Eine Homey-App für den Fernseher klingt erst mal wie ein Feature, nach dem niemand gefragt hat. Homey ist der Hub, der im Hintergrund läuft und Automationen abarbeitet, den bedient man über die App auf dem Handy oder gar nicht. Spätestens seit dem Homey Pro 2026 ist das bei mir genau so eingerichtet. Trotzdem hat Athom jetzt eine TV-Version veröffentlicht, für Android TV und webOS, und wenn man kurz nachdenkt, ergibt das mehr Sinn als gedacht.
QR-Login, Favoriten und Flows vom Sofa
Die Anmeldung läuft per QR-Code mit dem Homey-Account, kein Tippen von Passwörtern mit der Fernbedienung. Im Vordergrund stehen die Favoriten. Von dort steuerst du Geräte, startest Flows (Homeys Automations-Abläufe) und setzt Moods (gespeicherte Raum-Stimmungen aus mehreren Geräten), direkt vom Sofa aus. Unterstützt werden Homey Cloud, Homey Pro, Homey Pro mini und der Self-Hosted Server, Athom nennt keine Einschränkung auf bestimmte Generationen. Wer zuletzt das große Matter-Update 13.1.0 verfolgt hat, merkt: Athom liefert gerade in kurzen Abständen.
Für Android TV gibt es die App im Google Play Store, für webOS im LG App Store. Wer es ganz ohne Installation will, kann unter homey.tv die Browser-Version öffnen, die läuft sogar im Tesla-Browser. Das ist die Sorte Detail, die man nicht braucht und trotzdem charmant findet.
Wo die App aufhört
Drei Einschränkungen, die man kennen sollte. Erstens: kein Fire TV. Amazons Plattform ist nicht dabei, und gerade die steckt in vielen deutschen Wohnzimmern. Zweitens: Auf webOS läuft die App nur auf LG-Smart-TVs ab Modelljahr 2021. Wer einen älteren LG hat, schaut in die Röhre, im übertragenen Sinn. Drittens: Der Favoriten-Fokus heißt, das ist keine vollwertige Homey-Oberfläche. Das Bauen von Flows und die Geräte-Einrichtung bleiben auf dem Handy. Die TV-App ist eine Fernbedienung für das, was du eh schon eingerichtet hast.

Und genau da liegt der eigentliche Nutzen. Bei mir läuft Homey im Hintergrund, nicht als Oberfläche, das Bedienen übernimmt sonst Apple Home oder gleich die Automation selbst. Eine TV-App ändert daran nichts. Aber sie macht den unsichtbaren Hub für die Leute im Haushalt sichtbar, die die Homey-App auf dem Handy nie öffnen würden. Der Fernseher ist der eine Bildschirm, den in einem Haushalt wirklich alle bedienen. Wer Mitbewohner oder Familie hat, die Licht und Heizung steuern sollen, ohne sich durch eine App zu hangeln, für den ist das ein kleiner, sinnvoller Baustein. Wer allein wohnt und sein Homey ohnehin nur über Automationen laufen lässt, verpasst nichts.





