Den IKEA Heizkörperthermostat Liljebagge gibt es offiziell noch nicht, aber er ist trotzdem schon mal kurz in der IKEA-App aufgetaucht. Reddit-Nutzer haben ihn dort gesehen, Screenshots gemacht, dann hat IKEA die Kategorie wieder rausgenommen. Schöner Zeitpunkt für einen Leak: heute 25 Grad, die Heizung ist seit Tagen aus, und Schweden zeigt dir, was du im November vielleicht kaufen sollst. Was die App verrät und was offen bleibt.

IKEAs eigene App hat den Heizkörperthermostat verraten
Aufgefallen ist es Nutzern in der Subreddit r/tradfri. Beim Hinzufügen eines neuen Geräts in der IKEA-Home-App tauchte plötzlich eine Kategorie für Heizkörperthermostate auf, inklusive Bild und Produktcode. Im Quellcode der App stand der Codename LILJEBAGGE, dazu die Modellnummer E2497. Der Bericht ist über homekits.de dann auch in der deutschen Smart-Home-Nische gelandet.
Spannend ist nicht nur, dass es den Eintrag gab, sondern dass IKEA ihn nach einem späteren App-Update wieder entfernt hat. Testweise verbundene Drittanbieter-Thermostate, die Nutzer kurz angekoppelt hatten, waren danach auch nicht mehr sichtbar. Das ist das typische Muster, wenn ein Feature versehentlich ausgerollt wird, bevor es eigentlich fertig ist. IKEA hat sich offiziell nicht geäußert.
Liljebagge sieht aus wie ein größerer Timmerflotte
Das App-Bild zeigt einen kleinen Quader mit einer schlichten LED-Front, der erkennbar in derselben Designsprache steht wie der Timmerflotte, IKEAs Temperatur- und Feuchtigkeitssensor. Kein Drehring wie bei Eve, kein Display wie bei tado. Eine Reihe LEDs, ein Knopf, fertig. Wenn IKEA die Linie durchhält, ist die Optik eher Werkzeugkasten als Wohnzimmer-Schmuck. Das passt zum Preisniveau, das man von der Marke kennt, und es passt zur Strategie.
Diese Strategie heißt Matter over Thread: Smart-Home-Geräte sprechen über das funkleichte Thread-Mesh und melden sich beim plattformübergreifenden Standard Matter an, ohne eine eigene Hersteller-Cloud zu brauchen. Bei IKEA übernimmt aktuell der Dirigera-Hub die Rolle des Thread Border Routers, also der Brücke zwischen dem Thread-Mesh im Haus und dem normalen WLAN. Wer schon einen HomePod mini oder einen Apple TV 4K im Haus stehen hat, hat dieselbe Brücke übrigens auch bei sich, nur in der Apple-Variante.
Praktisch heißt das: Wenn der Liljebagge tatsächlich mit Matter over Thread kommt, wäre er nicht an die IKEA-App gebunden. Apple Home liest ihn aus, Homey kann ihn in Automationen einbauen, andere Matter-Plattformen ziehen mit. Genau dieses Prinzip hat IKEA in den letzten zwölf Monaten quer durchs Sortiment gezogen.
Sieben weitere Codenamen, ein Treiber, viel Spekulation
Im selben App-Fund tauchten neben dem Liljebagge noch sieben weitere Produktnamen auf. Der einzige darunter, der schon belastbare Spuren hinterlässt, ist der Dubbelkisel. Dabei handelt es sich um einen LED-Treiber für Möbel-Einbauleuchten, der die Matter-Zertifizierung der Thread Group bereits durchlaufen hat. Erwartet werden vier Varianten mit 15 und 30 Watt, je in einer EU- und einer Nordamerika-Version.
Die übrigen sechs Namen sind bisher nur Strings im Quellcode: Solstal, Brandhake, Sommarplaga, Längdmätt, Lykaste, Mellangyllen. Was sich dahinter verbirgt, weiß außerhalb von IKEA niemand. Die schwedischen Wortwurzeln deuten alles und nichts an, von Sonnenschein bis Sommerplage. IKEA hat in der Vergangenheit gern Codenamen vergeben, die mit dem späteren Produkt nichts mehr zu tun hatten.
Was der IKEA Heizkörperthermostat gegen Eve und tado in der Hand hätte
Heizkörperthermostate sind in der DE-Smart-Home-Nische ein eigener kleiner Krieg. Eve Thermo in der fünften Generation liefert Matter 1.4.1 ab Werk und richtet sich an die Apple-Home-Klientel. tado X steht in jedem zweiten Baumarkt, hat dafür aber sein Abo-Modell, das man mögen muss. Bosch und Homematic IP mischen drumherum mit, jeder mit eigenem Hub und eigener Logik. Die Preise pro Heizkörper liegen meistens zwischen 60 und 90 Euro, Mehrfach-Sets ziehen das nach unten, aber nicht weit.
IKEA käme in genau diese Lücke mit dem, was IKEA immer mitbringt: Preis. Bei Lampen und Sensoren liegt das Sortiment regelmäßig 30 bis 50 Prozent unter dem Markenpreis-Niveau. Ein IKEA Heizkörperthermostat in dieser Logik würde Eve und tado direkt unter Preisdruck setzen. Wenn der Liljebagge in dieser Logik landet und über Matter direkt in Apple Home, Homey und Co. sichtbar ist, wird er für viele Haushalte interessant, die bisher zwischen teuer-mit-App und billig-ohne-Smart gerungen haben. Mein Eve-Thermo-Test aus dem Frühjahr ist da als Maßstab nicht unbeteiligt: Was Eve technisch sehr ordentlich macht, müsste IKEA für deutlich weniger Geld zumindest in Reichweite bringen.
Dass IKEA das ernst meint, sieht man an der eigenen Roadmap. Über zwanzig neue Matter-over-Thread-Geräte sind seit Januar 2026 angekündigt oder schon im Verkauf, vom Sensor bis zum Schalter. Heizkörperthermostate sind die letzte große Smart-Home-Kategorie, die im IKEA-Sortiment noch fehlt. Dass sie kommt, ist nach diesem Leak nicht mehr die Frage. Die Frage ist nur noch wann.
Was ist der IKEA Liljebagge?
Der Liljebagge ist ein bisher nicht offiziell angekündigter IKEA Heizkörperthermostat, der durch einen Bug in der IKEA-Home-App sichtbar wurde. Im App-Quellcode trägt er die Modellnummer E2497. Spezifikationen oder ein Verkaufsstart sind noch nicht bekannt.
Wann kommt der IKEA Liljebagge auf den Markt?
Es gibt kein offizielles Veröffentlichungsdatum. Da IKEA die Kategorie nach dem Leak wieder aus der App entfernt hat, befindet sich das Produkt vermutlich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Realistisch ist ein Verkaufsstart frühestens zur Heizperiode 2026/27.
Wird der IKEA Liljebagge mit Apple Home und Matter funktionieren?
Sehr wahrscheinlich ja. IKEA setzt seit 2026 konsequent auf Matter over Thread. Damit wäre der Liljebagge auch ohne IKEA-eigene App in Apple Home, Google Home, Samsung SmartThings und Homey nutzbar. Bestätigt ist das aber noch nicht.
Wie unterscheidet sich der Liljebagge von Eve Thermo und tado X?
Der wahrscheinlichste Unterschied ist der Preis. Eve Thermo und tado X liegen zwischen 60 und 90 Euro pro Heizkörper. IKEA verkauft vergleichbare Smart-Home-Hardware regelmäßig 30 bis 50 Prozent günstiger. Die Frage ist, ob der Liljebagge die Komfort-Funktionen der etablierten Konkurrenz erreicht.
Noch ist das nichts
Was hier steht, ist eine versehentlich offene Tür, kein Schaufenster. IKEA hat den Liljebagge nicht angekündigt, nicht datiert und nicht bepreist. Die Kategorie ist nach einem App-Update wieder weg, das Reddit-Bild ist alles, was bleibt. Dass IKEA an einem Heizkörperthermostat arbeitet, ist nach diesem Leak unstrittig. Dass er bis zur nächsten Heizperiode in den deutschen Filialen steht, ist es nicht.
Der Liljebagge wäre ein vernünftiges Gerät zum richtigen Zeitpunkt, wenn IKEA ihn baut wie die anderen Matter-over-Thread-Produkte des Hauses. Vorerst ist er aber ein Eintrag im App-Quellcode. Heute, bei 25 Grad, ist das die richtige Aggregatzustand-Zone für eine Heizungs-News.





