Es gibt diese Updates, die über Nacht ausrollen. Du merkst es nur, weil drei Reddit-Threads schneller sind als der Hersteller-Newsroom. So bei tado: Firmware 298.1 läuft seit ein paar Tagen auf den X-Heizkörperthermostaten, eine offizielle Mitteilung gibt es bis heute nicht. Dafür ist endlich eine Funktion in Apple Home angekommen, auf die ich seit der Matter-1.4-Zertifizierung warte.
Die Feuchtigkeit, die jahrelang in der tado-App eingesperrt war
Schon seit Wochen ist klar, dass die tado X Heizkörperthermostate die Matter-1.4-Zertifizierung haben. Auf dem Papier. Matter 1.4 = der jüngste Standard, der erstmals erweiterte Sensorwerte wie Luftfeuchtigkeit oder Akkustand zwischen den Matter-Plattformen austauscht. Praktisch passierte erst einmal nichts. Apple Home zeigte die Temperatur, der Rest blieb in der tado-App.
Mit Firmware 298.1 ändert sich das. Die Luftfeuchtigkeit, die jeder X-Thermostat ohnehin misst, taucht in Apple Home als eigener Sensor auf. Wer im Bad oder im Keller ein automatisiertes Lüftungs-Szenario bauen will, kann das jetzt ohne Umweg über Home Assistant oder eine zweite Plattform machen.
Klingt nach kleiner Änderung. Ist aber genau der Punkt, den Apple-Home-Nutzer seit Monaten in den tado-Foren fordern.
Apple Home zeigt sauber. Google Home doppelt sich.
In Apple Home läuft das Update sauber. Luftfeuchtigkeit erscheint als eigener Sensor pro Thermostat, Werte aktualisieren sich im normalen Matter-Rhythmus. Bei mir keine Doppelungen, keine Geistergeräte.
In Google Home sind die Reddit-Berichte gemischter. Manche Nutzer sehen den Sensor sauber, andere haben nach dem Update doppelte Geräte-Entitäten in der Übersicht: einmal das alte Thermostat ohne Feuchte, einmal das neue mit. Aufräumen geht, ist aber lästig.
Home Assistant hatte die Luftfeuchtigkeit über Matter ohnehin schon. Mit 298.1 kommt der Akkustand dazu. Das war der Punkt, an dem man bisher zur tado-App wechseln musste, wenn die Batterien nachgelassen haben. Jetzt steht es im Dashboard.
SmartThings wird in den Berichten nicht erwähnt. Wer dort steckt, sollte vor dem Update nicht damit rechnen, dass alles automatisch durchläuft.
Selbst geprüft im Homey
Ich nutze tado X im Mischbetrieb mit dem Homey Pro 2026: Apple Home für die Übersicht, Homey für die Automationen. Genau dort habe ich nach dem Update nachgesehen.
Vor dem Update fehlte die Luftfeuchtigkeit. Nach dem Update steht sie in der Homey-Geräteansicht und gleichzeitig in Apple Home.

Warum die Verifizierung im Homey gelaufen ist und nicht in Apple Home: weil tado X in Apple Home für die meisten Leser die wichtigste Plattform bleibt und auch dort im Titel steht, mein eigener Hub für Heiz-Automationen aber Homey ist. Wer auf einen Homey Pro 2026 setzt, sieht das Update genauso schnell wie Apple Home, lokal über Matter und ohne Tado-Cloud-Umweg.
Multi-Haushalt klingt nach mehr Freiheit. Ist es nur halb.
Parallel zur Firmware-News hat tado angekündigt, dass im Sommer 2026 die Multi-Haushalt-Verwaltung kommt. Ein Account, bis zu fünf Standorte. tado X und V3+ lassen sich mischen. Wer in der Hauptwohnung schon auf X umgestiegen ist und im Ferienhaus noch V3+ hat, muss nicht mehr zwischen Apps wechseln. Das ist die saubere Seite der Ankündigung.
Die andere Seite steht im Kleingedruckten. Die Verwaltung selbst ist gratis. Der bequeme Wechsel zwischen den Standorten, also der Punkt, wegen dem man Multi-Haushalt überhaupt will, kostet 3,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro im Jahr, gebunden an das Auto-Assist-Abo. Ohne Abo musst du dich bei jedem Wechsel neu anmelden.
Funktional ist das für Familien mit Ferienwohnung interessant. Kommerziell ist es das übliche tado-Muster: Eine Funktion, die woanders selbstverständlich ist, wird zum Argument für ein zusätzliches Abo gemacht. Wer mit dem Aqara Thermostat Hub W200 oder einem Eve-Aufbau plant, kennt diese Trennung gar nicht erst.
Wenn ich die letzten drei Wochen zusammendenke, ist das Bild klar. Eve Thermo (5. Gen) liefert Matter 1.4.1 ab Werk, Luftfeuchtigkeit inklusive. Kein Firmware-Roulette, keine offene Frage, ob Apple Home die Werte irgendwann sieht. tado X liefert dieselbe Funktion drei Jahre später nach. Still, ohne Pressemitteilung. Im selben Schritt kündigt das Unternehmen schon an, dass der nächste Komfort an einem 3,99-Euro-Abo hängt.
Das Update ist trotzdem ein guter Tag für jeden, der ein tado X im Bad oder im Keller hat. Nur sollte man nicht so tun, als würde sich damit die Richtung vom Hersteller verschieben.





