Der Dreame X60 Pro Ultra Complete wurde am 18. Mai 2026 in der offiziellen Dreame-Pressemitteilung vorgestellt und kommt mit der Architektur-Ansage des Jahres: einem zweigelenkigen Roboterarm, der das Wischpad bis zu 18 Zentimeter aus dem runden Gehäuse fährt. Dazu 42.000 Pa Saugkraft, eine Wischtechnik mit 100 Grad heißem Wasser und 15 Newton Anpressdruck, und ein KI-Hindernis-System, das 320 Objekttypen in 0,1 Sekunden erkennen soll. Bei MediaMarkt Österreich ist der X60 Pro Ultra Complete schon mit einem UVP von 1.499 Euro gelistet, die offizielle DE-Preisbekanntgabe erfolgt am 27. Mai.
- Zweigelenkiger Roboterarm: Schulter und Unterarm im Saugroboter
- 100 Grad Wischwasser bei 15 Newton Druck
- Konzernschwester MOVA hatte fünf Tage Vorsprung
- Cyber X: Treppensteigender Saugroboter als Bonus
- 1.499 Euro in Österreich, DE-Preis am 27. Mai
- Wer zwei Zentimeter Wischarm-Reichweite zahlen will, bekommt sie

Zweigelenkiger Roboterarm: Schulter und Unterarm im Saugroboter
Das Kernfeature heißt Dual UltraExtend und ist die mechanisch ambitionierteste Konstruktion, die ein Saug-Wischroboter 2026 zu bieten hat. Ein Wischpad fährt rechts hinten 18 Zentimeter aus dem Gehäuse, die Seitenbürste schwenkt 12 Zentimeter nach außen. Dreame beschreibt die Mechanik als bionisches Zwei-Gelenk-System: Das erste Gelenk arbeitet wie eine Schulter, das zweite wie ein Unterarm. Damit soll der Roboter aktiv Möbelfüße umfahren, Stuhlbeine umgreifen und unter flache Sofas hineinwischen.
Die Erinnerung an einen Industrieroboter im Mini-Format ist gewollt. Dreame ist eine Xiaomi-Tochter und investiert seit 2024 sichtbar in Robotik-Forschung außerhalb des reinen Bodenputzens. Der parallel vorgestellte Dreame Cyber X ist ein Treppensteig-Saugroboter mit Quad-Track-Antrieb, der 42-Grad-Steigungen schafft. Beide Geräte zusammen ergeben einen Auftritt, der weniger nach Haushaltsgerät und mehr nach Robotik-Forschungsabteilung aussieht.
100 Grad Wischwasser bei 15 Newton Druck
Das Wischsystem nennt sich Thermal Deep Mop System 2.0 und dreht mit 280 Umdrehungen pro Minute. Das Wasser wird über 20 Sprühdüsen auf bis zu 100 Grad erhitzt, die Pads halten anschließend mindestens vier Minuten lang eine Temperatur über 40 Grad. Der Anpressdruck liegt bei 15 Newton, also fast dem doppelten Wert eines Roborock Qrevo Edge 2 (8 Newton). Praktisch heißt das: Eingetrocknete Sauce in der Küche, Honig vom Frühstückstisch und Fettspritzer am Herd sind die Szenarien, die Dreame im Kopf hatte.

Die Hinderniserkennung läuft über das AI OmniSight System 3.0: zwei 120-Grad-KI-Kameras, eine Erkennungs-Bibliothek mit 320 Objekttypen, Reaktionszeit 0,1 Sekunden, Mindesthindernis-Erkennung ab 10 Millimetern. Eine Besonderheit: Das System erkennt transparente Flüssigkeiten über blaues Licht. Wer schon einmal verschütteten Apfelsaft auf hellen Fliesen gesucht hat, weiß, warum das ein gutes Verkaufsargument sein soll.
Konzernschwester MOVA hatte fünf Tage Vorsprung
Am 13. Mai ist MOVA mit dem V70 Ultra Complete in Deutschland in den Handel gegangen, ebenfalls mit ausfahrbarem Wischpad, 16 Zentimeter Reichweite und 40.000 Pa. MOVA und Dreame gehören beide zum Xiaomi-Ökosystem, MOVA ist die Tochter-Marke, Dreame die Hauptmarke. Was hier zu beobachten ist, sieht aus wie klassisches Konzern-Stacking: Die Tochter launcht das günstigere Produkt mit 16-cm-Mopp eine Woche vor der Hauptmarke mit 18-cm-Mopp. Beide Geräte zielen auf dieselbe Käuferschicht, der Preisunterschied trennt sie.
Wer auf reine Plattform-Integration schaut, liegt mit beiden falsch. Weder MOVA V70 noch Dreame X60 Pro bringen Apple-Home-Anbindung mit, beide laufen über die jeweilige Hersteller-App plus Alexa und Google Home. Der Roborock Qrevo Edge 2, am 18. Mai parallel zur Dreame-Pressemitteilung gestartet, liefert Matter ab Werk und damit Apple Home ohne Hub. Die drei Geräte zusammen ergeben das vollständige Saugroboter-Bild im Mai 2026: Roborock liefert Plattform, MOVA liefert Preis, Dreame liefert Maximal-Specs.
Cyber X: Treppensteigender Saugroboter als Bonus
Parallel zum X60 Pro Ultra Complete hat Dreame den Cyber X vorgestellt. Vier kettengetriebene Raupen statt Räder, ein 5.200-mAh-Akku, ein 3D-ToF-Sensor für Stufenerkennung, 42 Grad Steigung als Maximum, 27 Sekunden pro Stufe. Eingesetzt werden soll er in Mehrgeschoss-Haushalten, in denen ein Saugroboter sonst per Hand zwischen den Etagen getragen wird. Verfügbarkeit und Preis sind unklar, das ist eher Concept-Car als Verkaufsprodukt. Aber es zeigt, in welche Richtung Dreame das nächste Robotik-Jahr denkt: nicht mehr nur ein flacher runder Roboter, sondern eine Familie aus spezialisierten Geräten.
1.499 Euro in Österreich, DE-Preis am 27. Mai
Die offizielle Preisbekanntgabe für Deutschland erfolgt laut Dreame am 27. Mai. Bei appgefahren wird der Marktstart als „Ende Mai“ gemeldet, MediaMarkt Österreich listet den X60 Pro Ultra Complete bereits mit 1.499 Euro UVP. Im Klassenfeld liegt das genau dort, wo der MOVA V70 nach der Einführungsaktion ankommt (1.399 Euro UVP). 250 Euro Differenz für zwei Zentimeter mehr Wischarm-Reichweite, mehr Saugkraft auf dem Papier und das KI-Modell der dritten Generation. Verkauft wird über die offiziellen Dreame-Handelspartner: Amazon, MediaMarkt/Saturn, Otto, Expert.
Wer zwei Zentimeter Wischarm-Reichweite zahlen will, bekommt sie
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist die maximalistische Variante einer Idee, die MOVA fünf Tage vorher in einer abgespeckten Version in den Markt gebracht hat. Wer 1.499 Euro für die Spitzenposition zahlen will und kein Apple Home braucht, bekommt am 27. Mai das technisch ambitionierteste Saug-Wisch-Gerät dieses Jahrgangs. Wer im selben Preisbereich auf Plattform-Integration setzt, geht zum Roborock Qrevo Edge 2. Und wer einfach nur den günstigsten Premium-Saugroboter mit Mopp-Ausfahr-Mechanik will, kauft den MOVA V70 vor dem 22. Mai, bevor dessen Einführungspreis ausläuft.





