Ich hatte in den letzten Wochen so viele smarte Lampen, Strips und Panels auf dem Schreibtisch, dass mein Büro aussah wie ein Messestand nach Ladenschluss. Alles getestet, alles fotografiert. Das meiste davon bleibt, aber über dem Ikea-Schrank war noch eine leere Wand, die mich seit Wochen angestarrt hat. Dann lag da noch das Nanoleaf Rope. Fünf Meter LED-Schlauch, Matter-fähig, biegbar. Nur: einfach an die Wand hängen und hoffen, dass es gut aussieht? Dann sieht das in drei Wochen aus wie eine auf dem Grill vergessene Wurst.
Als dann sowieso ein IKEA-Einkauf anstand, sind spontan zwei SKÅDIS Lochplatten mit in den Wagen gewandert. 70 Euro für beide, ein Nachmittag Bastelzeit und die vage Hoffnung, dass das Ergebnis besser aussieht als mein letztes DIY-Projekt. Was dabei rauskam: eine IKEA Lochplatte mit LED-Hintergrundbeleuchtung, die ich behalte. Auch wenn nicht alles so lief wie gedacht.
Nanoleaf hat mir das Rope Light für diesen Test zur Verfügung gestellt. Die IKEA-Lochplatten habe ich selbst gekauft. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine.
Was drinsteckt (und was es kostet)
Für das Projekt braucht es nicht viel. Zwei IKEA SKÅDIS Lochplattenkombinationen liefern die Basis: Pro Set bekommt man eine Platte (76 x 56 cm, Hartfaserplatte in Weiß), eine Klemme, fünf Behälter, einen Haken und eine Ablage. Kostenpunkt: 35 Euro pro Stück, also 70 Euro für beide. Schrauben und Dübel für die Wandmontage sind nicht dabei, die muss man passend zur eigenen Wand selbst besorgen. IKEA liefert aber Verbindungsstücke mit, um zwei Platten sauber nebeneinander zu hängen.

Dazu kommt das Nanoleaf Smart Multicolor Rope Light. Fünf Meter LED-Schlauch in Silikonhülle, 420 adressierbare LEDs, die einzeln angesteuert werden können. Heißt: Farbverläufe, Wellen, Regenbogen statt nur eine Farbe für den ganzen Streifen. Nanoleaf nennt das RGBIC. Dazu Matter over WiFi, also kompatibel mit Apple Home, Google Home, Alexa und SmartThings, ohne separaten Hub. Im Karton liegen das Rope, ein Inline-Controller, ein Netzteil, Montageclips mit 3M-Klebestreifen und eine Karte für die Desktop-App. Regulärer Preis: 89,99 Euro.

Gesamtkosten für das Projekt, wenn man alles selbst kauft: rund 165 Euro inklusive Dübel und Schrauben. Nicht gerade ein Schnäppchen für zwei Lochplatten mit Hintergrundbeleuchtung. Aber günstiger als ein fertiges RGB-Pegboard von der Stange, und man hat am Ende ein Setup, das sich per App und Sprache steuern lässt.
Das brauchst du für dieses kleine DIY-Projekt
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Jetzt kaufenFür dieses Projekt brauchst du zwei IKEA-Lochplatten. Du bekommst sie natürlich auch mit weniger bzw. gar keinem Zubehör.
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89,99 €Jetzt kaufen5m sind hierfür mehr aus ausreichend, sehr schöne Gradient-Effekte, keine Lichtpunkte erkennbar. Mit 300 Lumen aber leider nicht die hellste Kerze auf der Torte.
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29,99 €Jetzt kaufenEmpfehlenswert, wenn du das Licht nicht nur per App steuern willst, sondern wie einen normalen Lichtschalter. Mit Bewegungs-und Tageslicht-Sensoren, Matter-kompatibel und programmierbaren Buttons.
18.05.2026 07:00 Uhr
Montage der IKEA Lochplatte und Nanoleaf Rope

Erst die Lochplatten. Ausmessen, Löcher bohren, Dübel rein, Platten aufhängen. IKEA liefert keine Schrauben mit, weil Wände eben unterschiedlich sind. Bei mir war es Rigips, also Hohlraumdübel. Die beiden Platten hängen nebeneinander über dem Sideboard, verbunden mit den SKÅDIS-Verbindungsstücken, die IKEA beilegt. Der Teil war in zwanzig Minuten erledigt und so unkompliziert wie man es von IKEA erwarten darf.

Dann das Rope. Und da fingen die Lektionen an. Nanoleaf legt Montageclips mit 3M-Klebestreifen bei, aber keine Schablone und keine Empfehlung, wie man den Schlauch auf der Rückseite einer Lochplatte verlegen soll. Ist auch nicht der vorgesehene Einsatzzweck. Ich hatte die Idee, das Rope in einer Art Kardiolinie zu verlegen, so eine EKG-Welle, die durch die Löcher der Platten leuchtet. Kreativ gedacht. Sah in der Praxis leider nicht so aus wie im Kopf. Die Wellenform kommt hinter den Platten kaum zur Geltung, weil das Licht eben gleichmäßig durch die Löcher scheint, egal ob der Schlauch gerade oder wellenförmig liegt. Erste Lektion: vorher überlegen, nachher kleben.

Mein Tipp für alle, die das nachmachen wollen: Legt das Rope gleichmäßig und gerade, am besten in parallelen Bahnen über die gesamte Rückseite. Das gibt eine saubere, gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung. Die kreative Verlegung spart euch. Was man ebenfalls wissen sollte: Fünf Meter sind für eine einzelne Platte zu viel, bei zwei Platten nebeneinander bleibt aber trotzdem ein Stück übrig, wenn man nur den Rand entlanggeht. Für eine vollflächige Abdeckung der Rückseite passen die fünf Meter bei zwei Platten ziemlich gut.
Insgesamt hat der Aufbau mit Ausmessen, Bohren und Rope-Montage knapp eine Stunde gedauert. Kein Wochenendprojekt, aber auch nichts für zwischendurch.
So sieht die IKEA Lochplatte mit LED aus

Tagsüber sind die beiden Lochplatten einfach das, was sie sind: weiße IKEA-Platten über dem Sideboard, an denen Kopfhörer, Kabel und Krimskrams hängen. Das Rope sieht man nicht, es sitzt komplett auf der Rückseite. Erst wenn es draußen dunkler wird und man das Licht einschaltet, passiert was. Die 420 LEDs leuchten durch die Löcher der Platten und erzeugen ein Muster aus kleinen Lichtpunkten auf der gesamten Fläche. Je nach Szene in einer Farbe, als Verlauf oder als langsam wandernder Regenbogen.

Und hier kommt die nächste Lektion: Die 300 Lumen des Rope reichen als Akzent, nicht als Raumbeleuchtung. Bei komplett dunklem Büro sieht es richtig gut aus, die Lichtpunkte leuchten kräftig und der Farbverlauf kommt zur Geltung. Bei normalem Raumlicht verschwindet der Effekt fast. Wer sich einen kräftigen Glow wie bei einer Ambilight-Nachrüstung erhofft, wird enttäuscht. Als stimmungsvolle Ergänzung zum restlichen Bürolicht funktioniert es, als alleiniger Blickfang bei Tageslicht nicht.

Was mich überrascht hat: Durch die Silikonhülle des Rope sieht man keine einzelnen LED-Punkte am Schlauch selbst. Das Licht ist diffus und gleichmäßig. Erst die Löcher der SKÅDIS-Platte machen daraus ein Punktmuster. Das war nicht geplant, sieht aber besser aus als erwartet.

Das Rope im Büro: Nanoleaf, Hue und Govee an einem Ort
Wer meine Reviews zum Nanoleaf Lines oder zur Nanoleaf Skylight kennt, weiß was jetzt kommt: die App. Nanoleaf hat die Einrichtung auch beim Rope nicht entschärft. Die Nanoleaf App ist nach wie vor überfrachtet, verschachtelt, und gelegentlich so überraschend wie ein Adventskalender mit Socken drin. Beim Rope lief das Pairing per WiFi bei mir ohne den Totalausfall, den ich bei den Lines hatte. Aber mehrere Versuche waren nötig, bis die Verbindung stand. Andere Nutzer berichten von WiFi-Abbrüchen während des Matter-Pairings und Firmware-Updates, die sich beim ersten Versuch aufhängen. Wer das Rope kauft, sollte Geduld mitbringen und ein stabiles 2,4-GHz-WLAN in Reichweite haben.


Ist das Rope einmal eingerichtet, läuft es. In der Nanoleaf App steuert man Farben, Helligkeit und Szenen. Davon gibt es reichlich: von Cyberpunk über Cherry Blossom bis Fireside sind fertige Stimmungen dabei, und die Community liefert ständig nach. Das RGBIC sorgt dafür, dass Farbverläufe über die gesamten fünf Meter laufen, nicht nur eine Farbe für den ganzen Schlauch. Das sieht durch die Löcher der Lochplatte tatsächlich besser aus als erwartet.
Nach der Nanoleaf App kam der nächste Schritt: das Rope in Homey Pro einbinden. Das ging über die Nanoleaf-Erweiterung in Homey ohne Drama. Das Rope sitzt jetzt im Raum „Büro“ zusammen mit den Nanoleaf Blocks, den Lines, der Skylight, einer Hue-Lampe und Govee-Licht. Gesteuert wird alles zusammen über einen Hue Dimmer Switch, den ich umfunktioniert habe: ein Knopf, alle Lichter. Dazu ist das Rope über den Nanoleaf Sense+ eingebunden, einen kleinen Funksensor mit Bewegungs- und Tageslichterkennung. Betritt man das Büro, gehen die damit verbundenen Nanoleaf-Lichter automatisch an.
Auch hier eine Lektion: Der Sense+ reagiert auf Bewegung, unterscheidet aber nicht zuverlässig zwischen dunkel und hell. Tagsüber schaltet er die Lichter genauso ein wie abends. Man kann damit leben, aber elegant ist das nicht.
Was ich beim nächsten Mal berücksichtigen werde
Die Helligkeit. 300 Lumen auf fünf Meter sind als Akzentlicht in Ordnung, aber hinter zwei Lochplatten kommt davon nicht mehr viel an. Tagsüber sieht man die Beleuchtung kaum. Abends und im dunklen Raum passt es, aber für einen echten Wow-Effekt bei Tageslicht bräuchte man ein stärkeres Rope oder eine zweite Lage.
Die Länge. Fünf Meter sind die einzige Option. Für eine einzelne SKÅDIS-Platte ist das zu viel, für zwei Platten vollflächig reicht es knapp, und wenn man nur den Rand entlanggeht, bleibt ein Rest übrig, den man irgendwo hinter dem Sideboard verstecken muss. Eine Drei-Meter-Variante oder die Möglichkeit, das Rope zu kürzen, wäre sinnvoll gewesen. Gibt es aber nicht.
Mein eigener Fehler: die Verlegung. Ich habe das Rope in einer Kardiolinie verlegt statt in geraden Bahnen. Sah im Kopf cool aus, bringt in der Praxis nichts, weil die Wellenform durch die gleichmäßig verteilten Löcher nicht zur Geltung kommt. Wer das nachmacht: gerade verlegen, gleichmäßig verteilen, fertig.
Und der Preis. 89,99 Euro für einen LED-Schlauch, der als Hintergrundbeleuchtung hinter einer IKEA Lochplatte etwas zu dezent ist. Nanoleaf positioniert das Rope als Design-Objekt, das man sichtbar an die Wand biegt. Hinter einer Lochplatte versteckt man es aber. Da zahlt man für die Neon-Optik und die Biegbarkeit, die man gar nicht sieht. Ein günstigerer LED-Strip hätte für reine Hintergrundbeleuchtung den gleichen Effekt gehabt. Was das Rope trotzdem rechtfertigt: Matter, die adressierbaren LEDs und die nahtlose Integration ins bestehende Nanoleaf-Setup.
Fazit IKEA Lochplatte & Nanoleaf Matter Neon Rope
Zwei IKEA Lochplatten, ein Nanoleaf Rope, eine Stunde Aufbau und ein paar Lektionen reicher. Das Ergebnis ist kein Designerstück aus einem Pinterest-Board, aber es ist meins, es funktioniert und es sieht abends verdammt gut aus. Die SKÅDIS-Platten tun tagsüber ihren Job als Organizer, und wenn es dunkel wird, leuchten 420 LEDs durch die Löcher und machen aus einer IKEA Lochplatte etwas, das kein Besucher dort erwartet.
Perfekt ist es nicht. Das Rope ist für reine Hintergrundbeleuchtung eigentlich zu schade und gleichzeitig nicht hell genug dafür. Die App bleibt Nanoleafs Schwachstelle. Und 165 Euro für zwei Lochplatten mit LED-Schlauch sind kein Impulskauf. Wer aber schon Nanoleaf-Produkte im Haus hat und ein Büro aufhübschen will, ohne stundenlang zu basteln, bekommt hier ein Projekt, das in einem Nachmittag steht und sich danach per Sprache, App oder Bewegungssensor steuern lässt.
Würde ich es nochmal machen? Ja. Aber mit Plan.
Häufige Fragen
Wie befestige ich eine IKEA SKÅDIS Lochplatte an der Wand?
IKEA liefert keine Schrauben mit, weil das vom Wandmaterial abhängt. Bei Rigips brauchst du Hohlraumdübel, bei Beton normale Dübel mit passenden Schrauben. Die Befestigungsbeschläge für die Wand sind im Set dabei, ebenso Verbindungsstücke, wenn du mehrere Platten nebeneinander hängen willst. Ausmessen, zwei Löcher pro Platte bohren, fertig.
Kann man mehrere SKÅDIS Lochplatten nebeneinander hängen?
Ja. IKEA legt Verbindungsstücke bei, mit denen sich zwei oder mehr Platten sauber aneinanderreihen lassen. Bei meinem Projekt hängen zwei Platten (je 76 x 56 cm) nebeneinander, ergibt eine Gesamtfläche von gut 150 x 56 cm.
Welche LED-Beleuchtung passt hinter eine IKEA Lochplatte?
Grundsätzlich jeder flexible LED-Streifen. Das Nanoleaf Rope eignet sich wegen der Silikonhülle und Biegbarkeit besonders gut, ist mit rund 90 Euro aber nicht günstig. Günstigere Alternativen sind Govee RGBIC Strips oder einfache USB-LED-Streifen. Wer Smart-Home-Integration über Matter will, hat aktuell die Wahl zwischen Nanoleaf, Govee und wenigen anderen.
Braucht das Nanoleaf Rope einen Hub?
Nein. Das Rope verbindet sich per WiFi direkt mit dem Router und lässt sich über die Nanoleaf App steuern. Für die Einbindung in Apple Home, Google Home oder Alexa unterstützt es Matter over WiFi, ebenfalls ohne zusätzlichen Hub. Einen Smart-Home-Hub wie Homey Pro brauchst du nur, wenn du das Rope zusammen mit Geräten anderer Hersteller in Automationen steuern willst.





