Stiftung Warentest hat in der April-Ausgabe 14 Mähroboter geprüft. Zwei davon sind gut. Zehn fahren über einen liegenden Kinderarm. Und sieben von acht kabellosen Modellen erkennen einen Igel ungefähr so zuverlässig wie ich Schauspieler in Marvel-Filmen.
Der Test in Ausgabe 04/2026 nimmt sich Geräte für 600 bis 900 Quadratmeter Rasen vor. Acht davon kommen ohne Begrenzungsdraht aus, sechs sind klassische Drahtmodelle. Geprüft wurde über eine ganze Saison, bei nass, trocken, mit Hindernissen und an Hängen. Inklusive Sicherheits-Attrappen für Igel und Kinderarme.
Hinweis: Das Heft erschien Anfang April und enthält damit nicht alle Modelle, die später in der Saison 2026 auf den Markt kamen. Aktuelle Neuvorstellungen wie der Dreame A3 AWD Pro oder die jüngsten Eufy- und Anthbot-Modelle waren zum Testzeitpunkt teils noch nicht verfügbar oder nicht im Test enthalten.
Der Testsieger ist auch der günstigere: Ecovacs Goat O800 RTK
Mit Gesamtnote 2,4 ist der Ecovacs Goat O800 RTK der einzige kabellose Mähroboter, der ein gut einsammelt. Er navigiert über RTK-Satellit, kombiniert das mit Kameras und Sensoren, mäht in geordneten Bahnen statt im Chaos-Modus und lässt sich per App ohne Yoga-Übungen einrichten.
Schnittqualität gut, Bedienung einfach. Lautstärke unauffällig.
Eine Sache aber: Der Goat hat keine deutschsprachige Datenschutzerklärung. Stiftung Warentest hat das negativ bewertet, und das ist auch keine Erbsenzählerei. Wenn ein Gerät ständig mit Servern in China oder den USA kommuniziert, gehört der Hinweis darauf in eine Sprache, die der Käufer versteht.
Preistipp Dreame Mova 600 — auf dem Papier, nicht im Handel
Der zweite kabellose Mähroboter mit „gut" im Stiwa-Test. UltraView-LiDAR statt RTK-Antenne, gute Schnittqualität, einfache Bedienung. Deutlich günstiger als der Goat O800, dafür „nur" bis 600 m².
Der zweite kabellose Mähroboter mit gut ist der Dreame Mova 600, Note 2,5. Beim reinen Mähen schneidet er mit 2,0 sogar besser ab als der Testsieger, auch bei der Navigation liegt er gleichauf. Verloren hat er Punkte bei Sicherheit und Datenschutz. Auch ihm fehlt, überraschend ich weiß, die deutsche Datenschutzerklärung.
Stiftung Warentest hat den Mova zum Preistipp gemacht, weil sein Listenpreis unter dem des Goat liegt. Auf Amazon hat sich das gedreht: Der Goat O800 RTK kostet im Care-Kit 799 Euro, der Mova 600 liegt bei 999 Euro. Wer auf den Tagespreis schaut, fährt mit dem Testsieger nicht nur sicherer, sondern auch günstiger. Der Mova bleibt eine ehrliche Empfehlung, wenn er im Sale unter 700 Euro rutscht oder direkt beim Hersteller billiger zu haben ist.
Wo es richtig wehtut: Igel und Kinderarm
Der Igel-Test läuft so: Eine Attrappe in Igelform wird in den Mähweg gestellt, und der Roboter soll sie erkennen und stoppen. Klingt machbar. Sieben von acht kabellosen Modellen schaffen das nur befriedigend oder ausreichend. Sieben von acht.
Der Kinderarm-Test ist noch deutlicher. Stiftung Warentest verwendet eine Holz-Attrappe (vier Zentimeter Durchmesser, 55 Zentimeter lang) und legt sie quer in den Mähbereich, um einen krabbelnden Arm zu simulieren. Zehn von 14 getesteten Modellen sind drübergefahren. Der Test mit liegenden Hindernissen ist offenbar das, was Hersteller-Werbevideos mit Hund-erkennt-und-bleibt-stehen-Szenen gerne ausblenden.
Das ist der Punkt, der mich am meisten ärgert. Die ganze Branche verkauft seit zwei Jahren KI-Vision, semantische Erkennung, über 300 Hindernisarten. In Werbevideos sitzt der Mäher höflich vor dem Kuscheltier. Im genormten Test fährt er über einen Stab in der Größe eines Kinderarms. Die Lücke zwischen Marketing und Realität ist groß genug, dass man den Igel reinlegen könnte.
2026 ist das Jahr der KI-Vision-Versprechen
2026 ist das Jahr, in dem die Mähroboter-Branche kabelfrei werden will. Mammotion, Ecovacs, Dreame, Eufy, Anthbot, Worx haben alle neue Modelle ohne Begrenzungsdraht. Auf der CES und der MWC wurde mit LiDAR, RTK, KI-Vision geworben. Jüngst hat Dreame in San Francisco sogar einen Mähroboter mit Greifarm gezeigt.
Stiftung Warentest erinnert daran, dass die Sicherheit der mähenden Geräte hinter den Navigations-Tricks zurückbleibt. Die Geräte werden komplexer, aber die simple Frage erkennt das Ding einen liegenden Arm ist in 71 Prozent der Fälle weiter mit Nein zu beantworten.
Für Käufer mit Kindern oder Wildtieren im Garten bleibt die alte Empfehlung: Mähroboter nur unter Aufsicht laufen lassen, nie nachts (Igel sind nachtaktiv), nicht in Bereichen, in denen Kinder spielen. Auch wenn das Gerät behauptet, es hätte gelernt, Igel zu erkennen.
Ein klarer Kauf, ein Etikett zum Vergessen
Wer einen kabellosen Mähroboter unter 800 Euro will, kauft den Ecovacs Goat O800 RTK. Punkt. Stiwa nennt den Mova Preistipp, aber auf Amazon kostet er zweihundert Euro mehr als der Testsieger. Der Mova lohnt nur, wenn er deutlich in den Sale rutscht. Bei beiden Geräten gilt, dass du sie unter Aufsicht laufen lässt, nicht im Halbdunkel, und mit der Datenschutzerklärung am besten den DeepL aufmachst.
Die Branche verkauft 2026 die Befreiung vom Begrenzungsdraht. Stiftung Warentest macht klar, dass die Befreiung von echten Sicherheitsmängeln noch aussteht. Bis dahin gilt: ein klassischer Mähroboter mit Begrenzungsdraht ist nicht modern, aber er rast auch nicht über einen Holzstab in Kinderarm-Größe.





