Das Eve Thermostat ist ab sofort kaufbar, und Eve wagt sich damit zum ersten Mal an die Fußbodenheizung. Angekündigt war das Wandthermostat schon seit Dezember, im selben Aufwasch mit der fünften Generation des Eve Thermo. Jetzt steht der Preis: 119,95 Euro, und die Münchner kommen damit erstmals über das Heizkörperventil hinaus.
Mit Eves Heizungstechnik habe ich meine eigene Geschichte: Ein Eve Thermo hängt bei mir im oberen Badezimmer und tut da bis heute zuverlässig seinen Dienst, im Sommer zugegeben eher im Standby. Was mir davon in Erinnerung geblieben ist: kein Cloud-Ping, keine Abo-Werbung, das Ding ist einfach still. Genau dieses Prinzip zieht jetzt in die Fußbodenheizung ein.
- Eve Thermostat steuert wassergeführte Fußbodenheizungen, Raum für Raum
- Matter und Thread, komplett lokal: keine Cloud, kein Konto, kein Abo
- Triac schaltet lautlos, Relais-Ausgänge für ältere Antriebe sind trotzdem da
- UVP 119,95 Euro, ab sofort bei Eve, tink und Amazon
- Android-App bekommt die Unterstützung erst Anfang August
Eve Thermostat schaltet die Stellantriebe am Heizkreisverteiler, und zwar lautlos
Das Eve Thermostat ist ein Wandthermostat für wassergeführte Fußbodenheizungen. Es misst die Raumtemperatur und schaltet die elektrothermischen 230-Volt-Stellantriebe. Stellantriebe = die kleinen Elektroköpfe am Heizkreisverteiler, die die Ventile der einzelnen Heizkreise öffnen und schließen.
Geschaltet wird über einen Triac, einen Halbleiterschalter ohne bewegliche Teile. Das für Relais typische Klicken entfällt damit komplett. Zusammen mit dem dimmbaren Display, das sich ans Umgebungslicht anpasst und nach einer einstellbaren Zeit ganz abschaltet, taugt das Ding auch fürs Schlafzimmer. Für Antriebe oder Ventile, die zwingend ein Relais brauchen, sind trotzdem Relais-Ausgänge samt Wahlschalter an Bord.

Zeitpläne liegen auf dem Gerät, nicht auf einem Server
Funktechnisch bleibt Eve bei seiner Linie: Matter über Thread, komplett lokal, und das funktioniert mit Apple Home genauso wie mit Alexa oder Google Home. Eine Hersteller-Cloud gibt es nicht, ein Konto braucht es auch nicht. Nutzungsdaten sammelt Eve nach eigener Aussage gar nicht erst ein. Was du brauchst, ist ein Thread-Border-Router als Vermittler, also etwa ein HomePod oder ein Apple TV 4K.
Zeitpläne speichert das Thermostat direkt auf dem Gerät. Fällt das Internet aus oder liegt das Smartphone im Urlaubskoffer, heizt die Anlage stur nach Plan weiter. Eingerichtet werden die Pläne über die Eve-App, gesteuert wird per App oder Sprache, alternativ direkt über die Touchflächen am Gerät. Ein Eco-Modus mit abgesenkter Temperatur lässt sich per Knopfdruck am Thermostat aktivieren.
119,95 Euro pro Raum, Android-Nutzer warten bis Anfang August
Das Eve Thermostat kostet 119,95 Euro UVP und ist ab sofort direkt bei Eve, bei tink und bei Amazon erhältlich. Einzelraumregelung heißt allerdings: ein Thermostat pro Raum. Bei vier Heizkreisen bist du knapp 480 Euro los, das sollte man vor der Bestellung einmal durchgerechnet haben.
Ein Detail steht in der Pressemitteilung nur im Kleingedruckten: Die Android-Version der Eve-App bekommt die Unterstützung für das Thermostat erst Anfang August per Update nachgereicht. Wer sein Smart Home über Google Home und ein Android-Telefon verwaltet, wartet also noch ein paar Tage.
Der Markt für smarte Fußbodenheizungen war erstaunlich leer
Genau deshalb finde ich den Launch interessanter als das übliche Thermostat-Rauschen. Heizkörperthermostate mit Matter gibt es inzwischen von jedem zweiten Hersteller. Bei wassergeführten Fußbodenheizungen sah es dagegen mau aus: Homematic IP kann das seit Jahren, aber im eigenen Funkstandard, und Aqaras Thermostat Hub W200 ist bisher nur in Nordamerika zu haben.
Dass hinter Eve seit ein paar Jahren der Elektrotechnik-Konzern ABB steht, merkt man so einem Produkt an. Ein Wandthermostat, das 230-Volt-Stellantriebe schaltet, ist näher an der Elektroinstallation als an der Smart-Home-Spielerei.
Für wen lohnt sich das? Wer eine wassergeführte Fußbodenheizung hat, sein Zuhause über eine der großen Plattformen steuert und Wert auf lokale Technik legt, bekommt hier zum ersten Mal eine Lösung ohne Cloud-Anhängsel. Wer eine elektrische Fußbodenheizung besitzt, schaut weiter in die Röhre. Bei mir bleibt es bei Heizkörpern. Aber läge hier eine Fußbodenheizung, wüsste ich seit heute, was an die Wand kommt.
Funktioniert das Eve Thermostat mit jeder Fußbodenheizung?
Nein. Es ist für wassergeführte Fußbodenheizungen mit elektrothermischen 230-Volt-Stellantrieben ausgelegt. Antriebe oder Ventile, die eine Relais-Schaltung brauchen, bedient es über eigene Relais-Ausgänge samt Wahlschalter. Elektrische Fußbodenheizungen werden nicht unterstützt.
Braucht das Eve Thermostat eine Cloud oder ein Konto?
Nein. Das Thermostat arbeitet lokal über Matter und Thread, ohne Hersteller-Cloud und ohne Registrierung. Nötig ist nur ein Thread-Border-Router, etwa ein HomePod oder ein Apple TV 4K.
Was kostet das Eve Thermostat und wo ist es erhältlich?
Die UVP liegt bei 119,95 Euro. Erhältlich ist es ab sofort direkt bei Eve, bei tink und bei Amazon. Für die Einzelraumregelung brauchst du ein Thermostat pro Raum.
Wann unterstützt die Android-App das Eve Thermostat?
Die Eve-App für Android soll Anfang August 2026 ein Update mit Unterstützung für das Thermostat erhalten. Auf iPhone und iPad funktioniert alles ab sofort.






