Das Shelly Pro Sensor Add-on ist seit Donnerstag im DE-Shop von Shelly Europe erhältlich, 33,80 Euro, DIN-Hutschiene. Wer schon ein Shelly Pro 1, Pro 2, Pro 1PM, Pro 2PM, Pro EM-50, Pro 3EM oder einen Pro Dimmer auf der Hutschiene hat, kann mit diesem Modul nachträglich Sensoren anschließen: Temperatur, Feuchtigkeit, Analog-Werte, Digital-Inputs, potentialfreie Kontakte. Das Modul ist galvanisch isoliert und braucht keine eigene Stromversorgung, weil es per Host-Gerät versorgt wird. Das ist die Update-Politik, die Shelly-Konkurrenten ihren Kunden seit Jahren schuldig bleiben.
Was an Sensorik dranhängt
Das Add-on bringt sechs Schnittstellen mit. Zwei 1-Wire-Eingänge für die üblichen Verdächtigen wie DS18B20 (Temperatur, wasserdicht ab 5 Euro im Bastler-Shop) oder DHT22 (Temperatur plus Feuchtigkeit, ab 8 Euro). Zwei Analog-Eingänge mit 0-10 Volt für alle Sensoren mit Industrie-Standard-Output, also Lichtsensoren, Drucksensoren, CO2-Sensoren, Wärmebild-Pakete. Zwei Digital-Inputs mit ±15 Volt für Bewegungs- oder Türkontakte, plus einen potentialfreien Solid-State-Relais-Output, der wiederum eine separate Last steuern kann. Zusätzlich ist das Add-on kompatibel mit den meisten Arduino-Sensoren. Wer einen Wasser-Leak-Sensor oder einen Gas-Detektor von Adafruit oder Sparkfun in der Schublade hat, klemmt den direkt an die Klemmleiste.
Die Voraussetzung: Das Host-Gerät, an dem das Add-on hängt, muss auf Firmware 2.0 laufen. Wer noch ein Pro 1 oder Pro 2 aus dem letzten Jahr auf 1.x stehen hat, muss erst aktualisieren. Stromversorgung kommt komplett vom Host, das Add-on selbst zieht weniger als 0,5 Watt im Leerlauf. Damit lässt sich aus einem 70-Euro-Pro-3EM-Stromzähler ein Multi-Sensor-Hub bauen, der gleichzeitig den Hausstrom misst und die Sauna-Temperatur per DS18B20 überwacht, alles in einem Hutschienen-Block.
Wofür Shelly das eigentlich gemacht hat
Shelly nennt selbst die Anwendungsfälle: Lager-Monitoring, Landwirtschaft, Solarparks, Fabrik-Automatisierung. Industrie-Sprech für den B2B-Vertrieb. Im Smart-Home-Alltag ist das Add-on aber genauso interessant. Wer einen Heizöl-Tank im Keller mit einem Füllstands-Sensor überwacht, wer eine alte Wasserzähler-Pulse mit einem Reed-Kontakt abgreift, wer einen Pool mit Temperatur- und pH-Wert misst, wer eine Garagentür mit einem Magnetkontakt überwacht. Für all das musste man bisher entweder einen separaten Sensor-Hub kaufen oder mit ESP32-Bastellösungen rangehen, die nach drei Wochen WLAN-Verlust haben.
Mit dem Pro Sensor Add-on bekommt man die Sensor-Anbindung in die Shelly-Cloud, in Home Assistant via MQTT, in Apple Home über die Homebridge-Schiene oder in jede andere Smart-Home-Plattform, die mit Shelly redet. Lokal, ohne Cloud-Zwang, mit dem üblichen Shelly-Webinterface direkt im Browser. Genau die Richtung, die EcoFlow mit dem Stream EverHome letzte Woche im Energie-Bereich vorgemacht hat: lokale Verarbeitung, dezentral, ohne Hersteller-Account-Zwang.
Plus AddOn versus Pro Sensor Add-on: wo der Unterschied liegt
Wer das Plus AddOn für die kleineren Shelly-Plus-Geräte schon kennt (gibt es als +1DS, +2DS, +3DS für ein, zwei oder drei DS18B20-Sensoren), bekommt mit dem Pro Sensor Add-on die Industrie-Variante. Plus AddOn ist auf 1-Wire-Sensoren beschränkt, das Pro-Modell macht alles parallel: 1-Wire, Analog, Digital, Relais. Plus AddOn kostet 11 Euro pro Stück, das Pro-Modul 33,80 Euro. Wer drei DS18B20-Sensoren an einem Plus-1PM braucht, fährt mit dem +3DS günstiger. Wer aber ein gemischtes Sensor-Setup mit Temperatur, Feuchtigkeit, Analog-Druck und Kontakt-Eingang an einem Pro 3EM betreiben will, ist mit dem Pro Sensor Add-on auf der richtigen Schiene.
Das andere Pro-Add-on, das es schon länger gibt, ist das Pro 3EM Switch Add-on für 18,34 Euro. Damit lässt sich der Pro 3EM zusätzlich als Schalt-Relais nutzen. Beide Pro-Add-ons sind kombinierbar, wenn man die Steckplätze am Host-Gerät plant.
Wer das jetzt kauft
Wer eh schon einen Pro-Block auf der Hutschiene hat, kauft das blind. 33,80 Euro plus einen DS18B20 für 5 Euro ergeben die Sauna-Temperatur in Home Assistant. Plus den Pufferspeicher-Sensor für die Wärmepumpe, plus die Garagentür-Erkennung, plus die Stromüberwachung am Pro 3EM auf demselben Block. Wer noch keinen Shelly Pro hat, muss neu rechnen: Pro 1 kostet rund 50 Euro, Pro 3EM rund 73 Euro, dazu das Add-on. Für eine reine Sensorik-Lösung gibt es günstigere Wege, zum Beispiel den Aqara FP400 für Präsenz-Tasks oder einen Sonoff-Zigbee-Multisensor für 15 Euro. Wer aber Schalten, Messen und Sensorik in einem Hutschienen-Modul zusammenführen will, ist beim Shelly-Stack richtig.
Verfügbarkeit aktuell direkt bei Shelly Europe im DE-Shop. Geizhals und Amazon.de haben das Add-on zum Launch noch nicht gelistet. Das dürfte sich in den nächsten zwei Wochen ändern. Dann fängt der übliche Preis-Tanz an: erstmal UVP, dann der erste Drittanbieter-Rabatt bei 29,99 Euro, dann der Black-Friday-Tiefstand. Für die ersten Käufer gibt es keinen Grund zu warten. 33,80 Euro ist für das, was das Modul kann, ein fairer Startpreis.





