Die Apple Music Preiserhöhung kommt ohne Vorwarnung: Seit heute zahlen Neukunden mehr für den Streaming-Dienst, Bestandskunden sind als Nächste dran. Den Tag dafür hat sich Apple bemerkenswert ausgesucht, es ist derselbe, an dem der Konzern Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst hat. Wer gerade die Börsenkrone trägt, nimmt von Familien trotzdem drei Euro mehr im Monat.
- Neukunden zahlen ab sofort 11,99 statt 10,99 Euro im Einzelabo, das Familienabo springt von 16,99 auf 19,99 Euro, Studenten zahlen 6,99 statt 5,99 Euro.
- Bestandskunden müssen der Erhöhung aktiv zustimmen und zahlen dann ab dem nächsten Abrechnungszeitraum mehr.
- Apple begründet den Schritt mit gestiegenen Lizenzkosten der Rechteinhaber.
- Trotz Erhöhung bleibt Apple Music unter Spotify-Niveau: Dort kosten Einzelabo 12,99 und Familienabo 21,99 Euro.
Apple Music Preiserhöhung im Detail: Familien trifft es am härtesten
| Abo | Bisher | Neu | Aufschlag |
|---|---|---|---|
| Einzelperson | 10,99 € | 11,99 € | +1 € (9 %) |
| Familie (bis 6 Personen) | 16,99 € | 19,99 € | +3 € (18 %) |
| Studierende | 5,99 € | 6,99 € | +1 € (17 %) |
Die neuen Preise stehen bereits auf der Apple-Tarifseite und gelten sofort für alle, die neu abschließen. Bestandskunden bekommen eine Zustimmungsabfrage: Erst wer der Erhöhung zustimmt, zahlt ab dem nächsten Abrechnungszeitraum den neuen Tarif. Dieser Klick ist deine Bedenkzeit, danach nicht mehr.
Auffällig ist die Verteilung: Das Solo-Abo steigt um neun Prozent, das Familienabo um satte achtzehn. Wer den Dienst mit mehreren Leuten teilt, subventioniert diese Preisrunde also überproportional. Pro Kopf bleibt das Familienabo trotzdem der mit Abstand günstigste Weg zu Apple Music.
Gestiegene Lizenzkosten, sagt der Konzern mit der Börsenkrone
Als Begründung nennt Apple gestiegene Lizenzkosten, es müsse mehr Geld an Plattenfirmen und andere Rechteinhaber abgeführt werden. Das ist dasselbe Argument, das die Branche bei jeder Preisrunde bemüht, und es mag sogar stimmen. Nur fällt die Ansage ausgerechnet auf den Tag, an dem Apple an der Börse wieder ganz oben steht. Die Optik hätte ein Praktikant in der Kommunikationsabteilung verhindern können.
Dazu kommt das Muster: Apple hatte in den vergangenen Wochen bereits die Hardware-Preise angehoben, vom Apple TV 4K bis zu den HomePods. Jetzt sind die Dienste dran, und Apple Music dürfte kaum der Schlusspunkt sein. Der Sommer 2026 entwickelt sich generell zum Preiserhöhungs-Sommer, Hue hat es vorgemacht.
Im Vergleich bleibt Apple trotzdem unter Spotify
Bevor die Kündigungs-Reflexe einsetzen, ein Blick auf die Konkurrenz, Stand heute: Spotify Premium kostet in Deutschland 12,99 Euro im Einzelabo und 21,99 Euro für Familien. Apple Music bleibt also auch nach der Erhöhung in beiden Kategorien darunter.
Apple One Preiserhöhung? In Deutschland noch nicht, in den USA schon
Apple One, das Bündel aus Music, TV+ und iCloud-Speicher, steht bislang unverändert bei 19,95 Euro für Einzelpersonen und 25,95 Euro für Familien. Damit entsteht eine kuriose Lücke: Das nackte Music-Familienabo kostet jetzt 19,99 Euro und damit mehr als das komplette Apple-One-Bündel für Einzelpersonen. Familien, die neben Music noch einen zweiten Apple-Dienst nutzen, sollten jetzt nachrechnen, das 25,95-Euro-Bündel gewinnt diese Rechnung fast immer. Viel Zeit lassen würde ich mir damit nicht: In den USA hat Apple parallel bereits ausgewählte Apple-One-Stufen angehoben, nur die deutschen Bündel-Preise stehen noch. Wie lange, ist die eigentliche Frage.
Meine Einordnung: Ärgerlich, aber kein Kündigungsgrund, solange die Alternativen teurer sind. Die Abo-Inflation läuft ohnehin überall, Alexa+ verlangt ohne Prime 23 Euro im Monat, da wirken 11,99 Euro fast bescheiden. Wer beim Zustimmungs-Dialog zögert, sollte die Entscheidung nicht aufschieben, sondern bewusst treffen: zustimmen oder eben wechseln. Nur ignorieren ist keine Option, der Dialog steht sonst irgendwann wieder auf dem Schirm.
Deine Fragen zur neuen Preisliste
Was kostet Apple Music jetzt in Deutschland?
11,99 Euro im Monat für Einzelpersonen, 19,99 Euro für das Familienabo mit bis zu sechs Personen und 6,99 Euro für Studierende. Die Preise gelten seit dem 17. Juli 2026 für Neukunden.
Ab wann zahlen Bestandskunden die neuen Preise?
Erst nach aktiver Zustimmung zur Preisänderung, dann ab dem nächsten Abrechnungszeitraum. Bis zur Zustimmung läuft das Abo zum alten Preis weiter.
Warum erhöht Apple die Preise für Apple Music?
Apple verweist auf gestiegene Lizenzkosten, es müsse mehr Geld an Plattenfirmen und Rechteinhaber abgeführt werden. Die Erhöhung reiht sich in mehrere Preisschritte des Jahres 2026 ein, zuvor waren bereits Apple TV 4K, MacBooks und HomePods teurer geworden.
Kommt die Apple One Preiserhöhung auch nach Deutschland?
In Deutschland bislang nicht: Einzelperson 19,95 Euro, Familie 25,95 Euro und Premier 34,95 Euro stehen mit Stand vom 19. Juli 2026 unverändert. In den USA hat Apple allerdings ausgewählte Apple-One-Stufen bereits angehoben. Die deutschen Bündel-Preise dürften also eher Gnadenfrist als Endstand sein.





