Ich stehe vor meiner Haustür, beide Hände voll mit Einkaufstüten, und die Tür geht einfach auf. Kein Schlüssel, kein Fummel, kein „Warte kurz, ich muss noch mein Handy rausholen“. Das Keypad Vision Pro hat mein Gesicht erkannt, das Lock Ultra dreht den Zylinder, fertig. Seit Anfang März hängt das SwitchBot Lock Ultra Vision Pro Combo an meiner Tür, und ich muss zugeben: Ich habe meinen Schlüssel seitdem genau zweimal benutzt. Beide Male aus Neugier, ob er noch funktioniert.
- SwitchBot Lock Ultra Vision Pro Combo: Was drin steckt
- Montage: Kein Bohren, kein Fluch
- Im Alltag: Vier Wochen mit dem Gesicht als Schlüssel
- Handvenen, Gesicht, Fingerabdruck – was funktioniert am besten?
- SwitchBot Lock Ultra Vision Pro oder Standard Vision: 20 Euro Unterschied
- Das SwitchBot-Ökosystem: Lock, AI Hub, Doorbell
- Was nervt
- Fazit
- Häufige Fragen zum SwitchBot Lock Ultra Vision Pro
- Technische Daten
An meiner Tür hängt die Vision-Pro-Variante mit Handvenenerkennung – ein Feature, über das es bisher kaum Erfahrungsberichte gibt. Kostet 20 Euro mehr als die Standard-Version ohne Handvenen. Ob sich das lohnt, wie alltagstauglich das Ganze nach vier Wochen wirklich ist und was passiert, wenn man statt Hub Mini den SwitchBot AI Hub als Zentrale nutzt – hier ist, was dabei rausgekommen ist.
SwitchBot Lock Ultra Vision Pro Combo: Was drin steckt

Im Paket der Vision Pro Combo liegt ein Hub Mini Matter bei. Den habe ich allerdings direkt in der Schublade gelassen, denn SwitchBot hat mir neben dem Lock auch den AI Hub zum Testen geschickt, und der übernimmt alles, was der kleine Hub kann, und noch einiges mehr. Das Lock Ultra hat sich ohne Murren mit dem AI Hub verbunden, kein Unterschied im Setup. Für diesen Test konzentriere ich mich aber auf das, was in der Vision Pro Combo steckt: Wer keinen AI Hub hat, nimmt einfach den mitgelieferten Hub Mini. Ohne irgendeinen Hub funktionieren Fernzugriff und Matter nicht, nur Bluetooth.
Hinweis:
Die Hardware wurde mir von SwitchBot zur Verfügung gestellt. Außer einer extrem freundlichen und netten Kommunikation wüsste ich nicht, wie man aktiv versucht hätte, mich zu beeinflussen. Aber behaltet es trotzdem im Hinterkopf!
Was beim Auspacken auffällt: Das Lock Ultra ist aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung gefertigt und fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastik-Schlösser, die man von anderen Herstellern kennt. 367 Gramm, ovales Design, kompakter als ich erwartet hatte. Ich hatte mich aber auch auf ein recht klobiges Ding eingestellt und ganz so wuchtig ist das Ding dann doch nicht. Der Akku ist fest verbaut und wird per USB-C geladen. Keine Einweg-Batterien mehr, endlich.

Montage: Kein Bohren, kein Fluch
Ich gebe zu: Ich hatte mit einer Odyssee gerechnet. Haustür nicht uralt, aber auch kein Premiummodell. Zwei linke Hände, eine kurze Zündschnur wenn Dinge nicht sofort funktionieren, und dazu die Erwartung, dass die Anleitung aus dem Chinesischen übersetzt wurde und sich liest wie ein Ikea-Comic nach drei Runden Google Translate. Nichts davon ist eingetreten.



Das Lock Ultra wird von innen auf den bestehenden Zylinder gesetzt. Eine Metallhalterung per 3M-Klebeband auf die Tür, das Schloss mit einem Magnetverschluss eingeklickt. Der Zylinder bleibt drin, kein Bohren, kein Vermieter-Problem. SwitchBot gibt 99,9 Prozent Kompatibilität mit europäischen Schlössern an, bei meinem Eurozylinder hat es ohne Adapter gepasst.
Die App führt Schritt für Schritt durch die Installation, mit kleinen Animationen die zeigen was wohin gehört. Kein Rätselraten, kein YouTube-Video nebenbei. Gleichwohl es auch Installationsvideos direkt in der App gibt. Nach dem Aufsetzen startet eine automatische Kalibrierung – das Lock dreht den Zylinder einmal komplett auf und zu, merkt sich die Endpunkte und stellt die Drehrichtung ein. Beim Vorgänger Lock Pro musste man das manuell justieren, das hat SwitchBot sich offenbar zu Herzen genommen.
Etwas fummelig waren die kleinen Plastikrasten an der Montageplatte. Die muss man mit etwas Druck einrasten lassen, und beim ersten Versuch dachte ich kurz, ich mache was kaputt. Tat ich nicht. Wer schon mal ein Smartphone in eine Schutzhülle gequetscht hat, kennt das Gefühl. Danach sitzt alles bombenfest.

Das Keypad Vision Pro kommt an die Außenseite, direkt neben die Tür. Auch hier: 3M-Klebeband, alternativ Schrauben für die Ewigkeit. Die 3D-Gesichtserkennung braucht einen frontalen Blickwinkel aus 0,6 bis 0,9 Metern Entfernung, das Keypad sollte also ungefähr auf Gesichtshöhe sitzen. Bei mir hängt es rechts neben der Klingel, funktioniert einwandfrei. Nach dem Aufkleben wird das Keypad mit dem Lock gekoppelt, Gesichter und Handvenen per App eingerollt. Für Suse und mich waren das jeweils zwei Minuten pro Person – Gesicht einmal langsam drehen, jede Hand einmal über den Sensor halten, fertig.
Im Alltag: Vier Wochen mit dem Gesicht als Schlüssel
Der Moment, der mich überzeugt hat, kam am dritten Tag. Regen, Kapuze auf, Einkaufstüten in beiden Händen. Ich stehe vor der Tür, das Keypad erkennt mein Gesicht trotz Kapuze, das Lock dreht auf. Ich bin drin bevor ich überhaupt darüber nachgedacht habe, dass ich normalerweise jetzt meinen Schlüssel suchen würde. Die Gesichtserkennung ist so schnell, dass nicht sie der Flaschenhals ist, sondern der Motor, der den Zylinder dreht. SwitchBot gibt 0,3 Sekunden Entsperrzeit an, und das kommt hin.

Und weil die Frage garantiert kommt: Ja, ich habe ein Foto von mir vor das Keypad gehalten. Nein, die Tür ging nicht auf. Die 3D-Gesichtserkennung arbeitet mit über 30.000 Infrarotpunkten, ähnlich wie Apples Face ID, und unterscheidet zuverlässig zwischen einem echten Gesicht und einem Bild. Funktioniert auch im Dunkeln, was bei einem Türschloss mit Gesichtserkennung keine unwichtige Eigenschaft ist.
In vier Wochen hat die Erkennung bei mir genau zweimal nicht sofort angeschlagen, beide Male stand ich zu schräg. Kurz einen halben Schritt zur Seite, sofort erkannt. Die Reichweite liegt bei 0,6 bis 0,9 Metern, man muss also nicht mit der Nase am Keypad kleben, aber auch nicht erwarten, dass es einen vom Gartentor aus erkennt. Noch schneller als per Gesicht geht es übrigens per Handvene oder Fingerabdruck direkt am Lock, aber dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Der Motor ist angenehm leise. Im normalen Modus hört man ihn, klar, aber nicht durch die geschlossene Wohnzimmertür. SwitchBot hat zusätzlich einen Nachtmodus unter 20 dB eingebaut. 20 Dezibel entspricht ungefähr dem Ticken einer Armbanduhr. Wenn Suse nachts von der Spätschicht kommt, wache ich davon nicht auf. Das war bei günstigeren Smart Locks, die ich mir angehört habe, definitiv anders.
Man gewöhnt sich erschreckend schnell daran. Nach zwei Wochen ist das keine Technik mehr, die man bewusst benutzt, sondern eine Selbstverständlichkeit. Man vergisst regelrecht, dass man eine Haustür normalerweise mit einem Schlüssel aufschließt. Suse hatte den Schlüssel nach drei Tagen abgeschrieben, bei mir hat es etwas länger gedauert, bis das Muskelgedächtnis aufgehört hat in die Jackentasche zu greifen.


Was mich persönlich am meisten überrascht hat: das Geofencing. Wenn ich abends nach Hause fahre, erkennt das Lock ungefähr wenn ich in die Einfahrt einbiege, dass ich gleich da bin, und entriegelt die Tür. Ich steige aus dem Auto, gehe zur Tür, die ist schon offen. Das ist so ein Feature, bei dem man sich denkt: Brauche ich nicht. Und dann will man es nicht mehr missen. Das Lock verriegelt automatisch nach dem Schließen der Tür, kein Nachdenken ob man abgeschlossen hat. Falls einen doch mal die Paranoia packt: Die App zeigt in Echtzeit den Status. Ältere Tests aus 2025 bemängelten hier noch Unzuverlässigkeit – nach den seitdem erschienenen Firmware-Updates läuft es bei mir stabil.
Zum Akku: Das Lock Ultra hat ein dreistufiges Stromsystem. Der Hauptakku mit 4.200 mAh soll laut SwitchBot bei zehn Entriegelungen pro Tag rund neun Monate halten. Dazu kommt ein Backup-Akku für etwa 500 weitere Öffnungen und ein Notfall-Superkondensator für die letzten fünf. Superkondensator = ein Energiespeicher der sich blitzschnell entladen kann, gedacht für den absoluten Notfall wenn beide Akkus leer sind. Ich bin nach vier Wochen bei 89 Prozent Hauptakku. Geladen habe ich noch nicht einmal.
Handvenen, Gesicht, Fingerabdruck – was funktioniert am besten?
Das Keypad Vision Pro bietet drei biometrische Methoden, und ich habe alle drei im Alltag durchgewechselt. Kurze Antwort: Alle funktionieren. Lange Antwort: Es kommt drauf an. Zusammen mit PIN, NFC-Karte, App-Steuerung, Apple Watch, Sprachsteuerung und Geofencing kommt die Vision Pro Combo auf insgesamt 12 Entsperrmethoden.

Die Gesichtserkennung ist die bequemste Variante. Hinstellen, angucken, Tür geht auf. Kein Finger heben, kein Arm ausstrecken. Dafür ist sie von den dreien die langsamste, nicht weil die Erkennung langsam wäre, sondern weil der Ablauf Erkennung plus Motorstart etwas mehr Zeit braucht als ein direkter Sensorkontakt. Am schnellsten ist der Fingerabdruck direkt am Lock. Finger drauf, Zylinder dreht, fertig. Die Handvenenerkennung liegt dazwischen: Hand im Abstand von 8 bis 25 Zentimetern vor den Sensor halten, kurz stillhalten, entsperrt.
Die Handvenenerkennung ist das Feature, das die Pro-Version von der Standard unterscheidet. Handvenenerkennung = ein Nahinfrarot-Sensor durchleuchtet die Hand und erkennt das individuelle Venenmuster unter der Haut. Fälschungssicher, weil die Venen nicht von außen kopiert werden können. Klingt nach Science-Fiction, funktioniert im Alltag aber erstaunlich unspektakulär. Hand hinhalten, Tür geht auf. Bei nassen Händen, bei Kälte, mit Dreck an den Fingern. Genau da, wo ein Fingerabdrucksensor gerne mal streikt, funktioniert die Handvene einfach weiter.
Ein Punkt, der mir erst beim Schreiben dieses Reviews aufgefallen ist: das Bart-Problem. In anderen Tests der Standard-Vision-Version, speziell bei china-gadgets.de, funktionierte die Gesichtserkennung bei Männern mit Vollbart nicht zuverlässig. Ein angekündigtes Software-Update hat das offenbar nicht gelöst. Bei mir konnte ich das nicht testen. Ich halte es da wie bei Donnie Brasco: Lefty erklärt, dass ein rasiertes Gesicht Pflicht ist. Selbe Regeln, andere Gründe. Ich werde meine Brüder mal drauf ansetzen, die können entsprechende Gesichtsbehaarung vorweisen, und den Artikel dann aktualisieren. Falls die Handvenenerkennung der Pro-Version genau für solche Fälle gedacht ist, wäre das ein ziemlich starkes Argument für den Aufpreis.
Was mich bei allen drei Methoden überzeugt: Die biometrischen Daten werden ausschließlich lokal auf dem Keypad gespeichert, kein Cloud-Upload. Die Falscherkennungsrate gibt SwitchBot mit unter 0,0001 Prozent an. Für Suse und mich sind Gesicht und Handvenen jeweils beidseits eingerollt, dazu ein Fingerabdruck als Backup. Im Alltag nutze ich meistens das Gesicht, weil ich sowieso auf die Tür zugehe. Suse bevorzugt die Handvene, weil sie oft mit Handschuhen unterwegs ist und die Gesichtserkennung damit nicht immer sofort greift.
SwitchBot Lock Ultra Vision Pro oder Standard Vision: 20 Euro Unterschied
Die Vision Pro Combo kostet 319,99 Euro, die Standard-Vision-Combo 299,99 Euro. Der Unterschied: 20 Euro. Dafür bekommt man die Handvenenerkennung, eine schnellere Entsperrzeit (0,3 statt 0,6 Sekunden), einen aufladbaren Li-Akku im Keypad statt Einweg-Batterien und zwei Jahre Garantie statt einem Jahr. Das Gehäuse und die Abmessungen sind identisch.
Ich kann hier natürlich nur aus der Perspektive von jemandem schreiben, der die Pro-Version hat und die Zusatzfeatures nach vier Wochen nicht mehr missen möchte. Ob die Handvenenerkennung im Alltag den Unterschied macht, hängt davon ab wie man das Schloss benutzt. Wer meistens per Gesicht oder Fingerabdruck entsperrt und selten mit nassen oder kalten Händen vor der Tür steht, braucht die Handvene vielleicht nicht. Bei 20 Euro Aufpreis würde ich aber trotzdem zur Pro greifen. Das ist ein Betrag, über den man nicht lange nachdenkt, und man bekommt neben der Handvene auch den aufladbaren Keypad-Akku statt Einweg-Batterien und ein Jahr mehr Garantie obendrauf.
Wer das Lock Ultra ohne Keypad kauft (159,99 Euro) und nur per App, Fingerabdruck oder NFC entsperren will, braucht gar kein Vision-Keypad. Wer aber ohnehin ein Keypad mit Gesichtserkennung will, spart an der falschen Stelle wenn er die 20 Euro für die Pro-Version nicht ausgibt.
Zum Vergleich: Ein Nuki Smart Lock Ultra kostet einzeln bereits um die 280 Euro, ohne Keypad, ohne Gesichtserkennung, ohne Handvenen. Mit dem Nuki Keypad Combo landet man schnell bei über 400 Euro und hat trotzdem nur Fingerabdruck und PIN. SwitchBot bietet für weniger Geld deutlich mehr Biometrie. Wer aus dem Nuki-Ökosystem kommt und über einen Wechsel nachdenkt: Der Umstieg lohnt sich allein wegen der Entsperrmethoden.
Das SwitchBot-Ökosystem: Lock, AI Hub, Doorbell
Das Lock Ultra funktioniert allein. Bluetooth reicht zum Entsperren, die biometrischen Methoden laufen lokal auf dem Keypad. Aber wer Fernzugriff, Automationen oder Matter-Einbindung will, braucht einen Hub. Im Combo-Paket liegt der Hub Mini Matter bei, der genau das erledigt. Bei mir übernimmt stattdessen der SwitchBot AI Hub, und hier wird es interessant.

Der AI Hub sieht das Lock als vollwertiges Gerät im System. Ich bekomme Push-Benachrichtigungen wenn jemand entsperrt, kann aus der Ferne ver- und entriegeln, und das Lock taucht in Automationen auf. Per OpenClaw, dem KI-Agenten des AI Hub, kann ich über WhatsApp fragen ob die Tür abgeschlossen ist oder sie aus der Ferne öffnen. Im ersten Moment klingt das nach Spielerei. Ist es nicht. Wenn jemand vor der Tür steht und man selbst nicht zuhause ist, ist diese eine WhatsApp-Anfrage mehr wert als alle Schlüssel im Schlüsselkasten.
Richtig rund wird es mit der SwitchBot Video Doorbell, die ich gerade separat teste. Jemand klingelt, die Doorbell zeigt per Kamera wer vor der Tür steht, und wenn ich will, entriegele ich das Lock direkt aus der Doorbell-Benachrichtigung. Paketbote, Schwiegermutter, Handwerker, egal wer: Sehen, entscheiden, aufmachen. Ohne aufzustehen, ohne zur Tür zu laufen. Das ist das Zusammenspiel, das ein Einzelgerät nicht bieten kann.
Per Matter lässt sich das Lock Ultra auch in Apple Home, Google Home oder andere Matter-kompatible Plattformen wie den Homey Pro 2026 einbinden. Allerdings: In Apple Home ist die Steuerung spürbar langsamer als über die SwitchBot-App. Wer das Lock hauptsächlich über HomeKit steuern will, sollte sich darauf einstellen, dass es ein paar Sekunden dauern kann. Über die SwitchBot-App oder per Biometrie am Keypad merkt man davon nichts.
Was nervt
Nicht viel, ehrlich gesagt. Aber ein paar Dinge sind mir aufgefallen.
Mein größter Frust war selbstgemacht: Ich wollte, dass das Lock morgens automatisch entsperrt, damit ich die Tür per Klinke öffnen kann, ohne dass sie von alleine aufschwingt. Hat nicht funktioniert, die Tür ging jedes Mal komplett auf. Die Lösung: Die SwitchBot-App unterscheidet zwischen Entsperren und Öffnen. Entsperren zieht nur den Riegel zurück, die Tür bleibt zu bis man die Klinke drückt. Öffnen zieht den Riegel und die Falle ein, die Tür geht auf. Ich hatte in der Automation die falsche Aktion gewählt. Kein Bug, nur meine Unfähigkeit die Einstellungen richtig zu lesen. (Update folgt hier, sobald ich das umgestellt und getestet habe.)
Ein SwitchBot-Account ist Pflicht. Ohne Account kein Setup, keine App-Nutzung. Die biometrischen Daten bleiben zwar lokal auf dem Keypad, aber für alles andere braucht man ein Konto. Wer bei Cloud-Zwang allergisch reagiert: Die tägliche Nutzung per Gesicht, Handvene oder Fingerabdruck läuft komplett offline. Nur Fernzugriff und Automationen brauchen die Cloud.
Matter über Apple Home ist spürbar langsamer als die native SwitchBot-App. Wer das Lock primär über HomeKit steuern will, muss mit ein paar Sekunden Verzögerung leben. Nicht dramatisch, aber wenn man die Geschwindigkeit der direkten Biometrie gewohnt ist, fällt es auf.
Das Keypad-Klebeband hielt die ersten zwei Wochen bombenfest. Nach ein paar Wochen habe ich das Gefühl, dass sich die Position leicht verändert hat. Ob das am Regen der letzten Tage liegt oder am Material der Wand, kann ich nicht sicher sagen. In anderen Reviews liest man von ähnlichen Erfahrungen bei bestimmten Oberflächen. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt die Schrauben. Und: Das Keypad ist wetterfest, aber bei direkter Sonneneinstrahlung über Stunden wird die Oberfläche warm. Bisher ohne Auswirkung auf die Funktion, aber es fühlt sich nicht vertrauenserweckend an.
Ein Hinweis für MQTT-Nutzer: Ein bekannter Bug beim Fallenrückzug, den heise.de 2025 im Test kritisiert hatte, wurde mit Firmware 1.7 im Juni 2025 behoben. Aktuell keine bekannten Probleme.
Fazit
Smartes Türschloss mit 3D-Gesichtserkennung, Handvenenerkennung und 12 Entsperrmethoden. Magnesium-Aluminium-Gehäuse, Dreifach-Akku, Matter-kompatibel. Kein Bohren nötig.
- Drei biometrische Methoden, alle schnell und zuverlässig
- Montage ohne Bohren, USB-C Akku hält Monate
- Starke Preis-Leistung gegenüber Nuki
- SwitchBot-Account Pflicht
- Matter/HomeKit spürbar langsamer als native App
- Klebeband des Keypads kann sich nach Wochen lösen
Ich habe meinen Schlüssel seit vier Wochen nicht benutzt. Das sagt mehr als jede Spec-Tabelle. Das SwitchBot Lock Ultra Vision Pro Combo ist das erste smarte Türschloss, bei dem ich nach dem Test nicht denke „nette Spielerei“, sondern „warum hat das nicht jede Tür“.
Die Gesichtserkennung funktioniert schnell und zuverlässig, die Handvenenerkennung ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal das bei Regen, Kälte und schmutzigen Händen weitermacht wo andere Biometrie aufgibt, und die Verarbeitung aus Magnesium-Aluminium fühlt sich an wie ein Gerät, das man an seine Haustür lassen will. Wer bereits im SwitchBot-Ökosystem steckt oder mit dem AI Hub liebäugelt, bekommt ein Schloss das sich nahtlos einfügt und mit Doorbell und Hub zusammen mehr kann als die Summe seiner Teile.
Für wen ist es nichts? Wer ein komplett cloudfreies System will, wird sich an der Account-Pflicht stören. Und wer sein Smart Lock hauptsächlich über Apple Home steuern möchte, muss mit der langsameren Matter-Anbindung leben. Für alle anderen, besonders für Leute die morgens mit vollen Händen vor der Tür stehen und einfach rein wollen: Das hier ist die Lösung. Für 319,99 Euro bekommt man mehr Biometrie als bei jedem Nuki, eine Installation ohne Bohren und ein Dreifach-Akku-System, über das man monatelang nicht nachdenken muss.
Ich will es nicht mehr hergeben. Meine Frau übrigens auch nicht.
Häufige Fragen zum SwitchBot Lock Ultra Vision Pro
Funktioniert das SwitchBot Lock Ultra Vision Pro mit meiner Tür?
SwitchBot gibt 99,9 Prozent Kompatibilität mit europäischen Schlössern an. Es wird auf den bestehenden Zylinder gesetzt, kein Bohren nötig.
Kann man die Gesichtserkennung mit einem Foto austricksen?
Nein. Die 3D-Erkennung arbeitet mit über 30.000 Infrarotpunkten und erkennt den Unterschied zwischen Gesicht und Bild.
Was ist der Unterschied zwischen Vision Pro und Standard Vision?
Die Pro-Version hat zusätzlich Handvenenerkennung, schnellere Entsperrung (0,3 statt 0,6 Sekunden), aufladbaren Keypad-Akku und zwei Jahre Garantie. Aufpreis: 20 Euro.
Brauche ich den SwitchBot AI Hub für das Lock Ultra?
Nein. Im Combo-Paket liegt ein Hub Mini Matter bei, der für Fernzugriff und Matter reicht. Der AI Hub ist optional und bietet zusätzliche Automationen.
Wo werden die biometrischen Daten gespeichert?
Ausschließlich lokal auf dem Keypad Vision Pro. Es findet kein Cloud-Upload von Gesichts-, Handvenen- oder Fingerabdruckdaten statt.
Technische Daten
| Eigenschaft | Lock Ultra | Keypad Vision Pro |
|---|---|---|
| Abmessungen | 122 x 62,6 x 66,8 mm | 131 x 65 x 30 mm |
| Gewicht | 367 g (mit Akku) | 205 g |
| Material | Magnesium-Aluminium-Legierung | Kunststoff, Anti-UV-Beschichtung |
| Akku | 3x 18350 Li-Ion, 4.200 mAh + Backup + Superkondensator | Li-Akku aufladbar oder 12–24V Kabel |
| Akkulaufzeit | ~9 Monate (10 Entriegelungen/Tag) | ~1 Jahr / 5.000+ Entsperrungen |
| Laden | USB-C | USB-C oder Kabel |
| Biometrie | Fingerabdruck | 3D-Gesichtserkennung, Handvenenerkennung |
| Entsperrzeit | 0,3 Sekunden | 0,3 Sekunden |
| Betriebstemperatur | – | –20 °C bis 45 °C (ab 60 °C: Biometrie deaktiviert) |
| IP-Schutz | – | nicht angegeben (Standard Vision: IP65) |
| Falscherkennungsrate | – | unter 0,0001 % |
| Datenspeicherung | – | lokal auf dem Gerät, kein Cloud-Upload |
| Verschlüsselung | AES-128 | – |
| Kompatibilität | 99,9 % Eurozylinder | – |
| Smart Home | Matter, HomeKit, Alexa, Google Assistant, IFTTT, Home Assistant, MQTT | |
| Nachtmodus | unter 20 dB | – |
| Garantie | 2 Jahre | 2 Jahre |
| Preis (Vision Pro Combo) | 319,99 € (inkl. Hub Mini Matter) | |





