Den Sonoff NSPanel Pro Gen 2 habe ich gestern in den Pre-Order-Listen gefunden, und nach kurzem Reinlesen wird klar: Sonoff stopft hier alles in einen Wandtaster, was bisher zwei oder drei separate Geräte waren. Wer die erste Generation kennt, weiß, was der Vorgänger nicht konnte. Die Antworten kommen jetzt nach. Plus ein paar Sachen, die in der Klasse selten sind.
Was der NSPanel Pro Gen 2 von der ersten Generation unterscheidet
Die erste Generation war ein hübsches Touchpanel ohne echte Schaltleistung. Wer dort eine Lampe schalten wollte, brauchte zusätzlich ein Sonoff-Relais oder einen Shelly im Verteiler. Der Sonoff NSPanel Pro Gen 2 macht das im selben Gehäuse: zwei integrierte Relais, je 5 Ampere, in Summe 10 Ampere. Das reicht für zwei Lichtkreise oder einen plus eine Steckdose.
Display: 3,95 Zoll, 480 × 480 Pixel, kapazitiv. Hinter dem Glas arbeitet ein Rockchip RK3326-S mit vier ARM-Cortex-A35-Kernen, 2 GB RAM und 32 GB eMMC. Klingt nach Tablet von 2018, ist für ein Wandpanel aber solide. Vor allem reicht es, um Apps lokal laufen zu lassen statt nur Web-Views darzustellen.
Funk: WLAN auf 2,4 und 5 GHz, dazu Bluetooth und Zigbee 3.0. Das Panel arbeitet sowohl als Zigbee-Hub als auch als Zigbee-Router, kann also bestehende Netze verstärken oder selbst eines aufbauen. Dazu eine Matter-Bridge-Funktion, die angeschlossene Zigbee-Geräte für andere Plattformen sichtbar macht.
Matter und Zigbee im selben Gerät
Die Doppelrolle ist der interessante Teil. Wer bisher Zigbee-Sensoren betrieb und gleichzeitig in Apple Home oder Google Home haben wollte, brauchte einen Aqara M3 oder einen separaten Hub plus eine Bridge-Lösung. Hier sitzt beides im Wandschalter. Der NSPanel Pro Gen 2 nimmt Zigbee-Geräte auf, exportiert sie als Matter-Endgeräte und fungiert gleichzeitig als Bedienpanel.

Sonoff listet als unterstützte Plattformen eWeLink (das hauseigene Ökosystem) plus Apple Home, Google Home und Home Assistant. Letzteres ist der Punkt, an dem klar wird, an wen sich das Gerät richtet. Wer eine reine Apple-Home-Familie betreibt, kommt mit einem Apple-TV-Hub und HomeKit-Geräten weiter. Wer auf Home Assistant setzt und eine kabelgebundene Schaltlösung mit Display in der Wand will, schaut sich genau das hier an. Ein Vergleichspunkt steht im aktuellen Home-Assistant-2026.4-Update, das Matter-Locks und neue Trigger-Logik gebracht hat. Der NSPanel Pro Gen 2 reiht sich da als physisches Bedien-Element ein.
Home Assistant lokal, F-Droid offen
Was Sonoff in der Pressemitteilung etwas leise erwähnt: Auf dem Panel läuft die Home-Assistant-App lokal. Nicht im Browser, nicht über die Cloud, sondern als native Anwendung auf dem Gerät. Dazu kommt F-Droid (offener Android-App-Store) als zweite Quelle, womit Drittanbieter-Apps auf das Panel kommen. In der Klasse ist das ungewöhnlich; die meisten Wandtablets sind geschlossene Systeme.

Klingt nach Bastler-Spielwiese, ist es auch. Wer einfach nur Lichter ein- und ausschalten will, braucht das nicht. Wer aber das Panel als Anzeige für Stromtarife oder als Türsprechanlagen-Front einsetzen will, hat Spielraum.
Sonoff zählt im Datenblatt außerdem ein paar Funktionen auf, die sonst eher in Hub-Geräten stehen. Etwa Sicherheitsmodi mit Sensor-Triggern und Multi-Room-Temperaturkontrolle. Dazu die Einbindung von Sonoff-Kameras inklusive RTSP-Streams. RTSP heißt: Auch Kameras anderer Hersteller lassen sich auf dem Display anzeigen, solange sie einen offenen Stream liefern. Das ist exakt das Feature, das die Homey-Welt über Apps abbildet, hier sitzt es ab Werk in der Wand.
Preis, Pre-Order und Versand
Im Sonoff-Shop liegt das Panel zur Vorbestellung bei 116,90 Euro in den Farben Weiß und Dim Gray. Versand soll ab dem 15. Juni 2026 starten. Wer bis 11. Juni vorbestellt, bekommt 10 Prozent Pre-Order-Rabatt. Die Vorgänger-Generationen liegen dort meist 5 bis 10 Prozent unter dem US-Listenpreis nach Wechselkurs, also realistisch zwischen 105 und 115 Euro, sobald das Gen 2 dort gelistet wird.
Wichtig vor dem Bestellen: Das Panel passt in eine 86er-Wandbox. Das ist der europäische Standard, der in den meisten Neubauten und in vielen Altbau-Renovierungen seit den 1990ern eingebaut ist. Wer alte 60er- oder Schalter-Sonderformate hat, prüft das vor dem Klick.
Sonoff NSPanel Pro Gen 2: für 120 Euro kombiniert das sonst keiner
Der Sonoff NSPanel Pro Gen 2 ist nichts für Leute, die ein hübsches Tablet an die Wand kleben wollen und damit fertig sind. Er richtet sich an die Fraktion, die ohnehin Home Assistant oder eWeLink betreibt, Zigbee-Geräte hat und das Panel als zentrales Bedien- und Schaltteil im Wohnzimmer einsetzen will. In dieser Rolle ist die Kombination aus Matter-Bridge mit integriertem Zigbee-Hub und zwei Relais für unter 120 Euro selten.
Was bleibt offen: Die Update-Politik. Sonoff hat bei der ersten Generation Firmware-Updates über Jahre geliefert, aber die Erfahrung mit Wand-Tablets in der Klasse ist gemischt. Wer das Gerät 2030 noch nutzen will, sollte einkalkulieren, dass die App-Welt bis dahin weitergezogen ist.





