Matter ist seit zwei Jahren das Versprechen, das Smart-Home-Ökosysteme endlich miteinander reden lässt. In der Praxis hieß das bisher: Lampen, Steckdosen, Sensoren. Alles, was im Wohnzimmer steht. Homey erweitert mit Firmware 13.1.0 den Matter-Support jetzt auf Geräte, die bisher keine Plattform besonders gut konnte: Haushaltsgroßgeräte und E-Auto-Ladestationen.
Was 13.1.0 an neuen Geräten mitbringt
Die Liste der neu unterstützten Matter-Gerätetypen liest sich wie ein Rundgang durch Küche und Hauswirtschaftsraum: Geschirrspüler, Wäschetrockner, Backöfen und Mikrowellen. Dazu kommen smarte Wasserventile, EV-Charger mit Echtzeit-Leistungsdaten und Energiefluss-Übersicht sowie Warmwasserbereiter. Bei allen Großgeräten funktioniert die Steuerung über die Standard-Befehle: Start, Pause, Resume, Stop. Dazu Betriebsmodi, Zyklen und bei Backöfen auch Temperatursteuerung. Geräte mit Doppelfächern werden korrekt als separate Programme erkannt.
Das klingt erstmal abstrakt. Konkret heißt es: Wenn dein Backofen oder deine Spülmaschine Matter spricht, kannst du sie in Homey Flows einbinden. „Wenn der Trockner fertig ist, schick mir eine Benachrichtigung.“ Oder: „Starte die Spülmaschine, wenn der Strompreis unter X Cent fällt.“ Das ist der Bereich, in dem Smart Home aufhört, Spielerei zu sein.
Verbesserungen für bestehende Geräte
Neben den Großgeräten hat Homey auch an bestehenden Matter-Integrationen geschraubt. Bei Roboter-Staubsaugern lassen sich jetzt einzelne Reinigungszonen per Flow aktivieren oder deaktivieren. Für Licht gibt es neue Continuous-Dimming-Flow-Cards (stufenloses Dimmen statt fester Prozentwerte). Türschlösser bekommen mehr Betriebsmodi, einen aktiven Tür-offen-Status und eine Auto-Relock-Funktion.
Für Nutzer mit Aqara-Sensoren (etwa dem FP300 oder P2) ist relevant: Die Sensorempfindlichkeit lässt sich jetzt nativ in Homey einstellen, ohne die Aqara-App bemühen zu müssen. Und wer Geräte mit Mehrphasen-Energiemessung hat, bekommt verbesserte Messwerte.
Stabilität: Batteriegeräte und Thread
Ein Problem, das jeder kennt, der batteriebetriebene Matter-Geräte nutzt: Die gehen in den Schlaf, und wenn sie aufwachen, hat der Hub sie vergessen. Homey 13.1.0 verbessert die Handhabung solcher intermittierend verbundenen Geräte (Geräte, die sich regelmäßig vom Netzwerk trennen, um Batterie zu sparen). Dazu synchronisiert Homey jetzt automatisch Sprache und Systemzeit mit angebundenen Matter-Geräten.
Bei Thread wurde ein Bug behoben, bei dem Geräte dem Thread-Netzwerk in bestimmten Fällen nicht beitreten konnten. Zigbee bekommt erweiterte Unterstützung für generische Geräte: Sensoren, Schlösser und Thermostate werden besser erkannt.
Warum das wichtig ist
MatterAlpha ordnet das Update so ein: Homey schließt mit 13.1.0 zu Samsung SmartThings auf, was Großgeräte-Support via Matter angeht. Apple Home, Google Home und Alexa sind in diesem Bereich deutlich langsamer. Home Assistant unterstützt ebenfalls einige Haushaltsgeräte, aber Homey und SmartThings sind aktuell die einzigen Plattformen, die das mit einer Consumer-tauglichen Oberfläche tun.
Für Homey-Nutzer ist das ein solides Release. Kein Paukenschlag, aber genau die Art von Erweiterung, die Matter braucht, um über Lampen und Steckdosen hinauszuwachsen. Die Community im Homey-Forum hat den RC-Zyklus ohne größere Probleme durchlaufen. Das Update ist seit dem 30. März stable und läuft auf dem Homey Pro (2023), dem Homey Pro (2026) und dem Homey Pro mini.
Meine Einschätzung: Wer einen Homey Pro hat und auf Matter setzt, sollte updaten. Die Großgeräte-Unterstützung ist noch Zukunftsmusik für die meisten Haushalte, weil kaum jemand eine Matter-fähige Spülmaschine im Schrank stehen hat. Aber die EV-Charger-Integration und die Stabilitätsverbesserungen für batteriebetriebene Geräte sind schon heute relevant.





