Der Terramow Mini 500 ist der erste Mähroboter dieser Saison, bei dem ich beim Datenblatt nicht nach der Antenne gesucht habe, weil es keine gibt. Kein Begrenzungskabel und kein RTK-Empfänger, nicht einmal LiDAR. Das Gerät schaut sich den Garten mit drei Kameras an und entscheidet selbst, wo der Rasen aufhört. Für Flächen bis 500 Quadratmeter, mit Home Assistant ab Werk und zum Start für unter 700 Euro inklusive Garage. Der Hersteller ist kein Unbekannter, auch wenn der Name so klingt: Terramow steckt als Technologiepartner hinter den Eufy-Mähern von Anker.
- Navigation per TerraVision 2.0: drei Kameras und ein KI-Chip, kein Begrenzungskabel, kein RTK-Signal, kein LiDAR
- Für Rasen bis 500 Quadratmeter, Flächenleistung rund 75 bis 110 Quadratmeter pro Stunde, Passagen ab 60 Zentimeter, Steigungen bis 32,5 Prozent
- Automatische Kartierung per Knopfdruck, Spot-Modus für abgetrennte Flächen, bis zu zehn Mähzonen, echter Regensensor
- WLAN, Bluetooth und Home Assistant ab Werk, ein 4G-Modul ist laut Hersteller in Planung
- UVP 799 Euro inklusive Garage, zum Marktstart Ende August mit Einführungsrabatt unter 700 Euro, Variante mit 35 Ersatzklingen statt Garage etwas günstiger
Drei Kameras statt Antenne: Wie TerraVision 2.0 den Garten liest

In meiner Kaufberatung für kabellose Mäher habe ich die Kategorie in drei Lager sortiert: RTK, LiDAR und Vision. Der Mini 500 ist ein reinrassiger Vertreter des dritten Lagers. Drei Kameras an der Front liefern Bilder, ein KI-Chip wertet sie in Echtzeit aus und erkennt laut Hersteller mehr als 500 Gartenhindernisse, vom Igel über den Gartenschlauch bis zum Spielzeug. Die Rasengrenze lernt der Roboter per automatischer Kartierung: aufstellen, verbinden, Knopf drücken, er fährt die Fläche selbst ab. Wer einen komplizierten Garten hat, kann manuell nacharbeiten.
Der Vorteil gegenüber RTK ist der Grund, warum es das Vision-Lager überhaupt gibt: Unter Bäumen, an Hauswänden und in engen Durchgängen reißt das Satellitensignal ab, selbst NetRTK braucht freien Himmel. Kameras ist das egal, solange es hell genug ist. Genau da liegt auch der Haken, den ich aus dem LiDAR-Alltag mit meinem Navimow kenne: Dämmerung und ein nasser, spiegelnder Rasen sind für ein Kamerasystem schwieriger als für einen Laser. Wie der Mini 500 damit umgeht, sagt das Datenblatt nicht.
Die Specs im Klartext
| Eigenschaft | Terramow Mini 500 |
|---|---|
| Empfohlene Fläche | bis 500 m², ca. 75 bis 110 m² pro Stunde |
| Navigation | TerraVision 2.0, drei Kameras, KI-Hinderniserkennung |
| Schnitt | 18 cm Breite, 20 bis 60 mm Höhe, manuell am Gerät |
| Gelände | Passagen ab 60 cm, Steigung bis 32,5 % (rund 18 Grad) |
| Akku | 3,96 Ah wechselbar, ca. 150 Minuten, 130 bis 250 m² pro Ladung, rund 2 Stunden Ladezeit |
| Lautstärke / Schutz | unter 58 dB, IPX6, echter Regensensor |
| Smart Home | WLAN, Bluetooth, Home Assistant, App mit bis zu zehn Zonen, 4G-Modul geplant |
| Sicherheit | GPS-Ortung, Diebstahlschutz, Hebealarm, Spot-Modus zum Tragen auf Nebenflächen |
| Preis | UVP 799 Euro inkl. Garage, Start-Aktion unter 700 Euro |
Zwei Details fallen mir im Datenblatt positiv auf. Erstens der Regensensor, der tatsächlich am Gerät sitzt und nicht nur eine Wetter-Abfrage in der App ist. Zweitens der Spot-Modus: Eine abgetrennte Rasenfläche, die der Roboter nicht auf eigenen Rädern erreicht, trägt man hin, drückt lange auf Start, und er mäht sie ohne Kartierung. Bei rund zehn Kilo Gewicht geht das. Was fehlt, ist die elektrische Schnitthöhenverstellung, die muss man in dieser Preisklasse offenbar abhaken.
Der Eufy-Cousin: Warum der Name Terramow mehr wiegt, als er klingt
Terramow ist die Marke des chinesischen Herstellers Muxin, der 2024 per Kickstarter mit einem Vision-Mäher startete und seitdem als Technologiepartner die Eufy-Modelle E15 und E18 von Anker mitentwickelt hat. Der Mini 500 baut auf dem Terramow V1000 auf, nur kleiner und günstiger. Das ist aus zwei Gründen wichtig: Die Kameratechnik ist keine Erstlingsarbeit, und der Hersteller hat über die Anker-Partnerschaft Erfahrung mit europäischem Support. Trotzdem bleibt er eine Direktimport-Marke, und ab dem 1. September gelten bei Amazon in der Gartenkategorie nur noch 14 Tage Rückgabe. Wer den Mini 500 testen will, sollte das im ersten Regenmonat ernsthaft tun.
Einen ersten Praxiseindruck gibt es schon: Rasenautomatik hat ein Vorserienmodell im Garten gehabt und berichtet von einer überraschend zuverlässigen Auto-Kartierung, die Steine am Rand und eine Feuerstelle korrekt einordnete, und von einem Kantenschnitt, bei dem der Roboter konstant nur rund zwei Zentimeter Abstand zur Begrenzung hielt. Die Hinderniserkennung war gemischt: Schaufel und flacher Schlauch wurden erkannt, ein fünf Zentimeter großes Feuerzeug überfahren. Kleinteile also vorher einsammeln, das gilt aber für jeden Mäher, den ich kenne.
Home Assistant ab Werk: Das Detail, das in der Preisklasse sonst fehlt
Dass ein 700-Euro-Mäher Home Assistant offiziell unterstützt, ist in dieser Preisklasse die Ausnahme, nicht die Regel. Die meisten Hersteller überlassen das der Community, die sich dann über inoffizielle Integrationen und Cloud-Schnittstellen hangelt, bis der Hersteller sie zudreht. Was die Terramow-Integration konkret kann, also ob nur Status und Start/Stopp oder auch Zonen und Mähpläne, sagt der Hersteller nicht. Ich nehme es als Absichtserklärung und würde vor dem Kauf im Home-Assistant-Forum nachsehen, wie die V1000-Besitzer damit fahren.
Für den kleinen, verwinkelten Garten bis 500 Quadratmeter mit Bäumen und engen Durchgängen, in dem RTK-Mäher das Signal verlieren. Für alle, die keine Antenne aufstellen und kein Kabel verlegen wollen. Nicht für große, offene Flächen, da sind RTK-Modelle schneller, und nicht für den Schattengarten mit Mähzeit in der Dämmerung, bis ein Test das Gegenteil zeigt.
Mein Fazit ohne eigenen Test: Das Konzept ist stimmig, der Preis ist aggressiv, und die Home-Assistant-Zusage ist mehr, als die meisten Wettbewerber in dieser Klasse bieten. Was mich zurückhält, ist dieselbe Frage wie bei jedem Vision-Mäher: Wie gut sehen die Kameras, wenn das Licht schlecht ist. Der Marktstart ist für den 24. August angesetzt. Sobald ein Gerät in einem deutschen Garten einen Regenmonat überstanden hat, trage ich es hier nach.
Die Fragen vor dem Kauf
Braucht der Terramow Mini 500 ein Begrenzungskabel oder eine RTK-Antenne?
Nein. Der Mini 500 navigiert ausschließlich über drei Kameras und ein KI-System namens TerraVision 2.0. Weder ein Begrenzungskabel noch ein RTK-Satellitenempfänger oder LiDAR sind nötig.
Für welche Rasenfläche eignet sich der Terramow Mini 500?
Für Flächen bis 500 Quadratmeter mit Passagen ab 60 Zentimeter Breite und Steigungen bis 32,5 Prozent. Pro Akkuladung schafft er je nach Garten 130 bis 250 Quadratmeter, danach lädt er rund zwei Stunden.
Was kostet der Terramow Mini 500?
Die UVP liegt bei 799 Euro inklusive Garage. Zum Marktstart Ende August 2026 gibt es Einführungsrabatte, mit denen das Set unter 700 Euro landet. Eine Variante mit 35 Ersatzklingen statt Garage ist etwas günstiger.
Funktioniert der Terramow Mini 500 mit Home Assistant?
Laut Hersteller ja, die Home-Assistant-Kompatibilität ist ab Werk vorgesehen, daneben gibt es die Terramow-App über WLAN oder Bluetooth. Welche Funktionen die Integration im Detail bietet, hat Terramow noch nicht dokumentiert.





