Sonos baut um, schon wieder, und diesmal trifft es die Chefetage: CEO Tom Conrad hat laut Bloomberg das Team weiter verkleinert, vor allem im oberen Management mussten Leute gehen, die teils weit über ein Jahrzehnt dabei waren, berichtet mobiFlip. Das erklärte Ziel klingt wie aus dem Motivationsposter-Katalog: mehr Produkte in kürzerer Zeit, weniger Konferenzräume, schnellere Entscheidungen, und die Produkte sollen „außergewöhnlich“ sein. Ich bin seit über zehn Jahren im Sonos-Lager und habe gelernt, bei großen Ankündigungen dieser Firma erstmal die App zu öffnen und zu schauen, ob sie noch funktioniert.
- Sonos-CEO Tom Conrad hat das obere Management deutlich verkleinert, betroffen sind teils Mitarbeiter mit über zehn Jahren Firmenzugehörigkeit.
- Das Ziel laut Bloomberg: mehr Produkte in kürzerer Zeit, schnellere Entscheidungen, „außergewöhnliche" Geräte.
- Intern gibt es Kritik: Der Umbau sei vor allem ein Sparprogramm, Produktentwicklungs-Chef Chris Kallai gilt als unzufrieden.
- Der Sonos Ace 2 ist in Entwicklung und Teil der kurzfristigen Roadmap, ein Start noch 2026 gilt als möglich.
- Der erste Ace floppte zum 500-Euro-Preis und ist inzwischen für unter 300 Euro zu haben.
Sparen und gleichzeitig innovativer werden, der älteste Trick der Welt
Die interne Lesart klingt laut dem Bericht deutlich weniger glänzend als die offizielle: Mitarbeiter halten die großen Worte für ein verkleidetes Sparprogramm, wichtige Stellen seien gestrichen worden, und es gibt die Sorge, dass Sonos dadurch langsamer wird statt schneller. Chris Kallai, der Chef der Produktentwicklung, bleibt vorerst, soll sich aber bereits umschauen. Wenn ausgerechnet der Mann, der die „außergewöhnlichen“ Produkte bauen soll, unzufrieden ist, sagt das mehr als jede Pressemitteilung. Aus einer Krise heraussparen und gleichzeitig ein Innovationsfeuerwerk zünden: Diese Kombination gelingt selten, und Sonos hat beim App-Debakel schon einmal bewiesen, wie schnell aus „dem größeren Wohl“ ein Totalschaden wird.
Ace 2 steht auf der Roadmap, und ich sehe das Preisproblem schon von hier
Konkreter wird es beim Kopfhörer: Der Sonos Ace 2 ist laut Bloomberg in Entwicklung und Teil der kurzfristigen Roadmap, ein Start noch in diesem Jahr, womöglich zum Weihnachtsgeschäft, gilt als realistisch. Der erste Ace war ein gutes Produkt mit einem Problem: 500 Euro wollte kaum jemand zahlen, inzwischen gibt es ihn für unter 300. Ein Nachfolger, der besser klingt und besser abschirmt, wird kaum billiger werden, eher im Gegenteil. Genau in dieser Preisklasse warten aber Sony, Bose und Apple mit etablierten Platzhirschen. Der Ace 2 müsste also das schaffen, was dem Ace 1 nicht gelang: einen Grund liefern, warum der Kopfhörer ausgerechnet von Sonos kommen muss. Die TV-Audio-Swap-Funktion mit der Soundbar wäre so ein Grund, wenn Sonos sie endlich prominent erzählt.
Was Bestandsnutzer wie ich davon haben
Kurzfristig vermutlich: nichts. Die Baustellen, die mich als Nutzer betreffen, sind seit Monaten dieselben, von der App-Stabilität bis zu Kleinigkeiten wie den Kurzbefehlen, auf die ich zehn Jahre gewartet habe. Ein Management-Umbau repariert davon erstmal gar nichts, er macht nur die Fallhöhe größer. Gleichzeitig wächst der Druck von außen: WiiM greift mit der Bar direkt an, Bose ist zurück im Smart-Speaker-Geschäft, und die Open-Source-Ecke arbeitet mit Sendspin an offenem Multiroom. Sonos hat also genau eine Chance mit diesem Umbau. Wenn „außergewöhnlich“ am Ende wieder nur ein neuer Lautsprecher in neuer Farbe ist, war es die letzte.
Die Umbau-Fragen, kurz sortiert
Kommt der Sonos Ace 2 noch 2026?
Der Ace 2 ist laut Bloomberg in Entwicklung und Teil der kurzfristigen Roadmap. Ein Start noch 2026, womöglich zum Weihnachtsgeschäft, gilt als möglich, offiziell bestätigt ist er nicht.
Was plant Sonos unter Tom Conrad?
Conrad will mehr Produkte in kürzerer Zeit entwickeln, Entscheidungen beschleunigen und setzt dafür auf ein deutlich verkleinertes Management. Die Produkte sollen laut seiner Ansage „außergewöhnlich“ werden.
Warum gibt es intern Kritik am Sonos-Umbau?
Laut Bloomberg halten Mitarbeiter den Umbau für ein Sparprogramm in Innovations-Verpackung: Wichtige Stellen wurden gestrichen, langjährige Führungskräfte mussten gehen, und Produktentwicklungs-Chef Chris Kallai gilt als unzufrieden.
Lohnt sich der erste Sonos Ace jetzt noch?
Der Ace ist inzwischen für unter 300 Euro zu haben und bleibt ein sehr guter Kopfhörer, besonders in Kombination mit einer Sonos-Soundbar am TV. Wer nicht aufs Neueste angewiesen ist, bekommt hier mehr fürs Geld als voraussichtlich beim teureren Nachfolger.





