Einmal im Monat sammelt kbd.news Verkaufszahlen von inzwischen 20 Switch-Shops weltweit ein, von MonacoKeys in Deutschland bis Yusha Kobo in Japan. Für den Juli stehen rund 600.000 verkaufte Switches in der Auswertung. Meistverkaufte Switches kürt sonst das Bauchgefühl in Reddit-Threads, hier kommen die Zahlen direkt aus den Kassen.
- Keygeek Y2 ist der meistverkaufte Switch im Juli 2026, vor dem Gateron Type R
- Acht der zehn Top-Switches sind linear, zwei Modelle davon leise
- Nur rund 600.000 verkaufte Switches: der Sommer bremst den Markt sichtbar
- MonacoKeys und InputGear liefern deutsche Euro-Preise: 12 bis 69 Cent pro Switch
- XVX Whisper: der erste Switch, der Hall-Effekt-Boards taktil macht
Keygeek Y2 gewinnt den Monat, und zwar fast überall
Der Keygeek Y2 steht nicht nur in der aggregierten Liste ganz oben, er führt auch die Einzellisten von MonacoKeys, InputGear, Lume Keebs, BeaverKeys und The Thocc Exchange an. Ein unaufgeregter Linearer für 39 Cent das Stück bei MonacoKeys. Kein Hype-Produkt, kein Group Buy, einfach ein Switch, den Leute in Stückzahlen kaufen, weil er funktioniert.
Die komplette Top 10 aus der Juli-Auswertung von kbd.news, aggregiert über alle 20 Shop-Listen:
| Platz | Switch | Typ |
|---|---|---|
| 1 | Keygeek Y2 | Linear |
| 2 | Sillyworks x Gateron Type R | Taktil |
| 3 | Keygeek Blue Cheese V2 | Linear |
| 4 | TTC Frozen V2 Silent | Silent Linear |
| 5 | HMX Yogurt S | Linear |
| 6 | Gateron Oil King | Linear |
| 7 | TTC Bluish White V2 Silent | Silent Taktil |
| 8 | Huano Sakura V2 | Linear |
| 9 | Gateron Milky Yellow Pro | Linear |
| 10 | Akko Cream Yellow Pro V5 | Linear |
Nach Gesamtvolumen ist HMX die Nummer eins unter den Herstellern, weil die Chinesen mit gefühlt jedem zweiten neuen Modell in irgendeiner Shop-Liste auftauchen. Dahinter folgen Keygeek und Gateron. Und Cherry? Platz sieben. Der deutsche Erfinder des MX-Switches taucht in den Einzellisten nur zweimal auf, mit dem MX2A Black in den USA und dem Nixie in Frankreich und Großbritannien. Kein einziger Cherry-Switch in den Top 10. Der Standard heißt bis heute MX, gekauft wird er woanders.
Meistverkaufte Switches im Juli: acht Lineare, zwei Taktile, zwei davon leise
Das Verhältnis von linear zu taktil liegt in den Top 10 bei 8:2, wie schon im Juni. Leise Switches stellen 20 Prozent der Top 10; im Dezember lag der Anteil noch bei 40 Prozent, der Silent-Boom kühlt also etwas ab, verschwindet aber nicht. Und der Sommer drückt aufs Geschäft: Statt der üblichen Million verkaufter Switches pro Monat meldet die Statistik diesmal nur etwa 600.000.
Spannender als die Zahlen finde ich einen Satz von David von InputGear, dem zweiten deutschen Shop in der Runde. Seine These: Bei den großen Marken erscheinen weniger neue Switches, weil die ab Werk verbauten Switches in Fertigtastaturen immer besser werden. Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Als ich die Epomaker x Aula F65 auf dem Tisch hatte, gab es keinen Grund, die vorinstallierten Switches auch nur anzufassen. Vor fünf Jahren war der Switch-Tausch der erste Pflichttermin nach dem Auspacken.
Meine WS Arowana aus dem Zoom75-Build tauchen übrigens in keiner einzigen Liste auf. Geschmack ist kein Massenmarkt.
XVX Whisper: das erste Topre-Gefühl fürs Hall-Effekt-Board
Abseits der Verkaufscharts steckt in der Juli-Ausgabe noch eine Neuheit, die einen eigenen Absatz verdient: Der XVX Whisper ist laut kbd.news-Review der erste Switch mit EC/HE-Dual-Sensing. Er funktioniert auf kapazitiven und auf magnetischen Platinen, und er bringt etwas mit, das es bei Hall-Effekt-Switches bislang nicht gab: einen taktilen Druckpunkt.
Hall-Effekt-Switches = Schalter, die per Magnetfeld statt Metallkontakt auslösen, bisher ausnahmslos linear. Der Whisper kombiniert eine Gummiglocke mit konischer Feder und einem Magneten im Stem: 35 Gramm Anfangswiderstand, 55 Gramm am Druckpunkt, 3,5 Millimeter Gesamtweg, leise. Das Vorbild ist unverkennbar Topre. Topre = japanische Kapazitiv-Tastaturen mit Gummiglocken (HHKB, Realforce), deren weiches Tippgefühl Kultstatus hat. Rund 60 Cent pro Switch sind für diese Nachbildung ein fairer Kurs. Ein Haken steht im Kleingedruckten: Der Whisper braucht Boards, die Magnete mit Nordpol Richtung Platine unterstützen, sonst bleibt er stumm.
In meinem Hall-Effekt-Überblick habe ich geschrieben, dass ich als reiner Tipper aus der Magnet-Technik null Nutzen ziehe. Der Whisper ist das erste Produkt, das dieses Argument ankratzt. Nicht, weil er schneller auslöst, sondern weil er einem Gaming-Board das Tippen beibringt.
Warum diese Liste mehr taugt als jeder Testsieger
Verkaufszahlen messen keine Qualität. Sie messen, wofür Leute Geld ausgeben, und genau deshalb lese ich diese Auswertung lieber als die zwanzigste Bestenliste. Wer zum ersten Mal Switches für ein Custom-Board kauft und sich nicht durch 115 Modellnamen wühlen will, macht mit dem Keygeek Y2 für 39 Cent nichts falsch. Die halbe Welt kauft ihn gerade.
Wer eine Fertigtastatur nutzt, kann die Liste entspannt ignorieren, die InputGear-These gilt: Was ab Werk drinsteckt, ist inzwischen meist gut genug. Ich nehme die kbd.news-Zahlen ab jetzt monatlich in den Blick. Falls sich Cherry doch mal zurück in die Top 10 kämpft, liest du es hier zuerst.





