Mova LumeGret klingt nach dem nächsten Dreame-Saugroboter. Ist aber ein Balkonkraftwerk-Speicher. Und zwar einer, der auch das E-Auto lädt. Matter bekommt er nicht. Der Rest ist ernst zu nehmen.
A2000 und A4000: zwei Größen, beide stapelbar
Mova bietet zwei Basisvarianten. Der A2000 startet bei 1,92 kWh, der A4000 bei 4 kWh. Beide lassen sich durch weitere Batteriemodule erweitern, der A2000 auf bis zu 9,6 kWh, der A4000 auf bis zu 20 kWh. Stack-Logik, wie man sie von Anker Solix oder EcoFlow kennt: Einstiegsgröße kaufen, später aufstocken.

Beide Modelle nehmen ihren Strom über vier MC4-Anschlüsse (die gängigen Solar-Steckverbinder) direkt vom Balkonmodul entgegen. Der A4000 verträgt bis zu 3.600 Watt PV-Eingang, der A2000 bis 2.400 Watt. Als Zelltechnik setzt Mova auf LiFePO4, sicherer als die klassischen NMC-Zellen und inzwischen Standard in der Kategorie. Die Herstellergarantie für den A4000 liegt bei 10 Jahren, die Zyklenangabe bei 10.000 Ladezyklen bis 80 Prozent Restkapazität.
Die Installation sei Plug-and-Play und soll laut Hersteller rund 30 Minuten dauern. Elektriker nicht nötig. Den A4000 legt Mova mit 1.400 Euro UVP aus, Vorverkauf ab Mitte Mai, europäischer Rollout im zweiten Quartal 2026. Der A2000 soll laut pv-magazine bei rund 1.000 Euro starten, bestätigt ist das noch nicht.
| A2000 | A4000 | |
|---|---|---|
| Basiskapazität | 1,92 kWh | 4 kWh |
| Max. Erweiterung | 9,6 kWh | 20 kWh |
| Max. PV-Eingang | 2.400 W | 3.600 W |
| Bidirektionale Leistung | 1.500 W | 2.500 W |
| Preis (UVP) | ca. 1.000 € | 1.400 € |
| Verfügbarkeit | Q2 2026 | Vorverkauf Mitte Mai 2026 |
Der eigentliche Clou: E-Auto-Laden aus dem Akku
Balkonkraftwerk plus Speicher war das Versprechen der letzten zwei Jahre. E-Auto-Laden aus diesem Speicher ist die nächste Stufe, die bisher meist nur auf Roadmaps steht. Mova verpackt sie jetzt in ein Gerät. Der A4000 kann laut Hersteller über eine Funktion namens FluxCharge bis zu 3,6 Kilowatt aus seinem Akku direkt an eine Wallbox oder ein Ladekabel abgeben. Der A2000 liefert maximal 1,5 Kilowatt.
3,6 Kilowatt klingen nicht nach Schnellladen. Sind sie auch nicht. Zum Vergleich: Eine typische 11-kW-Wallbox lädt rund drei Mal so schnell. Aber wer sein Auto über Nacht sieben Stunden zuhause stehen hat, zieht aus 3,6 kW immer noch knapp 25 kWh. Das reicht bei vielen Pendlerrouten für mehrere Tage. Und der Strom kommt im Idealfall aus der eigenen Erzeugung, nicht aus dem teuren Netz.
Darüber legt Mova eine Software namens LumeGret Orbit. KI-gesteuertes Lastmanagement, das Eigenverbrauch und E-Auto-Ladefenster in Einklang bringen soll. Was Mova nicht verrät: wo die KI rechnet. Cloud oder lokal bleibt offen. Bei einem Gerät, das Verbrauchsdaten im 24/7-Takt sieht, ist das keine Nebensache.
Der blinde Fleck: Smart-Home-Integration
Was in der offiziellen Ankündigung fehlt, ist jede Erwähnung offener Schnittstellen. Kein Wort zu Matter, keines zu einer dokumentierten API. Die Mova-App ist der einzige angekündigte Steuerungsweg. Für ein Gerät, das 2026 im Alltag mit dynamischen Stromtarifen und Wallbox-Lastmanagement zusammenspielen soll, ist das eine echte Lücke.
Für mich ist das der Punkt, an dem das Versprechen „Smart Home“ auseinanderklafft. Seit dem Eve-Thermo-Test im Büro weiß ich, wie still Matter lokal funktioniert, wenn das Ökosystem mitspielt. Keine Cloud-Pings, keine App im Vordergrund. Mova geht in die Gegenrichtung. Eigenverbrauch und E-Auto-Laden, alles läuft durch die Hersteller-App. Genau die Daten, die Home-Assistant- oder Homey-Pro-Nutzer gerne selbst orchestrieren würden.
Um fair zu sein: Weder Anker Solix noch EcoFlow glänzen mit offenen Schnittstellen. Wer einen ihrer Speicher ins Home-Assistant-Setup integrieren will, landet schnell bei inoffiziellen Add-ons und Reverse-Engineering. Das Problem liegt also nicht allein bei Mova, sondern im ganzen Segment.
Für wen sich der Mova LumeGret lohnt
Wer 2026 ein Balkonkraftwerk betreibt und abends das E-Auto an die Schuko steckt, ohne jeden Abend Home-Assistant-Skripte nachzujustieren, bekommt mit dem LumeGret A4000 ein in sich geschlossenes System. Vom Balkon in den Akku, dann ins Auto. Ohne Skripte, ohne YAML-Bastelei.
Wer dagegen schon einen Home-Assistant-Server mit Energy-Dashboard und dynamischen Strompreistarifen über aWATTar oder Tibber fährt, stößt hier schnell an Grenzen. Mova will sein eigenes Orchester spielen, nicht in deinem mitspielen.
Spannend wird der Mai. Wenn Mova den A4000 für 1.400 Euro wirklich im Regal hat und die App stabil funktioniert, wird der Speicher in der DE-Mittelklasse eine ernste Nummer. Wenn Anker Solix und EcoFlow bis dahin nicht mit offenen APIs nachziehen, hat Mova zumindest die Debatte gewonnen.





