Smart Home auf der IFA 2026 fängt für mich mit einem Abschied an: Die Marke eufy, über deren Kameras und Roboter ich hier seit Jahren schreibe, verschwindet ab heute schrittweise und heißt künftig Anker.
Philips Hue liefert nach einem Jahrzehnt Community-Wünschen eine Backup-Funktion, die nur die neue Bridge zurückspielen darf. Und zwei Hersteller stellen am selben Tag Kisten vor, die das Zuhause mit lokaler KI verwalten sollen, eine davon für 20.000 Dollar. Ich habe den ersten Messetag durch gut 50 Feeds verfolgt. Was davon für ein deutsches Smart Home übrig bleibt, steht hier.
- Anker führt eufy, Soundcore und Solix schrittweise unter dem Namen Anker zusammen, aufgeteilt in Anker for You (Laden, Audio, Gesundheit) und Anker for Home (Sicherheit, Roboter, Energie); Garantien und Service bleiben, der erste deutsche Anker-Store öffnet am 5. September am Kurfürstendamm
- Anker MindBase: lokaler KI-Hub mit Matter 1.5, Thread, Zigbee, bis zu 48 Terabyte Speicher, HomeKit Secure Video und Home-Assistant-Anbindung; Verkaufsstart erst 2027, Preis offen
- Ugreen HomeAgent HA100 kostet 1.799 Dollar (Early Bird 899), der HA100 Pro 5.999 Dollar, der MasterAgent MA100 mit Nvidia Jetson Thor 20.000 Dollar; Vorbestellung bis 27. Oktober, dann Kickstarter, Versand ab Januar 2027, keine offizielle Home-Assistant-Unterstützung
- Philips Hue: Backup lässt sich mit jeder Bridge anlegen, Wiederherstellen geht nur auf der Bridge Pro, ein Termin fehlt; Custom AI Behaviours kommen im Oktober als Beta nur für die Bridge Pro, die Sonos-Steuerung per Hue-Schalter im November
- Neue Hue-Hardware ist ab sofort bestellbar: Play Screen Sync 119,99 Euro, Play HDMI Sync Box 4K 149,99 Euro, Wall Light Module für Nanoleaf Shapes 39,99 Euro, Liane-Lichtschlauch ab 399,99 Euro
- Aqara zeigt fünf Leuchten mit Thread und Zigbee (Floor Lamp T1, LED Downlight T2, LED Strip T2, Outdoor String Lights H1, Permanent Outdoor Lights H1) ohne Preise und ohne DE-Termin; Dreame bündelt Dreame, MOVA und NAVEE zur Dreame Group
Anker streicht eufy, Soundcore und Solix, und in den Amazon-Listings steht es schon
Anker verkauft seine Produkte bislang unter fünf Namen, und wer schon einmal eine eufy-Kamera mit einem Soundcore-Konto verknüpfen wollte, weiß, wie gut das zusammenpasst. Ab jetzt gibt es nur noch Anker, aufgeteilt in zwei Gruppen: Anker for You für Ladegeräte und Kopfhörer, Anker for Home für alles, was im Haus steht, von der Kamera bis zum Heimspeicher. Neue Produkte tragen den Namen sofort, Bestandsserien folgen nach und nach, an Garantie und Service ändert sich laut Anker nichts.
Wie ernst das gemeint ist, sieht man nicht auf dem Messestand, sondern bei Amazon. In den Produkttexten der eufyCam-Modelle steht seit dieser Woche ein Absatz, der mit „One Brand Upgrade: eufy wird Anker eufy“ beginnt. Die Übergangsform heißt also erst einmal Doppelname, und genau so stehen auch die IFA-Neuheiten in den Pressetexten: Anker eufy S2 Max, Anker eufy HydroJet E35.
Am 5. September eröffnet der erste deutsche Anker-Store am Berliner Kurfürstendamm. Für mich als Leser von Produktseiten ist der Umbau vor allem eine Such-Frage: Die App, die vor drei Wochen noch als eufy-App einen Chatbot bekommen hat, wird irgendwann eine Anker-App sein, und die Ersatzteile für die Kamera am Carport heißen dann anders als die Kamera selbst.
MindBase gegen HomeAgent: Zwei KI-Hubs, die nichts in die Cloud schicken, und keinen kann man kaufen
Ankers MindBase ist die interessantere Ankündigung des Tages, und ausgerechnet sie hat weder Preis noch Termin. Die Kiste führt ein eigenes Sprachmodell lokal aus, wertet Kameraaufnahmen ohne Cloud aus, speichert bis zu 48 Terabyte und ist laut Anker ein Matter-1.5-Controller mit Thread und Zigbee für über 40 Gerätekategorien. Sie soll mit HomeKit Secure Video, Alexa, Google Home und Home Assistant zusammenarbeiten, 16 Funkkameras, vier verkabelte Kameras und 34 Sensoren aufnehmen und Aufnahmen einer bestehenden HomeBase S380 übernehmen.
Den Anfang macht ein Security Kit mit der TrackLight Cam S1, einem Dual-Radar-Sensor namens Smart Security Shield und der neuen Video Doorbell S4, die in den USA für 299,99 Dollar startet. Mit dem Hub selbst rechnet ComputerBase nach NDA-Briefing erst 2027. Anker-Sprecherin Janet Jin stellte The Verge außerdem Matter-Kameras anderer Hersteller in Aussicht, das wäre der Punkt, an dem aus einem eufy-Zubehör eine Zentrale würde.
Ugreen war schneller mit dem Preisschild, und das ist keine gute Nachricht. Der HomeAgent HA100 mit RK3588, 16 GB RAM und 26 TOPS kostet 1.799 Dollar, der HA100 Pro mit 205 TOPS 5.999 Dollar, und der MasterAgent MA100 auf Nvidias Jetson Thor mit 128 GB Speicher 20.000 Dollar. TOPS = Billionen KI-Rechenoperationen pro Sekunde, die Hausnummer für Objekterkennung auf dem Gerät.
Early-Bird-Käufer zahlen jeweils etwa die Hälfte, Vorbestellungen laufen bis zum 27. Oktober, danach Kickstarter bis Jahresende, Versand ab Januar.
Die Hubs sprechen ONVIF und Matter ab Werk, Zigbee und Thread sind angekündigt, dazu kommen drei SynCare-Kameras ab 149 Dollar und ein Lautsprecher für die Assistentin Uliya. Was fehlt, ist das eine Feature, das Enthusiasten in diesem Preisbereich zuerst suchen: Es gibt keine offizielle Home-Assistant-Unterstützung, das Ganze läuft auf Ugreens eigenem UGOS Pro. Damit bleibt der HomeAgent ein NAS mit Kamera-KI und Matter-Anschluss, kein Hub, den ich neben meinen Homey stellen würde.
Meine Skepsis bei beiden hat einen Grund aus dem Frühjahr: Der SwitchBot AI Hub war im Test lokal, aber nur so lokal, wie die App es erlaubte. Lokal heißt nicht automatisch unabhängig. Bei Anker entscheidet die Home-Assistant-Anbindung, ob die MindBase 2027 ein Kandidat wird, bei Ugreen ist die Entscheidung mit dem fehlenden Support schon gefallen.
Philips Hue: Das Backup kommt, aber zurückspielen darf es nur die Bridge Pro
Signify hat auf seinem Berliner Medienabend die Funktion bestätigt, die in der Hue-Community seit Jahren ganz oben steht: Backup & Restore. Ein Backup lässt sich mit jeder Bridge anlegen, landet in der Hue-Cloud, wird ein Jahr aufbewahrt, und pro Zuhause gibt es genau eine Sicherung, die man beliebig überschreibt.
Enthalten ist alles, was auf der Bridge liegt: Lampen, Zubehör, Räume, Szenen, Automationen, sogar SpatialAware-Einstellungen. Verknüpfungen zu Apple Home oder Alexa müssen danach neu gesetzt werden.
Der Haken steht im Kleingedruckten. Wiederherstellen geht zum Start ausschließlich auf der Bridge Pro, die alte weiße Bridge hat laut Signify zu wenig Arbeitsspeicher für den Zigbee-Neuaufbau. Beim Termin widersprechen sich die Quellen: Hue-Erfinder George Yianni sprach laut hueblog von den kommenden Monaten, The Verge schreibt von Anfang 2027, und Signifys offizielle Formulierung lautet „zu einem späteren Zeitpunkt“. Ich halte mich an die offizielle Version, also an keinen Termin.
Ebenfalls Bridge-Pro-exklusiv sind die Custom AI Behaviours, die im Oktober als Beta starten, auch auf Deutsch. Man beschreibt der Hue-App per Text oder Sprache eine komplette Automation mit Auslöser, Bedingung und Aktion, etwa Flurlicht warmweiß, aber nur wenn die Tür aufgeht und die Sonne unten ist, und bestätigt das Ergebnis.
Yianni nennt das gegenüber The Verge keine KI um der KI willen, sondern die Lösung für ein Oberflächen-Problem: Die Bridge konnte solche Regeln immer, es gab nur kein Menü dafür. Die Automation selbst läuft lokal auf der Bridge, der Assistent in der Cloud, und Signify setzt dafür bewusst auf offene GLM-Modelle, weil geschlossene Modelle „sich im Hintergrund ändern“.
Im November folgt die Sonos-Integration: Tap Dial Switch und andere Hue-Schalter starten Favoriten oder regeln die Lautstärke, wobei eine Taste entweder Licht oder Sonos steuert, nicht beides. Die neue Hardware ist dagegen schon bestellbar. Das Wall Light Module, das Nanoleaf Shapes in die Hue-App holt, kostet 39,99 Euro, die Screen-Sync-Kamera, die im Juli durchgesickert war, 119,99 Euro, die Play HDMI Sync Box 4K mit einem HDMI-2.0-Eingang 149,99 Euro, der Liane-Lichtschlauch ab 399,99 Euro.
Ich habe die Produktseiten heute Morgen durchgeklickt: Modul, Screen Sync, Sync Box 4K und Liane stehen im deutschen Hue-Shop als lieferbar. Vergriffen ist ausgerechnet der neue Play Gradient Lightstrip Pro für 159,99 Euro.
Bei Nanoleaf lohnt ein zweiter Blick auf die Fußnote: Eigene Nanoleaf-Szenen und die Musikvisualisierung bleiben in der Nanoleaf-App, Hue steuert die Panels wie eine große Lampe mit Farbverlauf. Das Muster kenne ich von Govee, wo Matter prominent in den Specs steht und die Effekte aus den Werbebildern in der Hersteller-App passieren. Hier ist es dasselbe mit umgekehrtem Vorzeichen, Hue übernimmt die Panels, aber nicht ihre Tricks.
Bleibt der Bridge-Pro-Zwang. Die Bridge, die im Juli mit einem Firmware-Update Geräte lahmgelegt hat, ist jetzt die einzige, die dein Backup zurückspielen kann. Ich verstehe das technische Argument mit dem Arbeitsspeicher. Als Kaufanreiz liest es sich trotzdem, und die Kommentarspalten bei iphone-ticker sehen das genauso.
Aqara baut jetzt Leuchten: Fünf Modelle mit Thread und Zigbee, Preise gibt es keine
Aqara ist bei mir für Sensoren zuständig, nicht für Licht, und genau das will der Hersteller mit fünf Leuchten auf einmal ändern. Die Floor Lamp T1 ist 1.420 Millimeter hoch, strahlt seitlich an die Wand, schafft 1.000 Lumen und 18 einzeln steuerbare Zonen. Der LED Strip T2 kommt in drei, fünf und zehn Metern mit 108 LEDs pro Meter und bis zu 1.750 Lumen, das LED Downlight T2 in vier und sechs Zoll als CCT- oder RGB-CCT-Version mit nur 20 Millimetern Bauhöhe.
Für draußen gibt es die Lichterkette Outdoor String Lights H1 mit 15 oder 30 Leuchten nach IP65 und die Permanent Outdoor Lights H1 für die Dachkante in 15, 30 und 45 Metern. Alle fünf funken wahlweise über Thread, dann per Matter in Apple Home, Home Assistant oder Homey, oder über Zigbee mit Zusatzfunktionen in Aqara Home. Dasselbe Doppel-Funk-Prinzip wie beim Power Plug H2, den ich im Juli beschrieben habe: ein Gerät, zwei Protokolle, man entscheidet beim Einrichten.
Wie viel von den Effekten und der KI-Szenenerstellung außerhalb von Aqara Home über Matter ankommt, beschreibt Aqara laut SmarthomeAssistent noch nicht vollständig. Preise und ein Termin für Deutschland fehlen ebenfalls, Aqara zeigt die Serie bis zum 8. September in Halle 1.2 am Stand 157. Caschy rechnet nicht mit Schnäppchen, und bei den jüngsten Aqara-Preisen würde ich das auch nicht.
Dreame Group: Dreame, MOVA und NAVEE unter einem Dach, eine Woche nach dem Auto-Aus
Auch Dreame sortiert seine Marken, allerdings in die andere Richtung als Anker: Statt einer Marke gibt es jetzt ein Dach namens Dreame Group für Dreame, MOVA und die E-Scooter-Marke NAVEE. Sean Chen, President von Dreame Western Europe, verspricht laut Mitteilung, dass Forschung und Engineering enger zusammenrücken und MOVA von den globalen Ressourcen profitiert. Für Käufer ändert sich erst einmal nichts, außer dass die Konkurrenz im eigenen Haus offiziell zur Familie erklärt wurde.
Die Zahlen dahinter erklären die Selbstsicherheit: 40 Prozent Marktanteil bei Saugrobotern in Westeuropa, 38,4 Prozent in Deutschland, 68 Prozent in Belgien, dazu 23 Flagship-Stores bis Jahresende. Vor genau einer Woche ging es an dieser Stelle noch um das ferngesteuerte Konzeptauto ohne Chassis, jetzt zeigt derselbe Konzern 3D-Drucker und ein smartes Aquarium. Die Sauger des Tages bekommen einen eigenen Artikel, Roborock, DJI und Ecovacs habe ich dort einzeln durchgerechnet.
Nur die Hue-Hardware: Play Screen Sync (119,99 Euro), Play HDMI Sync Box 4K (149,99 Euro), Wall Light Module für Nanoleaf Shapes (39,99 Euro) und die neuen Leuchten sind seit dem 3. September bestellbar, die Hue-App 6.0 ist da. Alles andere von Tag 1 ist Ankündigung: Anker MindBase 2027 ohne Preis, Ugreen HomeAgent per Kickstarter mit Versand ab Januar, Aqara-Leuchten ohne Preis und Termin, Hue-Backup ohne Datum.
Vor zehn Jahren war der Hub das Billigteil im System, eine weiße Hue-Bridge für 50 Euro, und die Cloud gab es gratis dazu. Jetzt ist die Cloud immer noch gratis, und die Kiste, die sie ersetzen soll, kostet bei Ugreen 1.799 Dollar. Ich frage mich, ob lokal gerade das wird, was bio im Supermarkt ist: dieselbe Funktion, nur mit gutem Gewissen und Aufschlag. Und ob die Leute, die das kaufen, dieselben sind, die vorher nie eine Datenschutzerklärung aufgeklappt haben.
Smart Home auf der IFA 2026: Lokal kostet jetzt Aufpreis, die Cloud bleibt gratis
Wer eufy-Kameras hat, sollte sich die MindBase für 2027 merken, denn die Übernahme der HomeBase-Aufnahmen und die Home-Assistant-Anbindung sind genau die zwei Dinge, die bei solchen Hubs sonst fehlen. Den Ugreen HomeAgent würde ich in dieser Form nicht einmal zum Early-Bird-Preis vorbestellen, ein NAS ohne Home Assistant löst bei mir kein Problem, das ich habe.
Bei Hue ist das Backup die richtige Funktion zur falschen Bedingung. Wer eine Bridge Pro hat, bekommt endlich das, was jeder Router seit 20 Jahren kann. Wer die alte Bridge hat, bekommt eine Sicherung, die er nirgends einspielen kann, und das sollte Signify vor dem ersten Backup noch einmal überdenken. Bei Aqara warte ich auf Preise, bei Dreame auf morgen.
Die Fragen zum ersten IFA-Tag
Verschwindet die Marke eufy?
Ja, schrittweise. Anker führt eufy, Soundcore und Solix unter dem Namen Anker zusammen, neue Produkte heißen ab sofort Anker eufy, bestehende Serien werden nach und nach umbenannt. An Garantie, App und Service ändert sich laut Anker nichts.
Brauche ich für das Philips-Hue-Backup eine Bridge Pro?
Für das Anlegen nicht, für das Wiederherstellen ja. Ein Backup lässt sich mit jeder Hue Bridge in der Hue-Cloud speichern, zurückspielen lässt es sich zum Start nur auf einer Bridge Pro. Einen Termin für die Funktion nennt Signify noch nicht.
Wann kommen die Custom AI Behaviours in der Hue-App?
Im Oktober 2026 als Beta, ausschließlich für die Hue Bridge Pro, unter anderem auf Deutsch. Die Funktion baut aus einer Textbeschreibung komplette Automationen mit Auslöser, Bedingung und Aktion, die Automation läuft danach lokal auf der Bridge.
Was kostet die Anker MindBase und wann kommt sie?
Einen Preis nennt Anker noch nicht, mit dem Verkaufsstart ist laut ComputerBase erst 2027 zu rechnen. Die MindBase ist ein lokaler KI-Hub mit Matter 1.5, Thread, Zigbee, bis zu 48 Terabyte Speicher und Anbindung an HomeKit Secure Video und Home Assistant.
Funktioniert der Ugreen HomeAgent mit Home Assistant?
Nein, eine offizielle Home-Assistant-Unterstützung gibt es nicht. Die Hubs laufen auf Ugreens eigenem UGOS Pro, sprechen ONVIF und Matter und sollen später Zigbee und Thread bekommen. Der HA100 kostet 1.799 Dollar, Early Bird 899 Dollar, Versand ab Januar 2027.





