Ich habe es mit Alexa versucht, mit Google auch, irgendwann habe ich es gelassen. Nicht weil die Sprachsteuerung nicht funktioniert, sondern weil im Wohnzimmer ein Mikrofon steht, das alles zu einem Server schickt, dem ich nicht über den Weg traue. Der Pine64 PineVoice geht den anderen Weg: ein kleiner Lautsprecher, gebaut für die Sprachsteuerung mit Home Assistant, dessen Wake-Word komplett lokal auf dem Gerät läuft. Kostenpunkt: 50 Dollar.
- Dollar kostet der PineVoice, ein quelloffener Smart Speaker für Home Assistant.
- Wake-Word-Erkennung läuft lokal auf dem Gerät, kein Datentransfer an externe Server.
- RISC-V-SoC von Bouffalo Lab treibt das Gerät an, RISC-V ist eine offene Prozessorarchitektur.
- Eine Hardware-Taste schaltet die Mikrofone stumm, unabhängig von Software-Einstellungen.
- Home-Assistant-Server ist Pflicht, ohne ihn hat das Gerät keine Funktion.
Was im Pine64 PineVoice steckt
Im Inneren arbeitet kein gewöhnlicher Chip, sondern ein RISC-V-SoC von Bouffalo Lab (RISC-V ist eine offene Prozessor-Architektur, kein Intel, kein ARM). Die Firmware ist Open Source. Zur Ausstattung gehören ein Lautsprecher, zwei Mikrofone, ein LED-Ring, Lautstärketasten und, das ist der wichtigste Knopf, eine Hardware-Taste zum Stummschalten der Mikrofone. Stromversorgung über USB-C, das Gehäuse misst gerade mal 65 Millimeter im Würfel. Funk gibt es per WLAN und Bluetooth 5.2, eingerichtet wird das WLAN bequem über Bluetooth.

Angebunden wird der PineVoice an Home Assistant über das Wyoming-Protokoll, also genau die Schnittstelle, über die Home Assistant externe Sprach-Hardware einbindet. Nach der Einrichtung taucht das Gerät automatisch im Netzwerk auf. Die Wake-Word-Erkennung, also das Lauschen auf das Aktivierungswort, läuft lokal direkt auf dem Lautsprecher. Aktuell hört er auf „Hey Jarvis“.

Warum lokal hier der ganze Punkt ist
Genau hier trennt sich der PineVoice vom Rest. Ein normaler Smart Speaker schickt deine Sprache an die Server des Herstellers, dort wird sie ausgewertet, von dort kommt die Antwort. Der PineVoice kann komplett mit deiner eigenen Home-Assistant-Installation laufen, ohne dass ein einziges Wort das Haus verlässt. Die physische Stummtaste macht das ehrlich: Du entscheidest per Hardware, wann das Mikrofon hört, nicht eine Software-Einstellung, der du glauben musst.

Das ist die Gegenposition zu dem, was sonst gerade passiert. Alexa+ kostet in Deutschland bis zu 23 Euro im Monat und denkt komplett in der Cloud. Und als Forscher zeigten, dass sich Gemini im Google Home per manipulierter Kalendereinladung dazu bringen ließ, fremde Rollläden zu öffnen, wurde klar, wie viel Vertrauen man diesen Assistenten eigentlich entgegenbringt. Der PineVoice verlangt dieses Vertrauen nicht, weil er es gar nicht erst braucht.
Wo der Haken steckt
Pine64 macht selbst keinen Hehl daraus, dass das Gerät in einer frühen Phase steckt. Gerade die Wake-Word-Erkennung kann je nach Stimme, Abstand und Hintergrundgeräuschen mal gut und mal gar nicht funktionieren. Das ist kein fertiges Produkt für den Couchtisch der Schwiegereltern, sondern ein Stück Bastel-Hardware für Leute, die wissen, was sie tun.
Dazu kommt die Grundvoraussetzung: Du brauchst einen laufenden Home-Assistant-Server. Ohne den ist der PineVoice ein hübscher Würfel ohne Funktion. Und ein paar nüchterne Punkte für deutsche Käufer: Einen Euro-Preis nennt Pine64 nicht, der Lautsprecher kostet 49,99 US-Dollar als Community-Preis und wird aus dem globalen Pine64-Shop verschickt. Die Garantie beträgt 30 Tage, nicht die zwei Jahre, die du aus dem deutschen Handel kennst.
Für wen sich das lohnt
- Ja, wenn du schon Home Assistant betreibst und endlich eine Sprachsteuerung willst, die lokal bleibt, ohne Abo und ohne Cloud-Mikrofon im Wohnzimmer.
- Eher nicht, wenn du einfach einen Lautsprecher suchst, der ab Werk Musik spielt und Witze erzählt. Dafür bist du mit Alexa oder einem fertigen System besser bedient.
- Denk dran: ohne eigenen Home-Assistant-Server kein PineVoice. Die Hardware ist nur die halbe Miete.
Lieber ein zickiger Würfel als ein Spitzel im Wohnzimmer

Der PineVoice löst kein Problem für die Masse, das muss man klar sagen. Aber für die wachsende Gruppe, die genau weiß, warum sie kein Cloud-Mikrofon im Wohnzimmer haben will, ist er genau das richtige Stück Hardware: offen, lokal, mit einer Stummtaste, die wirklich eine ist. Dass die Wake-Word-Erkennung noch hakt, ist der Preis fürs Früh-dabei-Sein. Für mich ist das trotzdem spannender als der nächste Alexa-Lautsprecher, der zwar billiger geworden ist, aber immer noch jedes Wort nach Hause funkt. Wer tiefer einsteigen will, findet die Details im Pine64-Store und eine gute deutsche Einordnung bei SmarthomeAssistent.
FAQ – Häufige Fragen
Was kostet der Pine64 PineVoice und wo kann man ihn kaufen?
Der PineVoice kostet 49,99 US-Dollar als Community-Preis. Einen offiziellen Euro-Preis nennt Pine64 nicht. Verkauft wird er über den globalen Pine64-Shop, Versand erfolgt von dort weltweit. Die Garantie beträgt 30 Tage, nicht die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahre.
Wie unterscheidet sich der PineVoice von Alexa oder Google Home?
Alexa und Google Home schicken Sprachaufnahmen zur Auswertung an die Server des jeweiligen Herstellers. Der PineVoice läuft komplett mit einer lokalen Home-Assistant-Installation, kein Wort muss das Heimnetz verlassen. Zusätzlich besitzt er eine Hardware-Taste zum Stummschalten der Mikrofone, die unabhängig von Software-Einstellungen funktioniert. Alexa+ kostet in Deutschland bis zu 23 Euro im Monat, der PineVoice ist ein Einmalkauf.
Welche Hardware steckt im Pine64 PineVoice?
Im PineVoice arbeitet ein RISC-V-SoC von Bouffalo Lab, wobei RISC-V eine offene Prozessor-Architektur ist, die weder auf Intel noch auf ARM basiert. Das Gehäuse misst 65 Millimeter im Würfel und wird per USB-C mit Strom versorgt. An Bord sind zwei Mikrofone, ein Lautsprecher, ein LED-Ring, Lautstärketasten sowie WLAN und Bluetooth 5.2.
Ist der PineVoice mit Home Assistant kompatibel?
Ja, der PineVoice ist direkt auf Home Assistant ausgelegt und wird über das Wyoming-Protokoll eingebunden, die Standardschnittstelle von Home Assistant für externe Sprach-Hardware. Nach der Einrichtung taucht das Gerät automatisch im Netzwerk auf. Ein laufender Home-Assistant-Server ist Pflicht, ohne ihn hat der PineVoice keine Funktion.






