Wer sich einen Raspberry Pi 5 mit 16 GB RAM kaufen wollte, zahlte im September noch 120 Dollar. Seit dem 1. April sind es 305 Dollar. Das ist kein Aprilscherz, sondern die dritte Raspberry Pi Preiserhöhung seit Dezember. Die Foundation hat die Preise für fast alle Modelle mit 4 GB RAM oder mehr angehoben, teilweise drastisch.
Was genau teurer wird
Eben Upton, Chef der Raspberry Pi Foundation, hat die neuen Preise im offiziellen Blog bekanntgegeben. Die Übersicht:
| Modell | Alter Preis | Neuer Preis | Aufschlag |
|---|---|---|---|
| Pi 5 4 GB | 60 $ | 85 $ | +25 $ |
| Pi 5 8 GB | 80 $ | 130 $ | +50 $ |
| Pi 5 16 GB | 120 $ | 305 $ | +185 $ |
| Pi 500+ | 260 $ | 410 $ | +150 $ |
| Pi 5 1 GB | 45 $ | 45 $ | unverändert |
Die Preise für den Pi 4 steigen ebenfalls. Als Pflaster gibt es ein neues Modell: den Raspberry Pi 4 mit 3 GB RAM für 83,75 Dollar. Der soll die Lücke füllen zwischen dem günstigen 1-GB-Modell und den jetzt deutlich teureren 4-GB-Varianten.
Warum: Die KI frisst den Speicher
Der Grund hat nichts mit dem Pi selbst zu tun. Die Kosten für LPDDR4-Speicher (Low Power Double Data Rate, der RAM-Typ im Pi) sind innerhalb eines Jahres um das Siebenfache gestiegen. Branchenanalysten sprechen von „RAMmageddon“: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Speicherpreise um 90 bis 100 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der größte Anstieg, der je gemessen wurde.
Die Ursache ist der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren. Microsoft, Google, Meta und OpenAI investieren Hunderte Milliarden in neue Infrastruktur. Die Chiphersteller verlagern ihre Produktion von Consumer-RAM hin zu HBM (High Bandwidth Memory, der Speichertyp für KI-Beschleuniger). Laut Trendforce verschlingen Rechenzentren 2026 über 70 Prozent aller High-End-Speicherchips. Für normale Produkte wie den Pi bleibt immer weniger übrig.
Was das für Pi-Bastler bedeutet
Der Pi war immer das Gerät, das man sich einfach mal bestellt hat. Home Assistant drauf, PiHole daneben, vielleicht noch ein Retro-Gaming-Setup für die Küche. Bei 35 Dollar überlegt man nicht lange. Bei 130 Dollar für ein 8-GB-Modell schon.
Jeff Geerling, einer der bekanntesten Pi-Blogger, schreibt dazu: „DRAM pricing is killing the hobbyist SBC market.“ Und er hat recht. Ein Pi 500+ für 410 Dollar liegt im Preisbereich eines gebrauchten Mini-PCs, der deutlich mehr Leistung bringt.
Die gute Nachricht, falls man sie so nennen will: Das 1-GB-Modell bleibt bei 45 Dollar, und der neue Pi 4 mit 3 GB für 83,75 Dollar ist eine brauchbare Basis für leichtere Projekte. Für Home Assistant mit vielen Integrationen reicht das allerdings auf Dauer nicht.
Wird es wieder günstiger?
Eben Upton nennt die Situation „ultimately temporary“ und verspricht, die Preise wieder zu senken, sobald sich der Speichermarkt erholt. Branchenanalysten rechnen frühestens 2027 mit einer Entspannung, eine echte Normalisierung wird erst für 2028 erwartet. Bis dahin gilt: Wer einen Pi braucht, nimmt so wenig RAM wie möglich. Oder schaut sich nach gebrauchten Modellen um, bevor die auch teurer werden.





