Mir fehlt für diesen Text der übliche Aufhänger. Mein PC dürfte Windows 11 behalten, es liegt sogar noch auf der zweiten NVMe, und Microsofts Gnadenfristen für Windows 10 betreffen meine Hardware exakt gar nicht.
Trotzdem läuft hier seit Anfang August Fedora 44 als Hauptsystem, weil ich langfristig weg von Windows will und dieser Rechner das letzte Gerät war, auf dem es eine Hauptrolle hatte. Von Windows auf Linux umsteigen heißt bei mir also nicht Pflicht, sondern Absicht. Die Installation war an einem Nachmittag erledigt. Alles davor und danach steht in keiner der üblichen Anleitungen, zum Beispiel, warum zwischendurch eine komplett andere Distribution auf der Platte lag.
- Fedora 44 läuft seit Anfang August 2026 als Hauptsystem auf meinem Gaming-PC, Windows 11 bleibt als Zweitsystem auf der eigenen NVMe.
- Drei Distributionen habe ich vorher durchprobiert: Bazzite, CachyOS und Omarchy. Geblieben ist Fedora Workstation, weil dort Kernel und Bootloader ab Werk signiert sind.
- Die RTX 4070 Ti Super läuft, brauchte aber RPM Fusion, einen Treiberzweig-Wechsel und ein selbst signiertes Kernelmodul.
- Gaming über Steam und Proton funktioniert besser als sein Ruf, die Grenze sind Anti-Cheat-Titel, nicht die Performance.
- DaVinci Resolve läuft nur im Container stabil, und die Free-Version verweigert unter Linux H.264-Material.
- RGB ist die echte Lücke: OpenRGB kann Corsairs iCUE LINK nicht ansteuern, erst OpenLinkHub übernimmt.
Die Lage: Windows 10 läuft aus, nur eben nicht bei mir
Zur Einordnung, bevor es ins Eingemachte geht: Der reguläre Support für Windows 10 ist im Oktober 2025 ausgelaufen. Im europäischen Wirtschaftsraum verteilt Microsoft kostenlose Sicherheitsupdates inzwischen bis Oktober 2027 weiter, allerdings nur mit angemeldetem Microsoft-Konto, und neue Funktionen gibt es keine mehr. Wen die Details interessieren: Die Verbraucherzentrale hat die Lage nüchtern zusammengefasst.
Der Treiber ist ohnehin nicht die Frist, sondern die Hardware-Sperre von Windows 11. Wer einen tauglichen Rechner hat, klickt sich durchs Upgrade und denkt nie wieder darüber nach. Alle anderen haben zwei unangenehme Optionen: neue Hardware kaufen oder mit Konto-Zwang auf Zeit spielen. Oder eben die dritte, um die es hier geht. Wer vorher nur schnuppern will, kann Linux übrigens direkt unter Windows ausprobieren, ganz ohne Umbau.
Mein Fall liegt anders. Dieser Rechner (Ryzen 5 8600G, 64 GB RAM, RTX 4070 Ti Super an einem 240-Hz-Monitor) erfüllt jede Windows-11-Anforderung. Genau deshalb ist er der interessantere Testfall: kein Notausgang, sondern die Frage, ob Linux 2026 gut genug ist, um Windows freiwillig zu verlassen. Fedora bekam die zweite NVMe, Windows behielt seine, und die beiden wissen nichts voneinander.
Ein Spoiler noch, bevor jemand Expertise erwartet: Ich bin kein Linux-Profi. Ich probiere das System alle paar Jahre mal aus und bin nie lange geblieben. Das hier ist also Hilfe zur Selbsthilfe von jemandem, der die Fehler gerade erst selbst gemacht hat. Wer wissen will, wie weit man ohne Vorwissen kommt, ist hier richtig. Ein Tutorial zum Nachtippen gibt es trotzdem nicht, eher den Blick hinter die Kulissen der Erzählung, nach der gerade immer das Jahr des Linux-Desktops ist und der Umstieg ein Klacks.

Windows auf Linux umsteigen: was bei mir läuft und was nicht
Die kurze Antwort nach vier Wochen: Der Alltagskram läuft, Gaming auch, und zwar besser als sein Ruf. Kreativ-Software läuft mit Umwegen, die man kennen muss. Gar nicht laufen Adobe-Programme und Anti-Cheat-Multiplayer. Wie viel davon dich trifft, entscheidet deine Software-Liste, nicht die Distribution.
| Workload | Stand nach vier Wochen | Kurzbefund |
|---|---|---|
| Gaming (Steam, Proton) | Läuft | Proton erledigt den Rest, die Grenze sind Anti-Cheat-Titel |
| Office und Alltag | Läuft | LibreOffice und OnlyOffice, Microsoft 365 im Browser |
| KI und Coding | Läuft | Claude Code läuft nativ im Terminal, die Desktop-App nur inoffiziell |
| Fotobearbeitung | Läuft, mit Umweg | Kein Adobe: Darktable und Krita übernehmen, GIMP braucht Geduld |
| Videoschnitt (DaVinci Resolve) | Läuft, mit Umweg | Stabil nur im Container, Free-Version ohne H.264 |
| Peripherie und RGB | Läuft, mit Umweg | iCUE LINK braucht OpenLinkHub, Hersteller-Tools fehlen oft |
| Anti-Cheat-Titel und Adobe nativ | Läuft nicht | Valorant und Photoshop bleiben die zwei Windows-Gründe |
Jede Zeile bekommt weiter unten ihren eigenen Abschnitt, die großen Baustellen bekommen eigene Artikel. Vorher aber die Geschichte, die diese Tabelle erst möglich gemacht hat. Sie stand so in keinem Plan.
Der Umweg: warum ich CachyOS wieder gelöscht habe
Meine Bedingung für den Umstieg war unverhandelbar: Secure Boot bleibt an. Windows liegt auf derselben Maschine, einige Anti-Cheat-Systeme bestehen darauf, und ich wollte kein Setup, das auf einer abgeschalteten Schutzfunktion aufbaut. Klingt nach einer Fußnote. Es wurde das Thema der ersten zwei Wochen.
Angefangen habe ich trotzdem woanders. Wer nach Linux und Gaming sucht, landet zwangsläufig bei den fertigen Gaming-Distributionen, und ich habe es mit Bazzite versucht. Weit bin ich nicht gekommen: Die Grafik lief auf dem freien Ersatztreiber statt auf dem echten NVIDIA-Treiber, beim Hinterlegen des Sicherheitsschlüssels hatte ich ein Passwort gesetzt, das die Distribution gar nicht wollte, und im Bootmenü standen am Ende zwei Einträge, von denen einer den Bootloader vermisste. Nach dem dritten Anlauf habe ich abgebrochen.
Im Nachhinein war das Scheitern ein Gefallen, denn das Konzept passt sowieso nicht zu meinem Rechner. Diese Gaming-Systeme sind bewusst unveränderlich gebaut, am System selbst lässt sich also kaum etwas anpassen. Für eine Kiste unter dem Fernseher, die zum Spielen da ist, ergibt das Sinn. Meine steht im Büro und macht die Woche über anderes. Also lieber Fedora Workstation frisch installiert, dort war dieselbe Grafikkarte in drei Befehlen erledigt.
Trotzdem juckte es mich weiter. Zuerst wollte ich nur den optimierten Kernel und die Gaming-Einstellungen einer auf Tempo getrimmten Distribution in mein Fedora holen, ohne das System zu wechseln. Der Kernel bootete nicht, weil er nicht signiert war, und mit aktivem Secure Boot ist das eben Endstation. Also installierte ich das ganze System gleich mit, und plötzlich verhandelte ich mit einem Bootloader namens Limine und signierte Bootdateien von Hand.
Das BIOS meines Gigabyte-Boards stellte die gelöschten Schlüssel bei jedem Neustart heimlich wieder her, bis ich die eine zuständige Zeile fand. Am Ende lief es sogar: Secure Boot an, beide Systeme booteten. Der Preis wäre geblieben, dass jedes künftige Update Handarbeit mit Absturzrisiko ist. Zwei Tage später war auch CachyOS wieder runter, und für den dritten Versuch, das minimalistische Omarchy, hatte ich immerhin schon gelernt, vorher ein Vollbackup zu ziehen. Zurückgespielt habe ich es nach einem Abend.
Bei Omarchy kommt für mich etwas dazu, das ausdrücklich Geschmackssache ist: Mir gefällt die Kultur nicht, die um das Projekt herum aufgeführt wird, dieses Techbro-Gehabe aus Terminal-Romantik und Selbstinszenierung. Technisch ist das kein Argument, das System kann, was es verspricht. Aber ein Betriebssystem ist ein Mitbewohner, und bei Mitbewohnern darf man wählerisch sein.
Geblieben ist Fedora, aus zwei Gründen. Der technische: Es ist die Variante, bei der nur das NVIDIA-Modul eine eigene Signatur braucht, einmal eingerichtet, danach automatisch. Der Gaming-Vorteil, wegen dem ich überhaupt losgezogen war, steckt ohnehin längst im normalen Fedora-Kernel. Der zweite Grund ist unsexy und trotzdem der wichtigere:
Mir gefällt die Art, wie man GNOME bedient. Omarchy und Hyprland sind auf Tastenkürzel gebaut, und gegen einen gut geölten Shortcut habe ich nichts, im Gegenteil. Aber als Pflichtprogramm für jeden Handgriff? Ich arbeite lieber mit Maus und Übersicht, und ein Desktop, den man erst auswendig lernen muss, ist für mich kein Fortschritt. Nebenbei: COSMIC liegt als Reserve daneben, und ob KDE für Umsteiger vertrauter wäre, kann ich nicht beurteilen, ich habe es nicht ausprobiert.
Secure Boot? Einfach im BIOS abschalten, dann klappt alles. Bei mir blieb es an, und der eigentliche Gegner war eine einzige BIOS-Zeile namens Bereitstellen der werksseitigen Standardschlüssel, die gelöschte Schlüssel bei jedem Start zurückholt. Diese Zeile erwähnt keine der Anleitungen, die ich gelesen habe.

Distrohopping: das Problem, über das kein Tutorial spricht
Es gibt einen Grund, warum ich mehrere Systeme durchprobiert habe, und der liegt nicht an mir allein. Wer sich einliest, bekommt überall den neuesten heißen Kram empfohlen, hier die Distribution mit dem optimierten Kernel, dort die mit dem fertigen Gaming-Paket. Was man dagegen selten liest, ist der langweilige Satz, dass fast jedes große System gaming- und arbeitstauglich wird, wenn man ihm zwei Abende widmet.
Deshalb fallen die unaufgeregten Kandidaten in den Empfehlungslisten hinten runter. Über openSUSE Tumbleweed etwa stolpert man kaum, obwohl es genau das kann, was die meisten suchen. Dafür wechselt man alle paar Tage das System und fängt jedes Mal von vorn an: Treiber, Codecs, Erweiterungen, Einstellungen. Ich kann nicht beweisen, dass mein jetziges Setup stabiler ist als die Alternativen, dafür kenne ich sie zu flüchtig. Was ich sagen kann: Der Wechsel selbst hat mehr Zeit gefressen als jedes Problem, das ich damit lösen wollte.
Wenn ich einen Rat aus diesem Monat mitgeben darf, dann diesen: Nimm eine der großen, langweiligen Distributionen und bleib zwei Wochen dabei, auch wenn etwas klemmt. Die Zeit, die du ins Reparieren steckst, ist besser investiert als die, die du ins Neuinstallieren steckst. Dass die Szene ihr Problem selbst am besten kennt, beweist übrigens r/linuxmemes:

Gaming: besser als sein Ruf, mit einer klaren Grenze
Steam kommt aus dem RPM-Fusion-Depot, Proton übernimmt die Übersetzung, und der wichtigste Baustein steckt seit Fedora 44 direkt im Kernel: NTSYNC beschleunigt genau die Windows-Synchronisation, für die man früher Spezial-Kernel installierte. Der Umweg über eine Gaming-Distribution ist damit für mich hinfällig, das war die CachyOS-Lektion.
Die Grenze verhandelt sich nicht weg: Titel mit Kernel-Anti-Cheat verweigern unter Linux den Dienst, Valorant ist das prominenteste Beispiel. Dafür bleibt die Windows-NVMe im Rechner. Wie sich meine Bibliothek im Detail schlägt, bekommt einen eigenen Teil der Serie, und was sich im Markt gerade bewegt, hatte ich in der News zu Linux-Gaming 2026 aufgeschrieben.

Photoshop, Lightroom, DaVinci: die teuerste Baustelle
Hier trennt sich der Umstieg in zwei Wahrheiten. Adobe gibt es unter Linux nicht, Punkt. Wer beruflich in Lightroom-Katalogen lebt, hört an dieser Stelle auf zu lesen und bleibt bei Windows oder macOS, und das ist keine Schande. Für alle anderen gibt es Ersatz: Darktable für die Fotostrecke, Krita fürs Retuschieren. GIMP kann viel, verlangt aber erst einen Einrichtungs-Marathon, bis es sich nicht mehr wie 2004 anfühlt.
DaVinci Resolve ist die eigene Geschichte: Der native Installer gilt auf Fedora als notorisch kaputt, von fehlenden Abhängigkeiten bis zu Bibliotheks-Konflikten, und nach allem, was ich dazu gelesen hatte, habe ich mir den Versuch gespart. Bei mir läuft Resolve in einem Container, der fertigen davincibox samt CUDA auf der NVIDIA-Karte, und in dieser Form übersteht es auch Fedora-Updates. Dazu kommt eine Einschränkung, die viele erst nach dem Import merken: Die kostenlose Version schneidet unter Linux kein H.264-Material. Kamera-Clips müssen also vorher durch HandBrake, oder man kauft die Studio-Lizenz. Ich habe Studio, für mich war das Thema damit erledigt, bevor es eines wurde. Das komplette Setup wird ein eigener Serienteil, inklusive der fünf Anleitungen, die ich brauchte, bis alles saß.

Bildbearbeitung und Videoschnitt gibt es doch auch unter Linux, heißt es. Stimmt. Was fehlt: dass GIMP erst nach ordentlich Anpassungsarbeit brauchbar wird und die kostenlose DaVinci-Version unter Linux kein H.264 annimmt. Beides erfährst du in der Regel erst, wenn der Nachmittag schon investiert ist.
Office und Alltag: unspektakulär im besten Sinn
Der Teil, über den es am wenigsten zu erzählen gibt, und genau das ist die Nachricht. LibreOffice ist vorinstalliert, OnlyOffice hält sich enger an Microsofts Dateiformate, und wer an Microsoft 365 hängt, nutzt es im Browser wie auf jedem anderen Gerät. Der Rest des Alltags, vom Browser bis zum Streaming, fühlt sich an wie vorher.
Die einzige echte Alltags-Baustelle war der Umzug der Passwörter aus Apples Schlüsselbund. Der endete mit einer eingefrorenen Import-Funktion und einem Plan B über Firefox Sync, auch so eine Geschichte, die einen eigenen Serienteil verdient.
KI und Vibe-Coding: das Terminal ist hier zuhause
Für die KI-Arbeit ist Linux kein Kompromiss, eher ein Heimspiel. Claude Code läuft nativ im Terminal, ChatGPT und Co. laufen im Browser sowieso. Nur bei den Desktop-Apps zeigt sich der Nischen-Status: Anthropics Linux-Version gibt es offiziell nur für Ubuntu und Debian, auf Fedora hilft ein inoffizielles Community-Paket.
Spannender wird es lokal: 16 GB Grafikspeicher und 64 GB RAM sind eine solide Basis für eigene Modelle per Ollama. Was davon im Alltag Bestand hat, teste ich gerade, auch das landet in der Serie.
Peripherie: die wahre Grenze heißt RGB
Treiber waren nie das Problem, Maus und Monitor liefen ab Minute eins. Das Problem ist die Hersteller-Software, die es unter Linux nicht gibt. Corsairs iCUE existiert hier nicht, und das oft empfohlene OpenRGB stürzte in der Fedora-Paketversion beim Start ab. Selbst in der aktuellen Fassung kann es mein iCUE-LINK-System nicht ansteuern, das läuft über ein eigenes Hub-Protokoll.
Gerettet hat mich ein Community-Projekt: OpenLinkHub spricht den LINK-Hub direkt an, kommt für Fedora fertig paketiert und steuert Lüfter und Beleuchtung über ein Web-Dashboard. Dasselbe Muster zieht sich durch: Beim Shure-Mikrofon und beim Tastatur-Konfigurator von NuPhy fehlt der offizielle Weg, und ob die Community-Lücke trägt, entscheidet über den Alltag. Die komplette Peripherie-Bilanz folgt als eigener Teil. Mit Nanoleaf kämpfe ich noch, da bin noch nicht besonders weite gekommen, auch wenn ich weiß, dass es eine(?) entsprechende GNOME-Erweiterung gibt. Dazu eventuell in weiteren Artikeln mehr.

Meine wichtigste Umstiegshilfe war ein Chatfenster
Kommen wir zu dem Teil, den die coolen Tutorials komplett auslassen. In fast jedem Video sitzt jemand vor drei Terminals und weiß auswendig, welches Paket wohin gehört. Bei mir sah es anders aus: Ich saß abends da, hatte ein Problem, das in keiner Anleitung stand, und habe es einer KI beschrieben. Nicht einmal, sondern über Wochen, praktisch jeden Abend.
Kurios daran ist, welche Hilfe am Ende funktionierte. Am zuverlässigsten war ein ganz normales Chatfenster im Browser. Das aufwendig eingerichtete Terminal-Werkzeug mit allen Erweiterungen und Konfigurationsdateien, das ich beruflich täglich nutze, lief bei denselben Problemen mehrfach im Kreis und lag ausgerechnet bei Kernel-Themen daneben. Das Werkzeug, das für solche Arbeit gebaut ist, verlor gegen das simple Chatfenster, und ich habe bis heute keine gute Erklärung dafür.
Für dich heißt das zweierlei. Erstens: Du brauchst kein Linux-Wissen im Kopf, um umzusteigen, du brauchst die Fähigkeit, dein Problem präzise zu beschreiben und die Antwort zu prüfen, bevor du sie ausführst. Zweitens: Lass dir vor dem Umstieg ein Cheatsheet mit den zwanzig Befehlen bauen, die du brauchst: Paketverwaltung, Treiber, Dienste, Snapshots. Das ist unspektakulär und hilft mehr als jedes Video, in dem alles beim ersten Versuch klappt.
Drei Abende, die du dir sparen kannst
Für wen sich der Umstieg 2026 lohnt und für wen nicht
Lohnt sich für…
- Alltags-Nutzer: Browser, Office und Streaming, gern mit Hardware auf der Windows-11-Abschussliste. Der einfachste Fall.
- Spieler ohne Anti-Cheat-Titel: Die Steam-Bibliothek läuft über Proton, seit Fedora 44 ohne Spezial-Distribution.
- Entwickler und KI-Nutzer: Terminal, Container und Claude Code machen den Wechsel fast zum Upgrade.
Eher nicht für…
- Adobe-Profis: Photoshop und Lightroom existieren unter Linux nicht, und wer davon lebt, wechselt nicht auf Ersatz.
- Valorant und Co.: Kernel-Anti-Cheat verweigert unter Linux den Dienst, daran ändert auch Proton nichts.
- Terminal-Verweigerer: Vieles geht ohne Kommandozeile, alles nicht. Wer sie kategorisch ablehnt, wird nicht glücklich.
Zur Distribution: Meine Empfehlung nach diesem Monat ist Fedora, aus den Gründen oben. Linux Mint gilt als der sanftere Klassiker für Umsteiger, und zum viel gelobten KDE-Desktop kann ich nichts sagen, den habe ich nicht getestet. Wichtiger als die Wahl ist ohnehin das Sicherheitsnetz, und da habe ich zweimal Glück gehabt, bevor ich es systematisch gemacht habe: ein eigenes Laufwerk für Linux, damit Windows unangetastet daneben liegen bleibt, und ein Vollbackup, bevor man eine zweite Distribution ausprobiert. Fedora legt seine Dateien so ab, dass Systemschnappschüsse mit Btrfs Assistant gut funktionieren, das gern verlinkte Timeshift ist hier die falsche Wahl.
| Die Distributionen aus diesem Artikel | |
|---|---|
| Fedora Workstation | Geblieben. Meine Empfehlung für Umsteiger mit NVIDIA-Karte und aktivem Secure Boot |
| Linux Mint | Der sanfte Klassiker für Umsteiger, von mir nicht getestet |
| openSUSE Tumbleweed | Steht hier stellvertretend für die unaufgeregten Kandidaten, die in den Empfehlungslisten fehlen |
| Bazzite | Unveränderliches Gaming-System, mein Versuch scheiterte am Treiber-Setup |
| CachyOS | Auf Tempo getrimmt, lief bei mir zwei Tage |
| Omarchy | Minimalistisch und tastaturzentriert, hielt bei mir einen Abend |
Bevor du wechselst: die Fünf-Minuten-Entscheidung

Kurz sortiert: die Umstiegs-Fragen
Lohnt sich der Umstieg von Windows auf Linux?
Wenn deine wichtigste Software läuft oder Ersatz hat, ja. Alltag, Office und der Großteil der Steam-Bibliothek funktionieren unter Fedora 44 ohne Bastelei. Die Ausnahmen heißen Adobe und Kernel-Anti-Cheat, wer davon abhängt, bleibt besser bei Windows.
Welche Programme laufen unter Linux nicht?
Nativ fehlen vor allem die Adobe-Programme sowie Multiplayer-Titel mit Kernel-Anti-Cheat wie Valorant. Microsoft Office gibt es nur im Browser. Für vieles existiert Ersatz, etwa Darktable statt Lightroom oder DaVinci Resolve statt Premiere, Letzteres mit Codec-Einschränkung in der Free-Version.
Kann ich unter Linux mit Steam spielen?
Ja. Steam läuft nativ, und Protons Übersetzungsschicht startet die meisten Windows-Spiele per Klick. Seit Fedora 44 steckt mit NTSYNC der wichtigste Gaming-Baustein direkt im Kernel, Spezial-Distributionen braucht es dafür nicht mehr.
Was passiert, wenn Windows 10 keinen Support mehr bekommt?
Der Rechner läuft weiter, bekommt aber keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Im europäischen Wirtschaftsraum verteilt Microsoft kostenlose Updates noch bis Oktober 2027, allerdings nur mit Microsoft-Konto. Danach bleiben neuer PC, Risiko oder Systemwechsel.
Welches Linux eignet sich für Windows-Umsteiger?
Aus meinem Umstieg: Fedora Workstation, weil Secure Boot und NVIDIA-Treiber dort mit dem geringsten Aufwand sauber laufen. Linux Mint gilt als sanfter Einstieg. Wichtiger als die Distribution ist ein Dual-Boot-Sicherheitsnetz auf getrennten Laufwerken.
Drei Wochen lang habe ich Probleme gelöst, die ich unter Windows nie hatte, und war dabei seltener genervt als erwartet. Unter Windows repariere ich Dinge, die mir das System einbrockt. Unter Linux repariere ich Dinge, die ich mir selbst eingebrockt habe. Das klingt nach demselben Frust, fühlt sich aber komplett anders an: Das eine ist Verwaltung, das andere ist Besitz.
Der Umstieg war nie das Problem, die Anleitungen waren es
Nach vier Wochen ist die Rollenverteilung klar: Fedora ist Alltag, Windows ist Gast. Die zweite NVMe bleibt für die zwei Fälle, die Linux nicht abdeckt, und wird seltener gebootet, als ich dachte. Was mich der Umstieg gekostet hat, waren keine Nerven, sondern Abende, und die meisten davon gingen auf das Konto von Anleitungen, die Probleme weglächeln, statt sie zu lösen.
Diese Serie macht es andersherum: ein Thema pro Teil, samt allem, was schiefging. Den Anfang macht das Kapitel mit dem größten Schmerz, die NVIDIA-Einrichtung mit Secure Boot, danach folgt DaVinci Resolve auf Fedora. Sobald sich neue Entwicklungen ergeben, geht diese Linux-Umsteiger-Serie weiter.
