Homey in ChatGPT ist seit heute keine Bastellösung mehr. Athom, der Hersteller hinter dem Smart-Home-Hub (seit gut einem Jahr mehrheitlich bei LG), bringt Homey als fertige ChatGPT-App. Wer seine Zentrale bisher per KI steuern wollte, musste einen MCP-Server von Hand einrichten. Das fällt jetzt weg, die Verbindung steht mit einem Klick. Ich nutze den MCP-Weg selbst, deshalb hat mich die Meldung mehr interessiert als der übliche KI-Aufkleber.
Ein Klick statt MCP-Server von Hand
Bis heute lief die Kopplung zwischen ChatGPT und Homey über den MCP-Server, eine Schnittstelle, über die KI-Assistenten externe Dienste ansprechen können. Den musste man manuell verbinden, Account hinterlegen, Rechte freigeben. Für Laien war das die Hürde, an der die Sache meist endete. Genau diesen Schritt nimmt Athom jetzt raus: Man verknüpft sein Homey-Konto direkt in ChatGPT, fertig. Die Funktion greift für Homey Cloud, Homey Pro, Homey Pro mini und den Self-Hosted Server, also über die ganze Produktlinie hinweg.
ChatGPT baut dir jetzt auch die Flows
Der Funktionsumfang geht über das reine Ein- und Ausschalten hinaus. ChatGPT kann Gerätezustände abfragen und Geräte schalten, Flows und Advanced Flows starten und Stimmungen setzen. Dazugekommen ist die Verwaltung: Geräte umbenennen, in eine andere Zone schieben und Flows selbst anlegen und ändern, nicht bloß starten. Der für mich interessanteste Teil ist das Bauen von Automationen per Beschreibung. Statt mühsam durch jede Flow-Karte zu klicken, sagt man der KI, was passieren soll, und lässt sie den Flow zusammensetzen. Wer schon mal eine verschachtelte Advanced Flow von Hand sortiert hat, weiß, warum das reizvoll ist.
Der MCP-Server bleibt, auch für Claude

Wichtig für alle, die nicht im ChatGPT-Lager sitzen: Die neue App ersetzt den MCP-Server nicht, sie sitzt obendrauf. Unter mcp.athom.com bleibt die Schnittstelle für Claude und andere Agenten, die MCP sprechen, mit demselben Funktionsumfang erreichbar. Wer Homey wie ich bereits manuell angebunden hat, muss nichts ändern. Das ist die ehrlichere Variante der Ankündigung: Es ist kein neues Können, sondern derselbe Unterbau mit einer Tür, durch die jetzt auch weniger technische Nutzer gehen.
Wie viel die KI im eigenen Haus anfassen darf
Bei mir ist die Rollenverteilung im Haus seit Längerem klar: Apple Home ist die Oberfläche für den schnellen Blick, Homey ist das Automations-Hirn im Hintergrund. Eine KI, die in genau dieses Hirn hineingreift und Flows umschreibt, ist praktisch und heikel zugleich. Praktisch, weil das Erstellen von Automationen die fummeligste Aufgabe an einem Hub ist. Heikel, weil ein Agent, der Geräte umbenennen, verschieben und Abläufe ändern darf, im falschen Moment mehr anrichten kann als ein vergessener Lichtschalter. Die spannende Frage ist also, wie eng man der KI die Leine lässt. Ähnlich hatte zuletzt auch Shelly mit seinen KI-Assistenten offengelassen, wo genau die Verarbeitung passiert. Bei Homey läuft die Steuerung über den eigenen MCP-Server, das ist nachvollziehbarer, ersetzt aber nicht das eigene Augenmaß bei den Freigaben.
Praktisch für Homey-Nutzer, Pflicht für niemanden
Der Homey Pro 2026 beendet dein Smart-Home-Chaos. Keine USB-Dongles oder ständigen Wartungen mehr, sondern eine elegante, lokal verarbeitende Appliance. Eine teure, aber geniale Investition in deine Lebenszeit.
Für Homey-Besitzer, die ChatGPT ohnehin nutzen und bisher vor dem MCP-Setup zurückgeschreckt sind, ist das ein klarer Komfortgewinn. Probieren kostet nichts, die App ist kostenlos, der Hub bleibt der bekannte. Wer Homey gerade erst als Hub in Betracht zieht, sollte den Preis im Kopf behalten: Seit dem 1. Juni kostet der Homey Pro 449 Euro. Und wer der KI sein Smart Home gar nicht erst anvertrauen will, ignoriert die Funktion einfach, denn der manuelle Weg und der klassische Betrieb ohne KI bleiben unberührt. Ich werde den Ein-Klick-Zugang gegen meinen bisherigen MCP-Aufbau testen und schauen, ob der Komfort den minimal geringeren Durchblick wert ist.





