Die FRITZ!Box 7630 ist ab sofort im Handel, und sie macht etwas, das bei AVM lange auf sich warten ließ: Wi-Fi 7 wandert in eine bezahlbare DSL-Box. 299 Euro, ein Modell für alle, die noch auf der Kupferleitung sitzen und trotzdem modernes WLAN wollen. Vorgestellt wurde das Gerät schon vor einem Jahr, jetzt steht es endlich in den Regalen. Eine Sache sollte man vorher allerdings verstanden haben, sonst kauft man Leistung, die am eigenen Anschluss gar nicht ankommt.
Im Heimnetz bis 3,5 GBit/s, dank Wi-Fi 7 und MLO
Im WLAN funkt die Box mit Wi-Fi 7 über zwei Bänder, 2×2 im Mesh. Auf dem 5-GHz-Band sind bis zu 2880 MBit/s drin, auf 2,4 GHz bis zu 688 MBit/s. AVM rechnet die Bänder traditionell zusammen und kommt so auf die beworbenen 3,5 GBit/s im Heimnetz. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber alten Bekannten wie der 7490 oder 7590, die hier merklich ins Hintertreffen geraten. Der eigentliche Wi-Fi-7-Trumpf heißt Multi-Link Operation, kurz MLO. MLO bündelt mehrere Funkverbindungen gleichzeitig, statt sich auf eine festzulegen, und hält die Verbindung damit stabiler, wenn im Mietshaus alle Nachbarn gleichzeitig funken.
Der Haken steckt im DSL-Anschluss
Jetzt der Teil, den die Werbung gern leise behandelt. Am Anschluss selbst stemmt die 7630 per Supervectoring 35b bis zu 300 MBit/s. Supervectoring 35b ist die schnellste Ausbaustufe von VDSL über Kupfer. Mehr ist über die Telefonleitung physikalisch nicht drin. Das heißt: Die 3,5 GBit/s aus dem Datenblatt erlebst du nur zwischen deinen Geräten im Haus, etwa beim Kopieren auf den Netzwerkspeicher oder beim lokalen Streaming. Aus dem Internet kommen maximal 300 MBit/s rein, egal wie modern der Funk ist. Wer das weiß, kauft bewusst. Wer „Wi-Fi 7″ liest und Gigabit aus der Leitung erwartet, wird vom Kupferdraht ausgebremst, nicht von der Box.
Das macht die 7630 nicht schlechter, es ordnet sie nur richtig ein. Modernes WLAN ist heute nicht nur eine Frage der Anschlussgeschwindigkeit, sondern der Gerätezahl. In einem Haushalt mit Dutzenden Smart-Home-Geräten, zwei Konsolen und drei Leuten im Videocall ist ein stabiler, moderner Funk mehr wert als die letzten 100 MBit/s am Port.
Anschlüsse, Telefonie und Smart Home

Bei den Buchsen ist AVM solide aufgestellt. Es gibt einen 2,5-GBit/s-Anschluss für WAN oder LAN, dazu drei klassische Gigabit-Ports für die feste Verkabelung und einen USB-3.0-Anschluss für Mobilfunk-Sticks, Speicher oder einen Drucker. Telefonie läuft über DECT mit bis zu sechs Mobilteilen, über IP/SIP und einen analogen Anschluss für das Telefon, das einfach nicht sterben will. Beim Smart Home bleibt alles beim Bewährten: Die Box ist DECT-ULE-Basis und steuert Heizkörperregler oder smarte Steckdosen direkt. Wer tiefer ins Thema Matter und Zigbee will, kombiniert sie wie gehabt mit dem aktuellen FRITZ!OS und der Matter-Bridge.
Für wen sich die FRITZ!Box 7630 lohnt, und für wen nicht
Die klarste Zielgruppe sind DSL-Haushalte mit vielen Funkgeräten, die von einer 7490, 7530 oder 7590 kommen und beim WLAN echten Druck spüren. Für die ist der Sprung auf Wi-Fi 7 spürbar, gerade durch das stabilere Mesh. Wer dagegen ohnehin Glasfaser hat oder demnächst bekommt, ist mit der 7630 falsch beraten und sollte zur FRITZ!Box 5690 Pro oder zur 7690 greifen, die beide für schnellere Anschlüsse gebaut sind. Und wer erst kürzlich eine moderne Wi-Fi-7-Box gekauft hat, braucht hier nichts. Spannend ist die 7630 vor allem als kompakter Allrounder für den Kupferanschluss, der noch ein paar Jahre durchhalten soll. Wie sich AVM gegen die neue Konkurrenz schlägt, hatte ich erst kürzlich am Beispiel der TP-LinkBox 7 beschrieben.
Preis und Verfügbarkeit
Die FRITZ!Box 7630 kostet 299 Euro und ist ab sofort im Handel erhältlich. Eingerichtet wird sie wie gewohnt über die MyFRITZ!App, der Wechselassistent übernimmt beim Umstieg von einem alten Modell die Einstellungen, sodass man nicht alles neu konfigurieren muss. Für eine DSL-Box mit Wi-Fi 7 ist der Preis fair, solange man die 300-MBit/s-Grenze am Anschluss im Kopf behält und nicht mehr von ihr erwartet, als die Leitung hergibt.





