laser gibt’s bei Roborock nur im Topmodell.
- Mähbild überrascht positiv: gefühlt einen Tick sauberer als mein Navimow. Belastbar wird das erst nach Wochen.
- Kein Abo: keine Jahresgebühr, 4G nur optional.
- Auto-Kartierung fehlt noch: aktuell nur manuell, das Update ist versprochen, aber ohne Termin.
- An Kanten zäh: stoppt vorsichtshalber ständig und muss neu gestartet werden.
- Etwas lauter als der Navimow: kein Krach, aber ein hörbares Kratzen der Klingen.
- Preis: ab 1.399 € (S108) bzw. 1.599 € (S115, mein Testgerät).
- Bauchgefühl Tag 2: vorsichtig optimistisch. Kommt das Mapping-Update, ein echter Konkurrent.
Spricht für den RockMow
- Sauberes Mähbild, gefühlt einen Tick feiner als der Navimow
- Kein Abo, 4G nur optional
- Kantenmesser + Ersatzklingen serienmäßig
- Schreckhaft-Bug von Tag 1 heute schon weg
Spricht (noch) dagegen
- Auto-Kartierung fehlt, nur manuell, Update ohne Termin
- Stoppt an Kanten dauernd, das wird zäh
- Kein LiDAR, dünne Hindernisse ein Fragezeichen
- Ein Erdspieß fehlte im Karton, QC-Patzer

Roborock RockMow S115
Roborocks erster Mäher: sauberes Mähbild, kein Abo, Auto-Kartierung soll per Update kommen.
Die Laser-Firma baut einen Mäher ohne Laser
Kurz, was das Ding ist. Roborock ist bei Saugrobotern die Nummer eins, jahrelang die Laser-Marke schlechthin. Der RockMow S115 ist ihr erster Schritt in den Garten: 2WD, bis 1.500 Quadratmeter, 22 Zentimeter Schnittbreite, Schnitthöhe elektrisch verstellbar, Kantenmesser ab Werk. Preis 1.599 Euro.
Und ausgerechnet die Laser-Firma verbaut hier keinen Laser. Der S115 orientiert sich über eine aufgestellte RTK-Antenne und zwei Kameras, Roborock nennt das SentiSphere. Heißt: die Karte entsteht aus dem Kamerabild, nicht aus Laser-Abtastung. LiDAR gibt es bei Roborock nur im Topmodell für 2.699 Euro. Mein Navimow i208 hat den Laser serienmäßig, und das für 1.199. Kamera gegen Laser, im selben Garten. Darauf läuft der ganze Test hinaus.
Eine Sache mag ich sofort: kein Abo. Keine Jahresgebühr, das 4G-Modul ist freiwillig. Beim Navimow kostet mich Access+ ab dem zweiten Jahr knapp 30 Euro. Klingt nach wenig. Läppert sich.
| RockMow S115 — die Eckdaten | |
|---|---|
| Preis (UVP) | 1.599 € · bis 1.500 m² |
| Antrieb / Steigung | 2WD · bis 45 % (24°) |
| Navigation | SentiSphere: RTK-Antenne + 2 Kameras, kein LiDAR |
| Schnitt | 22 cm · 20–60 mm elektrisch · Kantenmesser serienmäßig |
| Akku / Tempo | ~150 Min · ~125 m²/h |
| Folgekosten | kein Abo, 4G optional · Nachtpause für Wildtiere an Bord |
Auspacken: solide verpackt, ein Erdspieß fehlt

Der Karton ist ordentlich, alles aufgeräumt, und ich habe den Roboter problemlos allein ausgepackt. Verarbeitung und Grunddesign erinnern stark an den Navimow, das meine ich als Kompliment. In der Hand wirkt er leichter, als die 20,3 Kilo auf dem Label vermuten lassen.
Was sofort auffiel: ein Erdspieß fehlte. Kein Drama, ich hatte genug zum Fixieren der Ladestation, aber bei einem Gerät für 1.599 Euro ist das ein unnötiger Patzer in der Qualitätskontrolle. Mit dabei sind die RTK-Antenne, die freie Sicht zum Himmel braucht, das PreciEdge-Kantenmesser und sogar Ersatzklingen. Die Ladestation musste bei mir am Ende knapp einen Meter zur Seite, sie stand zu nah an den Pfosten der Schaukel.
App, Account und die erste Karte

Bevor der RockMow fährt, will die Roborock-App einen Account, Cloud-Pflicht, Bestätigung per E-Mail. Das Koppeln war in rund fünf Minuten durch, das erste Firmware-Update hat etwas länger gebraucht. Wer schon einen Roborock-Sauger hat, kennt die App und findet sich sofort zurecht.
Dann der wunde Punkt, und ja, ein Software-Punkt beim Software-Konzern. Die automatische Kartierung, mit der geworben wird, ist im S115 noch nicht nutzbar. Sie steckt im Beta-Stadium und brach bei mir sofort ab. Also manuell, Grenze abfahren. An Tag eins kam dabei nur eine einzige Zone heraus, ohne Ausnahmen, ohne richtige Geo-Karte, in rund zehn Minuten, und das Ergebnis war mau.
Tag zwei lief es deutlich besser, weil ich es schlauer angestellt habe: Tempo runter, mehr Geduld, den Startpunkt sauber gesetzt. Auf einmal stand eine ordentliche Karte. Die halbe Misere war also ich. Anfängerfehler, vermeidbar. Das Auto-Kartieren soll per Update nachkommen, einen Termin nennt Roborock nicht.



Kanten: gut gemäht, aber ein Stop-and-go
Die Kanten übernimmt ein rotierendes Messer, das näher an die Wand kommt als ein Faden. Ich habe sie manuell nachfahren lassen, und das Ergebnis ist gut. Sauberer Abschluss, kaum Streifen.
Nur das Drumherum nervt. Sobald der RockMow glaubt, er käme irgendwo zu nah, hält er an, und ich muss das Mähen neu starten. Einmal, zweimal, geschenkt. Aber er macht das am laufenden Band. Aus einer Kantenrunde wird ein Stop-and-go, bei dem ich öfter aufs Handy tippe als der Roboter mäht. Vorsichtig sein ist gut. Nur nicht so.
Mähbild, Lautstärke und Alltag
Wenn er erstmal fährt, sieht das Ergebnis richtig gut aus. Gefühlt sogar einen Tick sauberer als beim Navimow. „Gefühlt“ schreibe ich bewusst, mir fehlen die Wochen, um das festzunageln. Aber der Schnitt an sich hat mich positiv überrascht.
Auch der nervigste Bug von Tag eins war heute weg: diese Schreckhaftigkeit, bei der er jede Bodenwelle für ein Anheben hielt und vier-, fünfmal abbrechen wollte. Heute kein einziges Mal.
Leise ist er, aber nicht lautlos. Mir fällt vor allem ein deutlich hörbares Kratzen auf, wenn die Klingen arbeiten, und insgesamt ist er ein Stück lauter als mein Navimow. Kein Krach, im Haus dreht deshalb niemand durch, aber im direkten Vergleich geht der Punkt klar an den Navimow. Eine Nachtpause zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren bringt der RockMow ab Werk mit.
RockMow gegen Navimow: Kamera gegen Laser, gleicher Garten

Der eigentliche Grund, warum ich diesen Test spannend finde: beide stehen im selben Garten, an denselben Hindernissen. Der Navimow holt sich zwei Punkte sofort, er kartiert von allein und er ist leiser. Der RockMow kontert mit der Hardware, die Räder sehen klobiger aus, packen im Alltag aber besser zu, und das Mähbild war wie gesagt einen Hauch feiner.
Die entscheidende Frage kommt aber erst noch, und sie hängt genau an Kamera gegen Laser. Die Kameras erkennen Hindernisse ab etwa vier Zentimetern. Was dünner ist, Kabel, Äste, die dünnen Stangen meiner Schaukel, kann durchrutschen. Mein Navimow lässt mit Laser einen Ring von nur 10 bis 15 Zentimetern um die Stangen stehen und fährt sauber drumherum. Ob der RockMow mit seinen Kameras da mithält, ist die Sache, die ich mir für den großen Vergleich vornehme. Ein angefahrener Schaukelpfosten wäre kein gutes Zeichen.
| Kriterium | RockMow S115 (erster Eindruck) | Navimow i208 (im Langzeittest) |
|---|---|---|
| Navigation | RTK + 2 Kameras, kein Laser | Solid-State-LiDAR |
| Auto-Kartierung | fehlt noch (Beta), nur manuell | läuft von allein |
| Schaukel-Ring (dünne Stangen) | Härtetest folgt | 10–15 cm, fährt drumherum |
| Lautstärke | hörbares Kratzen, etwas lauter | ~48–59 dB |
| Navigation abends / Schatten | Kamera, noch offen | LiDAR auch im Dunkeln |
| App-Bedienung | vertraut, wenn man Roborock kennt | unintuitiv, aber lernbar |
| Eingriffe pro Woche | folgt | 0 |
| Folgekosten | kein Abo | Access+ ab Jahr 2 (~30 €) |
| Setup-Dauer | folgt | ~2,5 Stunden |
Erster Eindruck: skeptisch rein, vorsichtig optimistisch raus
Tag eins hätte ich gesagt: noch nicht. Heute klingt das anders. Die Hardware passt, der Schnitt stimmt, der Schreckhaft-Bug war weg, und die Karte lief, sobald ich mich selbst zusammengerissen habe. Kommt das Auto-Kartieren per Update nach, wird der S115 für die Konkurrenz ernsthaft unangenehm.
Für wen er sich jetzt schon lohnt: für alle, die das Setup mit etwas Geduld selbst machen, keinen Laser brauchen und kein Abo wollen. Wer am ersten Abend einen Mäher will, der einfach läuft, ist beim Navimow besser dran. Das echte Urteil gibt es nach ein paar Wochen, samt Härtetest an den Schaukelstangen. Welche Sensor-Technik zu welchem Garten passt, habe ich vorher schon im Vergleich von LiDAR, RTK und Vision sortiert.

Roborock RockMow S115
Mein Zwischenstand: vielversprechend, aber das Auto-Kartieren entscheidet. Specs und alle Modelle der Reihe direkt beim Hersteller.
Roborock hat mir den RockMow S115 für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine.
