Vor gut zwei Monaten habe ich hier über die Hue Bridge Pro geschrieben, weil ein Firmware-Update die Matter-Verbindung zu Apple Home reparieren sollte, nach zwei Monaten Funkstille von Signify. Jetzt gibt es ein neues Update für dieselbe Bridge Pro. Diesmal repariert es nichts, sondern bringt bei einem Teil der Nutzer die komplette Steuerzentrale um.
- Firmware 2071353020 rollt seit 4. Juni für die Hue Bridge Pro aus, laut Philips für kleinere Fehlerbehebungen.
- Bei einem Teil der Nutzer bricht das Update die Bridge komplett: rote LED, keine Reaktion mehr.
- Ein Werksreset hilft laut Betroffenen nicht, es bleibt nur der Austausch der Hardware.
- Die normale Hue Bridge (ohne Pro) ist von dem Fehler nicht betroffen.
- Eine Backup-Funktion für die Konfiguration gibt es weiterhin nicht.
Rote LED, keine Reaktion mehr
Seit dem 4. Juni rollt Signify die Firmware-Version 2071353020 für die Hue Bridge Pro aus. In den offiziellen Release Notes klingt das nach Routine: „mehrere kleine Änderungen im Hintergrund, damit deine Hue Bridge Pro noch besser funktioniert.“ Bei einem Teil der Nutzer bewirkt das Update das Gegenteil. Zuerst berichtete Hueblog-Betreiber Fabian, der neben Reddit-Beiträgen auch eigene Leser-Mails zu dem Problem bekommen hat, danach griffen unter anderem Android Authority, T3 und The Ambient die Story auf. Übereinstimmendes Bild: Nach der Installation leuchtet nur noch eine rote Status-LED, die Bridge reagiert weder auf die Hue-App noch auf Schalter oder Lampen im Netzwerk.
Betroffen ist offenbar der Zugriff auf den integrierten Zigbee-Funkchip (der Funkstandard, über den die Bridge Lampen, Schalter und Sensoren lokal anspricht). Ohne den geht gar nichts mehr, auch nicht die Grundfunktionen, die sonst selbst ohne Internetverbindung laufen. Ein Werksreset hilft laut den Berichten nicht, in den bekannten Fällen blieb nur der Weg über den Support und ein Austauschgerät. Wer noch Garantie hat, bekommt die Bridge Pro offenbar ersetzt, das kostet also nicht zwangsläufig extra. Die eigentliche Arbeit fängt danach trotzdem erst an.
Nur die Bridge Pro ist betroffen, die reguläre Hue Bridge läuft weiter stabil auf der alten Chip-Generation. Wie groß das Problem tatsächlich ist, lässt sich von außen kaum einschätzen. The Ambient beschreibt es als reine Zufallsverteilung: Manche installieren dasselbe Update problemlos, andere verlieren ihre komplette Steuerzentrale. Ein Muster, wer betroffen ist und wer nicht, ist bisher nicht erkennbar.
Kein Backup, noch immer nicht
Der eigentliche Ärger fängt erst nach dem Austausch an. Es gibt bis heute keine Backup-Funktion für die Bridge-Konfiguration. Wer ein Ersatzgerät einrichtet, muss sämtliche Lampen, Schalter und Bewegungsmelder neu anlernen. Lichtszenen sind weg. Die Anbindung an Apple Home oder Google Home muss ebenfalls neu aufgesetzt werden. In den Kommentaren unter dem Hueblog-Artikel beschreibt ein Nutzer, wie sich sein Zuhause plötzlich „wie eine primitive Höhle“ anfühlte, weil er zuvor alle manuellen Lichtschalter entfernt und komplett auf die App gesetzt hatte. Ein anderer hat vorsichtshalber seine alte Hue Bridge (ohne Pro) reaktiviert, um wenigstens die wichtigsten Lampen ansteuern zu können, bis das Ersatzgerät ankam.
Bei ein paar Lampen im Wohnzimmer ist die Neueinrichtung ein nerviger Nachmittag. Bei größeren Installationen mit über 100 Lampen und mehreren Dutzend Zubehörteilen, wie Hueblog sie als Referenzfall nennt, sind das laut Betroffenen mehrere Stunden Arbeit. Für ein Firmware-Update, das laut Hersteller nur kleine Fehler beheben sollte.
Dass ein Hersteller, der seit über zehn Jahren Smart-Home-Zentralen verkauft, 2026 immer noch keine Möglichkeit bietet, die eigene Konfiguration zu sichern und wiederherzustellen, ist keine Kleinigkeit. Genau diese Abhängigkeit von einer einzigen, unwiederbringlichen Gerätekonfiguration ist der Punkt, an dem sich Cloud- und Firmware-Vertrauen in Smart-Home-Systemen entscheidet. Wenn ein Update das eigene Zuhause auf null zurücksetzen kann, ist „lokale Steuerung“ nur die halbe Miete.
Auto-Update aus, und zwar jetzt
Laut den Berichten betrifft der Fehler bislang nur einen kleinen Teil der Bridge-Pro-Besitzer, das Risiko ist also überschaubar, aber real. Automatische Updates sind bei den meisten Systemen standardmäßig aktiviert. Wer die neue Firmware noch nicht installiert hat, sollte:
- In der Hue-App unter Einstellungen → Software-Update prüfen, ob Version 2071353020 bereits installiert ist
- Automatische Updates vorübergehend deaktivieren, bis Signify sich zu dem Problem äußert
- Bei bereits installiertem Update und funktionierender Bridge: nichts tun, abwarten, keine Panik
Eine offizielle Stellungnahme von Signify zu dem Fehler gibt es bislang nicht, weder in den Release Notes noch sonst irgendwo. Genau dieses Muster kennt man von der Bridge Pro leider schon: Erst häufen sich die Beschwerden in Foren, dann kommt irgendwann ein Fix, ohne dass der Hersteller den Fehler vorher klar benennt.
Kein gutes Jahr für die Bridge Pro
Im April ging es bei der Bridge Pro um verlorene Matter-Verbindungen zu Apple Home, ärgerlich, aber lösbar. Jetzt geht es um Geräte, die komplett tot sind und ohne Backup neu aufgebaut werden müssen. Dazwischen lag im Juni auch noch eine 40-prozentige Preiserhöhung in den USA, wenige Monate nach dem Marktstart. Drei unterschiedliche Ärgernisse, dieselbe Steuerzentrale, ein gemeinsamer Nenner: Wer sein ganzes Smart Home an eine einzige Bridge hängt, die sich per Firmware-Update selbst zerschießen kann, sollte sich zumindest merken, wo der Reset-Knopf sitzt. Und vielleicht ein zweites Mal überlegen, ob Auto-Update wirklich die beste Voreinstellung ist.
Fragen, die dir jetzt wahrscheinlich im Kopf rumgehen
Ist auch die normale Hue Bridge (ohne Pro) von dem Fehler betroffen?
Nein. Nach bisherigen Berichten tritt das Problem ausschließlich bei der Hue Bridge Pro auf, die reguläre Hue Bridge läuft mit der Firmware 2071353020 stabil weiter.
Hilft ein Werksreset, wenn die Bridge Pro nach dem Update nicht mehr reagiert?
Laut den bisherigen Nutzerberichten nicht. Betroffene Geräte bleiben auch nach einem Reset auf die rote Status-LED beschränkt und lassen sich nur über einen Austausch wieder in Betrieb nehmen.
Bekomme ich ein Ersatzgerät kostenlos, wenn meine Bridge Pro durch das Update kaputtgeht?
Mehrere Betroffene berichten, dass Philips Hue die Bridge Pro im Rahmen der Garantie kostenlos ersetzt hat. Eine offizielle Zusage von Signify dazu gibt es bislang nicht.
Wie schütze ich meine Hue Bridge Pro am besten vor dem Fehler?
Automatische Updates in der Hue-App unter Einstellungen → Software-Update vorübergehend deaktivieren, bis Signify sich zu dem Problem geäußert hat oder ein Fix bestätigt ist.
Gibt es schon ein Firmware-Update von Signify, das den Fehler behebt?
Bislang nicht. Signify hat sich zu dem Problem bisher nicht öffentlich geäußert, weder in den Release Notes noch in einer separaten Stellungnahme.





