Vor zwei, drei Wochen lag die Midea PortaSplit schon in meinem Warenkorb. Dann habe ich die zwei Sätze gedacht, die in diesem Land jeden Juni aufs Neue gedacht werden: So heiß wird es schon nicht. Und der alte Monoblock macht das auch noch. Heute steht meine Klarstein in der Ecke wie ein beleidigtes Kind, schiebt lauwarme Luft durch ihren Schlauch und sammelt in ihrem Tank mehr Wasser, als mancher Gartenteich führt. Die PortaSplit, die ich nicht gekauft habe? Überall ausverkauft. Willkommen im Klub, der Mitgliedsbeitrag ist Reue.
Und während das halbe Land gleichzeitig schwitzt und sucht, passiert auf den Marktplätzen das, was immer passiert, wenn alle dasselbe wollen und keiner es hat. Der Preis steht auf, streckt sich, und verdoppelt sich erstmal aus reiner Gewohnheit. Bevor du jetzt im Hitzedelirium auf Kaufen drückst, lies die nächsten fünf Minuten. Sie sparen dir vermutlich einen vierstelligen Betrag.
Die drei Lügen, die du dir bei 34 Grad erzählst

Ich kenne jede dieser Lügen, weil ich sie selbst durchgespielt habe. Und das ist der unangenehme Teil: Du bist hier nicht der schlaue Frühbucher, du bist der Stammkunde der Verzweiflung. Genau darauf verlässt sich der Markt.
Was gerade passiert
Die erste starke Hitzewelle 2026 ist da, und sie trifft den Markt mit Ansage. Golem meldete am 26. Juni, die PortaSplit sei in Deutschland nahezu vergriffen. Bei den übrigen Händlern sieht es kaum besser aus: Innerhalb von gut zehn Tagen waren fast alle Marken-Klimageräte weg. Die PortaSplit trifft es besonders hart, weil sie als meistverkaufte mobile Splitklimaanlage Deutschlands gilt. Sie kühlt ohne den klassischen Abluftschlauch, ist dadurch leiser und wirksamer als ein Monoblock, und genau das macht sie zum Objekt der Begierde, sobald das Thermometer über 30 Grad klettert.

Das eigentlich Komische daran ist die Vorgeschichte. Jahrelang galt die Klimaanlage hierzulande als dekadenter Amerikaner-Kram, irgendwo zwischen Spritschlucker und moralischem Verfall. Stoßlüften morgens um sechs, Rollladen runter, durchhalten, so macht man das als anständiger Mitteleuropäer. Diese Haltung hält erfahrungsgemäß bis zur dritten durchgeschwitzten Nacht. Dann steht derselbe Mensch im Baumarkt und begreift, dass er und ein paar Millionen andere exakt dieselbe Erleuchtung am selben Wochenende hatten. Skepsis ist eben kein Hitzeschutz.
Von 800 auf 1.985 Euro: was die Midea PortaSplit jetzt kostet

Jetzt zu den Zahlen, und die sind unmissverständlich. Im Preisvergleich bei billiger.de stehen aktuell 32 Angebote. Die kleinere PortaSplit Cool mit 2,35 kW gibt es ab 1.599 Euro, die 3,5-kW-Version ab 1.985 Euro, und einzelne Marktplatzhändler rufen 3.495 bis 4.999 Euro auf. Offiziell kostet die Anlage bei tado 899 Euro, das Set mit Steuerung 949 Euro, nur ist dort eben nichts lieferbar.
Der Beweis steckt im Preisverlauf. Dieselbe PortaSplit Cool lag im selben Diagramm noch bei 659 und 699 Euro, bevor sie auf die aktuellen 1.599 Euro hochsprang. Das ist keine saisonale Anpassung, das ist eine Verdopplung bis Verdreifachung innerhalb eines Monats, ausgelöst allein durch die Knappheit. Wir hatten die Anlage erst kürzlich im Preis-Check mit der tado-Steuerung, da lag der Straßenpreis am 11. Juni noch bei 799,99 Euro. Drei Wochen später ist davon nichts mehr übrig.
Zur Einordnung, damit die Zahl wirklich sackt: Knapp 2.000 Euro sind ein Preis, für den anderswo, je nach Anbieter und Montageaufwand, auch eine fest installierte Splitklimaanlage drin sein kann. Hier zahlst du ihn für eine Kiste auf Rollen, die du anschließend selbst von Zimmer zu Zimmer schiebst. Das ist kein Aufpreis für Technik. Das ist ein Aufpreis für deine Ungeduld, und der Händler weiß das ganz genau.
Wer da gerade an deinem Schweiß verdient
Nennen wir die Leute hinter den Mondpreisen ruhig beim Namen, denn mit Handel hat das wenig zu tun: Das sind Wucherer. Keine großen Elektronikketten, sondern der Typ mit fünf PortaSplits im Keller, der im Februar günstig eingekauft hat und jetzt, wo du schwitzt, das Geschäft seines Lebens wittert. Das Muster ist immer dasselbe: Sind die regulären Kanäle leer, springt der billigste noch verfügbare Preis automatisch nach oben, und wer gehortet hat, schlägt gnadenlos auf. Dazu kommt das beliebte Schildchen „Nur noch 2 verfügbar“, das dich zum schnellen Klick treiben soll, und Preis-Algorithmen, die im Stundentakt nachjustieren, weil das Lager leer und die Verzweiflung groß ist. Legal ist das gerade so eben noch. Mit Anstand hat es längst nichts mehr zu tun, und das Wort Händler haben sich diese Leute auch nicht verdient.

Der Monoblock-Selbstbetrug
Bleibt die Frage, warum so viele überhaupt erst zur teuren Split-Variante greifen, statt beim günstigen Monoblock zu bleiben. Antwort: weil der Monoblock bei echter Hitze schummelt, und das sage ich aus sehr aktueller, sehr feuchter Erfahrung. Das Ding saugt die Wärme aus dem Raum und pustet sie durch einen Schlauch nach draußen. Klingt logisch, hat nur einen Haken: Für jeden Liter heiße Luft, der rausgeht, zieht durch jede Ritze neue heiße Luft nach. Bei 24 Grad draußen fällt das kaum auf. Bei 36 Grad arbeitet das Gerät gegen die halbe Nachbarschaft an und kapituliert irgendwann.

Meine Klarstein kühlt den Raum dann nicht mehr, sie befeuchtet ihn nur noch. Alle paar Stunden will der Tank geleert werden, und das Geräusch dazu klingt wie ein asthmatischer Föhn, der gleich aufgibt. Genau deshalb wollen jetzt alle die Split ohne Schlauch. Nicht weil sie schöner ist, sondern weil sie liefert, wenn es wirklich heiß wird. Mein Denkfehler war, das im milden Juni-Anfang zu unterschätzen. Ein Fehler, den gerade eine ganze Republik gleichzeitig nachholt.
Was du jetzt tun solltest

Auf das meiste hiervon kommst du von selbst, sobald der erste Ärger verraucht ist, ich verkauf dir hier keine Geheimwissenschaft. Trotzdem der Reihe nach. Das Wichtigste zuerst, nicht in Panik kaufen. Die Hitzewelle geht vorüber, und mit ihr fällt der Preis wieder, so war es auch im letzten Sommer. Ein Preisalarm bei idealo oder Geizhals kostet nichts und meldet sich, sobald die PortaSplit wieder in die Nähe ihres fairen Preises rückt. Noch gezielter ist ein Verfügbarkeits-Tracker wie braucheklima.de, der live zeigt, welche Bauhaus-, OBI-, Hornbach- oder Toom-Filiale die PortaSplit gerade auf Lager hat, dort meist zum fairen Baumarkt-Preis um 750 bis 850 Euro, mit E-Mail-Alarm, sobald wieder Geräte reinkommen. Ist der tado-Direktshop wieder lieferbar, sind 899 oder 949 Euro in Ordnung, dann aber den Abo-Haken der Steuerung von Anfang an mitrechnen.
Für die heißesten Stunden bis dahin hilft realistisch eher ein guter Ventilator, über den ich mich beim SwitchBot-Modell selbst gewundert habe. Der kühlt nichts, senkt aber die gefühlte Temperatur spürbar, und er kostet keinen Wucherpreis. In Kombination mit konsequent runtergelassenen Rollläden kommst du über die Spitze, ohne den Hitze-Wucherern ihren Bonus zu finanzieren.
Lieber schwitzen als sich abzocken lassen

Die PortaSplit ist ein gutes Gerät, das steht außer Frage. Schlecht ist nur der Moment, in dem du sie kaufen willst, zusammen mit dem Rest der Republik. Wer jetzt 1.985 statt 899 Euro hinlegt, finanziert dem Wucherer den nächsten Urlaub und belohnt ein Spiel, das nur funktioniert, solange genügend Leute im Hitzestress mitspielen. Mein Rat bleibt unbequem: Stell den Ventilator an und setz dir den Preisalarm. Gekauft wird, wenn nicht halb Deutschland gleichzeitig mitbietet. Klimaanlagen brauchst du im Hochsommer, kaufen musst du sie im Frühjahr.

Und ja, die Ironie ist mir nicht entgangen: Ich bediene hier ein Reizthema und reite denselben Hype, über den ich mich gerade lustig mache. Dieser Text ist zu einem guten Teil einfach abgelassener Frust, getippt bei 31,5 Grad im Büro an einem Samstagabend. Das mit dem Frühjahr schreibe ich mir jetzt auf einen Zettel und häng ihn an den Kühlschrank, damit er mir nächstes Jahr früh genug wieder einfällt. Willkommen im Klub, ich sitze mittendrin.
Häufige Fragen zur PortaSplit
Warum ist die Midea PortaSplit gerade so teuer?
Weil sie zur ersten Hitzewelle 2026 überall ausverkauft ist. Offiziell kostet sie rund 899 Euro, auf Marktplätzen verlangen Drittanbieter aktuell ab 1.599 Euro, für die 3,5-kW-Version ab 1.985 Euro.
Was ist der faire Preis für die PortaSplit?
Rund 800 bis 900 Euro. Im tado-Shop liegt sie regulär bei 899 Euro, im Handel war sie zuletzt für 799,99 Euro zu haben.
Wann fallen die Preise wieder?
Erfahrungsgemäß nach der Hitzewelle, so wie im letzten Sommer. Setz dir bei idealo oder Geizhals einen Preisalarm auf etwa 900 Euro, dann wirst du benachrichtigt, sobald sich der Markt beruhigt.
Monoblock oder Split-Klimagerät?
Ein Monoblock ist günstiger, schwächelt aber bei großer Hitze, weil der Abluftschlauch ständig warme Luft nachzieht. Die PortaSplit arbeitet ohne diesen Schlauch und kühlt deshalb wirksamer, kostet aber mehr.
Lohnt sich das tado-Set für 949 Euro?
Nur wenn du einen dynamischen Stromtarif nutzt und den Abo-Haken der Steuerung einrechnest. Die Details stehen in unserem Preis-Check zum PortaSplit-tado-Set.





