Mein Homey Pro hat offiziell dazugelernt: Athom hat für Homey die Matter-1.5-Zertifizierung der Connectivity Standards Alliance bekommen, also von derselben Stelle, die auch Apple, Google und Amazon zertifiziert. Ausgestellt wurde das Zertifikat bereits Ende Juni für die Firmware 13.3.0, angekündigt hat Athom es heute.
Auf dem Papier ist das ein ordentlicher Sprung. Und genau beim Wort „Papier“ werde ich bei Homey inzwischen automatisch vorsichtig, dazu gleich mehr.
- Homey Pro (2023 bis 2026), Pro mini und Self-Hosted Server sind offiziell Matter 1.5 zertifiziert
- Firmware 13.3.0, Zertifikat der Connectivity Standards Alliance, Unterstützung ab sofort
- Neue Kategorien wie Kameras, Wallboxen und Wärmepumpen ziehen in den Standard ein
- Matter-Bridge-App reicht Zigbee-, Z-Wave- und 433-MHz-Bestandsgeräte an Apple Home und Co. weiter
- Kostenloses Software-Update, kein neues Abo, keine neue Hardware
Zertifiziert sind Homey Pro, Pro mini und der Self-Hosted Server
Die Zertifizierung gilt für den Homey Pro der Jahrgänge 2023 bis 2026, den Homey Pro mini und den Self-Hosted Server, laut Athoms Ankündigung ist die Unterstützung bereits verfügbar. Ältere Matter-Geräte laufen weiter, die Software bleibt abwärtskompatibel.
Matter 1.5 ist die Version, die unter anderem Kameras offiziell in den Standard geholt hat. Dazu kommen Gerätekategorien wie Wallboxen, Wärmepumpen, Solaranlagen und Haushaltsgeräte. Wer den Überblick verloren hat: Die nächste Version ist längst angekündigt, die Standards-Welt zertifiziert also gerade gestern, während sie morgen verspricht. Homey gehört mit 1.5 trotzdem zur Spitzengruppe, die meisten Hubs hängen weiter auf 1.2 oder 1.3 fest.

Die Matter-Bridge arbeitet in beide Richtungen
Spannender als die Versionsnummer ist die Brückenfunktion. Über die Matter-Bridge-App reicht Homey Geräte, die per Zigbee, Z-Wave, Infrarot, 433 MHz, Bluetooth oder WLAN eingebunden sind, als Matter-Zubehör an andere Plattformen weiter: Apple Home, Google Home, Alexa, SmartThings und Home Assistant. Die alte Funksteckdose taucht dann im iPhone auf, als wäre sie ein natives Matter-Gerät.
Beim Thema Thread ist die Lage je nach Modell unterschiedlich. Homey Pro und Pro mini haben einen Thread Border Router eingebaut, das ist der Funk-Vermittler, über den Thread-Geräte ins Netzwerk kommen. Der Self-Hosted Server braucht dafür einen vorhandenen Border Router im lokalen Netz, etwa einen HomePod. Was die einzelnen Protokolle im Alltag unterscheidet, habe ich im Protokoll-Vergleich aufgeschrieben.
Warum ich bei „unterstützt jetzt mehr Gerätetypen“ vorsichtig geworden bin
Homey ist bei mir im Dauerbetrieb, und die Plattform hat mir schon öfter beigebracht, dass „eingebunden“ und „brauchbar eingebunden“ zwei verschiedene Dinge sind. Als der SwitchBot KI Art Frame in Homey auftauchte, habe ich mich gefreut und drei Flows gebaut. Übrig blieben zwei Aktionen namens Weiter und Zurück plus ein Akkustand, der im USB-Betrieb stur auf null steht. Nominell integriert, praktisch zwei Knöpfe.

Genau mit dieser Brille lese ich auch die 1.5-Ankündigung. Dass Homey jetzt die Gerätekategorie Wärmepumpe kennt, heißt noch nicht, dass deine Wärmepumpe dort mit allen Funktionen ankommt. Wie viel eine Plattform aus einem Matter-Gerät herausholt, hängt weiter an der jeweiligen Implementierung, das schreibt selbst Athom in seine Bridge-Doku. Die Bridge-Funktion mit meinen Bestandsgeräten durchzuprobieren steht jedenfalls auf meiner Liste, das Ergebnis trage ich hier nach.
Kostenlos dazugelernt ist trotzdem kostenlos dazugelernt
- Ein System für alles: Beendet das App- und Bridge-Chaos
- lokal & schnelle Reaktionszeiten ohne Cloud-Latenz
- komplexe Automationen mit Advanced Flow
- viele Apps & starke Community
- sehr hoher Einstiegspreis
- LAN nur per Adapter
- Matter over Thread instabil
Bei aller Skepsis: Das hier ist ein Firmware-Update ohne Aufpreis, ohne neues Abo und ohne neue Hardware. Seit der ChatGPT-Anbindung ist es das zweite Mal in kurzer Zeit, dass Homey per Software sichtbar zulegt. Wer wie ich mehrere Funkstandards im Haus mischt, bekommt mit der Bridge den derzeit bequemsten Weg, Altgeräte in Apple Home und Co. sichtbar zu machen.
Für wen ist das relevant? Homey-Besitzer bekommen es geschenkt und sollten die Bridge-App zumindest anschauen. Wer noch keinen Hub hat und Wallbox oder Wärmepumpe smart anbinden will, hat mit Homey jetzt ein Argument mehr auf der Liste. Und wer erwartet, dass jede neue Gerätekategorie sofort in voller Tiefe funktioniert, war noch nie in einem Smart Home.






