Die Philips Hue Preiserhöhung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Gerade erst hat sich die Bridge Pro per Firmware-Update selbst zerlegt, in den USA wurde dieselbe Bridge im Juni um 40 Prozent teurer, und jetzt dreht Signify auch hierzulande an der Preisschraube. Betroffen sind ausgerechnet die Produkte, die seit Jahren im Sortiment sind und deren Entwicklungskosten längst wieder drin sein dürften.
- Signify hat die Preise zahlreicher Hue-Produkte im deutschen Online-Shop angehoben, meist um 5 bis 10 Euro.
- Betroffen sind nur Produkte, die länger als ein Jahr auf dem Markt sind, Neuheiten bleiben unverändert.
- Größter Sprung bei den bekannten Beispielen: die Xamento-Deckenleuchte mit plus 15 Euro.
- Signify begründet die Erhöhung mit gestiegenen Kosten für Material, Komponenten und Logistik.
- Preise können je nach Händler abweichen, ein Preisvergleich lohnt sich jetzt besonders.
Acht Jahre alt und trotzdem teurer
Aufgefallen ist die Änderung zuerst dem Hueblog, der die Preise im deutschen Hue-Online-Shop beobachtet hat. Das Muster: Neuheiten der letzten zwölf Monate bleiben unangetastet, die Bestandsprodukte werden teurer. Selbst Hue Calla und Hue Lily, die allerersten Outdoor-Leuchten der Marke, kosten acht Jahre nach ihrem Marktstart jetzt mehr als zuvor. Eine vollständige Liste gibt es nicht, aber die dokumentierten Beispiele zeichnen ein klares Bild:
| Produkt | Alter Preis | Neuer Preis |
|---|---|---|
| Hue Lily Starter-Set (3 Spots) | 349,99 € | 359,99 € |
| Hue Calla Sockelleuchte | 129,99 € | 134,99 € |
| Hue Appear Wandleuchte | 159,99 € | 164,99 € |
| Hue Play Lightbar (Doppelpack) | 139,99 € | 149,99 € |
| Hue Surimu Deckenleuchte | 299,99 € | 309,99 € |
| Hue Filament Globe White Ambiance | 44,99 € | 47,99 € |
| Hue Gradient Signe Stehleuchte | 329,99 € | 339,99 € |
| Hue Festavia Lichterkette (8 m) | 119,99 € | 124,99 € |
| Hue Xamento Deckenleuchte | 219,99 € | 234,99 € |
| Hue Go Tragbare Tischleuchte | 159,99 € | 164,99 € |
Meist sind es 5 bis 10 Euro Aufschlag, die Xamento-Deckenleuchte springt gleich um 15 Euro. Das klingt einzeln verschmerzbar. Wer allerdings gerade ein größeres Hue-Setup plant, etwa Outdoor-Beleuchtung mit mehreren Calla-Sockeln und einem Lily-Set, zahlt für denselben Warenkorb mal eben 20 bis 30 Euro mehr als letzte Woche.

Signifys Begründung, übersetzt
Signify hat dem Hueblog ein offizielles Statement geliefert, und es liest sich wie aus dem Baukasten für Preiserhöhungs-Pressemitteilungen: gestiegene Kosten für Materialien, Komponenten, Logistik und Betrieb, dazu „kontinuierliche Investitionen in Innovation, Produktqualität und Lieferkontinuität“. Man habe die Kostensteigerungen lange selbst aufgefangen, jetzt gehe es nicht mehr anders.
Kann man so stehen lassen, ein Geschmäckle bleibt trotzdem. Die betroffenen Produkte sind seit Jahren auf dem Markt, die Werkzeuge bezahlt, die Entwicklung abgeschlossen. Eine Calla-Sockelleuchte von 2018 wird 2026 nicht plötzlich teurer in der Herstellung, zumindest nicht um vier Prozent. Und das Timing ist unglücklich: Im Juni wurde die Bridge Pro in den USA um satte 40 Prozent teurer, wenige Monate nach ihrem Marktstart. Gleichzeitig kämpft genau diese Bridge gerade mit einem Firmware-Update, das Geräte unbrauchbar macht, und eine Backup-Funktion für die Konfiguration fehlt weiterhin. Höhere Preise und offene Baustellen sind eine unglückliche Kombination.
Neue Produkte kommen trotzdem, und bleiben stabil
Parallel zur Preisrunde baut Philips Hue das Sortiment weiter aus. Im Juni kamen unter anderem die neuen Wandschalter-Module, eine Hue Play Stehleuchte und eine sparsame E14-Kerze dazu, und deren Preise sind von der Erhöhung ausdrücklich nicht betroffen. Auch die neuen Leuchtstreifen kosten unverändert viel. Die Strategie dahinter ist nachvollziehbar: Neuheiten müssen sich gegen Konkurrenz von Govee und Co. behaupten, da wären höhere Einstiegspreise Gift. Die Bestandskunden mit ihren gewachsenen Systemen zahlen dagegen fast jeden Preis, denn wer 30 Hue-Lampen an der Bridge hat, wechselt wegen fünf Euro nicht das Ökosystem.
Vor dem Kauf lohnt der Blick auf andere Händler
Die gute Nachricht steht in Signifys eigenem Statement: Die neuen Preise gelten für den Hue-Online-Shop, bei Händlern können sie abweichen. Amazon und die Elektromärkte haben die Erhöhung teils noch nicht nachgezogen, oft liegen deren Preise ohnehin unter der UVP. Wer ein konkretes Hue-Produkt auf der Liste hat, sollte jetzt vergleichen. Ich würde im Hersteller-Shop aktuell jedenfalls gar nichts bestellen. Und wer es nicht eilig hat: Die nächste Rabatt-Aktion kommt bei Hue erfahrungsgemäß zuverlässiger als ein Backup-Feature.
Deine Fragen zur Hue-Preisrunde
Welche Philips-Hue-Produkte sind von der Preiserhöhung betroffen?
Vor allem Produkte, die länger als ein Jahr auf dem Markt sind: unter anderem die Outdoor-Leuchten Lily und Calla, die Play Lightbar, die Deckenleuchten Surimu und Xamento, die Gradient Signe Stehleuchte, Filament-Lampen, die Festavia-Lichterkette und die Hue Go Tischleuchte.
Wie stark sind die Preise bei Philips Hue gestiegen?
Meist um 5 bis 10 Euro pro Produkt. Den größten dokumentierten Sprung macht die Xamento-Deckenleuchte mit 15 Euro Aufschlag, von 219,99 auf 234,99 Euro.
Sind auch neue Hue-Produkte teurer geworden?
Nein. Produkte, die seit Sommer 2025 vorgestellt wurden, sind von der Erhöhung nicht betroffen. Auch die neuen Leuchtstreifen und die Juni-Neuheiten wie Wandschalter-Module und die E14-Kerze kosten unverändert viel.
Gelten die höheren Preise überall?
Nein, sie gelten zunächst für den offiziellen Hue-Online-Shop. Laut Signify können die Preise je nach Händler und Markt abweichen. Bei Amazon, tink und Elektromärkten lohnt sich aktuell der Preisvergleich, dort ist die Erhöhung teils noch nicht angekommen.





