Der Homey Pro kostet ab dem 1. Juni 2026 449 Euro statt bisher 399, der Homey Pro Mini steigt von 249 auf 279 Euro. Hersteller Athom hat die Preiserhöhung am 18. Mai über den eigenen Newsroom angekündigt und nennt einen einzigen Grund: gestiegene Kosten für RAM und eMMC-Speicher, die Raspberry Pi an Athom durchreicht. Wer noch zum alten Preis kaufen will, hat zwölf Tage Restbestand oder bis dieser ausverkauft ist.

Was teurer wird, was nicht
Die Preisänderung trifft nur die beiden Hardware-Hubs, die das Compute-Modul von Raspberry Pi enthalten:
| Produkt | Bisher | Ab 1. Juni 2026 | Differenz |
|---|---|---|---|
| Homey Pro | 399 € / 399 $ | 449 € / 449 $ | +50 € / +50 $ |
| Homey Pro Mini | 249 € / 199 $ | 279 € / 249 $ | +30 € / +50 $ |
Nicht betroffen sind Homey Bridge (der Cloud-Hub ohne lokales Compute-Modul), der Energy Dongle, das Abo-Modell Homey Cloud und die Self-Hosted-Server-Lizenz. Athom begründet das damit, dass deren Kostenstruktur nicht von Raspberry-Pi-Komponenten abhängt.
Raspberry Pi reicht die Rechnung weiter
Im Original-Wortlaut schreibt Athom: „The cost of RAM and eMMC storage has risen sharply. Raspberry Pi, which supplies a core component of Homey Pro, has passed those costs on to us.“ Der Satz dahinter klingt fast entschuldigend: „We’ve kept our prices stable as long as we could, and kept this increase as small as possible.“ Heißt übersetzt: Die 50 Euro mehr sind das absolute Minimum, das Athom an die Kunden weitergeben musste, um die eigene Marge nicht ganz aufzufressen.
Hintergrund ist die DRAM- und NAND-Preisbewegung 2025/26. Hyperscale-Rechenzentren und KI-Beschleuniger saugen die Speicher-Lieferketten leer, was sich in den Endkunden-Preisen für die Compute-Module durchschlägt, die im Homey Pro 2026 die Hardware-Basis bilden. Der Pi-Hersteller hat im Frühjahr bereits angekündigt, die eigenen Listenpreise für Industriekunden anzuheben. Athom ist einer der ersten DACH-relevanten Smart-Home-Hersteller, der das spürbar an die Endkunden weiterreicht.
Der Mini wird in den USA stärker teurer als hierzulande
Eine Beobachtung, die in den DE-Berichten meist fehlt: Der US-Mini-Preis steigt von 199 auf 249 Dollar, also satte 50 Dollar und damit 25 Prozent. Der EU-Mini hingegen nur von 249 auf 279 Euro, also 30 Euro und 12 Prozent. Über die zwei Märkte zieht Athom unterschiedlich stark an.
Erklärungsversuche: Wechselkursbewegungen seit der ursprünglichen Preisbildung 2023/24 (der Dollar hat aufgewertet), unterschiedliche Logistik- und Zollkosten, und vermutlich auch Marktposition. Der US-Smart-Home-Hub-Markt ist 2026 deutlich heißer als der EU-Markt, weil die großen Plattform-Anbieter ihre Smart-Home-Pläne aggressiv ausbauen und Drittanbieter-Hubs wie Homey und Home Assistant Yellow um Aufmerksamkeit kämpfen. Höherer Preis in einem heißeren Markt ist eine vertretbare Position. Auch Caschys Blog hat den Sprung am Tag der Ankündigung dokumentiert, allerdings ohne diese Differenz hervorzuheben.
Wer Homey jetzt kauft, kauft den Hintergrund-Hub
Bei mir läuft Homey Pro 2026 nicht als Familien-Oberfläche, sondern als Automations-Brain. Apple Home zeigt, was gerade an ist, Homey führt im Hintergrund die Flows aus, die Apple-Home-Automations nicht stemmt: lange Wenn-dann-Ketten und Multi-Condition-Logiken, die Apple Home nicht abbildet. Beide Plattformen sehen dasselbe Gerät über Matter, jede macht das, wofür sie gut ist.
Für diese Rolle ist der Homey Pro weiterhin das stärkste Stück Hardware unter 500 Euro. Wer kürzlich gesehen hat, dass Homey jetzt Apps für Android TV und webOS bekommen hat, merkt: Athom denkt aktiv in Richtung Multi-Plattform-Sichtbarkeit. Wer die Hub-Logik aus dem Smart-Home-Mainstream nicht in eine reine Home-Assistant-Bastel-Lösung verschieben will, bezahlt jetzt 50 Euro Aufschlag für ein Gerät, das diese Brücke aktiv bedient. Und für einen App-Store, der Community-Lücken zuverlässig schließt, wo der Hersteller-Support endet.
50 Euro für RAM, der in zwei Jahren wieder günstiger ist
Wer den Homey Pro 2026 sowieso plant, kauft jetzt vor dem 1. Juni und spart 50 Euro. Wer noch zögert zwischen Hub-Zentrale und Home-Assistant-Eigenbau, hat zwölf Tage Bedenkzeit, danach wird das Vergleichsargument schmaler. Bestandskunden bleibt der Preissprung egal, der eigene Hub im Schrank steigt nicht im Wert. Und in zwei Jahren, wenn DRAM und eMMC wieder bezahlbar sind, gibt es vielleicht eine Homey-Pro-2028-Generation mit mehr RAM zum gleichen Preis. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem die heutige Preiserhöhung in der Rückschau wie eine Übergangsphase aussieht.





