Google baut sein Smart Home gerade in Rekordtempo um. Im Mai 2026 hat der Konzern ein großes Update für Google Home ausgerollt, und der Kern davon ist ein Namenstausch mit Folgen: Gemini übernimmt überall die Stelle des alten Google Assistant. Das klingt erstmal nach Marketing, bringt im Alltag aber ein paar Dinge, die man sofort merkt.
Gemini löst den Google Assistant ab
Der Assistant, der seit Jahren auf den Lautsprechern und Displays von Google saß, wird nach und nach durch Gemini ersetzt. Das ist diesmal kein Test für eine Handvoll Nutzer, sondern ein breiter Rollout. Gemini zählt nach Googles eigenen Angaben inzwischen rund 900 Millionen Nutzer, das Smart Home ist dabei nur eine von vielen Baustellen. Die Frage ist, ob die KI im Wohnzimmer mehr kann, als nur anders zu heißen.
1,5 Sekunden schneller, und schlauer benannt
Einiges, und überraschend Handfestes. Die Sprachsteuerung reagiert laut Google pro Befehl bis zu 1,5 Sekunden schneller, was beim Lichtschalten den Unterschied zwischen Magie und Geduldsprobe ausmacht. Gemini erkennt Geräte außerdem besser über ihre Bezeichnung. Eine Lampe, die du „desk-glow“ genannt hast, wird jetzt als Licht erkannt, auch ohne das Wort „Licht“ im Namen. Und auf „Pause“ reagiert die Medienwiedergabe endlich ohne Gedenksekunde.
Neue Automationen und eine aufgeräumte Kamera
Spannender für Bastler sind die Automationen. Google hat dutzende neue Auslöser und Aktionen ergänzt, darunter die Steuerung von Saugrobotern mit Andocken, Pausieren und Fortsetzen, dazu Waschmaschinen, Trockner und Kaffeemaschinen. Auch die Kamera-Ansicht wurde überarbeitet: flüssigeres Scrollen durch die Zeitleiste, animierte Vorschau-Clips erkannter Objekte direkt in der Benachrichtigung und ein Videobild, das beim Durchblättern der Ereignisse sichtbar bleibt. Das ist Politur, die man erst vermisst, wenn man sie einmal hatte.
Der Preis: mehr KI heißt mehr Cloud
So nützlich das ist, der Beigeschmack bleibt. Je tiefer Gemini im Zuhause sitzt, desto mehr läuft über Googles Server, von der Sprachauswertung bis zur Objekterkennung der Kamera. Diese Woche hat VW vorgeführt, wie schnell eine Cloud-Funktion verschwinden kann, wenn ein Konzern seine Meinung ändert. Bei Google ist ein harter Abschalter unwahrscheinlicher, die Abhängigkeit an sich aber dieselbe. Wer schon Hardware plant: Google bietet Partnern inzwischen Referenzdesigns für Gemini-Lautsprecher und -Kameras an, der Assistant-Nachfolger steckt also bald ab Werk in vielen Geräten.
Gut, solange es nicht der einzige Schalter ist
Das Mai-Update ist eines der stärkeren, die Google Home seit Langem bekommen hat, weil es an echten Reibungspunkten arbeitet statt an Schlagworten. Schnellere Reaktion, klügere Geräteerkennung, brauchbare Automationen: nehme ich gern mit. Ich behalte nur im Hinterkopf, dass jede dieser Bequemlichkeiten über einen Server läuft, der mir nicht gehört. Solange ich das weiß, ist Gemini im Zuhause ein gutes Werkzeug. Es sollte nur nicht das einzige sein, das mein Licht anschaltet.





