Das Homey Update 13.4.1 ist eines von der Sorte, bei der ich nicht auf den nächsten Wochenend-Neustart warte. Athom schreibt in den Changelog genau einen Satz zur Sicherheit: ein wichtiger Fix, bitte den Homey aktuell halten. Mehr Details gibt es bewusst noch nicht. Gleichzeitig bekommt Homey Energy in derselben Woche eine Solarprognose für heute und morgen sowie eine Berechnung der Einspeisevergütung. Zwei Meldungen, ein Hub, und für mich als Homey-Nutzer ein Abend mit Update-Pflicht. Dass Athom hier freiwillig informiert, ist übrigens mehr, als die EU verlangt: Warum dieser Fall unter dem Cyber Resilience Act im Smart Home nicht meldepflichtig gewesen wäre, steht in der Einordnung zur neuen Meldepflicht.
Update 29. September: Firmware 13.5.1 streicht das HomeKit-Experiment
Zwei Versionen später steht bei Athom die nächste Funktion auf der Streichliste: Mit 13.5.1 lässt sich das HomeKit-Experiment nicht mehr neu einschalten, spätestens im März 2027 verschwindet es komplett. Im Changelog steht dazu nur „Minor improvements“. Den Ersatz über die Matter Bridge und ihre Lücken habe ich im eigenen Artikel aufgeschrieben.
Update 2. September: Die Solarprognose bekommt ein eigenes Display
Athom hat am Abend vor der IFA das Homey Portal vorgestellt, ein 2,8-Zoll-Touchdisplay mit Edelstahl-Drehring, das genau eine Zone steuert. Für diesen Artikel zählt die Energy-Ansicht: Das Portal legt Live-Verbrauch, Solarertrag und den aktuellen Strompreis direkt auf den kleinen Bildschirm, also genau die Werte, die 13.4 mit der Prognose in Homey Energy gebracht hat. Voraussetzung bleibt ein Energy Dongle oder ein eingebundenes Smart Meter. 249 Euro im Vorverkauf, Versand vor Ende 2026, was das Ding kann und was Athom offenlässt, steht im eigenen Artikel.
Update 27. August: Homey verteilt jetzt auch die Firmware deiner Geräte
Athom legt eine Woche später nach: Firmware-Updates für Matter-, Zigbee- und Z-Wave-Geräte lassen sich ab sofort direkt über Homey anstoßen, wahlweise in der Mobil- oder der Web-App. Homey übernimmt Download, Übertragung und Fortschrittsanzeige. Der spannendste Teil steckt bei Matter: Dort holt Homey die Firmware-Dateien aus dem Distributed Compliance Ledger, dem offiziellen Geräteverzeichnis der Connectivity Standards Alliance, ganz ohne Zutun des Herstellers. Zigbee und Z-Wave laufen über die jeweiligen Hersteller-Apps im Homey App Store, zum Start sind unter anderem Ikea, Innr, Aeotec, Inovelli und Zooz dabei.
Verfügbar ist das Ganze auf der Homey Cloud, dem Homey Pro der Modelljahre 2023 bis 2026, dem Pro mini und dem Self-Hosted Server, vorausgesetzt sind Firmware 13.2.0 und die Mobile-App 9.10.0. Damit fällt genau der Umweg weg, für den bisher die Hersteller-App oder ein Zweit-Hub herhalten musste. Nach den Matter-Kacheln von unten ist das die zweite Integrations-Baustelle, die Athom in kurzer Zeit abräumt. Ich habe die Funktion inzwischen auf meinem eigenen Homey ausprobiert, mit vier wartenden IKEA-Updates und einer ehrlichen Stunden-Warnung.
- Firmware 13.4.1 für Homey Pro, Homey Pro mini und Self-Hosted Server enthält laut Athom einen wichtigen Sicherheits-Fix, die Lücke wurde von einem Sicherheitsforscher koordiniert gemeldet
- Nach derzeitigem Stand keine aktive Ausnutzung, kein Passwort-Reset nötig, technische Details folgen erst, wenn die meisten Nutzer aktualisiert haben
- Nebenbei repariert das Update Matter-Kopplungscodes mit 21 Stellen, die Gerätetyp-Zuordnung von Bridges und Z-Wave-Assoziationen älterer Geräte
- Homey Energy zeigt eine Solarprognose für heute und morgen als gestrichelte Linie und rechnet die Einspeisevergütung mit festem oder dynamischem Tarif
- Voraussetzung für die Energie-Funktionen: Firmware 13.4.0 und App 10.1.0, auf der Homey Cloud ein Premium-Abo
- Neu seit dem 27. August: Firmware-Updates für Matter-, Zigbee- und Z-Wave-Geräte laufen direkt über Homey, bei Matter kommen die Dateien aus dem offiziellen CSA-Verzeichnis
Der Sicherheits-Fix: viel Dringlichkeit, wenig Details

Der Eintrag im offiziellen Changelog ist so knapp, wie Sicherheitshinweise nun mal sind, wenn der Hersteller die Lücke nicht gleich mit Anleitung veröffentlichen will: Version 13.4.1 enthalte einen wichtigen Sicherheits-Fix, man empfehle, den Homey aktuell zu halten. Das gilt für den Homey Pro, den Pro mini und den Self-Hosted Server gleichermaßen. Gemeldet wurde die Schwachstelle über ein koordiniertes Verfahren von einem Sicherheitsforscher, Hinweise auf eine Ausnutzung gibt es laut Athom nicht, und wer aktualisiert, muss weder Passwörter ändern noch Apps neu verknüpfen. Die technischen Details will das Team nachreichen, sobald die Masse der Nutzer Zeit zum Aktualisieren hatte.
Ich finde das Vorgehen richtig, auch wenn es unbefriedigend ist. Ein Hub, der Schlösser und Alarmsensoren steuert, ist kein Gerät, bei dem man eine Lücke erst mal öffentlich diskutiert und dann patcht. Das Update kommt über die App: Mehr, Einstellungen, Updates, nach Updates suchen. Beim Homey Pro gilt wie immer: Wenn der Ring lila pulsiert und das Gerät neu startet, Finger weg vom Stecker, bis es durch ist.
Was 13.4.1 sonst repariert: Matter-Kacheln und Z-Wave-Altgeräte
Unter dem Sicherheits-Satz versteckt sich eine Liste, die mich mehr interessiert als das Update selbst. Matter-Kopplungscodes mit 21 Stellen ließen sich bisher nicht eingeben, das ist behoben. Der Gerätetyp „Generic Switch“ wird bei der Zuordnung jetzt nachrangig behandelt, und Bridges bekommen eine bessere Geräteklassen-Zuordnung. Übersetzt: Weniger Geräte landen als namenlose Schalter-Kachel in der App, obwohl sie Lampe oder Thermostat sind. Genau das war mein Vorbehalt, als Homey im Juli die Matter-1.5-Zertifizierung bekam, und genau das hat der Umbau der Geräteansicht nur an der Oberfläche gelöst. Dazu kommen Flow-Karten für Start, Stopp, Pause und Fortsetzen bei Geräten mit Betriebszustand, eine „Zur Ladestation“-Karte für Saugroboter und Korrekturen bei Z-Wave-Assoziationen älterer Geräte.
Homey Energy: Die Sonne von morgen als gestrichelte Linie
Die zweite Meldung der Woche ist die angenehmere. Homey Energy zeigt im Solar-Diagramm jetzt eine Prognose für heute und morgen, als gestrichelte Linie neben der tatsächlichen Erzeugung. Grundlage sind lokale Wetterdaten, die hinterlegte Panel-Konfiguration und die bisherigen Ertragswerte, mit der Zeit soll die Vorhersage genauer werden. Standardmäßig nimmt Homey Südausrichtung und übliche Dachneigung an, wer anders baut, trägt Ausrichtung, Neigung und Leistung in der App ein, bei mehreren Dachflächen als getrennte Panel-Gruppen.
Spannend wird es bei den Flow-Karten: erwartete Tagesproduktion in Kilowattstunden, Spitzenleistung in Watt und die Uhrzeiten mit der höchsten erwarteten Solarleistung, jeweils für heute und morgen. Damit lässt sich die Spülmaschine oder das E-Bike-Ladegerät automatisch in die sonnenreichsten Stunden schieben, ohne eine Wetter-App abzufragen. Die Einspeisevergütung trägst du einmal unter Energy, Einstellungen, Strom ein, als festen Preis pro Kilowattstunde oder als dynamischen Tarif, den Homey aus dem Importpreis plus Aufschlag oder eigener Formel ableitet. Beide Funktionen laufen auf Homey Pro ab 2023, Pro mini und Self-Hosted Server.
Firmware 13.4.0 oder neuer, die Homey-App ab Version 10.1.0 und ein als Solarpanel eingebundenes Gerät in Homey. Wer Homey Cloud statt eigener Hardware nutzt, braucht das Premium-Abo. Ohne PV-Anlage bleibt nur die Einspeisevergütung als Rechenposten, und die bringt dann nichts.
Ich merke, dass mich der eine Satz im Changelog mehr beruhigt als jede lange Erklärung es könnte. Mein Homey läuft seit Jahren im Hintergrund, ich fasse ihn seltener an als die Geräte, die er steuert, und genau das macht ein Sicherheits-Update an ihm so unangenehm: Man vertraut einem Kasten, den man nicht mehr sieht. Vielleicht ist das der eigentliche Zustand eines funktionierenden Smart Homes. Und vielleicht sollte ich ihn öfter ansehen als nur dann, wenn Athom es verlangt.
Mein Fazit für heute Abend: Erst 13.4.1 einspielen, dann schauen, ob die Matter-Kacheln endlich die richtigen Schilder tragen, und dann in Ruhe die Panel-Daten hinterlegen. Dass Athom die Lücke zuerst schließt und erst später erklärt, ist die richtige Reihenfolge. Dass die Erklärung kommt, erwarte ich trotzdem, und zwar bevor Homey vom 4. bis 8. September auf der IFA in Halle 18 die Solarprognose vorführt.
Die Fragen vor dem Update
Muss ich nach dem Homey Update 13.4.1 Passwörter ändern?
Nein. Laut Athom behebt das Einspielen der Version 13.4.1 das Problem vollständig. Passwörter zurücksetzen oder Smart-Home-Apps neu verknüpfen ist nicht nötig.
Wurde die Homey-Sicherheitslücke bereits ausgenutzt?
Nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Die Schwachstelle wurde koordiniert von einem Sicherheitsforscher gemeldet, technische Details will Athom erst veröffentlichen, wenn die meisten Nutzer aktualisiert haben.
Wie installiere ich das Update auf dem Homey Pro?
In der Homey-App auf Mehr, dann Einstellungen, dann Updates tippen und nach Updates suchen. Während der Installation das Gerät nicht vom Strom trennen, auch wenn der Ring lila pulsiert und der Homey neu startet.
Was brauche ich für die Solarprognose in Homey Energy?
Firmware 13.4.0 oder neuer, die Homey-App ab Version 10.1.0 und ein in Homey eingebundenes Solarpanel-Gerät. Auf der Homey Cloud ist zusätzlich ein Premium-Abo nötig, Homey Pro und Self-Hosted Server bekommen die Funktion ohne Abo.






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