Der Roborock Qrevo Edge 2 ist seit dem 18. Mai 2026 in Deutschland im Handel und startet zu einem UVP von 899,99 Euro, im hauseigenen Roborock-DE-Shop aktuell für 889,99 Euro mit limitiertem Lagerbestand. Drei Punkte machen ihn zum Pflicht-Vergleich für jeden, der gerade einen Premium-Saugroboter im Auge hat: 25.000 Pa Saugkraft, eine Bauhöhe von 7,98 Zentimetern mit versenkbarem LiDAR, und Matter 1.4 over WiFi ab Werk. Letzteres heißt: Apple Home, ohne dass man irgendeinen Hersteller-Hub dazwischenschalten muss.

Was Matter 1.4 over WiFi für Apple-Home-Nutzer ändert
Saugroboter und Apple Home haben 2026 immer noch ein schwieriges Verhältnis. Die meisten Hersteller verweisen ihre Kunden in die eigene App, Sprachsteuerung läuft maximal über Alexa und Google Home. Mein Roborock-Sauger spricht Apple Home seit über einem Jahr, aber das war bisher eine Roborock-spezifische Sonderlocke über die alte HomeKit-Schnittstelle. Mit dem Qrevo Edge 2 wird es zum offenen Standard: Matter 1.4 over WiFi heißt, jede Matter-Steuerzentrale erkennt den Roboter direkt. HomePod mini, Apple TV 4K, Echo Hub, Google Nest Hub, Home Assistant Yellow.
In der Praxis bedeutet das: Start- und Stopp-Befehle, Raum-Auswahl und Statusabfrage laufen direkt in der Apple-Home-App, ohne Roborock-App im Hintergrund. Die App bleibt für Kartenerstellung, Reinigungspläne und Firmware-Updates nötig, aber der Alltagsbetrieb läuft über die Plattform, die der Haushalt sowieso schon nutzt. Für Familien-Haushalte mit Apple-Geräten ist das der Unterschied zwischen „Papa kennt die App“ und „jeder kann das Ding starten, der das WLAN-Passwort kennt“.
25.000 Pa, 7,98 cm, 80-Grad-Wischwasser
Die Hard-Specs ordnen sich in die obere Mittelklasse 2026 ein. 25.000 Pa Saugkraft liegen unter dem Marketing-Spitzenwert des MOVA V70 (40.000 Pa) und des Dreame X60 Pro Ultra Complete (42.000 Pa), aber Pa-Zahlen sind herstellerspezifisch und nicht direkt vergleichbar. Im Alltag macht zwischen 25.000 und 40.000 Pa kaum jemand einen Unterschied auf Hartboden, der Sprung lohnt eher bei dichtem Hochflorteppich.

Spannender sind zwei andere Werte. Erstens die Bauhöhe 7,98 Zentimeter: Der LiDAR-Sensor versenkt sich aktiv ins Gehäuse, sobald der Roboter unter ein flaches Möbel fahren muss. Bei klassischen LiDAR-Saugrobotern (Höhe 9 bis 10 cm mit Turm) endet die Reise am Sofarand. Zweitens das Wischwasser bei 80 Grad: Heißes Wasser löst eingetrocknete Flecken zuverlässiger als kaltes. Roborock setzt im teureren Qrevo Curv 100 Grad ein, im Edge 2 sind es 80 Grad. Reicht für die meisten Küchen-Szenarien, die 100-Grad-Klasse bleibt dem Curv vorbehalten.
Hinderniserkennung läuft über RGB-Kamera plus KI und erkennt laut Roborock über 280 Objektklassen, von Schuhen über Hundenäpfe bis zu Kabeln auf dem Boden. Anti-Tangle-System mit der DuoDivide-Hauptbürste und der ausschwenkbaren FlexiArm-Seitenbürste soll lange Haare unterbinden, bevor sie sich verheddern. Die Station erledigt Staubabsaugen, Mopp-Waschen und Trocknung mit Warmluft automatisch.
FlexiArm gegen MaxiReachX: zwei Ansätze für das Ecken-Problem
Vor sieben Tagen ist MOVA mit dem V70 Ultra Complete gestartet, ebenfalls Premium-Saug-Wischroboter, ebenfalls mit dem Anspruch, das uralte Runde-Saugroboter-Ecken-Problem zu lösen. MOVA macht das mechanisch: Ein 16-Zentimeter-Mopp und eine 12-Zentimeter-Seitenbürste fahren aktiv aus dem Gehäuse. Roborock geht den eleganteren Weg: Die FlexiArm-Seitenbürste schwenkt nur zur Seite, wenn die Sensoren eine Kante erkennen. Kein Ausfahren, kein zusätzliches Gelenk im Mopp.
Welcher Ansatz besser putzt, lässt sich aus den Pressemitteilungen nicht ableiten. Der mechanische MOVA-Weg deckt nach Test-Berichten etwa 40 Prozent mehr Möbelbein-Fläche ab als ein klassischer runder Roboter, der Roborock-Weg hat weniger Verschleißteile und keine Knack-Geräusche beim Ausfahren. Was sich klar sagen lässt: Der Roborock kostet 360 Euro weniger als der MOVA in der Einführungsaktion und bringt Matter mit. MOVA fehlt die Apple-Home-Anbindung komplett.
889 oder 899 Euro: Roborock-Shop vs. Liste
Die offizielle UVP liegt laut Roborock-Pressemitteilung bei 899,99 Euro, im hauseigenen DE-Shop steht aktuell aber 889,99 Euro mit dem Hinweis auf 40 Einheiten Restbestand zum Launch-Preis. Amazon-DE listet zum gleichen UVP. ifun.de hat die Verfügbarkeit am Launch-Tag bestätigt, ebenso eine Reihe weiterer DE-Tech-Medien, die den 18. Mai als Startdatum nennen.
Im Klassenfeld sitzt der Edge 2 jetzt eindeutig: Eufy X10 Pro Omni für 799 Euro, Narwal Flow 2 für 1.099 Euro, Roborock Qrevo Edge 2 für 889 Euro, MOVA V70 Ultra Complete für 1.249 Euro Einführungspreis. Wer auf Pa-Maximalwerte schaut, geht zu MOVA oder Dreame. Wer auf Plattform-Integration schaut, kommt am Roborock kaum vorbei.
Wer Apple Home als Drehscheibe nutzt, hat zum ersten Mal eine echte Wahl
Der Roborock Qrevo Edge 2 ist nicht der schnellste, nicht der stärkste und nicht der teuerste Saugroboter im Mai 2026. Er ist der erste in der oberen Mittelklasse, der Matter-Anbindung als Selbstverständlichkeit liefert. Für Apple-Home-Haushalte ist er damit die naheliegende Wahl in dieser Preisklasse. Wer einen Roborock S8 MaxV Ultra zu Hause hat: bleib dabei, der Wechsel lohnt sich nicht. Wer aus der 400-bis-700-Euro-Klasse aufrüstet und schon Apple Home oder Google Home als Drehscheibe einsetzt: kauf den Edge 2, bevor die 40 Direktshop-Restbestände aufgebraucht sind und der UVP von 899 Euro wieder Standard wird.





