Ab dem 10. Februar 2026 beginnt die große „Zwangsbeglückung“. Sky stellt bei Vodafone-Kunden großflächig auf IP-Empfang um. Was sie dir als „Modernisierung“ und „mehr HD-Sender“ verkaufen wollen, ist in Wahrheit der Anfang vom Ende für lineares Fernsehen – und eine riesige Frechheit für jeden, der gerne aufnimmt.
Der Zeitplan: Wann es dunkel (oder Internet-abhängig) wird
Falls du auf die große Info-Mail wartest: Die kommt meistens erst, wenn es zu spät ist. Aber die Katze ist aus dem Sack. Sky hat bestätigt, dass die Umstellung wellenweise erfolgt:
- Startschuss: 10. Februar 2026
- Finale: Bis zum 17. März 2026 soll alles durch sein.
Sky nennt das intern eine „technische Umstellung auf ein internetbasiertes Signal“. Übersetzt aus dem PR-Sprech heißt das: „Wir sparen uns die teuren Kabel-Frequenzen bei Vodafone und nutzen stattdessen deine Internetleitung, für die du eh schon bezahlst.“
Was passiert da technisch? (Der Hybrid-Murks)
Bisher war der Deal simpel: Dein Sky Q Receiver hing am Kabelanschluss (DVB-C). Das Signal kam rein, egal ob dein Internet gerade down war oder nicht. Du konntest aufnehmen, spulen, Timeshift nutzen.
Der neue Deal ab Februar: Sky wirft den Großteil der Sender aus dem linearen Kabelnetz. Es entsteht ein seltsames Zwitter-System:
- Cinema & Entertainment: Wandern fast komplett ins Internet (IPTV).
- Sport & Bundesliga: Bleiben (vorerst) noch linear im Kabel. Gnädigerweise.
Um dir die Pille zu versüßen, wirbt Sky mit 6 „neuen“ Sendern (z.B. Motorvision+, Heimatkanal), die bisher Sat-Kunden vorbehalten waren. Aber der Haken sitzt tief: Die gibt es nur, wenn deine Box am Internet hängt. Ohne Netz fehlen dir also ab Februar plötzlich mehr Sender als vorher.
Das Kleingedruckte: Warum dein Recorder stirbt
Das ist der Punkt, über den Sky natürlich nicht spricht. Technisch ist IP-Streaming nämlich etwas völlig anderes als Broadcast-TV – vor allem beim Thema Lizenzen.
1. Der Aufnahmen-Killer
Wer bisher Filme oder Serien archiviert hat, um sie später zu gucken, läuft jetzt vor die Wand. IP-Sender lassen sich auf dem Sky Q oft nicht aufnehmen. Kein Timeshift. Kein „Ich nehme den Film auf und gucke ihn morgen“. Wenn der Sender per Stream reinkommt, greifen strikte DRM-Regeln. Das lineare Kabel war dein Recht auf Privatkopie (auf der HDD). IP ist reines Konsumieren. Besonders bitter ist das, wenn man Live-Events zeitversetzt schauen will – technisch oft gar nicht mehr möglich.
2. Kein Internet = Schwarzer Bildschirm
Bisher konntest du Sky gucken, auch wenn Vodafone mal wieder eine regionale Störung im Rückkanal hatte (und wir wissen alle, wie oft das passiert). Ab Februar gilt für Filme und Serien: Internet weg = Sky weg. Dein teurer Sky Q Receiver wird im Prinzip zu einem dummen Streaming-Stick degradiert, der zufällig noch eine Festplatte hat, die du nicht mehr voll nutzen darfst.
Fazit: Die Zukunft ist nicht schärfer, nur billiger (für Sky)
Machen wir uns nichts vor. DVB-C ist ein Auslaufmodell. Sky nutzt Vodafone-Kunden hier als Versuchskaninchen. Wenn das technisch sauber läuft (und billiger ist), ziehen sie den Stecker irgendwann auch beim Satelliten.

Aber der eigentliche Skandal passiert auf deinem Bildschirm: Wir kaufen uns 75-Zoll-OLEDs für tausende Euro, kalibrieren die Farben und hoffen auf 4K – und was liefert Sky? Pixelbrei. Der Trend der letzten Jahre ist eindeutig: Während unsere Fernseher immer größer wurden, wurde die Bildqualität im Schnitt immer mieser. Wer glaubt, dass IPTV das besser macht, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Internet-Streams werden gnadenlos komprimiert, um Bandbreite zu sparen. Das Ergebnis: Mehr Artefakte, weniger Details, matschiger Rasen beim Fußball.
Es ist eine absurde Rechnung:
- Für dich: Größere Screens, die jeden Bildfehler gnadenlos aufdecken.
- Für Sky: Weniger Bitrate, weniger Kosten für Transponder/Einspeisung, dafür mehr Kontrolle.
Denn beim Streaming wissen sie genau, wann du einschaltest, wann du umschaltest und wie lange du die Werbung erträgst. Es geht nicht mehr um das beste Bild. Es geht um „optimierte“, datengestützte Kacke, die sich besser monetarisieren lässt. Die Festplatte stirbt, damit die Kontrolle zu Sky zurückwandert. Klingt super – für die Aktionäre. Für uns ist es ein teurer Rückschritt.