Ein Bewegungsmelder geht aus, sobald du still sitzt. Wer abends auf dem Sofa liest, sitzt deshalb irgendwann im Dunkeln. Genau dieses Ärgernis nimmt sich der Sonoff SenseGuard Presence Core 24G vor, ein 24-GHz-Präsenzmelder, den Sonoff seit dem 25. Mai für 24,90 Euro verkauft, inzwischen auch bei Amazon.de. Der Sonoff Präsenzmelder erkennt nicht nur, dass jemand durch den Raum geht, sondern auch feinste Regungen wie das Heben und Senken des Brustkorbs beim Atmen. So merkt er, dass du da bist, auch wenn du dich kaum bewegst.
Sonoff Präsenzmelder: Radar statt Bewegungssensor
Der Unterschied steckt in der Technik. Klassische Melder nutzen einen PIR-Sensor, der auf Wärmebewegung reagiert. (PIR heißt: ein Sensor, der Temperaturunterschiede registriert, etwa eine Person, die durch den Raum geht.) Hält die Wärmequelle still, verliert er sie. Der Sonoff arbeitet stattdessen mit 24-GHz-mmWave-Radar. (mmWave ist ein hochauflösendes Radar im Millimeterwellenbereich, das auch winzige Bewegungen erfasst.) Er deckt vier Meter und 110 Grad ab, aufgeteilt in sieben einstellbare Zonen, dazu sitzt ein Helligkeitssensor drin. Eine Kalibrierfunktion soll regelmäßige Störbewegungen herausrechnen, etwa einen Ventilator oder einen Vorhang am offenen Fenster.
Zigbee 3.0, Dauerstrom, kein Matter

Bei der Einbindung bleibt Sonoff bodenständig. Der Sonoff Präsenzmelder funkt über Zigbee 3.0 und will dauerhaft per USB-C mit Strom versorgt werden, eine Batterieversion gibt es nicht. (Zigbee ist ein Funkstandard fürs Smart Home, der über ein eigenes Mesh-Netz mit zentralem Hub läuft, nicht übers WLAN.) Eingerichtet wird er per Bluetooth über die eWeLink-App, danach hängt er an einem Zigbee-Gateway. Wer Home Assistant mit Zigbee2MQTT oder ZHA betreibt, bindet ihn direkt ein. (Zigbee2MQTT und ZHA sind die zwei gängigen Wege, Zigbee-Geräte nach Home Assistant zu holen.) Matter spricht der Sensor von sich aus nicht, das geht bei Sonoff nur über eine eigene Bridge. Fürs Bastler-Setup ist das egal, für einen reinen Matter-Haushalt eher nicht.
Der Druck wandert nach oben
Spannend wird der Preis im Vergleich. Aqaras FP400 und der Shelly Presence Gen4 spielen in der Premium-Liga, mit mehr Reichweite und Extras wie Sturzerkennung, dafür mit Preisen jenseits der 50 Euro. Sonoff stellt für 24,90 Euro einen Sensor daneben, der die Grunddisziplin beherrscht: Er sieht, ob jemand im Raum ist, auch wenn der sich nicht rührt. Ein FP400-Killer ist das nicht, dafür fehlt die räumliche Personenverfolgung. Aber es ist der Moment, in dem 24-GHz-Präsenz vom Bastler-Luxus zur Standardausstattung wird.
Anwesenheitssensor mit Lichtsensor, Zonenerkennung, Adaptive Kalibrierung, Kompatibel mit Home Assistant, Alexa & SmartThings (Hub erforderlich).
Wer ohnehin ein Zigbee-Netz betreibt und eine Steckdose in der Nähe hat, bekommt für 25 Euro einen Sonoff Präsenzmelder, der den größten Schwachpunkt klassischer Bewegungsmelder ausräumt. Eine Einschränkung nennt Sonoff selbst: Einen tief schlafenden Menschen erkennt das Radar nicht zuverlässig, dafür ist die Atembewegung zu klein. Wer eine Batterielösung sucht oder alles streng über Matter laufen lässt, schaut weiter. Für alle anderen macht Sonoff hier etwas Unauffälliges und Nützliches zugleich: gute Radar-Präsenz zu einem Preis, bei dem das Abwägen aufhört.





