Den Namen EcoFlow kennt man inzwischen vom Balkon, von der Powerstation auf dem Campingplatz und vom Speicher im Keller. Am Vorabend der Intersolar 2026 hat der Hersteller in der BMW Welt München aber kein einzelnes Gerät gezeigt, sondern ein ganzes Paket, dessen Herzstück die neue EcoFlow STREAM 2 Serie ist. Dazu kommen eine überarbeitete Software-Plattform, ein KI-Assistent und ein neuer Heimspeicher. Die Botschaft dahinter ist klar: EcoFlow will nicht mehr nur Kisten mit Akku verkaufen, sondern das System, das Erzeugung, Speicher und Verbrauch zusammenhält.

STREAM 2: dezentrale Speicher, jetzt mit mehr Kapazität
Die STREAM-Idee bleibt dieselbe wie im Vorjahr: Statt eines großen Speichers verteilt man mehrere kleine Einheiten im Haus, die miteinander reden und den Strom dahin schicken, wo er gerade gebraucht wird. Genau dieses Prinzip hatte ich schon beim ersten EcoFlow Stream beschrieben, der sich nach dem Hausverbrauch regelt. Die zweite Generation dreht vor allem an der Kapazität.
- STREAM 3000: Einstieg mit 3 kWh Speicher und 2.400 Watt Solareingang.
- STREAM 5000: Flaggschiff mit 5 kWh, 5.000 Watt Solareingang und bis zu 3.000 Watt Ausgangsleistung bei fachgerechter Installation.
- STREAM AC 5000 sowie Erweiterungsbatterien mit 3 und 5 kWh zum Nachrüsten.
Die Einspeisung ins Hausnetz bleibt bei den bekannten 800 Watt, das gibt die Plug-and-Play-Regel vor. Wichtiger für den Alltag ist, dass das STREAM 5000 intern bis zu 3.000 Watt liefern kann, genug, um Waschmaschine oder Trockner komplett aus dem Speicher zu betreiben. Die neuen Modelle sind mit den bestehenden STREAM-Speichern kompatibel, wer also schon eine Einheit hat, kann erweitern statt ersetzen.
Beim Preis gibt es bisher nur eine Zahl: Das STREAM 5000 hat eine UVP von 1.599 Euro, vorbestellen kann man ab dem 12. August 2026, im Early-Bird dann für 1.299 Euro. Der offizielle Verkaufsstart ist der 15. September. Die Preise der übrigen STREAM-2-Modelle nannte EcoFlow noch nicht.
OASIS 3.0 und EcoBot: die Software ist der eigentliche Hebel
Interessanter als die Akkukapazität ist fast das, was darüber liegt. OASIS 3.0 heißt die neue Version der Energiemanagement-Plattform. Sie wertet Stromtarife, Wetterprognose und den Verbrauch im Haushalt in Echtzeit aus und entscheidet selbst, wann geladen, verbraucht oder eingespeist wird. Wer einen dynamischen Stromtarif hat, holt hier am meisten raus, weil das System günstige Zeitfenster erkennt und den Speicher dann füllt.
Dazu kommt EcoBot, ein KI-Assistent, den man in natürlicher Sprache bedient. „Hey EcoBot, lade den Speicher heute Nacht“ soll reichen, statt sich durch Menüs zu klicken. (KI-Assistent = ein Sprachmodell, das Befehle in Alltagssprache versteht und in Geräteeinstellungen übersetzt.) Ob das im Alltag mehr ist als ein hübsches Demo, muss ein Test zeigen. Aber die Richtung passt zu dem, was sich gerade überall abzeichnet: Die Steuerung wandert von Schaltplänen und Zeitplänen hin zu gesprochenen Anweisungen. Dass Energie dabei kein Komfortthema mehr ist, sondern Infrastruktur, habe ich an anderer Stelle schon ausführlicher aufgeschrieben, nämlich warum das Smart Home plötzlich Teil der Energiepolitik wird.
Ocean 2 und der Schritt ins Gewerbe
Für die Liga darüber gibt es den Ocean 2, einen Heimspeicher für Haushalte mit richtiger PV-Anlage, die möglichst unabhängig vom Netz sein wollen. Batterie und Wechselrichter stecken jetzt in einem Gerät, das Portfolio reicht von 3 bis 15 kW und deckt Einphasen-, Einphasen-Plus- und Dreiphasensysteme ab. Eine neue 8-kWh-Batterie passt sowohl an bestehende PowerOcean- als auch an Ocean-2-Systeme, man kann also nachrüsten ohne kompletten Umbau. Laut EcoFlow versteht sich der Speicher mit über 500 Anbietern dynamischer Tarife und lässt sich mit mehr als 35 Smart-Home-Marken verknüpfen.
Und dann war da noch die Ansage, dass EcoFlow mit der A-Series namens „Alps“ erstmals in den gewerblichen Speichermarkt geht. Ein modulares System auf Basis einer 20-kWh-Einheit, nach IEC 62619 zertifiziert. Für die meisten Leser hier nicht direkt relevant, aber es zeigt, wohin die Reise geht: weg vom Balkon-Gadget, hin zum Energieversorger im Kleinformat.
Lohnt das Warten bis September?
Das ist die ehrliche Frage, gerade jetzt. Während EcoFlow Produkte ankündigt, die teils erst im September kommen, steht der direkte Konkurrent schon im Regal und ist zum Prime Day reduziert. Die Anker Solarbank 4 Pro spielt in derselben Klasse, und auch Dreames Mova LumeGret mischt mit. Wer dieses Jahr noch Solarstrom speichern will, muss nicht auf das STREAM 5000 warten.
Spannend wird EcoFlows Paket weniger über die einzelne Box als über OASIS 3.0 und EcoBot. Wenn die Software wirklich hält, was die Präsentation verspricht, also Tarife, Wetter und Verbrauch ohne ständiges Nachjustieren zusammenbringt, dann ist das der Punkt, an dem sich so ein System im Alltag rechnet. Bis dahin gilt: Die Hardware-Zahlen sind solide, die UVP von 1.599 Euro fürs 5-kWh-Modell ist konkurrenzfähig, und der Early-Bird drückt sie früh genug, dass sich Vergleichen lohnt. Den Rest entscheidet die App, nicht der Akku. Sobald sich das STREAM 5000 testen lässt, schaue ich genau dort hin.





